Titel
Der Titel „Rezeptive Mehrsprachigkeit und Sprachdistanz deutsch-niederländisch“ ist kurz, einfach und prägnant. Er enthält den Gegenstand der Studie und weckt so direkt das Interesse des Lesers.
Abstrakt:
Der Abstrakt zu dieser Studie entspricht genau den formalen Anforderungen. Er ist kurz, prägnant, und einfach formuliert. Er enthält viele kurze und nicht zu verschachtelte Sätze, die das Lesen einfach gestalten, wodurch er leicht verständlich ist. Außerdem kann der Rezipient direkt einschätzen, ob die Studie für seine Zwecke geeignet ist.
Inhaltlich wird der Gegenstand der Untersuchung genau erfasst. Es wird direkt deutlich, dass es um das Verstehen, und nicht das Wiedergeben/Sprechen, einer Fremdsprache im Zusammenhang zur Sprachdistanz aufgrund von Homographen, Homophonen und Kognaten geht. Ebenso werden die verwendeten Methoden, „Levenshtein algorithm“, „measurement“ und „model“, erwähnt. Es werden für die Studie sowohl bilinguale als multilinguale Versuchspersonen gewählt, damit gezeigt werden kann (Ziel der Studie), dass ein Zusammenhang zwischen den erlernten Sprachen und dem Rezipieren von Niederländisch besteht. Die Probanten weisen alle L1 Deutsch und L2 Englisch vor.
Allerdings wird aus dem Abstrakt nicht deutlich, ob die Studie auch auf andere Sprachen bzw. Bereiche übertragen werden kann.
Fragestellung:
Die Fragestellung ist konkret formuliert, verständlich und passend zum Thema. Wenzel artikuliert zunächst eine übergreifende Frage „wie deutsche Leser niederländische Kognaten im Text erkennen und wie sie ihre Spracherkenntnisse dabei einsetzten“ 1 und unterteilt diese in drei genauere Fragestellungen:
1. „Welche formalen Eigenschaften weisen Lexeme auf, die im Leseprozess als Kognat erkannt werden und welchen Beitrag liefert der im Leseprozess entstehende Kontext beim Aussortieren falscher Freunde?“
2. Welchen Nutzen haben Fremdsprachkenntnisse im Entschlüsselungsprozess? Werden systematisch alle möglichen Ln-Kognate ausgetestet, bis das optimale Ergebnis erreicht ist, oder gibt es Faktoren, die die Wahl der jeweiligen Brückensprache bestimmt?“
1 S.190
3. Auf welche Graphem-Phonem-Korrespondenz verlassen sich die Leser, und können sie ihre
Erfahrungen mit anderen orthographischen Konventionen dabei nutzen?“ 2 An der Fragestellung kann man kritisieren, dass sie zu ausführlich ist, da direkt unter den oben genannten Fragen eine Zusammenfassung dieser genannt wird. Jedoch ist die Fragestellung eben durch diese Ausführlichkeit für den Leser leicht nachvollziehbar und weckt das Interesse, da genau genannt wird, auf welche Fragen Wenzel eine Antwort erzielen will.
Hypothesen:
Leider sind in der Studie nur eine konkreten Hypothesen zu finden, welche jedoch direkt als „wenig interessant“ 3 bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich darum, dass erwartet werden kann, dass sprachenlernerfahrene Probanten Vorteile gegenüber Personen haben, die nur Deutsch und ein wenig Englisch beherrschen.
Design:
Das Design der Studie ist sehr vielseitig und aus diesem Grund passend. Aufgabe für die Probanten war, einen niederländischen Text, welcher aus einer Über- und Unterschrift, einer Abbildung und vier Sätzen besteht, zu verstehen.
Die Versuchspersonen, deren Muttersprache Deutsch ist, wurden in zwei Gruppen geteilt. Die erste bestand aus Personen, die lediglich Deutsch und als Fremdsprache Englisch (Schulenglisch) beherrschen und sprachlich nicht besonders interessiert sind. Dies wird durch die ausgeübten Berufe, welche im handwerklichen oder technischen Bereich anzusiedeln sind, deutlich. In der zweiten Gruppe handelte es sich um sprachenlernerfahrene Personen, die drei bis sieben Sprachen beherrschen und mindestens eine romanische oder nordische studiert haben.
Es wurde mit Laut-Denk-Protokollen gearbeitet, bei welchen die Probanten ihre Rezeptionsprozesse offen legten und dabei gefilmt wurden, damit die Gestik und Mimik erfasst werden konnte. Direkt im Anschluss wurde der Text laut vor den Gruppen vorgelesen, wobei die Möglichkeit bestand, Änderungen in der Übersetzung vorzunehmen. Danach wurden Recall-Interviews durchgeführt, damit die Probanten eine Gelegenheit hatten, ihre Entscheidungen bzw. Lösungen zu kommentieren und gezielte Fragen zu beantworten.
2 S.190
3 S.190
Arbeit zitieren:
Magdalena Malinowski, 2009, Bewertung der Studie "Rezeptive Mehrsprachigkeit und Sprachdistanz deutsch-niederländisch" von Veronica Wenzel, München, GRIN Verlag GmbH
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