Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 2
2. Hauptteil: 3
2.1 Graf Wiprecht II. 3
2.2 Entwicklungen der Stadt und des Klosters 6
2.3 Der Weg zur Reformation 9
3. Schlussbetrachtungen 11
4. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Bei meinen Nachforschungen über die Stadt Pegau, zu ihrer Gründungszeit und ihren Gründer Graf Wiprecht II. bezieh ich mich Hauptsächlich auf die veröffentlichten Werke des aktuellen Pegauer Stadthistoriker Herrn Tylo Peter. Seine Aufsätze sind hauptsächlich in kleinere Heimatblätter wie „Heimatblätter des Bornaer Landes“ und „Pegauer Heimatblatt“ aber auch in Aufsatzsammlungen wie zum Beispiel das im Sax-Verlag erschienene Buch „Wiprecht - Beiträge zur Geschichte des Osterlandes im Hochmittelalter“ veröffentlicht worden. Herr Peter besitzt keinen akademischen Grad aber durch seine Leidenschaft zur Geschichte von Pegau vertrau ich seinem Wissen und bin davon überzeugt, dass seine Veröffentlichungen mit Sorgfalt vorbereitet worden sind.
Besonders verstärkte Publikation erfuhr die Geschichte von Pegau anlässlich zur 900 Jahrfeier im Jahr 1996. Schwerpunkte wurden gelegt auf das Kloster St. Jakob zu Pegau, die Stadtgeschichte, die Reformation und vor allem auf Graf Wiprecht den II. Eine weitere Quelle meiner Forschungsarbeit ist die am 13. Januar 1998 eingereichte Magisterarbeit von Daniela Allner im Fach Germanistik an der Universität Leipzig. Bezogen auf Urkunden befasst sie sich von der Gründung der Stadt Pegau bis zur Säkularisierung des Pegauer Klosters im Jahr 1539, welche bei ihr Teil der Einleitung ist.
Über den Stifter des Pegauer Klosters Graf Wiprecht II. wurden zahlreiche Schriften verfasst. Vor allem der Begründer, ein Mönch des Klosters zu Pegau, der Annales Pegaviensis bezog sich auf den Grafen. Es entstanden wunderliche Geschichten die ich in meiner Hausarbeit näher deuten möchte. Vorweggenommen werden kann, dass die niedergeschrieben Texte so nicht ganz der Wahrheit entsprechen konnten. So erscheint es, dass die in den Pegauer Annalen beschriebene Pilgerreise Wiprechts II. zum spanischen Santiago de Compostela, nicht der Wahrheit entsprechen kann. Die Gründe werden im weiteren Verlauf der Hausarbeit erläutert. Über Wiprecht sind zahlreiche Werke veröffentlicht worden, auch aufgrund seines Bekanntheitsgrades. Denn er war einer der ersten die im Osterland ein Kloster errichten ließen.
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Um die Geschichte der Stadt Pegau erforschen zu können ist es essentiell wichtig das Leben des Klostervaters Graf Wiprecht II. näher zu hinterfragen. Unstrittig ist sein Einfluss nicht nur auf die Stadt Pegau, welche damals nur ein kleines unbedeutendes Dorf war, sondern auch auf das umliegende Gebiet. Das Gebiet des Bistum Merseburg wird zur damaligen Wirkungszeit von Wiprecht im Osten begrenzt vom Bistum Meißen, im Westen vom Erzbistum Mainz, im Süden vom Bistum Zeitz und im Norden vom Erzbistum Magdeburg.
Der Graf tauschte seine Besitztümer mit seinem Ziehvater Udo II. von Stade. Nach dem Tod des leiblichen Vaters von Wiprecht nahm sich Udo II. seiner an. Wann der Graf an den Besitz des Burgward Groitzsch gelangt ist, ist dokumentarisch weder durch Urkunden noch durch andere Dokumente festgehalten worden oder sie sind nicht mehr vorhanden, angenommen wird das Ereignis 1070. Es stehen mehrere Theorien zur Diskussion warum Udo II. von Stade, seine Besitztümer an Wiprecht abtrat. Wiprecht war der Sohn des gleichnamigen Vaters Wiprecht I. und Mutter Sigena von Leinungen. Seine Vorfahren waren slawischen Ursprungs und besaßen Besitzungen in der Altmark (an der Havel). Die eine Theorie besagt, dass Udo II. sich Wiprecht II. als Konkurrent fernhalten wollte. Dies widerlegt aber die Tatsache, dass dies Udo II. auch anders hätte bewerkstelligen können wie es Rainer Arnold beschreibt: „[…] Udo II. habe Wiprecht gleichsam verbannen wollen, ist, vom Standpunkt der Zeit her, wenig überzeugend. Denn erstens hätte sich Markgraf Udo eines rebellischen jungen Ritters auf andere Weise entledigen oder ihn anderweitig dämpfen können, wozu das 11./12. Jahrhundert genügend unsentimentale Mittel geboten hätte, als ihn zum Tausch seiner Güter zu nötigen.“ 1 Eher wahrscheinlicher erschien es, dass Udo II. seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Nordmark legen musste und deswegen die Mark Merseburg und die etwa um 970
1 Arnold, Rainer; Wiprecht von Groitzsch und die Mark Zeitz; In: Wiprecht, Beiträge zur Geschichte
des Osterlandes im Hochmittelalter; Beucha 1998; S. 40.
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zum Bistum erhobene Mark Zeitz Graf Wiprecht überließ, da er es hätte nicht halten können. 2
So kam es, dass Wiprecht Burgherr des Burgward Groitzsch wurde. Doch dort war er nicht ohne Feinde. Der Burgherr der Burg Teuchern Beterich, Friedrich von Cutze, Hageno von Tubichin waren einige dieser Adligen die ihre Macht in Gefahr sahen. 3 Wiprecht legte es nicht auf Konfrontation an und entwischte dieser unangenehmen Situation für einige Jahre Richtung Böhmen. Dort machte er Bekanntschaft mit dem dortigen Herzog Vratislaw II. von Böhmen. Beide beteiligten sich am Romfeldzug von Kaiser Heinrich IV. Welcher seine Auseinandersetzung mit Papst Gregor VII. im Investiturstreit auf den Höhepunkt trieb. Somit stieg Wiprecht in der Gunst des Kaisers. Ebenfalls stieg Wiprecht in der Gunst bei Vratislaw II. von Böhmen. Dieser wurde unter anderen durch Wiprechts Mithilfe zum König von Böhmen. Durch Gunst des böhmischen Königs konnte Wiprecht seine Frau Judith im Jahr 1085 heiraten. Im gleichen Jahr brachte sie den gemeinsamen Sohn Wiprecht III. zur Welt. Ihr verdankte er, als Mitgift, auch die Gaue Nisan und Budisin. Im weiteren Verlauf der Jahre, nach der Rückkehr Wiprechts an die Burg Groitzsch, unternahm er zahlreiche Raubzüge in der Gegend um Groitzsch. Vor allem auf seine Feinde Etzelin und Hageno hatte es Wiprecht abgesehen. Der Graf zog in das Dorf Lippen (zwischen Groitzsch und Dorf Kieritzsch) um von dort einen Raubzug auf Zeitz vorzubereiten. Dort angekommen traf er auf seine Todfeine. Ezelin tötete er sofort. Hageno flüchtete in die Basilika St. Jacob. Da er sich nicht freiwillig stellte steckte Wiprecht die Basilika in Brand. Hageno floh aus dem Gotteshaus und Wiprecht blendete ihn und beraubte ihn somit seines Augenlichtes. 4 Dank seiner erfolgreichen Teilnahme am Italienfeldzug unter Kaiser Heinrich IV. erlangte Wiprecht auch den Orlagau, Allstedt, Dornburg und den Burgward Leißnig. Der Burgward Groitzsch jedoch blieb die Heimat des Grafen. Ob Wiprecht seine Taten sühnen wollte oder einfach der Umstand es ergab nach einer Grablage für sein Geschlecht zu suchen veranlasste er 1091 den Bau des Klosters Pegau, welches unweit der Burg gelegen war.
2 Arnold, Rainer; Wiprecht von Groitzsch und die Mark Zeitz; In: Wiprecht, Beiträge zur Geschichte
des Osterlandes im Hochmittelalter; Beucha 1998; S. 41.
3 Peter, Tylo; Wiprecht II. - Herrschaftsbildung durch Gewalt; In: Wiprecht, Beiträge zur Geschichte
des Osterlandes im Hochmittelalter; Beucha 1998; S. 96-97.
4 Peter Tylo; Wiprecht von Groitzsch, Das Leben Wiprechts von Groitzsch nach den Jahrbüchern des
Klosters Pegau; Rötha (Borna) 1994; S. 24f.
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Arbeit zitieren:
Toni Krohm, 2009, Die Stadt Pegau und der Einfluss des Klosters St. Jakob auf ihre Gründungsgeschichte , München, GRIN Verlag GmbH
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