Inhalt
1 Einleitung 2
2 Glaube 2
2.1 Glaube und Zweifel 3
2.2 Wesensbestimmung des Glaubens 4
3 Ich glaube an Gott 5
3.1 Die biblische Sicht der Welt 5
3.2 Das heutige Bild der Welt 6
4 Zusammenfassung 7
Literaturverzeichnis 8
1
1 Einleitung
Wir leben mittlerweile in einer schnelllebigen und hoch technologisierten Wissensgesellschaft, in der angesichts der erheblichen Menge an unmittelbar verfügbaren Informationen keine wichtigen Fragen des Lebens mehr offen zu sein scheinen, zumal die Wissenschaft in vielerlei Disziplinen ständig Fortschritte verzeichnen kann. Zweifellos ist die Wissenschaft von großer Bedeutung. Allerdings kann auch sie nach wie vor nicht die entscheidenden Fragen des Lebens beantworten oder gar Orientierung und Halt in unserem Leben bieten. In diesem Fall muss an die Stelle des Wissens der Glaube treten. Wie Huber feststellt, sind für viele Menschen religiöse Themen und somit auch der christliche Glaube nach wie vor sehr bedeutsam:
„Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hält die Mehrzahl der Menschen in Europa, auch im deutschen Sprachraum, religiöse Themen für wichtig. Ebenso sind die Menschen mehrheitlich davon überzeugt, dass der christliche Glaube ungebrochen aktuell ist; in wachsendem Maß bejahen sie den Wunsch nach einer religiösen Erziehung, sowie die Bedeutung des Gebets für das persönliche Leben“ (2009: 11).
An Gott zu glauben heißt jedoch, sich an Gott als Schöpfer der Welt als Grund und Ursprung allen Seins zu wenden und für die Gaben der Schöpfung dankbar zu sein. Im Laufe dieser Arbeit sollen zunächst die Grundzüge des christlichen Glaubens skizziert werden. Anschließend erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Frage, was es eigentlich bedeutet, an Gott den Schöpfer zu glauben.
2 Glaube
Der christliche Glaube entzieht sich jeglichen Versuchen, die seine Definition betreffen und kann daher lediglich umschrieben werden. Huber beschreibt den Glauben als die
„Gewissheit, die mein Leben trägt. Diese Gewissheit bezieht sich auf Gott und die Welt zugleich. Sie äußert sich in einem Vertrauen auf Gott, in dem alle Dinge ihren Ursprung und ihr Ziel haben; und sie äußert sich in einem Vertrauen auf die Welt, in der ich zu Hause sein kann, weil ich mich auf Gott verlasse“ (2009: 10).
Eine weitere Beschreibung liefert Schneider-Flume, die Glauben versteht als „Leben in der Geschichte mit Gott“ (2008: 93). Martin Luther äußert sich in seiner Vorrede zum Römerbrief im Hinblick zum Glauben folgendermaßen: „Der Glaube ist ein göttlich Werk in uns
2
neugebieret aus Gott“ (Luther 1522, zit. n. Ehni 1869: 18). Luther macht hier deutlich, dass der Glaube nicht vom Menschen selbst gebildet wird. Der Glaube geschieht im Menschen, er widerfährt ihm vielmehr, wobei Gott der Anlass allen Glaubens ist. Somit hängt der Glaube nicht vorrangig von uns Menschen ab, sondern vom „Handeln Gottes an uns“ (Schäfer 2005: 34). Eine solche Sichtweise, die das Erfahren des Glaubens betont, findet sich bereits bei Paulus (Gal 3,23). Diese Glaubenserfahrung vollzieht sich in der alltäglichen Lebenswelt, geht jedoch weit über ihre Grenzen hinaus (vgl. Lamprecht 2006: 21).
2.1 Glaube und Zweifel
Wenn man heutzutage mit Menschen über den Glauben spricht, die über keinen Bezug zur Kirche verfügen, wird sehr schnell das „Fremde und befremdliche eines solchen Unterfangens verspüren“ (Ratzinger 2005: 33). Dieses Gefühl verdeutlicht Ratzinger anhand einer bekannten Gleichniserzählung von Søren Kierkegaard über den Clown und das brennende Dorf (vgl. Ratzinger 2005: 33). Nach dieser Erzählung war in einem dänischen Zirkus ein Feuer ausgebrochen, woraufhin der Zirkusdirektor den Clown, der gerade seine Vorstellung beginnen wollte, in ein naheliegendes Dorf schickte, um Hilfe herbei zu holen. Der Clown begab sich unverzüglich in das besagte Dorf und bat die Bewohner um Hilfe bei der Löschung des Feuers. Allerdings hielten die Bewohner die Ausführungen des Clowns lediglich für eine hervorragende Werbemaßnahme und sparten nicht mit Applaus. Die zunehmende Verzweiflung des Clowns steigerte nur das Gelächter der Dorfbewohner bis schließlich das Feuer auch auf das Dorf übergriff und sowohl der Zirkus als auch das Dorf niederbrannten. Aus dieser Erzählung leitet Ratzinger Folgendes ab:
„Wer den Glauben inmitten von Menschen, die im heutigen Leben und Denken stehen, zu sagen versucht, der kann sich wirklich wie ein Clown vorkommen, oder vielleicht noch eher wie jemand, der, aus einem antiken Sarkophag aufgestiegen, in Tracht und Denken der Antike mitten in unsere heutige Welt eingetreten ist und weder sie verstehen kann noch verstanden wird von ihr“ (2005: 35).
Der Glaube stellt einen Weg dar, der den Zweifel mit einschließt (vgl. Huber 2009: 13). Somit wird der Gläubige nicht nur mit dem Zweifel Anderer an seinem Glauben konfrontiert, sondern auch mit seinem eigenen Zweifel. Allerdings kann sich auch der Ungläubige dem Zweifel nicht entziehen, wie Ratzinger feststellt:
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Arbeit zitieren:
Christoph Stockert, 2011, Credo: Ich glaube an Gott, München, GRIN Verlag GmbH
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