Inhaltsverzeichnis
Kapitel Inhalt Seite
- Inhaltsverzeichnis 1
1 Einleitung 2
2 Was ist Kernfusion. 3
3 Geschichte des Fusionsreaktors. 5
4 Reaktorkonzepte mit magnetischem Einschluss 7
4.1 TOKAMaK 8
4.2 Stellarator 8
4.3 ITER 9
5 Reaktorkonzepte mit Trägheitseinschluss 9
6 Praxistauglichkeit. 10
7 Fazit 12
- Literaturverzeichnis 13
- Anlagen 15
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1. Einleitung
Ständig wird es der Menschheit bewusster, dass die fossilen Brennstoffe begrenzt sind. Die Presse berichtet vom "Peak Oil", von steigenden Kraftstoffpreisen und vom Krieg ums Erdöl. Aber nicht nur Öl wird selten, auch die Erdgas-‐, Kohle-‐ und Uranressourcen sind endlich. Es existieren zwar mehrere Berechnungen zum genauen Zeitpunkt, aber sicher ist, dass der Bedarf an Energie bereits Mitte des 21. Jahrhunderts höher ist als aus Kohle, Gas und Öl erzeugt werden kann (vgl. Pelte, 2010, S.94 ff. ). Diese fossilen Energieträger sind uns so wichtig geworden wie die Luft zum Atmen. Aber genau diese Atemluft und das Klima werden zusätzlich vom CO 2 durch das Verbrennen dieser fossilen Energieträger beeinträchtigt. Doch unser Überlebenstrieb begünstigt die Forschung nach alternativen Energiequellen. Man nutzt bereits Windkraft, Sonnenenergie, Gravitationsenergie (Gezeitenkraftwerke), Biogas und Erdwärme. Doch diese alternativen Energiequellen sind vom Wetter abhängig, unterliegen gewissen Leistungsschwankungen, produzieren nur wenig Energie oder benötigen einen Energiespeicher wie Druckluft-‐Energiespeicher oder
Pumpspeicherkraftwerke. Somit forscht man weiter an leistungsfähigeren Kraftwerken und Energieträgern zur Bereitstellung von Grundlaststrom.
Eines der energiereichsten Ereignisse des Universums ist die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Dieses Ereignis passiert ständig in der Sonne, aber auch bei der Explosion einer Wasserstoffbombe. Zu kriegerischen Absichten hat die Menschheit bereits bewiesen, dass sie in der Lage ist, das "Sonnenfeuer" auf die Erde zu holen. Doch sogenannte Fusionskraftwerke versprechen erstmals eine friedliche und sinnvolle Nutzung dieser Energie. Schon jetzt investiert die Bundesrepublik 130 Mio. Euro jährlich in die Fusionsforschung, zum Vergleich: für die Forschung an erneuerbaren Energien werden jährlich 153 Mio. Euro investiert (vgl. TAB, 2002, S. 6). Bis zum Jahr 2009 hat die Bundesrepublik insgesamt 3,3Mrd. Euro für die Fusions-‐Forschung ausgegeben (vgl. Antrag an Bundestag. 2009, S.1). Weltweit sind es nahezu 100 Mrd. Dollar. Produkte dieser Forschungen sind interessante Prototypen und Versuchsanlagen, welche auf unterschiedliche Reaktortypen aufbauen. 2
Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, den komplexen Prozess der Kernfusion und die Reaktortypen zu erklären, um einen Gesamteindruck zur Thematik Fusion zu bekommen. Letztendlich wird die Frage geklärt, ob Fusionsreaktoren tatsächlich eine realistische Alternative mit Zukunft sind oder als "Science Fiction" deklariert werden müssen. Die Quellenlage ist gut, da die Abläufe der Kernfusion im Reaktor logisch nachvollziehbar und bewiesenermaßen auch funktionieren. Angaben verschiedener Quellen zum Thema Fusionsreaktoren unterscheiden sich nicht und sind allgemeingültig. Doch um die Frage zur Zukunft der Fusionsreaktoren zu beantworten, ist es nötig, aktuelle Sachstandsberichte und Entscheidungen der Regierung zu berücksichtigen. 2. Was ist Kernfusion
Die immense Energie, welche zum Beispiel von Sternen freigesetzt wird, resultiert aus der Kernfusion, wobei durch Spaltung oder Verschmelzung von Atomkernen sehr große Energien frei gesetzt werden. Die entstandenen Atomkerne sind leichter als das Ausgangsprodukt. Es entsteht ein Massendefekt, wodurch die "verloren" gegangene Masse in Energie (Wärmeenergie und Strahlungsenergie) umgewandelt wird. Erstmals wird dieser Vorgang durch Einstein erklärt. Er definierte die Masse-‐Energie-‐Äquivalenzformel = . Da die Lichtgeschwindigkeit "c" nicht veränderbar ist, aber sich die Masse bei der Kernfusion verringert, muss sich dementsprechend die Energie erhöhen. Obwohl der Masseverlust verhältnismäßig gering ist, ist die Ausgleichsenergie gewaltig (vgl. Wichler, 2004 S. 292ff). Die für die Fusionsreaktoren relevante Fusion ist die Verschmelzung von leichten Atomkernen. Damit Atomkerne überhaupt verschmelzen, müssen bestimmte Bedingungen
erfüllt sein. Als erstes eine hohe Temperatur, nur eine entsprechende Temperatur von ca. 100 Mio. Kelvin sorgt dafür, dass die Bewegung der Atomkerne so stark zunimmt, dass sich die Kerne entgegen der elektromagnetischen Coulombabstoßung annähern und durchtunneln können. Es entsteht Plasma. Innerhalb des Plasmas bewegen sich Elektronen und Atomkerne frei voneinander. Damit es auch zur Verschmelzung der Atomkerne kommt, muss dieser Plasma-‐Zustand eine Zeit lang (Einschlusszeit) aufrechterhalten bleiben (bei Sternen z.B. seit Milliarden von Jahren) und zusätzlich verdichtet/komprimiert werden. Es entwickelt sich ein Plasmastrom, in dem die Atomkerne dann kollidieren und verschmelzen 3
(fusionieren) können. Wenn es unter den besagten Umständen zu einer Fusion mit positiver Energiebilanz kommt, entsteht genug Energie um die Temperatur-‐ und Dichte-‐Parameter selbstständig zu erhalten. Unter diesen Parametern spricht man vom Larson Kriterium (vgl. Pelte, 2010, S. 119 ff.).
Hier ergeben sich auch die Herausforderungen für die Erzeugung von Kernfusion mit positiver Energiebilanz auf der Erde. Plasma lässt sich zwar erzeugen, doch es ist schwierig, Baumaterialien zu finden, welche der thermischen und radioaktiven Strahlung des Plasmastroms und der entstehenden Energie standhalten können. Aber auch die Erzeugung der entsprechenden Dichte erweist sich als schwierig (vgl. Grupen, 2008, S.232ff). Bisher nutzt man 2 verschiedene Wege um Plasma einzuschließen und eine Fusion zu erzeugen, ohne dass Plasma die Wände der Reaktorkammer berührt. Zum einen versucht man, das Plasma mit starken Magnetspulen zu kontrollieren und zu verdichten, dieses Prinzip nennt sich "magnetischer Einschluss" und zum anderen versucht man nur so kleine Mengen an Plasma zu erzeugen, dass sich die Atome aufgrund der eigenen Trägheit verdichten, dies ist das "Trägheitseinschluß"-‐ Prinzip (vgl. Pelte, 2010, S.119).
Die Wahl des Brennstoffes ist ebenfalls entscheidend für die Effizienz und Nutzbarkeit von Fusionsreaktoren. Grundsätzlich verschmilzt Wasserstoff zu Helium. Doch um eine erfolgreiche Fusion zu erreichen, muss Wasserstoff als Isotop vorliegen. Das heißt, dass das Wasserstoffatom im Atomkern zum Proton noch ein oder zwei Neutronen besitzen muss. Mit einem Neutron bezeichnet man den nun "schweren" Wasserstoff als Deuterium und mit zwei Neutronen im Atomkern als Tritium. Am einfachsten (relativ niedrige Temperatur und weniger Dichte) lässt sich die Fusion bei der Verschmelzung von Deuterium (d) und Tritium (t) erreichen.
d + t -‐-‐> He + n (n=Neutronen= radioaktive Strahlung), die wissenschaftlichere Schreibweise wäre:
Es entsteht bei diesem Prozess radioaktive Strahlung, was wiederum zu einer nützlichen Erhitzung des Plasmas, aber auch zu radioaktiven Müll und zusätzliche Umweltbelastungen führt. Deshalb muss man Reaktormaterialien erforschen, welche nur schwer radioaktiv werden, bzw. schnell aufhören zu strahlen. Deuterium wird mit Elektrolyse aus Meerwasser 4
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Michael Estel, 2010, Der Fusionsreaktor - Ablauf der Kernfusion und Reaktorkonzepte, München, GRIN Verlag GmbH
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