Einleitung
Aus dem Seminar Grundlagen für Kraft- und Ausdauertraining wurde der Auftrag erteilt, eine Hausarbeit über das Thema Konditionstraining, aus einer frei wählbaren Sportart zu verfassen. Im Besonderen soll der Aufbau eines langfristigen Rahmentrainingsplans erläutert werden.
Da ich seit meiner Kindheit regelmäßig Leichtathletik im Verein ausübte und im Jugendalter bis zum 20. Lebensjahr Sprint (100 m & 200 m) als Leistungssport betrieben habe, hat mich diese Kategorie der Laufdisziplinen innerhalb der Leichtathletik sicherlich geprägt. Die Faszination für die medial vielzitierte „Königsdisziplin“ innerhalb der Leichtathletik ist mir erhalten geblieben und wurde durch die Leichtathletik Weltmeisterschaft in der eigenen Hauptstadt, mit einem bemerkenswerten neuen Weltrekord über 100 m, zusätzlich verstärkt. So liegt es nahe, dass ich mich für den Sprintbereich entschieden habe und freue mich über die Gelegenheit im Rahmen dieser Hausarbeit meinen Horizont diesbezüglich und im Konditionstraining allgemein erweitern zu dürfen.
Die langfristige Konditionstrainingsplanung der Kategorie „Sprint“ welche zu den Laufdisziplinen der Leichtathletik gehört basiert auf den Rahmentrainingsplänen des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV) und greift ab dem Alter von etwa 8 Jahren.
Er soll den Athleten zu persönlichen Höchstleistungen bei einem nationalen oder internationalen Wettkampf im ungefähren Alter von 22 Jahren führen.
2
Inhaltsverzeichnis
1. Konditionstraining von Kindern und Jugendlichen
1. 1 Entwicklungsbiologische Aspekte
2. Anforderungsprofil Sprint
3. Leistungskomponenten
3. 1. Kondition
3. 1. 1 Kraft
3. 1. 1. 1 Maximalkraft
3. 1. 1. 2 Schnellkraft
3. 1. 1. 3 Reaktivkraft
3. 1. 1. 4 Kraftausdauer
3. 1. 2 Schnelligkeit
3. 1. 2. 1 Reaktionsschnelligkeit
3. 1. 2. 2 Sequenzschnelligkeit
3. 1. 2. 3 Frequenzschnelligkeit
3. 1. 2. 4 Kraftschnelligkeit und Sprintkraft
3. 1. 2. 5 Schnelligkeitsausdauer
3. 1. 2. 5. A Kraftschnelligkeitsausdauer
3. 1. 2. 5. B Maximale Schnelligkeitsausdauer
3. 1. 2. 5. C Submaximale Schnelligkeitsausdauer
3. 1. 2. 6 Supramaximale Schnelligkeit
3. 1. 2. 7 Sprintschnelligkeit
3. 1. 3 Ausdauer
3. 1. 3. 1 Allgemeine Grundlagenausdauer
3. 1. 4 Beweglichkeit
3
3. 2 Koordination
4. Trainingsmethoden
4. 1 Trainingsmethoden der Kraft
4. 1. 1 Schnelligkeitsorientierte Maximalkraftmethode
4. 1. 2 Methode der intramuskulären Koordination
4. 1. 3 Schnellkraftmethode
4. 1. 4 Muskelleistungsmethode
4. 1. 5 Reaktive Methode
4. 2 Trainingsmethoden der Schnelligkeit
4. 2. 1 Reaktionsschnelligkeitsmethode
4. 2. 2 Frequenzschnelligkeitsmethode
4. 2. 3 Methode zur komplexen Schnelligkeitsverbesserung
4. 3 Trainingsmethoden der Ausdauer
4. 3. 1 Extensive Dauermethode
4. 3. 2 Intensive Intervallmethode
5. Konditionstrainingsprinzipien
5. 1 Trainings- und Belastungsprinzipien
5. 1. 1 Prinzip des wirksamen Belastungsreizes
5. 1. 2 Prinzip der progressiven Belastungssteigerung
5. 1. 3 Prinzip der Variation der Trainingsbelastung
5. 1. 4 Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und
Erholung (Superkompensation)
5. 1. 5 Prinzip der Wiederholung und Dauerhaftigkeit
4
5. 1. 6 Prinzipien der Periodisierung und Zyklisierung
5. 1. 7 Prinzipien der Individualität und Altersgemäßheit
5. 1. 8 Prinzip der regulierenden Wechselwirkung der einzelnen
Trainingselemente
5. 1. 9 Prinzip der Komplexität
5. 1. 10 Prinzip der Qualität
6. Der langfristige Leistungsaufbau
6. 1 Grundlagentraining (GLT) - 6 bis 10 Jahre
6. 1. 1 Laufen
6. 1. 2 Springen
6. 1. 3 Werfen
6. 1. 4 Spielen
6. 2 Aufbautraining (ABT) 1 2- 9 bis 15 Jahre
6. 3 Anschlusstraining (ANT) - 14 bis 17 Jahre
6. 4 Hochleistungstraining (HLT) - ab 16 - 19 Jahre
Literaturverzeichnis
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1. Konditionstraining von Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche haben einen ursprünglichen Drang zur Bewegung. Die moderne und hochtechnisierte Welt in der wir leben schränkt diese Ursprünglichkeit jedoch so stark ein, dass statistisch gesehen bis zu 65 % der Kinder - aufgrund Bewegungsmangel - im Primarschulbereich bereits haltungsgeschwächt sind. 1 Eine möglichst frühe und gezielte Schulung der konditionellen Fertigkeiten macht also durchaus Sinn, kann Haltungsschäden vorbeugen und den Grundstein für darauf aufbauende Leistung und Leistungsfähigkeit schaffen.
1. 1 Entwicklungsbiologische Aspekte
Das Wissen um die Funktionen des menschlichen Körpers ist von entscheidender Bedeutung bei der Konzipierung eines Trainingsplans, da vom Verständnis der anatomischen und physiologischen Vorgänge Trainings- und Wettkampferfolge abhängig sind und somit berücksichtigt werden müssen.
So spielen die Längen- und Breitenwachstumsphasen im frühen bis späten Schulkindalter ebenso eine Rolle wie die in der Pubertät stattfindende Veränderung des hormonellen Systems mit dem direkt das Muskelwachstum verbunden ist. 2 Aber erst das biologische Alter trifft entscheidende Aussagen zu dem Entwicklungsstand eines angehenden Sportlers. So kann dieser im Vergleich zu seinen Altersgenossen „voraus sein“ (akzeleriert) oder auch „hinter her hängen“ (retardiert).
1 Grosser, Starischka & Zimmermann, 2008, S.176
2 Grosser et al., 2008, S. 178 - 179
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BILD 1: Überblick zu Entwicklung und Leistungsfähigkeit im Kindes- und Jugendalter (Grosser et al., 2008, S. 182)
2. Anforderungsprofil Sprint
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Um gezielt für den Sprint trainieren zu können muss man sein Anforderungsprofil kennen.
Der Sprint wird zu den zyklischen Sportarten gezählt. Er unterscheidet sich maßgeblich in der Energieversorgung von den Lang- und Mittelstrecken. Diese verläuft nämlich anaerob, also ohne Sauerstoffbeteiligung - bis zu 40 Sekunden. Das neuromuskuläre System erhält bei dieser Disziplin seine Priorität. Die Kurzstreckenläufe bis 400 m sowie die Hürdenläufe weisen hohe Anforderungen an die inter- und intramuskuläre Koordination auf. Die motorischen Einheiten des a k t i v e n B e w e g u n g s a p p a r a t e s w e r d e n u n t e r m a x i m a l e n Geschwindigkeitsbedingungen rekrutiert und frequentiert. 3
Bereits im Bereich des Grundlagentrainings kann man auf verschiedene sprintspezifische Anforderungen eingehen, die den Übergangsprozess zum Aufbautraining erleichtern.
Die schwerpunktmäßigen Trainingsstufen für den Sprint sind aber die Aufbau- und Hochleistungsstufen in denen die Konditionselemente Reaktionsschnelligkeit, Frequenzschnelligkeit, Schnellkraft, Schnelligkeitsausdauer und Beweglichkeit trainiert werden. 4
• Reaktionsschnelligkeit - diese lässt sich bereits im Kindesalter trainieren. Verpasst man den Einstieg, scheint die Reaktionsschnelligkeit bereits im frühen Jugendalter determiniert und lässt sich nur noch im geringen Umfang steigern. 5 • Frequenzschnelligkeit - lässt sich ebenfalls während des Grundlagentrainings und noch vor Erreichen des 10. Lebensjahres schulen und bildet die Grundlage für die beim Sprint benötigten hohen Frequenzen zwischen den einzelnen Schritten. 6 • Schnellkraft - ist leicht zu trainieren und macht darüber hinaus einen beträchtlichen Teil der gesamten Sprintleistung aus. Bereits Grundschüler können das neuromuskuläre Know - How des Bewegungsablaufes erwerben. Mit der
3 Vgl. Joch, 1992
4 Grosser et al., 2008, S. 11
5 Grosser et al., 2008, S. 184
6 Grosser et al., 2008, S. 184
8
hormonellen Umstellung zum Beginn der Adoleszenz lässt sich vor allem durch Schulung der intramuskulären Koordination die Kraftkomponente verbessern. 7 • Grundschnelligkeit - sie ist ebenfalls ein bestimmender Leistungsfaktor in den Sprint Disziplinen. In der „Phase bester motorischer Lernfähigkeit“ ist der Einstieg in die „Schulung neuronaler Zeitprogramme“ vorzunehmen. 8 • Schnelligkeitsausdauer - Leistungssteigerungen sind hier leicht zu erzielen. Zum Beginn des Aufbautrainings muss dieser Faktor in die Planung einfließen. Doch der Schwerpunkt liegt vor allem im späten Aufbau- bzw. im Anschlusstraining. • Beweglichkeit - diese kann und sollte in allen Trainingsphasen geschult werden. Besonders im frühen Kindesalter ist eine Schulung der Beweglichkeit ausschlaggebend für die Beweglichkeitsfähigkeiten in späteren Trainingsphasen.
Die diversen Sprintdisziplinen stellen hohe konditionelle und koordinative Anforderungen an den Athleten.
Schnelligkeit ist eine komplexe „psycho-physische Fähigkeit“, die nur in solchen Bewegungshandlungen voll zum „Ausdruck kommt, bei denen die maximale Leistung nicht durch Ermüdung limitiert wird“. 9
Deshalb ist ein Techniktraining im Sprint von sehr hoher Bedeutung. Die technischen Grundformen sollten frühstmöglich geschult werden, da erst in der Phase des Hochleistungstrainings mit einer Beherrschung dieser zu rechnen sein darf. Des Weiteren kommt der Technik im Sprint eine höhere Bedeutung zu als bei Mittel-und Langstreckenläufen, da aufgrund der Kürze der Distanz und Zeit ein Fehler nicht wieder ausgleichbar ist.
7 Grosser et al., 2008, S. 184
8 Grosser et al., 2008, S. 184
9 Grosser et al., 2008, S. 87
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Arbeit zitieren:
Steph Gro, 2009, Die langfristige Konditionstrainingsplanung der Leichtathletik-Kategorie „SPRINT“, München, GRIN Verlag GmbH
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