Gliederung
1. Einleitung 3
2. Kurze Einführung zur politischen Struktur Pompejis 5
3. Wahlfieber in der antiken Stadt 7
3.1. Wahlprogramme der Kandidaten 7
3.2. Beeinflussung der Wähler 8
3.3. Unterstützung eines Kandidaten 10
4. Die Persönlichkeitswahl - Eine Frage der Ehre 12
5. Fazit: Manipulation vs. Partizipation? 14
Quellen - und Literaturverzeichnis 16
Eidesstattliche Erklärung 17
2
1. Einleitung
„[Die] ganze Stadt scheint nicht anderes im Kopf zu haben als Wahlen. Das ist ja schlim-
ImRahmen meines Geschichtsstudiums beschäftigte ich mich im Sommersemester 2011 mit der antiken Stadt Pompeji. Infolgedessen entstand innerhalb meines Proseminars, welches den Titel „Ein Moment für die Ewigkeit: Der konservierte Alltag von Pompeji und Herculaneum“ trägt, eine wissenschaftliche Arbeit. Diese soll sich mit der Rolle des Volkes im pompejanischen Wahlkampf beschäftigen.
Pompeji war eine kleine antike Hafenstadt im heutigen Italien, welche nur rund 800 Jahre existierte. Über die Einwohnerzahlen lassen sich in der Literatur nur Schätzungen finden. Der Historiker Michael Grant spricht von rund 25 000 Einwohnern 2 , Ludwig Curtius vermutet anhand der Sitzplätze der beiden Theater eine etwas geringere Zahl und spricht von weniger als 20 000. 3 Auch wenn diese Größe nicht unbeachtlich für eine Stadt der Antike und Pompeji aufgrund der guten geografischen Lage wirtschaftlich gut entwickelt war, so blieb diese für die Römische Republik verhältnismäßig unbedeutend. Nichtsdestotrotz weist Pompeji einige Besonderheiten auf, welche für die Geschichtswissenschaft von enormer Wichtigkeit sind. 4
Die Forschung beschäftigt sich seit rund 300 Jahrhunderten mit der Geschichte der antiken Stadt, welche 79 vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.) an den Folgen eines Vulkanausbruchs des Vesuvs unterging. Mit dem Vulkanausbruch kam Pompeji zum Stillstand und wurde von heißer Lava meterhoch bedeckt. Erst im 18. Jahrhundert wurden die ersten, wenn auch noch sehr unorganisierten Ausgrabungen begonnen und Pompejis Schätze stückweise freigelegt. Seitdem begeistert Pompeji auch rund zwei Jahrtausende nach seinem Untergang nicht nur Historikern, sondern auch Archäologen, Künstler und Autoren. 5 Dabei kamen nicht nur zahlreiche Schätze zum Vorschein, sondern fand man auch an den
1 Weeber, Karl-Wilhelm: Wahlkampf im Alten Rom, Düsseldorf 2007, S. 7.
2 Vgl. Grant, Michael: Pompeji. Kunst und Leben in Pompeji und Herculaneum, München 1986, S. 10.
3 Vgl. Curtius, Ludwig: Die Wandmalerei Pompejis. Eine Einführung in ihr Verständnis, Leipzig 1929, S. 30.
4 Vgl. ebd., S. 34.
5 Grant 1986: S. 12.
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Wänden der Häuser Schriftzüge mit politischem Inhalt, welche Aufschluss über das Wahlverhalten der Bevölkerung Pompeji geben.
Das Zitat zu Beginn zeigte bereits, dass das Thema Wahlen die Pompejaner sehr interessierte und begeisterte. Diese Hausarbeit beschäftigt sich aus diesem Grund im Speziellen mit folgendem Forschungsthema: „Zwischen Manipulation und politischer Partizipation -Die Rolle des Volkes im pompejanischen Wahlkampf.“ En detail soll dabei die Frage geklärt werden, inwiefern das Volk Pompejis tatsächlichen Einfluss auf die politischen Wahlen und das Wahlergebnis nehmen konnten oder ob ihnen von der politischen Elite nur das Gefühl einer Mitwirkung zur Stärkung der Legitimation vorgespielt wurde und somit vom politischen Geschehen abzulenken.
An dieser Stelle kann nur eine kleine Auswahl der wesentlichsten Werke, welche die Grundlage dieser Arbeit lieferten, wiedergegeben werden. Vor allem die Bücher von Robert Etienne und Karl-Wilhelm Weeber, leisteten einen enormen Beitrag. Das Werk von Moses I. Finley gab einen sehr guten und verständlichen Überblick zur Geschichte der Antike.
Zunächst soll eine kurze Einführung zur politischen Struktur Pompejis gegeben werden. Dazu gehören neben der Frage nach der Wahlberechtigung und den Voraussetzungen für eine Kandidatur, auch die durch Wahlen zu besetzten Ämter und die verschiedenen Aufgabenbereiche der antiken Stadt. Im zweiten Schritt, dem sich anschließenden Hauptteil, sollen einige ausgewählte Aspekte des antiken Wahlkampfes beleuchtet werden. Nachdem zunächst unter dem Punkt 3.1. die Rolle von Wahlprogrammen der Kandidaten beschrieben wurde, erfolgt unter 3.2. eine Erläuterung zu den verschiedenen Formen der Beeinflussung der Wähler auf das Wahlergebnis durch die Kandidaten. Abschließend soll im letzten Punkt dieses Kapitels das Äquivalent zum vorhergegangen Unterpunkt hergestellt werden, nämlich inwiefern die Wähler selbst einen bestimmten Kandidaten unterstützten konnten und welche Folgen dies für die Wahl mit sich brachte Unter dem 4. Gliederungspunkt steht die Frage im Vordergrund, welche Voraussetzungen dazu führten, dass ein Kandidat die Wahl gewann. Im letzten Teil folgt dann in der Auswertung und ein Versuch die Forschungsfrage zu beantworten.
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2. Kurze Einführung zur politischen Struktur Pompejis
Bevor wir uns der Rolle des Volkes im pompejanischen Wahlkampf widmen, müssen einige grundlegende Fakten zu politische Struktur erläutert werden. Die politische Struktur Pompejis setzte sich aus drei Bestandteilen zusammen. Die Exekutive bilden die magistrati, die Behörden, die Legislative; der ordo decurionum, der Stadtrat und der populus, das (wahlberechtigte) Volk, die Wähler. 6 Diese drei Elemente sollen zunächst im Folgenden beschrieben werden.
Die Bevölkerung Pompejis unterteilte sich auf der politischen Ebene in zwei Gruppen - die wahlberechtigten und von den Wahlen ausgeschlossenen Bürger. Die erstere Gruppe spaltete sich noch einmal in Bürger mit dem aktiven und dem passiven Wahlrecht auf. Das passive Wahlrecht besaßen alle Männer, welche frei geboren wurden und das 25. bzw. 30. Lebensjahr 7 erreicht hatten. 8 Um das aktive Wahlrecht innezuhaben musste der Wähler ebenfalls das römische Bürgerrecht besitzen. Von den Wahlen ausgeschlossen blieben alle Frauen, Sklaven und Ausländer. 9
Zum Regelungsbereich der Stadt Pompeji gehörte die kommunale Selbstverwaltung, welche durch die politischen Ämter ausgeführt wurden. Für welche Ämter durfte nun die wahlberechtigte Bevölkerung ihre Stimme abgeben und welchen Aufgaben gingen die Amtsträger nach? In Pompeji fanden Wahlen für zwei verschiedene Ämter statt - zum einen gab es das Amt des duumviri, welches sich aus zwei Männern zusammensetzte. Die Amtsträger übten einen großen Einfluss auf die kommunale Politik ein. So trugen sie den Vorsitz des Stadtrates und bildeten die Judikative der Stadt. Die Amtsdauer betrug lediglich ein Jahr, mit einer Ausnahme. Alle fünf Jahre wurden ein spezieller Duumvirn gewählt, duumviri quinquennales, welche sich um verwaltungstechnische Aufgaben wie die die Bürgerlisten kümmerten. Desweiteren stellten sie eine Kontrollinstanz für die Duumvirn dar, welche deren Handlungen überprüfte. 10 Zum anderen wurde die Verwaltung gewählt. Die sogenannten Aedilen, welche den Duumvirn untergeordnet standen, bildeten die Spitze der Verwaltung. Ihre Aufgaben um-
6 Vgl.Eschebach, Hans: Pompeji. Erlebte antike Welt, Leipzig 1984, S. 18.
7 In der Amtszeit des römischen Kaiser Augustus (27 v.u.Z.-14 n.u.Z.) wurde das Wahlalter von 30 auf 25
gesetzt.
8 Vgl. Weeber 2007: S. 11.
9 Vgl. Eschebach 1984: S. 17f.
10 Vgl. Weeber 2007: S. 14f.
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Arbeit zitieren:
Anne Klein, 2011, Zwischen Manipulation und politischer Partizipation, München, GRIN Verlag GmbH
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