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INSTITUT FÜR SPORTWISSENSCHAFT UND SPORT
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
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bereits bestehender Testbatterien
Student: D. Schäfer
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Inhaltsverzeichnis...............................................................................Seite
1. Einleitung 4
2. Fitnesstests 4
2.1. Labortest oder Feldtest 5
2.2. Ziele von Fitnesstests im allgemeinen 6
3. Fitnesstests für Ältere 8
3.1. Überlegungen zu Fitnesstests für Ältere 8
3.2. Problemstellungen bei der Konzeption von Fitnesstests für Ältere 10
3.3. Vorstellung bestehender Fitnesstests für Ältere 12
3.3.1. Testaufgaben zur Ermittlung der Koordination 12
3.3.1.1. Testaufgaben zur Ermittlung des Gleichgewichtes 12
3.3.1.2. Testaufgaben zur Ermittlung der Reaktionsfähigkeit 14
3.3.1.3. Testaufgaben für weitere Bereiche der Koordination 14
3.3.2.Testaufgaben zur Ermittlung der Kraft 15
3.3.3. Testaufgaben zur Ermittlung der Beweglichkeit 17
3.3.4. Testaufgaben zur Ermittlung der Kondition 18
3.4. Vorstellung von komplexen Fitnesstests für Ältere 18
3.5. Bewertung der vorgestellten Testaufgaben und Komplextests 20
4. Fazit 23
5. Literaturverzeichnis: 25
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1. Einleitung
In der vorliegenden Seminararbeit werde ich mich mit Fitnesstests für Ältere befas- sen. Es stellt sich die Frage, ob es adäquate Fitnesstests für Senioren gibt. Während meiner Literaturrecherche bin ich auf Artikel gestoßen, die dies explizit für sich in Anspruch nehmen. Somit dürfte sich diese Seminararbeit eigentlich erübrigen. Ich bin allerdings der Ansicht, dass trotz der zu diesem Thema vorhandenen Literatur die be- stehenden Seniorenfitnesstests unzureichend sind bzw. an "Kinderkrankheiten" lei- den.
In den einzelnen Abschnitten werde ich auf Fitnesstests und deren Ziele im allgemei- nen sowie auf Fitnesstests für Ältere eingehen. Ich werde Probleme beim Erstellen von Seniorenfitnesstests aufzeigen, in der Literatur empfohlene Fitnesstests für Ältere darstellen und bewerten.
2. Fitnesstests
„Lernzielorientierte Tests sind Techniken der Datenerhebung, die sich auf die motorische [...] Lernzielebene im Sport beziehen. Sie verfolgen das Ziel, mög- lichst genaue quantitative Angaben über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung zu liefern.“ (Röthig u.a. [Hrsg.], 1992, S.291)
„Ein sportmotorischer Test ermittelt unter Standardbedingungen den Ausprä- gungsgrad sportmotorischer Fähigkeiten (Koordination, Gleichgewicht, Beweg- lichkeit, Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer) und sport-motorisch-technischer Fer- tigkeiten, wie Balldribbeln oder Zielwurf.“ (Meusel, 1999, S.271)
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2.1. Labortest oder Feldtest
Sportmotorische Tests dienen der Feststellung des momentanen Leistungsniveaus der getesteten Person im Hinblick auf die untersuchten Merkmale (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Gewandtheit).
Werden unterschiedliche Merkmale durch mehrere Tests untersucht, bezeichnet man die einzelnen Tests als Testaufgaben und den gesamten Test als Testbatterie oder Komplextest.
Man unterscheidet bei den sportmotorischen Tests zwischen Labortests und Feldtests. Labortests führen aufgrund von einem größeren technischen Aufwand zu genaueren und zuverlässigeren Ergebnissen. Sie sind darüber hinaus besser geeignet, um unter den gleichen Bedingungen wiederholt zu werden. Auf der anderen Seite schlagen sie mit höheren Kosten zu Buche und sind für gewöhnlich nur von geschultem Personal durchzuführen und auszuwerten. Ihr Aussagewert ist außerdem für die sportliche Leistungsfähigkeit in der realen Handlungssituation der Sportpraxis recht begrenzt, da nur einzelne Faktoren der Leistung erfasst werden. Bei älteren Untrainierten hat zum Beispiel die maximale Sauerstoffaufnahme keine große Aussagekraft bezüglich der zu erwartenden Ausdauerleistung im Lauf, da der begrenzende Faktor oft der Zustand des Stütz- und Bewegungsapparates ist.
Die einfacher zu handhabenden Feldtests bringen häufig weniger objektive und zuver- lässige Ergebnisse. Dennoch sind durch ihre größere Nähe zur Sportpraxis einige Feldtests aussagekräftiger für die sportliche Leistungsfähigkeit und ihre Entwicklung und können eher Verständnis und Motivation für die Durchführung anregen. (vgl. Meusel, 1999, S 272 f.) Sportmotorische Tests müssen den gleichen Kriterien gerecht werden wie alle ande- ren standardisierten Tests. An erster Stelle sind die Hauptgütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität zu nennen, aber auch die Nebengütekriterien Normierung, Ökonomie, Vergleichbarkeit und Nützlichkeit sollten erfüllt werden. Diese werden später in dieser Arbeit noch einmal im Zusammenhang mit Fitnesstests für Ältere ge- sondert behandelt.
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2.2. Ziele von Fitnesstests im allgemeinen
Um Fitnesstests richtig beurteilen zu können, müssen zunächst vergleichbare Werte vorliegen. Da zu Beginn von Untersuchungen zu einem bestimmten Themenbereich natürlich noch keine Untersuchungsergebnisse und daraus abgeleitete Normen beste- hen können, muss ein Test gewählt werden, dessen Ergebnisse eine Aussage über e- ben den zu testen beabsichtigten Bereich zulassen. Diese Gültigkeit des Tests kann durch Verfahren wie das Test-Retest-Verfahren, Paralleltestverfahren, unterschiedli- che Untersucher/Auswerter/ Beurteiler, Experten-Rating etc. erwiesen werden. Aus der Verteilung der Ergebnisse dieses Tests lassen sich dann die für die Bewer- tung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit einer Person notwendigen Normberei- che ableiten. Hierbei ist allerdings das Stichprobenproblem zu berücksichtigen, was bedeutet, dass erhaltene Werte nicht so einfach verallgemeinert werden können, son- dern dass Werte nur dann als Basis dienen können, wenn sie einer repräsentativen Stichprobe entstammen. So müssen Normbereiche für die Beurteilung von 70- 80jährigen auch aus einer dementsprechenden Stichprobe gewonnen werden. Für den Bereich der sportmotorischen Tests unterscheidet Israel 1995 folgende Normbereiche:
„1. Die Minimalnorm
Diese Norm dient der Abgrenzung physiologischer Befunde von pathologischen Zu- ständen. Sie markiert für den Kliniker die Grenze zwischen gesund und krank. Diese Norm ist wichtig für die ärztliche Entscheidung. Sie geht davon aus, dass Gesundheit maßgeblich auch Freiheit von Krankheit bedeutet.
2. Die Majoritätsnorm
Diese Norm kennzeichnet den statistischen Regelfall einer Population. Sie ist das Produkt der „normalen“ Anforderung. Die Majoritätsnorm ergibt sich aus einer quan- titativen Analyse (Häufigkeitsverteilung).
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3. Die Idealnorm
Diese Norm ist charakterisiert durch vielseitige Leistungsfähigkeit, stabile Gesund- heit, gute Erholungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Belastbarkeit („kernge- sund“). Ihr liegen wünschenswerte Daten zugrunde. Bei ihrem Vorhandensein ist das Wechselspiel Organismus-Individuum-Umwelt optimiert.
4. Die Spezialnorm
Diese Norm ist die Voraussetzung für spezielle (körperliche) Tätigkeiten und Leis- tungen. Sie ist bei einer sozial definierten Population gegeben. Bei ihr ist in bestimm- ten organismischen Bereichen ein hoher Grad der Adaptation in Anspruch genommen („einsame Spitze“). Die Spezialnorm ist eine Leistungsnorm für gesellschaftlich de- terminierte Tätigkeiten (z.B. Sport). Es tritt zumeist ein einseitiger Leistungszuwachs ein.“ (Israel, 1995, S.141, zitiert nach Meusel, 1999, S. 271 f.)
Unter Zuhilfenahme der wie oben angeführt gewonnenen Normen lassen die Ergebnisse von Fitnesstests Schlüsse über
• "die allgemeine Leistungsfähigkeit der getesteten Person im Vergleich zu anderen Personen der gleichen Altersgruppe, soweit repräsentative Leistungs- normen für diese Altersgruppe vorliegen;
• spezifische Schwächen im Bereich einzelner motorischer Fähigkeiten im Ver- gleich zu anderen Personen der gleichen Altersgruppe, z.B. ausgeprägte Schwä- che der Bauchmuskulatur, des Gleichgewichts u.s.w.;
• die Entwicklung der Leistungsfähigkeit durch den Vergleich der Testergebnisse mit den Ergebnissen derselben Person aus früheren Tests;
• die Wirksamkeit des Trainings/Unterrichts in der Zeitspanne zwischen den Tests“ (Meusel, 1999, S.271) zu.
Diese Rückschlüsse, die sich auf den Vergleich mit einer Personengruppe beziehen, sind nur dann zulässig, wenn bereits repräsentative Normwerte vorhanden sind. Was dies für Seniorensporttests bedeutet, werde ich im Kapitel 3.2. darstellen.
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Quote paper:
M.A. David Vomberg, 2002, Fitnesstests für Ältere, Munich, GRIN Publishing GmbH
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