In der Metaphysik liegen allerdings synthetische Urteile a priori vor: Der Begriff der Ursache ist im Begriff des Geschehens oder der Wirkung nicht enthalten.
Kant ging davon aus, dass das Bewusstsein einen aktiven Beitrag zu unserer Wahrnehmung, also der Art und Weise, wie die Vernunft Empfindungen zulässt und formt, leistet. Eine objektive Wirklichkeitserkenntnis kann also nur eingeschränkt stattfinden. Wir erkennen die Dinge nur als Erscheinungen, in den Formen der Anschauung und des Denkens, als Gegenstände möglicher (!) Erfahrungen. Urteile a posteriori, also solche, die sich auf Erfahrungen beziehen, können so also nicht den gesamten Wahrheitsgehalt aufdecken. Metaphysik als Wissenschaft ist nur möglich als System der apriorischen Voraussetzungen, Bedingungen der Erfahrung selbst. Diese kritische Metaphysik ist eine sichere, fest begründete, reine Vernunftwissenschaft. Ihr liegen apriorische Grundsätze und Begriffe und synthetische Urteile a priori als innerlich zusammenhängendes Ganzes, welches allein Metaphysik möglich macht, zugrunde.
Die „transzendentale Freiheit“ 2 steht folglich „dem Kausalgesetz“ 3 entgegen, was impliziert, dass die Aussage, dass „[…] keine Einheit der Erfahrung möglich ist, […]“ 4 und auch keine Erfahrung möglich ist, falsch ist. Synthetische Urteile a priori sind also insofern relevant für Erkenntnis, als dass wir von einer Wirklichkeit, in der Kategorien unseres Verstandes keine Anwendung finden, keine zusammenhängenden Erfahrungen ableiten können. Wir leiten nicht die Begriffe aus der Erfahrung ab, doch die Erfahrung ist nur möglich, wenn wir entsprechende Begriffe auf sie übertragen können. Der Zusammenhang und die Einheit der Erfahrung sind nur unter der Voraussetzung möglich, dass alles, was geschieht, eine Ursache hat.
Alles in allem beruht die Metaphysik also im Wesentlichen auf Behauptungen a priori, da nur diese den gesamten Wahrheitsgehalt eines Geschehens aufdecken können. Hinzu kommt, dass die Metaphysik eine sehr sachliche Wissenschaft ist, die auf persönliche Erfahrungen und Sinneneinflüsse, die verfälschen könnten, verzichten muss.
2 Ebd. S. 594
3 Ebd. S. 594
4 Ebd. S 594
2
Arbeit zitieren:
Pola Sarah, 2009, Zu Immanuel Kant: Die Metaphysik beruht im Wesentlichen auf Behauptungen a priori, München, GRIN Verlag GmbH
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