Gliederung
Tabellenverzeichnis I
1. Problemstellung 1
2. Grundlagen der Principal-Agent Theorie 2
2.1. Merkmale der Principal-Agent Beziehung 2
2.1.1. Verhaltensinterdependenzen und Interaktionen
zwischen Prinzipal und Agent 2
2.1.2. Asymmetrische Informationsverteilung 3
2.1.3. Divergierende Zielvorstellungen und Interessen
als Basis von Konflikten 5
3. Formen von Informationsasymmetrien und diesen adäquate Kooperati
onsdesigns unter konflikttheoretischer Betrachtung 6
3.1. Hidden-Action 7
3.1.1. Grundstruktur 7
3.1.2. Konfliktberücksichtigung bei der Gestaltung adäquater
Kooperationslösungen 8
3.2. Hidden-Intention 10
3.2.1. Grundstruktur 10
3.2.2. Konfliktberücksichtigung bei der Gestaltung adäquater
Kooperationslösungen 11
4. Zusammenfassung 13
Literaturverzeichnis II
I
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Formen asymmetrischer Informationsverteilung .................................. 6 4
1
1. Problemstellung
Aus der Perspektive des institutionellen Organisationsbegriffes stellen sich Unternehmen als soziale, zielgerichtete Gebilde dar, in denen zwei oder mehr Personen miteinander kooperieren, um ein bestimmtes Organisationsziel zu erreichen. 1 Individuelle Entscheidungen, die von den Mitgliedern der Organisation getroffen werden, bestimmen das Ausmaß der Erreichung dieses Organisationszieles. Damit die Realisierung des Gesamtzieles der Organisation gewährleistet werden kann, bedarf es der Koordination dieser Einzelentscheidungen. Erschwert wird diese Koordination durch die Tatsache, dass die an der Erledigung bestimmter Teilaufgaben beteiligten Personen im Unternehmen sich nicht ausschließlich der Verfolgung des Unternehmensziels unterwerfen, sondern individuelle Ziele verfolgen und dass, insbesondere bei zunehmender Unternehmensgröße, die Aktionen Einzelner nur schwer bzw. kostenintensiv beobachtet werden können und stark unterschiedliche Informationsstände der Beteiligten die opportunistische Ausnutzung eines Informationsvorsprunges ermöglichen. 2
Die Problematik der aus unterschiedlichen Informationsständen und Interessengegensätzen resultierenden Konfliktsituationen ist Untersuchungsgegenstand der, in dieser Arbeit betrachteten, Principal-Agent-Theorie, einem der Neuen Institutionenökonomik angehörenden Ansatz zur Analyse von Leistungsbeziehungen zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern. 3
Um die entstehenden Konfliktsituationen insbesondere im innerbetrieblichen Geltungsbereich identifizieren und eingehender auf ihre Entstehung und ihre Ausprägungen untersuchen zu können, wird in der vorliegenden Arbeit zunächst unter Gliederungspunkt 2 das Verhältnis zwischen Prinzipal und Agent näher erläutert. Ein Hauptaugenmerk soll dabei auf Verhaltensinterdependenzen zwischen beiden Parteien, sowie auf die wesentlichen Merkmale der Beziehung, asymmetrische Informationsverteilung und Interessengegensätze, gelegt werden. Im Kern der Arbeit befasst sich Gliederungspunkt 3 dann mit der Analyse spezifischer Konfliktproblematiken, die aus, in der Principal-Agent-Theorie unterschiedenen Formen asymmetrischer Informationsverteilung und damit verbundenen Risiken eigennützigen Verhaltens resultieren und die erwähnte Koordination von unternehmenszielkonformen Einzelentscheidungen entscheidend erschweren. Die so herausgearbeiteten Befunde sollen abschließend unter Gliederungspunkt 4 zusammengefasst werden.
1 Vgl. Laux, H./Liermann, F., 1990, S. 3; Kah, A., 1994, S. 1
2 Vgl. Picot, A./ Dietl, H./ Franck, E., 1997, S. 86; Kah, A., 1994, S. 1 ff.
3 Vgl. Elschen, R., 1991, S. 1002
2
2. Grundlagen der Principal-Agent-Theorie
2.1. Merkmale der Principal-Agent-Beziehung
Im Rahmen einer Principal-Agent-Beziehung werden zwei Parteien unterschieden. Die als Agent bezeichnete Partei handelt dabei im Namen oder als Vertreter der anderen, Prinzipal genannten, Partei. 4
Im Folgenden soll zuerst die Vielzahl der im Unternehmenskontext denkbaren Ausprägungen einer Principal-Agent-Beziehung auf die ihnen gemeinsamen, wesentlichen Elemente reduziert werden, um die Grundstruktur einer solchen Beziehung darzustellen.
2.1.1. Verhaltensinterdependenzen und Interaktionen zwischen Prinzipal und Agent
Wie bereits einführend angedeutet werden innerhalb des Principal-Agent-Ansatzes vorwiegend vertikale Verhaltensinterdependenzen zwischen zwei oder mehreren Personen abgebildet. Als vertikal wird dabei eine Beziehung betrachtet, die durch ein Verhältnis zwischen über- und untergeordneten Entscheidungsträgern gekennzeichnet ist. Annahmegemäß wird somit ein untergeordneter Agent von einem übergeordneten Prinzipalen damit beauftragt, für diesen Leistungen zu erbringen. 5 Zur Durchführung der ihm übertragenen Aufgaben erhält der Agent Entscheidungskompetenz vom Prinzipalen. Diese Entscheidungsdelegation birgt den Vorteil effizienterer Produktion durch Arbeitsteilung und Spezialisierung im Sinne der Nutzung der Fähigkeiten und des Informationsstandes des Agenten, ermöglicht dem Agenten aber zugleich, einen Informationsvorsprung opportunistisch zu nutzen, da insbesondere die Aktivitäten, sowie die Intentionen und der Charakter des Agenten nicht mehr vollständig durch den Prinzipal beobachtbar sind. 6 Eine genauere Betrachtung der sich hieraus ergebenden Problematik soll unter Gliederungspunkt 2.1.2. erfolgen.
Eine Verhaltensinterdependenz zwischen beiden Parteien besteht insofern, als dass die vom Agenten durchgeführten Handlungen durch ihr Ergebnis sowohl die Wohlfahrt des Agenten, als auch die des Prinzipalen beeinflussen. 7 Welches Ergebnis dabei erzielt wird, hängt neben der Qualifikation des Agenten und eintretenden Umweltzuständen insbesondere von seinem Anstrengungsniveau und der
4 Vgl. Kah, A., 1994, S. 16
5 Vgl. Kah, A., 1994, S. 34
6 Vgl. Picot, A./ Dietl, H./ Franck, E., 1997, S. 85; Laux, H., 1989, S. 517; Pratt, J.W./ Zeckhauser, R.J., 1989, S. 2; Bürkle, T., 1999, S. 22
7 Vgl. Arrow, K.J., 1989, S. 37
Quote paper:
Sebastian Günther, 2003, Innerbetriebliche Konflikte aus der Perspektive der Principal-Agent-Theorie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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