Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 2
2. Definition und Merkmale von Großveranstaltungen 3
3. Die neue Stadtpolitik: Stadtentwicklung durch Großprojekte 4
4. Großereignisse als Motoren der Stadtentwicklung 5
4.1 Mögliche Erfolge für die Stadtentwicklung 5
4.2 Mit Festivals verbundene Synergieeffekte am Beispiel des CHIO Aachens 6
4.3 Städtische Großveranstaltungen als Destination im Tourismus 7
5. Risiken und Konsequenzen für die Stadtentwicklung 8
6. Praxisbeispiel: EXPO 2000 in Hannover 9
7. Fazit: Stadtentwicklung durch Großveranstaltungen? 11
Literatur 12
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1 Einleitung
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema ‚Festivalisierung der Stadtpolitik„. Um von einem einheitlichem Begriff ‚Großveranstaltung„ reden zu können, wird zu Beginn eine Definition gegeben. Im Anschluss daran wird erläutert, wie eine Stadtentwicklung mit Großereignissen im Allgemeinen möglich sein kann. Städtische Events können als Motoren der Stadtentwicklung fungieren, wenn man sie richtig organisiert. Dies und die damit verbundenen Synergieeffekte werden am Beispiel des CHIO Aachens dargestellt, bevor auf den Tourismus näher eingegangen wird. Nach dem fünften Punkt, der die Risiken und Probleme von Großereignissen für die Stadtentwicklung aufzeigt, wird die zuvor genannte Theorie am Praxisbeispiel der EXPO 2000 in Hannover überprüft. Die Arbeit wird folglich in einem Fazit zusammengefasst, ob durch Großveranstaltungen eine positive Stadtentwicklung wirklich möglich ist.
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2 Definition und Merkmale von Großveranstaltungen
Mit dem Begriff ‚Großveranstaltung„ bezeichnet man ein öffentliches, außergewöhnliches Ereignis, welches auch oft mit den englischen Begriffen ‚Event„ oder ‚Festival„ ausgedrückt wird. Während die meisten Autoren unterstreichen, dass eine bestimmte Besuchergrößenord- nungkein Kriterium für ein Event ist, betont Meggeneder (2003:16), dass „mindestens 10.000 Personen gleichzeitig anwesend“ sein müssen, damit von einem Event bzw. einer Großverans- taltungdie Rede ist.
Eine Großveranstaltung weißt eine spezifische Periodizität auf, d.h. es handelt sich um ein zeitlich befristetes, einmaliges oder wiederkehrendes Ereignis, meistens jährlich (Meggeneder 2003:16). Festgelegte Eröffnungs- und Abschlussdaten sind oft schon Jahre zuvor bekannt (z.B. bei den Olympischen Spielen) (Forum Stadt- und Regionalplanung e.V. 2007:37). Das Hauptziel besteht im eigentlichen Feiern oder der Inszenierung eines bestimmten Themas, wozu passende Anfangs- und Schlusszeremonien zelebriert werden, wie z.B. der traditionelle Bieranstich am jährlichen Münchener Oktoberfest. Das Programm selber kann aus verschiedenen unabhängigen Aktivitäten bzw. Veranstaltungen bestehen, welche jedoch alle auf einem dafür erschlossenen und hergerichteten Gelände stattfinden müssen (Forum Stadt- und Regionalplanung e.V. 2007:37, Meggeneder 2003:16).
Großveranstaltungen lassen sich weiterhin nach ihrem Anlass in Kultur-, Sport-, wirtschaftliche, gesellschaftspolitische und natürliche Events untergliedern (Bialas 2001:115). Diagramm 1 zeigt dazu eine eigens durchgeführte Umfrage mit 56 Personen aus den Städten Aa- chen,Erkelenz und Fulda. Auf die Frage „Welche Stadt mit charakteristischem Event fällt ihnen spontan ein?“ antworteten 46,2% mit dem Oktoberfest in München. Man muss jedoch in Betracht ziehen, dass der Umfragezeitpunkt eine Woche vor Oktoberfestbeginn lag und diese Antwort durch die Medien beeinflusst sein kann. Wenn auch nur mit einer Stimme vertreten: die Bundestagswahlen in Berlin können als Event verstanden werde. Ebenso zählen für die Befragten Messen, wie die CeBit in Hannover oder die IAA in Frankfurt zu Events.
3 Die neue Stadtpolitik: Stadtentwicklung durch Großprojekte
Stadtentwicklung kann schon seit längerem nicht mehr autoritär umgesetzt werden, sondern musste einem anderen Stil weichen, nämlich der Inszenierung einer Stadt. Städte müssen heutzutage auffallen, anders ausgedrückt: ins ‚richtige Licht„ gerückt werden, damit sie für das Kapital interessant erscheinen. Gelingt es einer Stadt, ein Großereignis, wie beispielswei- seeiner Weltausstellung, an sich zu binden, „dann funktioniert dieses wie eine ‚Lokomotive„, welche viele Waggons nach sich zieht“ (Fassmann 2004:122-123). Großveranstaltungen sind gleichzeitig Instrumente der Städtekonkurrenz. Durch die (inter-)nationale Bekanntmachung einer Stadt soll eine Lenkung der Finanzflüssen von außerhalb durch Konzentration öffentlicher Investitionen des Landes oder des Bundes auf die Stadt erzielt werden, woraus wiederum Investitionen der privaten Hand folgen (Häußermann/Siebel 1993:10, Fassmann 2004:123). Großveranstaltungen bieten Städte die Chance, etwas überregional Sichtbares und Investitionsintensives zu realisieren. Sie dienen der Inszenierung städtischer Politik. Heterogene Interessen werden zeitlich und räumlich begrenzt und so kann die wachsende Differenz überbrückt werden, indem mach sich einem gemeinschaftlichem Ziel unterordnet. Den Bürgern ist die Chance gegeben, sich durch dieses erzeugte Gemeinschaftsgefühl mit ihrer Stadt zu identifizieren (Häußermann 2008:262-264).
Seit den letzten Jahren weitet sich die Zahl der Großveranstaltungen mit überlokaler Bedeutung immer mehr aus, wofür unterschiedliche Akteurskonstellationen verantwortlich sind. Vor allem Vertreter von Rat und Verwaltung, also politische Akteure, sowie Vertreter der Privatwirtschaft der beteiligten Städte haben maßgeblichen Einfluss auf diese Ausweitung (Wood 2007:29).
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Arbeit zitieren:
Isabella Melchert, 2009, Festivalisierung der Stadtpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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