II
Gliederung
Literaturverzeichnis. IV
Entscheidungsregister. V
Einleitung 1
1. Teil Grundsätzliche Nichtgeltung der Grundrechte für juristische Personen des
öffentlichen Rechts 2
A. Grundsätzliches 2
B. Auslegung des Art. 19 III GG 3
I. Auslegung dem Wortlaut nach und historische Auslegung 3
II. Gesamtsystematische und teleologische Auslegung 3
1. Art. 19 III GG aus Sicht des Bundesverfassungsgerichts 4
III. Grundsätzliches zur Berufungsmöglichkeit auf Art. 19 III GG in Bezug auf
einzelne juristischen Personen des öffentlichen Rechts. 6
1. Der Staat. 6
2. Die Europäische Union 6
3. Die Europäischen Gemeinschaften 6
4. Gemeinden 7
2. Teil Ausnahmen von der prinzipiellen Verneinung der Grundrechtsträgerschaft
juristischer Personen des öffentlichen Rechts 8
A. Gründe für mögliche Ausnahmen 8
B. Voraussetzung für eine Grundrechtsträgerschaft 9
C. Die klassische Ausnahmetrias. 10
I. Öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaften 10
1. Rechtfertigung der Grundrechtsträgerschaft 10
2. Öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaften schützende Grundrechte. 11
II. Universitäten und ähnliche rechtlich verselbständigte Einrichtungen des
Staates. 11
1. Universitäten 11
2. Fakultäten 12
3. Fachhochschulen 13
III. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten 13
III
D. Weitere diskutierte Ausnahmen 14
I. Kirchliche Hochschulen 14
II. Kunst- und Musikhochschulen. 15
III. Andere staatlich getragene Kulturinstitutionen. 15
IV. Öffentlich-rechtliche Zwangskörperschaften. 15
V. Personalkörperschaften 16
1. Berufsständische Personalkörperschaften 16
2. Träger der Sozialversicherung 17
3. Teil Exkurs: Grundrechte und private Agitation des Staates 17
Fazit 19
Bethge: Grundrechtsträgerschaft juristischer Personen, in: AöR 1979, S. 54-111 und S. 265-298 Bethge, in: Sachs, Grundgesetz, Kommentar, 3. Aufl., München, 2003, Art. 5 GG Dreier, in: Dreier (Hrsg.), Grundgesetz, Kommentar, 3 Bände, Band I, Artikel 1-19, Tübingen, 1996, Art. 19 GG
Dreier (Hrsg.): Grundgesetz, Kommentar, 3 Bände, Band I, Artikel 1-19, Tübingen, 1996 Erlenkämper: Entwicklungen im Kommunalrecht, in: NVwZ 1984, S. 621 - 626 Grabitz/Hilf (Hrsg.): Kommentar zur Europäischen Union, Vertrag über die Europäische Union, Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, Kommentar, Loseblattsammlung, Stand der letzten Lieferung: 04/2003, München, 2002/2003
Huber, in: Mangoldt, von/Klein/Starck (Hrsg.), Das Bonner Grundgesetz, Kommentar, 3 Bände, Band 1: Präambel, Artikel 1 bis 19, 4. Aufl., München, 1999, Art. 19 GG Isensee/Kirchof (Hrsg.): Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 10 Bände, Band V: Allgemeine Grundrechtslehren, 2. Aufl., Heidelberg, 2000, zitiert als: HStR Jarass, in: Jarass/Pieroth, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, 6. Aufl., München, 2002, Art. 19 GG
Jarass/Pieroth: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, 6. Aufl., München, 2002 Krebs, in: Münch, von/Kunig, Grundgesetz-Kommentar, 3 Bände, Band 1: Präambel bis Art. 19, 5. Aufl., München, 2000, Art. 19 GG
Kröger: Juristische Personen des öffentlichen Rechts als Grundrechtsträger, in: JuS 1981, S. 26 Krüger/Sachs, in: Sachs, Grundgesetz, Kommentar, 3. Aufl., München, 2003, Art. 19 GG Mangoldt, von/Klein/Starck (Hrsg.): Das Bonner Grundgesetz, Kommentar, 3 Bände, Band 1: Präambel, Artikel 1 bis 19, 4. Aufl., München, 1999 Mögele: Grundrechtlicher Eigentumsschutz für Gemeinden, in: NJW 1983, S. 805 Münch, von/Kunig: Grundgesetz-Kommentar, 3 Bände, Band 1: Präambel bis Art. 19, 5. Aufl., München, 2000
Pechstein/Koenig: Die Europäische Union, die Verträge von Maastricht und Amsterdam, 2. Aufl., Tübingen, 1998
Pieroth/Schlink: Grundrechte. Staatsrecht II, 18. Aufl., Heidelberg, 2002 Rüfner, in: Isensee/Kirchof (Hrsg.), Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 10 Bände, Band V: Allgemeine Grundrechtslehren, Heidelberg, 2000, § 116, zitiert als: HStR Sachs: Grundgesetz, Kommentar, 3. Aufl., München, 2003
Simma/Vedder, in: Grabitz/Hilf (Hrsg.), Kommentar zur Europäischen Union, Vertrag über die Europäische Union, Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, Kommentar, Loseblattsammlung, Stand der letzten Lieferung: 04/2003, München, 2002/2003 Stern: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland, 6 Bände, Band III/1: Allgemeine Lehren der Grundrechte, München, 1988
BayVerfGH BayVerfGE 5, 1 38 BayVerfGH BayVerfGE 37, 101 38 BayVerfGH BayVerfGE 49, 111 39 BayVerfGH BayVBl. 2001, 339 39 BGH BGHZ 63, 196 22 BGH BGHZ 84, 261 22 BVerfG BVerfGE 15, 256 16, 61, 65, 80 BVerfG BVerfGE 19, 1 57, 80 BVerfG BVerfGE 21, 362 11, 16, 21, 74, 94, 95 BVerfG BVerfGE 23, 12 21 BVerfG BVerfGE 23, 353 21 BVerfG BVerfGE 24, 367 21 BVerfG BVerfGE 25, 198 21 BVerfG BVerfGE 26, 228 21 BVerfG BVerfGE 30, 112 57, 80 BVerfG BVerfGE 31, 314 61, 73, 80 BVerfG BVerfGE 35, 202 69 BVerfG BVerfGE 35, 263 21 BVerfG BVerfGE 39, 302 11, 21, 94, 96 BVerfG BVerfGE 42, 312 57, 80 BVerfG BVerfGE 45, 63 11, 21, 27, 44, 100 BVerfG BVerfGE 53, 366 57, 80 BVerfG BVerfGE 57, 290 70 BVerfG BVerfGE 59, 231 69, 75 BVerfG BVerfGE 61, 82 21, 27, 35, 36, 37, 44, 49, 110 BVerfG BVerfGE 62, 354 11, 16, 21
BVerfG BVerfGE 64, 323 67 BVerfG BVerfGE 68, 193 11, 21, 26, 88, 89 BVerfG BVerfGE 70, 1 16, 79, 90 BVerfG BVerfGE 70, 138 57, 80 BVerfG BVerfGE 74, 297 69 BVerfG BVerfGE 75, 192 11, 13, 21, 26, 65, 74 BVerfG BVerfGE 76, 171 87 BVerfG BVerfGE 76, 196 87 BVerfG BVerfGE 77, 340 21 BVerfG BVerfGE 78, 101 69, 74, 77 BVerfG BVerfGE 83, 238 69 BVerfG BVerfGE 87, 181 69 BVerfG BVerfGE 98, 17 21 BVerfG BayVBl. 1988, S. 400 76 BVerfG NJW 1990, 1783 105 BVerfG NJW 1996, S. 1588 16 BVerfG NVwZZ - RR 2001, S. 93 97 BVerfG BvR 178/00 97 BVerfG BvR 330/96 69 BVerfG BvR 348/99 69 BVerfG BvR 403/02 11, 35 BVerwG BVerwGE 59, 231 22 BVerwG BVerwGE 64, 202 22 BVerwG BVerwGE 98, 163 22 BVerwG BVerwGE 111, 354 22
Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwieweit juristischen Personen des öffentlichen Rechts eine Grundrechtsträgerschaft zukommt. Das heißt, ob und inwieweit sie sich auf die Grundrechte berufen können bzw. durch sie geschützt werden. Dabei soll nicht nur untersucht werden, ob sie allgemein eine Grundrechtsberechtigung haben, sondern auch auf welche Grundrechte sie sich explizit berufen können.
Das Bundesverfassungsgericht verneint grundsätzlich eine Grundrechtsträgerschaft juristischer Personen des öffentlichen Rechts. 1 Ihnen fehle es zum einen an einer grundrechtstypischen Gefährdungslage. Zum anderen begründet das Gericht seine Ablehnung mit der Durchgriffstheorie und der Konfusionsthese. Die Sichtweise des Bundesverfassungsgerichts soll im Folgenden genauer erläutert werden. 2 Dabei hat es allerdings für drei Sonderfälle eine Grundrechtsberechtigung für juristische Personen des öffentlichen Rechts bejaht. Diese klassische Ausnahmetrias (Religionsgesellschaften, Universitäten, Rundfunkanstalten) soll hier eingehend untersucht werden. 3
Im Schrifttum ist die Frage nach der Grundrechtsträgerschaft juristischer Personen des öffentlichen Rechts - mit Ausnahme der obigen Ausnahmetrias - sei je her umstritten. Bethge spricht vom „Paradebeispiel für den literarischen Positionskampf auf dem Tournierfeld der aktuellen Grundrechtsdiskussion“ 4 . Die Grundsätze der Ausnahmetrias des Bundesverfassungsgerichts werden versucht auch auf andere juristische Personen des öffentlichen Rechts zu übertragen, um ihnen damit eine Grundrechtsberechtigung zuzusprechen. Die einzelnen (Erweiterungs-)Vorschläge des Schrifttums sollen in der vorliegenden Arbeit insbesondere Berücksichtigung finden.
1 Vgl. S. 4 ff.
2 Vgl. S. 4 ff.
3 Vgl. S. 9 ff.
4 Bethge, AöR 104 (1979), 54 (86).
Der Begriff der juristischen Person gebietet es in der vorliegenden Untersuchung mit Art. 19 III GG zu beginnen. Er bildet die zentrale Vorschrift für eine mögliche Grundrechtsberechtigung inländischer juristischer Personen des Privatrechts und des öffentlichen Rechts.
1. Teil Grundsätzliche Nichtgeltung der Grundrechte für juristische Personen des öffentlichen Rechts
A. Grundsätzliches
Primär sind Grundrechtsberechtigte natürliche Personen. Auch im Zusammenschluss in Personenmehrheiten oder Organisationen können sie Grundrechtsträger sein und Verfassungsbeschwerde erheben. Dabei stellt sich insbesondere in der vorliegenden Untersuchung die Frage, ob nicht auch der Zusammenschluss selbst - das heißt jede Personenmehrheit und Organisation - Grundrechtsträger sein kann. Ausschlaggebend für eine solche Grundrechtsberechtigung ist Art. 19 III GG. Er spricht inländischen juristischen Personen „Grundrechtsgeltung“ zu. Wobei die Grundrechte ihrem Wesen nach auf diese juristischen Personen anwendbar sein müssen. Folglich muss das betreffende Grundrecht funktional zu der betreffenden juristischen Person passen. 5 Unter dem Begriff der juristischen Person werden solche Personenmehrheiten und Organisationen subsumiert, die durch das Privatrecht oder durch das öffentliche Recht Rechtspersönlichkeit, Voll- oder Teil-Rechtsfähigkeit und weiterhin Partei- und Beteiligtenfähigkeit erhalten. 6 Eine Grundrechtsträgerschaft juristischer Personen des öffentlichen Rechts lässt sich hierdurch aber nicht ohne weiteres ableiten. Vielmehr unterliegt die Frage nach der Grundrechtsberechtigung dieser Organisationen einer intensiven Diskussion in der Literatur. Die Rechtsprechung lehnt eine Berechtigung sogar prinzipiell ab. Zur Beantwortung dieser Frage erscheint es zunächst zwingend sich der Heuristik zu bedienen und hiermit einhergehend
5 Pieroth/Schlink, Staatsrecht II, Rn. 142.
6 Pieroth/Schlink, Staatsrecht II, Rn. 142.
Arbeit zitieren:
Daniel Wiegand, 2003, Grundrechte und juristische Personen des öffentlichen Rechts, München, GRIN Verlag GmbH
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