Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 1
2. Handlungsschritte einer Verhaltensmodifikation
1
2.1 operationale Beschreibung des auffälligen Verhaltens 1
2.2 operationale Beschreibung des erwünschten Verhaltens 3
2.3 Analyse des Problemverhaltens 3
2.3.1 qualitative Verhaltensanalyse 4
2.3.2 quantitative Verhaltensanalyse 4
3. Techniken 4
3.1 Aufbau 5
3.1.1 Münz- oder Tokenverstärkungssystem 6
3.1.2 Kontingenzverträge 6
3.2 Abbau 7
3.2.1 Stimulusveränderung 7
3.2.2 Löschung 7
3.2.3 Gegenkonditionierung 8
3.2.4 Bestrafung 8
4. Die Notwendigkeit gruppensteuernder Maßnahmen in Schulklassen 9
5. Schlussbemerkungen 10
Quellenverzeichnis
Hartmut Adameit, Grundkurs der Verhaltensmodifikation, Beltz Verlag, Weinheim, 1983
Kurt Czerwenka, Probleme im Unterricht, Kösel Verlag, München, 1979
Walter Edelmann, Lernpsychologie, Beltz Psychologie Verlags Union, München, 2000
Donald L.MacMillan, Verhaltensmodifikation, Kösel Verlag, München, 1975
Saul Axelrod, Verhaltensmodifikation in der Klasse, Moderne-Verlags-GmbH, München, 1979
1. Einführung
Die Verhaltensmodifikation ist ein Verfahren zur Änderung von fehlangepasstem Verhalten. Sie versucht, nachgewiesenermaßen meist erfolgreich, Schul- und Erziehungsprobleme zu eliminieren. Ihre Grundlage begründet sich in der Annahme, dass ein Großteil des menschlichen Verhaltens, egal ob es gut oder schlecht ist, das Ergebnis von Lernprozessen ist. Die Verhaltensmodifikation arbeitet nach dem Prinzip: Was gelernt wurde, kann auch wieder verlernt werden.
Der Vorteil der Verhaltensmodifikation besteht in der Erlernbarkeit relativ einfacher Techniken. Eine Vielzahl von Problemen in unterschiedlichen Situationen kann mit Hilfe dieser Methoden „behandelt“ werden.
Die Anwendung der Methoden setzt nicht nur eine Kenntnis der Techniken voraus. Eine bestimmte Folge von Handlungsschritten, die einer Verhaltensmodifikation vorangehen müssen, soll vor Missbrauch und Falschmodifikation schützen.
2. Handlungsschritte einer Verhaltensmodifikation
Verschiedene Autoren beschreiben dazu eine Reihe ähnlicher Handlungsschritte. Adameit ∗1 fasst seine wie folgt zusammen:
1. operationale Beschreibung des auffälligen Verhaltens 2. operationale Beschreibung des erwünschten Verhaltens 3. Analyse des Problemverhaltens 4. Entschluss Abbau oder Aufbau 5. Anwendung der entsprechenden Technik 6. Evaluation
2.1 operationale Beschreibung des auffälligen Verhaltens
Der Versuch der Verhaltensmodifikation beginnt mit der operationalen Beschreibung des auffälligen Verhaltens. Dabei handelt es sich um eine in Situations- und Verhaltensteil gesplittete Darstellung der Beobachtungen.
Im Deutschunterricht (Situationsteil) schwatzt Simone mit ihrer Banknachbarin Ulrike (Verhaltensteil) .
∗ 1 vgl. Adameit, Grundkurs der Verhaltensmodifikation, Beltz Verlag, Weinheim 1983, S.84 ff.
1
Das Verhalten muss also so präzise wie möglich beschrieben werden, denn nur so können später Angaben zum Ziel gemacht werden. Allgemeine Ausdrücke wie aggressiv, in meinem Beispiel wäre „unaufmerksam“ sicher das Schlagwort, sind zu vermeiden, denn diese sagen jedem etwas anderes und verschleiern das Problem.
Ebenso verzerrend wirken Vorurteile. Selbstkritisch ist also zu betrachten, ob das Verhalten des im „Visier“ stehenden Kindes tatsächliche Abweichungen von den anderen Gruppenmitgliedern aufweist. Sollte dies der Fall sein, muss ich mich mit der Frage der Gleichbehandlung auseinandersetzen. Zeige ich also diesem Kind gegenüber gleiche Reaktionsmuster, in Mimik, Gestik und Sprache wie gegenüber dessen Klassenkameraden? In diesem Zusammenhang wurde durch Schenk- Danziger (1976) ein Mechanismus beschrieben, der Rosenthal- Effekt genannt wird. Dieser besagt:
Ein Ergebnis wird durch die Erwartungen des Erziehers beeinflusst. Sind die Erwartungen positiv, dann wird auch das Ergebnis positiv sein. ∗ 1
Ein weiterer Punkt der Legitimationsprüfung ist die Normenkontrolle. Normen sind Erwartungen an Einzelne oder ganze Gruppen. Ein Lehrer beispielsweise erwartet von seinen Schülern Fleiß und Mitarbeit. Erfüllt ein Schüler die Erwartung seines Lehrers nicht, so wird dieser von auffälligem Verhalten sprechen. Der Lehrer indes muss seine Norm einer selbstkritischen Betrachtung unterziehen. Die Frage der Angemessenheit spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Simones Lehrer überprüft seine Norm. In seiner Erwartung beeinträchtigt Schwatzen im Unterricht die Aufmerksamkeit. Durch eine gezielte Frage zum eben durchgenommenen Stoff, überprüft er Simones Aufmerksamkeit, welche sich gerade wieder der Banknachbarin Ulrike zugewandt hatte. Simone kann nicht antworten. Die Norm hat in diesem Fall einer Überprüfung standgehalten. Jetzt muss sich Simones Lehrer mit der Frage auseinandersetzen, ob ihr Verhalten problematische Folgen hat. Diese Frage spielt eine wesentliche Rolle.
Verhalten darf nur dann modifiziert werden, wenn es beim Urheber und/oder Beteiligten problematische Folgen bewirkt. Wir sprechen dann von Problemverhalten.
In Simones Fall ist sowohl ihr Verhaltensspielraum als auch der ihrer Banknachbarin Ulrike eingeschränkt. Beide können dem laufenden Unterrichtsstoff nicht mehr folgen und vermuten lässt sich, dass ihre Mitarbeit weiter nachlassen wird. In Einzelgesprächen mit beiden Schülerinnen versucht der Lehrer herauszufinden, ob deren jeweiliger Verhaltensspielraum
∗ 1 Zitat, Adameit, Grundkurs der Verhaltensmodifikation, Beltz Verlag, Weinheim 1983, S. 87
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Arbeit zitieren:
Ramona Walter, 2003, Verhaltensmodifikation im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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