Seminararbeit aus „Qualitative Sozialforschung in der Evaluation“
Das Fourth Generation Evaluation Modell -Ein Vergleich mit der Methodologie der
qualitativen Sozialforschung
Nina Penz
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung (S.3)
2. Qualitative Sozialforschung: Versuch einer Bestimmung (S.4)
2.1. Theoretische Grundlagen (S.5)
2.1.1. Symbolischer Interaktionismus (S.5)
2.1.2. Ethnomethodologie (S.5)
2.1.3 “Natural Sociology und „Natural History“(S.6)
2.1.3 Gemeinsamkeiten und Zentrale Prinzipien (S.7)
3. Das Modell der Fourth Generation Evaluation (S.7)
3.1. Ausgangspunkt und Paradigma (S.8)
3.2. Analyse fünf ausgewählter Prinzipien des Modells (S.9)
3.2.1. Principle 1 (S. 9)
3.2.2. Principle 2 (S. 14)
3.2.3. Principle 4 (S. 15)
3.2.4. Principle 5 (S. 16)
3.2.5. Principle 9 (S. 18)
4. Conclusio (S. 21)
Anhang: Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Diese Arbeit befasst sich mit dem Modell der Fourth Generation Evaluation das von den Amerikanern Lincoln und Guba entwickelt wurde und wird es unter dem Gesichtspunkt der qualitativen Sozialforschung analysieren.
Da der Begriff qualitative Sozialforschung zwar allgemein verwendet wird, darunter aber oft Unterschiedliches verstanden wird, soll er im ersten Teil dieser Arbeit unter Bezugnahme auf verschiedene Autoren näher erläutert werden. Dadurch wird zumindest versucht, eine gemeinsame Basis und einen einheitlichen Ausgangspunkt für diese Arbeit zu schaffen und damit die theoretischen Grundannahmen des qualitativen Paradigma näher zu erläutern.
Das Modell der Fourth Generation Evaluation wird anschließend in xein Paradigma bzw. in mehrere grundlegende Richtungen eingebettet um es besser verstehen zu können und um eine Grundlage für die Analyse zu schaffen.
Diese Betrachtung bezieht sich aus pragmatischen Gründen nicht auf alle elf Prinzipien sondern nur auf fünf ausgewählte. Anhand dieser soll exemplarisch gezeigt werden, in welchen Punkten Lincoln und Gubas Vorgehen kompatibel mit dem der qualitativen Sozialforschung ist und in welchen nicht. In einer kurzen Zusammenfassung am Ende der Arbeit werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal dargestellt.
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2. Qualitative Sozialforschung - der Versuche einer Bestimmung
Vor allem die deutschsprachige qualitative Forschung umfasst viele theoretische Zugänge und Orientierungen und gestaltet sich sehr heterogen. Manchmal wird unter qualitativer Sozialforschung nur eine spezielle Form der „weichen“ Datenerhebung verstanden, die sich von der quantitativen durch einen geringeren Grad an Abstraktion vom Material abhebt. In diesen Ausführungen wird jedoch vom qualitativem Ansatz als eigenem Erkenntnisstandpunkt gesprochen, der sich nicht nur durch die verwendeten Methoden bzw. durch die nicht - verwendeten kennzeichnet sondern durch grundlegende Überlegungen und eine eigene Forschungslogik.
Auch Lamnek geht von einer internen Differenziertheit dieses Terrains aus und sagt:
„dass es eine verbindliche oder auch nur einheitliche Methodologie qualitativer Sozialforschung nicht gibt, sondern das Etikett „qualitativ“ vielmehr als eine Art Sammelbegriff fungiert, dem sich oft recht unterschiedliche grundlagentheoretische Positionen und Verfahren der empirischen Forschung zuordnen lassen.“ 1
Nun stellt sich die Frage, ob und welchen gemeinsamen Hintergrund es für die qualitative Sozialforschung gibt, anhand dessen auch das Evaluationsmodell kontrastiert und untersucht werden kann. Um diese Frage zu beantworten, erweist es sich als hilfreich, die theoretischen Voraussetzungen dieses Paradigmas zu betrachten.
Ohne hier näher auf die Geschichte der qualitativen Forschung näher eingehen zu wollen, sei nur kurz auf die zwei unterschiedlichen Stränge dieses Forschungszugang hingewiesen; nämlich der deutschsprachige und der amerikanische. Im deutschsprachigen Raum beginnt eine eigenständige Diskussion über qualitative Forschung vor allem in den 70 er Jahren, zwei prominente Vertreter sind u. a. Alfred Schütze (Narratives Interview) Ulrich Oevermann (Objektive Hermeneutik).
Die USA nahm lange Zeit die Vorreiterrolle in der qualitativen Forschungsdiskussion ein und beeinflusste die Entwicklung im deutschsprachigen Raum sehr. Heute zeigt sich in den USA „eine Tendenz zur weiteren bzw. erneuten Infragestellung von scheinbaren Sicherheiten“ 2 Dies heißt, dass im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum weniger Wert
1 Lamnek Siegfried: Qualitative Sozialforschung (Bd 1), 1989, S.30
2 Flick Uwe: Qualitative Forschung, 1995, S.21
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auf die (Erhebungs)Methoden als auf die Interpretation und auf die Rolle des Forschers gelegt wird, eine Tatsache die sich, wie wir später deutlich erkennen können, auch bei Yvonna Lincoln und Egon Guba zeigt.
2.1. Theoretische Grundlagen
Obwohl sich unterschiedliche Ansätze unter dem Etikett „Qualitative Sozialforschung“ verbergen, gibt es doch gemeinsame soziologischen theoretische Grundlagen, die in diesem Kapitel in Anlehnung an Lamnek und Mayring erläutert und einer Zusammenschau unterzogen werden sollen um das Feld der qualitativen Sozialforschung zu umreißen.
2.1.1. Symbolischer Interaktionismus
Im Mittelpunkt dieser Forschungsperspektive, die vor allem von Herbert Blumer geprägt wurde und aus der philosophischen Tradition des Pragmatismus entsprang, steht der subjektive Sinn, den Individuen ihrer Umwelt beimessen und nach dem sie handeln. Drei Begriffe sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig: Situationsdefinition, Sozialisation und Sozialer Wandel. Demnach handeln Menschen aufgrund der Definition einer Situation und nicht aufgrund objektiver Tatsachen. Diese Bedeutungen liegen nicht in den Dingen selbst sondern entstehen in der Interaktion zwischen Menschen und sind demnach als soziale Konstrukte auch veränderbar und wandelbar.
Das Anliegen der qualitativen Sozialforschung liegt also darin, subjektive Sichtweisen und Sinnzuschreibungen durch einen Dialog zwischen zwei Subjekten, Forscher und
Beforschte, die so weit als möglich auch Mitwirkende sind, zu beschreiben und nachzuvollziehen.
Daraus lassen sich spezifische Anforderungen an die Forschungsmethoden ableiten, die die Prozesshaftigkeit von sozialer Interaktion, die Situations- und Kontextgebundenheit und die Bedeutung der subjektiven Perspektive berücksichtigen müssen. 3
2.1.2 Ethnomethodologie
Dieser Untersuchungsansatz beschäftigt sich damit, wie Menschen ihren Alltag und dadurch soziale Wirklichkeit in geordneten Interaktionen erzeugen. Kennzeichnend dabei ist dass
3 vgl. Mayring Philipp: Qualitative Inhaltsanalyse, 1990, S.29
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Arbeit zitieren:
Mag. Nina Traxler, 2003, Das Fourth Generation Evaluation Modell - Ein Vergleich mit der Methodologie der qualitativen Sozialforschung, München, GRIN Verlag GmbH
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