Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Integrierter Studiengang Wirtschaftswissenschaft
Hausarbeit für die Diplom - Vorprüfung
Index-Anlagen, Zertifikate, Optionsscheine, Terminkontrakte
Prüfungsgebiet: Betriebswirtschaftliche Interdisziplinäre Veranstaltung zur Thematik: Börsen und Vermögensanlage
Vorgelegt von:
Friedrich Fiebiger Andreas Kitsos
Gliederung
Seite
I. Einleitung
3
II. Definition von Optionsscheinen
und Terminkontrakte
4
Terminkontrakte II.I 4
II.II Optionsscheine 4
III. Terminkontrakte
5
III.I Terminkontrakte 5
III.I.I Motive der Marktteilnehmer 6
Erscheinungsformen der Terminkontrakte III.I.II 7
III.I.II.I Commodity-Futures 7
III.I.II.II Financial-Futures 8
IV. Optionen
10
IV.I Historie 11
IV.II Grundlagen 11
Grundlegende Positionen im Optionsgeschäft IV.III 12
IV.III.I Der Long-Call - Kauf einer Kaufoption 12
IV.III.II Der Short-Call - Verkauf einer Kaufoption 13
IV.III.III Der Long-Put - Kauf einer Verkaufoption 15
IV.III.IV Der Short-Put - Verkauf einer Verkaufoption 16
IV.IV Die Auflösung von Optionen durch Glattstellung,
Aus übung und Verfall der Option 17
IV.IV.I Glattstellung 17
IV.IV.II Ausübung 18
IV.IV.III Verfall 18
1
IV.V Margin 18 19 IV.VI Optionsprämie IV.VI.I Innerer Wert / Optionsverhältnis 19 IV.VI.II Zeitwert 20 21 IV.VI.III Basispreis IV.VI.IV Volatilität 21 IV.VI.V Marktzins 22 22 IV.VI.VI Break-even Punkt IV.VI.VII Preissensitivität 22
V. Schlussbemerkung 24
Literaturverzeichnis 25
2
I. Einleitung
Die Entwicklung auf den internationalen Finanzmärkten hat in den letzten Jahren immer stärker auch das Interesse von Kleinanlegern auf sich gezogen. Dabei spielen allerdings - gerade durch die überproportionale Wertentwicklung - die Aktienmärkte für die Kleinanleger die hervorgehobene Rolle. Gleichzeitig besteht aber auch im Bereich der neueren Anlagemöglichkeiten, wie bei den Optionsscheinen und den Terminkontrakten und in deren Rahmen auch bei den Indexanlagen, reges Interesse auf den Finanzmärkten. Kleinanleger seien allerdings gewarnt, mit diesen, teilweise sehr komplizierten und komplexen, Anlagemöglichkeiten unbedarft zu handeln. Die vorliegende Hausarbeit verfolgt nun das Ziel, Ursache und Zweck solcher komplexen Anlagemöglichkeiten darzustellen, deren Funktionsweisen zu erklären, sowie anhand praktischer Beispiele zu erläutern. Die Autoren beschränken sich, aufgrund der umfangreichen Quellenlage schwerpunktmäßig auf den Bereich der Optionen.
Gemäß der vorgegebenen Problemstellung werden zunächst die einzelnen Anlagemöglichkeiten definiert. Um dann tiefer in die Materie einzusteigen, werden die einzelnen Anlageinstrumente jeweils einzeln betrachtet und deren Bestandteile eingehender erklärt.
3
II. Definition von Optionsscheinen und Terminkontrakten
II.I Terminkontrakte
Terminkontrakte auch Futures genannt, sind Verpflichtungen zu einem genau definierten Zeitpunkt einen bestimmten Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis kaufen oder verkaufen zu müssen. Zu unterscheiden ist in Warentermin(Commodity-Futures) und Finanzterminkontrakte (Financial-Futures). Unter Warenterminkontrakt versteht man alle Kontrakte, die sich auf Waren und Rohstoffe beziehen. Dagegen beziehen sich Finanzkontrakte auf Kontrakte, die in Währungen (Currency-Futures), Zinsen (Interest Rate-Futures) und Indizes (Index-Futures) gehandelt werden.
Im Rahmen der Currency-Futures wird eine Verpflichtung eingegangen, eine bestimmte Menge einer Währung zu liefern. Das Instrument der Interest Rate-Futures stellt die Obligation (Anleihe oder Schuldverschreibung) eines bestimmten Emittenten dar. Der Käufer erwirbt beispielsweise Bundesanleihen, wofür er einen vorher vereinbarten Preis zu bezahlen hat, der in Prozentpunkten ausgedrückt ist. Bei Index-Futures wird ein gesamter Markt in Form eines abstrakten Wertes gehandelt. Dieser abstrakte Wert orientiert sich an der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Marktes. Eine Auslieferung des Basiswertes erfolgt nicht, viel mehr wird nur die Differenz zwischen aktuellem Kurs und Terminkurs ausgezahlt. 1
II.II Optionsscheine
Der wesentliche Unterschied zu den Terminkontrakten besteht in der Tatsache, dass bei Optionen keine Verpflichtung erworben wird, sondern ein Recht auf den Erwerb, oder den Verkauf eines Basiswertes zu einem bestimmten festgelegten Preis. Als Basiswerte kommen prinzipiell alle erdenklichen handelbaren Werte in Frage. Je nach Marktentwicklung kann das erworbene Recht ausgeübt werden, man kann es aber auch verfallen lassen. Grundsätzlich wird in die zwei Konstruktionen der Kaufoption (Call Option) und der Verkaufsoption (Put Option) unterschieden. Eine Kaufoption ist ein Vertrag,
1 Natter, 1998, Futures & Options, S. 68 ff.
4
der dem Käufer das zeitlich begrenzte Recht einräumt, eine bestimmte Anzahl eines Basiswertes zu einem festgelegten Preis (Basispreis) zu kaufen. Analog ergibt sich daraus, dass die Verkaufsoption vertraglich das zeitlich begrenzte Recht verleiht, eine bestimmte Menge eines Basiswertes zu einem festgesetzten Preis zu verkaufen. 2
III. Terminkontrakte und Optionen
III.I Terminkontrakte
Terminkontrakte, auch Futures genannt, sind Verträge, durch die die Vertragsparteien verpflichtet sind, einen bestimmten Umfang eines Basiswertes zu einem festen Preis an einem fest vereinbarten Datum zu übergeben, oder zu übernehmen. 3
Der internationale Terminhandel war in den letzten Jahren der wohl mit am schnellsten wachsende Finanzmarkt. Auch in Zukunft ist zu erwarten, dass dieser Markt stark an Bedeutung zulegen wird. Betrachtet man beispielhaft den Handel der Terminkontrakte in den Jahren 1965 und 1992 in den USA, so ist ein Anstieg an gehandelten Terminkontrakten um 11300 % feststellbar. Bezogen auf die Anzahl der gehandelten Verträge bedeutet dies ein Anstieg von 4 Mio. im Jahre 1965 auf 452 Mio. im Jahr 1992. 4 Grundsätzlich wird der Terminhandel in zwei Bereiche unterteilt. Der Warenterminkontrakt als Ursprung aller Terminkontrakte bezieht sich auf alle Verträge, die auf Waren oder Rohstoffe lauten, während der Finanzterminkontrakt alle Verträge erfasst, die auf Finanzprodukte lauten. Unter Finanzprodukten i. S. der Terminkontrakte versteht man Währungen, Zinsen und Indexanlagen. 5 Der oben gezeigte Anstieg des Handelsumfangs der Termingeschäfte lässt sich dadurch erklären, dass ursprünglich im Rahmen der Warenterminkontrakte tatsächlich die landwirtschaftlichen Produkte, wie Getreide, Fleisch, Kakao und Kaffee, im Vordergrund standen, während heute eher die Termingeschäfte in Währungen, Indizes, und Kapitalmarktzinsen zu
2 Abel, 1986, Optionen, S. 8 f
3 Müller-Möhl, 1995, Optionen und Futures, S. 29 ff
4 Natter, 1998, Futures & Options, S. 24
5 Natter, 1998, Futures & Options, S. 68
5
Arbeit zitieren:
Friedrich Fiebiger, Andreas Kitsos, 2002, Index-Anlagen, Zertifikate, Optionsscheine, Terminkontrakte, München, GRIN Verlag GmbH
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