Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik 3
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2. Sozialisation und Gesundheit 4
2.1 Definition von Gesundheit und Krankheit 4
2.2 Das Modell der Sozialisationstheorie nach Hurrelmann 6
2.3 Belastungsfaktoren und Bewältigungsstrategien 7
2.4 Krankheitsursachen und Risikofaktoren in den Kriegsjahren 10
2.4 10
3. Gesundheitsverhalten und Einflussfaktoren 11
3.1 Die Schlüsselrolle des Gesundheitsverhaltens 11
3.2 Einflussfaktoren der Familienstrukturen 14
3.3 Das Leben der Kriegskinder im Erwachsenenalter 17
3.4 Das Leben der Kriegskinder im Alter 19
3.4 19
4. Fazit und Ausblick 23
5. Quellenverzeichnis 26
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1. Einführung in die Thematik
Die Gesundheit ist für die Menschen ein zentrales Thema in ihrem Leben. Die Vorstellungen darüber, was es heißt, gesund zu sein oder sich gesund zu fühlen, variieren zwischen einzelnen Kulturen, Menschengruppen, Altersgruppen, teilweise sind sie gar von Mensch zu Mensch verschieden. Viele von uns haben ein Bewusstsein darüber, was unsere Gesundheit beeinflusst und wie wir unsere Gesundheit erhalten können. Erfahrungen sowohl durch Beobachtung und Erzählungen als auch durch das persönliche Erleben in verschiedensten Situationen prägen uns diesbezüglich.
Neben den oft zitierten genetischen Einflüssen, die unsere gesundheitliche Konstitution beeinflussen, gelten auch Umwelteinflüsse maßgeblich zu den Faktoren, die unsere Gesundheit in hohem Maße verändern können. Die Umwelteinflüsse beziehen sich nicht ausschließlich auf Umweltverschmutzungen, wie zum Beispiel Gifte, die wir durch den Emissionsausstoß in der Industrie oder durch den Straßenverkehr kennen, sondern auch auf Lebens- und Arbeitsbedingungen, die uns in unterschiedlicher Stärke belasten.
In der folgenden Hausarbeit werden die psychischen und sozialen Belastungen der Kinder während des Zweiten Weltkrieges näher betrachtet hinsichtlich der Fragestellung, inwieweit können Erlebnisse aus der damaligen Zeit noch Einfluss üben auf die heutige Einstellung zum Umgang mit Gesundheit. Die Menschen, um die es im folgenden geht, sind heute im Rentenalter, ein Teil der Betroffenen sind in Alten- und Senioreneinrichtungen oder werden von Ambulanten Pflegediensten oder Angehörigen versorgt und teilweise gepflegt. Die Arbeit in den Altenpflegeeinrichtungen wird seit ein paar Jahren mit dem Umstand konfrontiert, dass sie zunehmend Menschen versorgen, die oft eine besonders schwere und einschneidende Kindheit aufgrund der Kriegsgeschehen erlebt haben und dadurch sicher auch eine Sozialisation unter schwierigen Bedingungen erfuhren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den jeweiligen Einrichtungen sind oftmals recht jung, sie haben von den Kriegsjahren durch den Unterricht in der Schule gehört, teilweise auch aus persönlichen Berichten der eigenen Großeltern erfahren. Die Bedeutung dieser schwierigen Zeit und die Auswirkungen auf das Verhalten dieser Menschen, kann oft nur erahnt werden und es finden sich noch wenig Untersuchungen zu diesem Thema, auf die man für die tägliche Arbeit zurückgreifen bzw. sie integrieren könnte. Die Thematik wird aber noch einige Jahre aktuell bleiben und wird dann später einmünden in
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die Auswirkungen auf die Kinder, die die Aufbauphase erlebt haben und geprägt wurden von der elterlichen Kriegsgeneration.
2. Sozialisation und Gesundheit
Sozialisation ist "der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt." (Geulen/Hurrelmann 1980, s. 51). Die Gesamtheit aller gesellschaftlichen Einflüsse wirken auf die Entwicklung einer Persönlichkeit eines jeden Menschen. Innerhalb der Sozialisation geht es einerseits um den Prozess der Vergesellschaftung (z.B. welche Werte und Normen sind für die Gesellschaft allgemeingültig?) und um die Individualisierung eines Menschen mit der Prägung seines ganz persönlichen Profils mit allen seinen Handlungsfähigkeiten undmustern.
Sozialisation und Gesundheit stehen in enger Beziehung zueinander. Dies zeigt die Gesundheitssoziologie als eine Disziplin der Soziologie immer wieder auf. Untersuchungen zeigen, dass es beispielsweise Zusammenhänge gibt zwischen gesellschaftlichen Teilsystemen wie dem System Bildung, Familie, Freizeit und der Gesundheit des Einzelnen.
Es ist nicht unerheblich, welche Rahmenbedingungen ein Einzelner für sich hat, da sich hieraus die Einstellungen und Handlungsweisen für die Zukunft entwickeln, die dafür verantwortlich sind, inwieweit jeder aktiv etwas für seine Gesundheit und damit etwas zur eigenen Prävention beitragen kann. Der Zugang zu Institutionen, zu bestimmten Wissen, zur gezielten Förderung und Unterstützung von Fähigkeiten, zu bestimmten sozialen Kreisen, zu verschiedenen Kulturen ist sehr unterschiedlich und je mehr Möglichkeiten sich einem Kind bieten, die soziale Welt in ihrer Vielfalt kennenzulernen, sich damit auseinander zu setzen und entsprechend immer wieder zu reflektieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch im Erwachsenenalter sorgsamer mit seiner individuellen Gesundheit umgeht, weil es zum Beispiel über entsprechendes Wissen verfügt.
2.1 Definition von Gesundheit und Krankheit
Gesundheit und Krankheit sind jeweils zwei Begriffe, zu denen viele Wissenschaftler, Organisationen und Verbände schon zahlreiche Überlegungen angestellt haben. Es finden sich daher bei einer entsprechenden
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Literaturrecherche viele unterschiedliche Erklärungen, die sehr stark von der Sichtweise und dem inhaltlichem Schwerpunkt abhängen.
Laut der Definition der Weltgesundheitsorganisation ist: "Gesundheit der Zustand des vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht alleine das Fehlen von Krankheit und Gebrechen." (Kurzdefinition von Gesundheit, WHO 1949).
In seinem Buch "Gesundheitssoziologie" bezeichnet Klaus Hurrelmann Gesundheit "als Zustand des Wohlbefindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich körperlich, psychisch und sozial im Einklang mit den jeweils gegebenen inneren und äußeren Lebensbedingungen befindet. Gesundheit ist nach diesem Verständnis ein angenehmes und durchaus nicht selbstverständliches Gleichgewichtsstadium von Risiko- und Schutzfaktoren, das zu jedem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt immer erneut hergestellt werden muss. Gelingt das Gleichgewicht, dann kann dem Leben Freude und Sinn abgewonnen werden, ist eine produktive Entfaltung der eigenen Kompetenzen und Leistungspotentiale möglich und steigt die Bereitschaft, sich gesellschaftlich zu integrieren und zu engagieren." (Klaus Hurrelmann Gesundheitssoziologie, S. 146).
Diese Definitionen machen deutlich, dass weder Gesundheit noch Krankheit isoliert betrachtet werden können. Beide stehen in Wechselwirkung zueinander und der Übergang ist nicht selten fließend. Die Entscheidung, ob man sich gerade gesund oder eher krank fühlt, kann meist durch den Betroffenen selbst am besten erfolgen, weil sein Empfinden für Außenstehende oft nicht ausreichend sichtbar ist.
Gesundheit verbinden Menschen im Allgemeinen mit etwas Positiven, es gibt allerdings keine ganz konkreten Vorstellungen darüber, was es tatsächlich für den einzelnen bedeutet, gesund zu sein oder sich gesund zu fühlen, bzw. krank zu sein. Oft wird davon gesprochen, dass keine Krankheiten im medizinischem Sinne vorliegen und keine körperlichen Beeinträchtigungen das tägliche Leben erschweren. Gesundheit wird von allen gewünscht, dies zeigt nicht alleine der Umstand im täglichen Leben, dass zu Anlässen wie Geburtstage stets die Gesundheit einen hohen Stellenwert auf der Wunschliste einnimmt, es wird Gesundheit gewünscht, wenn jemand niest und die Liste ließe sich noch weiter fortführen. Die Möglichkeit der Beeinflussung und das aktive Streben nach 5
Gesundheit ist unterschiedlich ausgeprägt und hängt nicht zuletzt von dem jeweiligen Gesundheitsbewusstsein eines Einzelnen ab.
2.2 Das Modell der Sozialisationstheorie nach Klaus Hurrelmann
In der Einleitung des Buches "Einführung in die Sozialisationstheorie" von Klaus Hurrelmann wird beschrieben, womit sich die Sozialisationstheorie beschäftigt. Hier geht es darum, dass alle Menschen aufgrund genetischer Hintergründe mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Ressourcen, Charakteren, zu denen das individuelle Temperament und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale gehören, ausgestattet sind. Sie werden in eine Welt mit vielen Normen, Regeln und Werten hineingeboren.
Während des gesamten Lebens, aber insbesondere in der Kindheit setzen wir uns mit Situationen auseinander, wir machen Erfahrungen und beobachten, welche Reaktionen unser Verhalten bei anderen Menschen auslöst. In der Phase der Heranwachsenden, von der Kleinkindzeit über die Schul- und Jugendzeit werden wir zudem in aller Regel von unseren Eltern erzogen, sie bilden unser Vorbild für die Dinge, die "richtig" sind, sie lehren uns Regeln und Normen, aber sie prägen auch unser moralisches Denken.
Kinder kommen häufig durch das Spielen mit anderen in Kontakt und erfahren hier wieder andere Sichtweisen, möglicherweise auch andere Regeln und Normen. Ähnlich verhält es sich in Kindergärten, in denen die Erzieherinnen und Erzieher das Verhalten der Kinder beeinflussen und ihnen deutlich machen, welche Werte in unserer Gesellschaft notwendig und allgemeingültig sind, um im Leben entsprechend zurecht zu kommen. Dieser Lernprozess setzt sich in der Schule fort, in Sportvereinen und in Freundschaften. Hinzu kommt die Beeinflussung durch Medien verschiedenster Art, die wir konsumieren und unsere Meinungen in nicht unerheblichem Maße prägen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass wir uns ein Leben lang produktiv mit unseren Anlagen, unseren persönlichen Ressourcen, und der uns umgebenden Realität auseinandersetzen. Hurrelmann schreibt in seiner sechsten These zur Sozialisation als produktive Verarbeitung der Realität: "Die
Persönlichkeitsentwicklung besteht lebenslang aus einer nach Lebensphasen spezifischen Bewältigung von Entwicklungsaufgaben."
Für das Thema " Sozialisation der Kinder während des Zweiten Weltkrieges und die Auswirkungen auf das heutige Gesundheitsverhalten dieser Generation" bedeutet das auf den Hinblick unserer heutigen Zeit, dass trotz aller 6
Sozialisationsentwicklungen in den damals schwierigen Zeiten noch Ressourcen für jeden einzelnen vorhanden sind, durch heutige positive Erlebnisse und Erfahrungen Denkweisen zu verändern oder sie zumindest mehr zu verstehen, um dadurch negative Erlebnisse in ihrer Wirkung auf heute mit den daraus folgenden Handlungen anders zu betrachten.
2.3 Belastungsfaktoren und Bewältigungsstrategien
Menschen werden im Laufe ihres Lebens immer wieder mit
Belastungssituationen konfrontiert. Als Kinder lernen sie bereits früh, sich mit diesen Ereignissen auseinander zu setzen und Strategien zu entwickeln, künftig in angemessener Weise reagieren und diese auch gut aushalten zu können, ohne dass eine länger dauernde negative Stresssituation hierbei empfunden wird. Wir alle benötigen ein gewisses Maß an Stress um uns immer wieder mit Situationen konfrontieren zu können, daraus zu lernen, uns weiter zu entwickeln und immer wieder zu reflektieren. Diese ständige Arbeit mit der inneren Realität eines jeden und der sogenannten äußeren Realität, die uns in Form unserer Umwelt umgibt, prägt uns als Menschen und formt unseren Charakter und unsere Wesenszüge.
Stress kann aber durchaus dazu führen, dass Menschen hieran erkranken, sowohl psychisch als auch organisch. Dies wird häufig als negativer Stress bezeichnet.
Klaus Hurrelmann schreibt in seinem Buch "Einführung in die Sozialisationstheorie" in dem Kapitel "Psychologische und soziologische Theorien der Sozialisation: "... Die Theorie geht von der Annahme aus, dass auch in hoch zivilisierten Gesellschaften Menschen wegen ihrer vererbten Grundausstattung an Körper und Psyche noch immer mit der gleichen archaischen Spontaneität wie in den Frühstadien der menschlichen Entwicklung reagieren, und zwar überwiegend mit Mechanismen, die sich der direkten Kontrolle des Menschen entziehen. Typisch für hoch organsierte Kulturen und Gesellschaften ist aber, dass eine urtümliche, spontane Spannungsabfuhr in Form von offenem Kampf meist nicht möglich ist. Soll es nicht zu nach innen und nach außen gerichteten destruktiven Reaktionen wie Gewalt, Selbstaggression, Depression und Drogenkonsum kommen, ist deshalb eine bewusste Analyse der Spannungspotenziale und eine Entwicklung von wirksamen
Bewältigungskompetenzen notwendig" (Klaus Hurrelmann 2002, S. 55f).
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Arbeit zitieren:
Ellen Haberland, 2011, Das Sozialisationskonzept von K. Hurrelmann. Zur Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit, München, GRIN Verlag GmbH
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