Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Interkulturelles Management 1
2.1 Kultur 2
2.2 Kulturstandards 4
3 Die Kulturdimensionen nach Hofstede 4
3.1 Die Instanzen der kulturellen Prägung 5
3.2 Die Machtdistanz 6
3.3 Individualismus und Kollektivismus 10
3.4 Maskulinität und Feminität 13
3.5 Die Unsicherheitsvermeidung 15
3.6 Kritik an der Theorie Hofstedes 17
4 Integration von Kulturunterschieden in Veränderungsprozessen 18
5 Zusammenfassung und Ausblick 19
1
1 Einleitung
In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts musste die weltmarktbeherrschende amerikanische Wirtschaft einen erheblichen Rückschlag hinnehmen. Japanische Unternehmen, bisher ohne bedeutende Stellung auf dem Weltmarkt, erzielten mit ähnlichen technischen Ausstattungen, wie sie in den Vereinigten Staaten ebenfalls vorhanden waren, Effizienzen, die schier unerreichbar schienen und konnten demzufolge erhebliche Preisvorteile nutzen. Folglich musste es für dieses Phänomen andere Ursachen geben. Man untersuchte die Personals trukturen, Arbeits- und Führungs methoden in Unternehmen vergleichbarer Sektoren und ergründete erhebliche Differenzen in den angeführten Bereichen.
Die stetig zunehmende Internationalisierung und Globalisierung, die verbunden mit der fortschreitenden Entwicklung von modernsten Kommunikationsmöglichkeiten ist, führt zusätzlich zu einem erheblichen Potential und Entwicklungsbedarf in der multikulturellen Managemententwicklung. Durch den sich stark erhöhenden Wettbewerbsdruck, der durch zunehmend homogene Produkte unterstützt wird, sind immer mehr auch mittelständische Unternehmen gezwungen, neue Märkte auf internationalem Terrain zu bearbeiten.
Durch die sich kontinuierlich verändernden Marktbedingungen sind alle Unternehmen mit ihren Mitarbeitern ebenfalls einem fortdauernden Veränderungsprozess ausgesetzt, welcher demzufolge kontrolliert gesteuert werden muss. Ziel dieser Arbeit soll es sein, zu Beginn die Grundlagen für das Verständnis von interkulturellem Management darzustellen, um im Hauptteil über die Erläuterung von Kulturunterschieden, die auf Basis der vergleichenden Kulturforschung ermittelt worden sind, mögliche Handlungsanweisungen für die Praxis abzuleiten. Diese sollen zur Unterstützung und Sicherstellung des Erfolgs von Veränderungsprozessen dienen.
2 Interkulturelles Management
Zur Lösungsfindung für die in der Einleitung erwähnten Problemfelder und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Praxis entwickelte sich in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ein völlig neuer Wissenschaftsbereich. „Das Interkulturelle
2
Management beschäftigt sich mit den kulturbedingten Unterschieden in Arbeitsorganisationen sowie im Führungs- und Arbeitsverhalten von Menschen.“( o.V., 2002, http://www.ifim.de/faq/faq-einfuehrung.htm) Durch die Fokussierung auf den Umgang mit Menschen werden vielseitige Arbeitsfelder wie die eigentliche Personalführung, das Konflikt- und Veränderungs management, die Reglung von Arbeitsanweisungen und der Organisationsaufbau sowie verbundene Arbeitsfelder tangiert. Es ist verständlich, dass sich die Betrachtung nicht nur auf unternehmens interne Faktoren beschränken darf. Die Befähigung des Verständnis ses von Geschäfts- und Kundenbeziehungen inklusive den verschiedenartigen Ausprägungen der Betrachtung von Verträgen sind ebenfalls wichtige Punkte in der internationalen Ausrichtung einer Unternehmung.
Erste Theorien wurden zum Ende der sechziger Jahre veröffentlicht. Die Basisarbeit für das interkulturelle Management stellt die im Jahr 1959 veröffentliche sozioökonomische Orientierung von Harbinson und Myer dar. Diese präsentierten nach der Durchführung einer empirischen Studie über zwölf Nationen auf der Stufe verschiedener damaliger Industrialisierungsgrade, dass die Arbeit und Funktion des Managements von der Fortschreitung der Industrialisierung in dem zu betrachtenden Land abhängig ist. Bei den Ländern handelte es sich um Indien, Ägypten, Chile, Israel, Frankreich, Japan, Deutschland, Schweden, Großbritannien, die damalige Sowjetunion sowie die USA. Spätere Studien (umfassende Liste im Hasenstab, 1998, S.85) stellten aber hingegen heraus, dass man in der Industrialisierung nur einen Faktor von vielen betrachtete und sich der Problemkreis weitaus komplexer gestaltet.
2.1 Kultur
Um im Rahmen von interkulturellem Management optimale Erfolge zu erzielen, ist das Verständnis von Kultur und Kulturunterschieden absolut elementar. Es existieren inzwischen über 160 verschiedene Definitionen von Kultur mit diversen Unterschieden in der Auslegung und Interpretation. Nachfolgend werden einige präsentiert:
„Kultur ist ein System zur Produktion, Übermittlung, Speicherung und Verarbeitung von Information. Kommunikatio n hat weniger mit dem Senden von Botschaften zu tun als mit dem Auslösen von Reaktionen. Es kommt mehr darauf an, die richtigen
3
Reaktionen auszulösen als die richtigen Botschaften zu senden.“ (Hall/Twitchell/Reed, 1984; zitiert nach Barmeyer, 2000, S. 25).
"Kultur ist die erlernte, d.h. mit Hilfe der bereits integrierten Mitglieder einer Kultur enkulturisierte Lebensweise einer historisch bestimmten und bestimmbaren Gesellschaft, die sich von allen anderen in ihrem kulturellen Gesamtmuster, ihrer kulturellen Konfiguration, unterscheidet und gerade dadurch als "eine Kultur", d.h. als etwas Eigenständiges definiert werden kann." (Hall,1983; zitiert nach o.V., o.J., http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/~sk/SS98/IK/def.html)
Hofstede integriert die Kultur in sein System der mentalen Programmierung, zum Beispiel erfasst in „Interkulturelle Zusammenarbeit“ aus dem Jahr 1993. Diese Implementierung von Soft Skills findet auf drei Ebenen statt. Die unterste Ebene stellt die menschliche Natur als Bezeichnung für die physischen und psychischen Grundzüge des Menschen dar. Diese sind vererbt und für den Ausdruck von Angst, Zorn und Freude verantwortlich. Diese Eigenschaften sind in jedem menschlichen Wesen implementiert und demzufolge universell.
Direkt auf der menschlichen Natur setzt die kulturelle Prägung auf. Die sehr weit gefasste Auffassung von Kultur definiert diese als kollektives Muster des Denkens, Fühlen und Handelns. Die Lerngruppen finden sich in den verschiedenen Kultureinheiten wie Nationen, Religionen, Geschlechter und auch der soziale n Klassen wieder. Diese Gruppen werden durch die gleichartigen Verhaltensmuster geprägt und zusammengehalten. Über die Differenzen in der Ausprägung ist eine Unterscheidung von Kulturen möglich. Ein grundlegendes Wesensmerkmal für die interkulturelle Arbeit ist der kulturelle Relativismus. Es sollte strikt vermieden werden bestimmte Kulturen und Verhaltensweisen als gut bzw. schlecht darzustellen. Menschen aus ungleichen Kulturgruppen verfolgen reflektierend ihrer Entwicklungen und Prägungen differenzierte Lösungsansätze für die verschiedensten Aufgaben. Diese Ansätze sollten verglichen und kritisch hinterfragt werden, dürfen aber niemals als pauschal gut oder schlecht dargestellt werden.
Die oberste Ebene der menschlichen Programmierung stellt die Persönlichkeit dar. Diese ist das Abbild der Individualität. Eine Persönlichkeit entwickelt sich durch die
4
Kombination der beiden unteren Ebenen mit den persönlich gemachten Erfahrungen und widerfahrenen Erlebnissen. Demzufolge ist eine gegen unendlich strebende Vielfalt von Persönlichkeiten möglich.
2.2 Kulturstandards
In direktem Zusammenhang mit der Kultur stehen die Kultur standards.
Kulturstandards sind die zentralen Merkmale eines kulturspezifischen Orientierungssystems, die alle Arten des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns umfassen. (vgl. Spiess, 2001, S.2) Sie bieten den Mitgliedern einer Kultur Orientierung für das eigene Verhalten und ermöglichen eine Entscheidung, welches Verhalten als normal, typisch, selbstverständlich und noch akzeptabel erscheint und welches Verhalten abzulehnen ist. Sie bieten demzufolge die Möglichkeit zur Identifizierung mit einer kulturellen Identität. Da sie die Normen mit einschließen, tragen sie gewisses Sanktionspotenzial in sich. „Normen sind vorgeschriebene und verbotene Wege und Mittel zur Erreichung kultureller Werte und Ziele“(Olsen, 1991; zitiert nach Mauritz, 1996, S.49) Sollte gegen sie verstoßen werden, so kann dies negative Auswirkungen, wie die Ablehnung der Person nach sich ziehen. Studien und die Praxis zeigen, dass Akteuren im internationalen Umfeld zu Beginn ihrer Arbeit ein gewisser Bonus eingestanden wird, der kleine Fauxpas entschuldigt. Nach einer kurzen Verweildauer im fremdkulturellen Umfeld wird ein sehr hohes Mindestmaß an Verständnis der anderen Kultur verlangt und vorausgesetzt.
3 Die Kulturdimensionen nach Hofstede
Geert Hofstede, ein niederländischer Sozialwissenschaftler, führte im Zeitraum zwischen 1968 - 1972 eine Studie zur Ermittlung von Dimensionen der kulturellen Prägung und Clusterisierung verschiedener Nationen durch. Die empirische Ermittlung erfolgte auf Basis von 119.000 Mitarbeitern der IBM Inc.. Hierbei handelte es sich um Mitarbeiter in 53 Staaten, die das Objekt der Untersuchung waren. Den Mitarbeitern, die aus allen Hierarchieebenen kamen, wurde ein standardisierter Fragebogen mit offenen und geschlossenen Fragen präsentiert. Durch eine nachfolgende statistische Betrachtung konnten Korrelationen zwischen verschiedenen Antwortgruppen
Quote paper:
Rene Teichmann, 2003, Interkulturelles Management im Rahmen der Organisationsentwicklung, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Interkulturelle / internationale Kooperation
Psychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology
Scholary Paper (Seminar), 26 Pages
Geldpolitik der Fed und der EZB in der Krise
Economics - Monetary theory and policy
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Psychische und physische Auswirkungen der Arbeitslosigkeit: Macht Arbe...
Termpaper, 34 Pages
Psychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Die Vergütung von Vorständen mit Aktienoptionen
Business economics - Personnel and Organisation
Scholarly Research Paper, 30 Pages
Bedeutung der Arbeitszeitgestaltung für die Produktivität und das Wohl...
Psychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
The relationship between Organizational Commitment, Organizational Ide...
Psychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology
Scholary Paper (Seminar), 19 Pages
Interkulturelles Management im Rahmen des Veränderungsmanagements
Business economics - Personnel and Organisation
Termpaper, 30 Pages
The development of the European Central Bank, Transparency and Account...
Politics - International Politics - Topic: European Union
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
German - Discussion and Essays
Presentation / Essay (Pre-University), 7 Pages
Kulturelle Unterschiede zwischen China und Deutschland - Theorie und P...
Communications - Intercultural Communication
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Stellenanzeigen für verschiedene Zielgruppen
Business economics - Personnel and Organisation
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Interkulturelle Wirtschaftskommunikation
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 27 Pages
Kultur und Kulturunterschiede: Konzepte und Konsequenzen für den inter...
Business economics - Personnel and Organisation
Scholary Paper (Seminar), 37 Pages
Rene Teichmann has published the text Interkulturelles Management im Rahmen der Organisationsentwicklung
Rene Teichmann has uploaded a new text
Interkulturelles Management: Die Bedeutung kultureller Einflüsse bei D...
Christian Gottswinter
Vertrauensentwicklung im interkulturellen Management
Ein empirischer Beitrag am Bei...
Robert Münscher
0 comments