Das Einzige, das uns von der Wahrheit überzeugen kann, ist die Vernunft. Diese sagt uns, dass allen Vorstellungen, die wir haben, eine grundliegende Wahrheit haben müssen. Das heißt allerdings nicht, dass die Vernunft uns sagt, dass alles, was wir sehen oder uns vorstellen, wahr ist. Die Vernunft wird dem Menschen von Gott, der - im Gegensatz zu dem Menschen - vollkommen ist, eingepflanzt. Mit ihr gibt er den Menschen die Grundlage der Wahrheit. Auf der Erkenntnis über das eigenen Ich und auf der Vernunft baut also laut Descartes alles Wissen auf. 7
Es gelingt Descartes, ein Fundament für das Wissen zu legen
Es gelingt Descartes, ein Fundament für das Wissen zu legen. Es sieht zusammengefasst wie folgt aus:
Der erste Grundsatz der Philosophie „Ich denke, also bin ich“ 8 legt die Basis für das Wissen über die eigene Existenz. Zweitens zieht Descartes die Vernunft und die Vorstellung von Wahrheit, beides von Gott dem Menschen einverleibt, als Fundament für das Wissen heran. Daraus, dass der Mensch vernünftig denkt und eine Vorstellung von Wahrheit hat, kann er, auch wenn er sich manchmal täuscht, Wissen über Wahres und Falsches erlangen: „[…] so sagt die Vernunft auch, dass unsere Gedanken zwar nicht alle wahr sein können, da wir nicht ganz vollkommen sind, dass aber das, was sie Wahres enthalten, sich unfehlbar eher in denen finden muss, die wir im Wachen haben, als in unseren Träumen.“. 9
Descartes gelingt der Versucht nicht, ein sicheres Fundament für das Wissen zu legen: • „Ich denke, also bin ich“ wiederspricht sich selbst
Descartes‘ erster Grundsatz der Philosophie besagt, dass man sich seiner selbst nur sicher sein kann, weil man nur von sich selbst weiß, dass man denkt. 10 Der Grundsatz, auf dem Descartes Wissen begründet, stimmt also nur, wenn man ihn im Präsens für die erste Person Singular gebraucht. Demnach muss der Mensch davon ausgehen, dass alles um ihn herum Fiktion ist, da er nicht sicher sein kann, ob all seine Mitmenschen wirklich denken, also sind.
7 Ebd., Seite 65
8 Ebd., Seite 53
9 Ebd., Seite 67
10 Ebd., Seite 53
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Doch das gilt für alle Menschen. Also kann jeder Mensch davon ausgehen, dass er, im Gegensatz zu seinen Mitmenschen existiert. Der Grundsatz wiederspricht sich also selbst. • Substanzdualismus
Nach der traditionellen Interpretation geht Descartes von Substanzdualismus aus, das heißt, dass er der Meinung ist, dass man Körper und Geist ganz klar trennen kann: „Daraus erkannte ich, dass ich eine Substanz bin, deren ganzes Wesen oder deren Natur nur darin besteht, zu denken und die zum Sein keines Ortes bedarf, noch von irgendeinem materiellen Dinge abhängt, so dass dieses Ich, d. h. die Seele, durch die ich das bin, was ich bin, völlig verschieden ist vom Körper, ja dass sie sogar leichter zu erkennen ist als er, und dass sie, selbst wenn er nicht wäre, doch nicht aufhörte, alles das zu sein, was sie ist.“. 11 Descartes sagt hier, dass es die Hauptaufgabe eines jeden Menschen ist, zu denken. Das hängt aber nicht vom Körper oder anderer Materie ab. Was den Menschen ausmacht, ist die Seele, die, auch wenn der Körper stirbt oder sie von ihm getrennt ist, nicht aufhört, das zu sein, was sie ist. Außerdem kann man sich bei der Seele sicher sein, dass sie existiert, da wir sie ja zum Denken gebrauchen. Bei jeglicher Materie, also auch dem Körper, können wir derer Existenz nicht sicher sein.
Descartes lässt außen vor, dass der Körper durchaus nötig ist, um zu denken. Ohne Gehirn können wir nicht denken. So ist es also auch ein Trugschluss, davon auszugehen, dass man vom Körper losgelöst sein kann und trotzdem denken kann, weil der Körper für Vernunft und Gedanken von größter Bedeutung ist.
Selbst die Vorstellung, man sei von seinem Körper losgelöst, ist nicht möglich, da die Seele nicht materiell ist und der Mensch sich nichts vorstellen kann, das nicht sinnlich erfahrbar ist. Descartes aber geht eben davon aus: „ […] und beobachtete, dass ich mir einbilden könnte, ich hätte keinen Körper und es gäbe keine Welt noch einen Ort, an dem ich mich befinde, […]“. 12
Auch die Vorstellung Descartes‘, die Existenz der Seele sei eindeutiger, als die des Körpers, ist nicht einleuchtend. So kann doch der Mensch mit all seinen Sinnen Körper wahrnehmen. Das kann keine Einbildung sein, da die Körper anderer Menschen völlig unvorhersehbare und
11 Ebd., Seite 55
12 Ebd., Seite 53
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Arbeit zitieren:
Pola Sarah, 2009, Descartes Fundament für das Wissen im vierten Teil des "Discours de la Méthode", München, GRIN Verlag GmbH
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