1. Einleitung. 1
2. Theoretische Vorüberlegung 2
3. Hypothese 5
4. Empirische Referenzen 5
5. Methode 7
5.1 Konzeptionalisierung 7
5.2 Datengrundlage und verwendete Stichprobe 9
5.3 Operationalisierung 9
5.4 Multivariates Analyseinstrument 11
5.5 Analysestrategie und Struktur der Ergebnispräsentation. 12
6. Ergebnisse der empirischen Analysen 13
6.1 Deskriptive Analyse 13
6.1.1 Univariate Analyse 13
6.1.2 Bivariate Analyse 13
6.2 Lineare Regressionsanalyse 15
7. Diskussion 18
Literatur 21
0
1. Einleitung
„Wer schön ist, verdient mehr“ (Beck 2009) schreibt ein Redakteur der FAZ im Juli 2009. In dem Artikel behauptet er, dass attraktive Menschen einen größeren Erfolg am Arbeitsmarkt haben, als weniger Attraktive. Dieser Erfolg lasse sich demnach unter anderem in einem um 10 - 15% höheren Einkommen beobachten. Diese Aussage kann zunächst irritierend wirken: Haben attraktive Menschen tatsächlich ein höheres Einkommen als weniger attraktive? Gibt es somit einen positiven Einfluss der äußeren Erscheinung des Menschen auf seinen monetären Erfolg am Arbeitsmarkt? Diese Frage wird in der vorliegenden Studie genauer erläutert und am Beispiel des deutschen Arbeitsmarktes empirisch untersucht.
Die Fragestellung der Studie lautet wie folgt: Hat die physische Attraktivität eines Individuums in Deutschland einen signifikanten Einfluss auf dessen Arbeitseinkommen? Das Arbeitseinkommen fungiert somit als abhängige, die physische Attraktivität als unabhängige Variable. Die beiden Geschlechter werden dabei aus Gründen der Operationalisierung getrennt untersucht. Auch lassen sich durch dieses Vorgehen mögliche geschlechtsspezifische Unterschiede sichtbar machen. Um die Validität der Ergebnisse zu gewährleisten werden darüber hinaus Alter, Gesundheit und Bildung der Befragten sowie das Bundesland, in welchem diese wohnen, als Störvariablen identifiziert und konstant gehalten.
Als Datengrundlage für die Analyse dient des Sozio-Ökonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Verwendet wird der Personenfragebogen der Erhebungswelle des Jahres 2008. Die Daten werden in einer linearen Regressionsanalyse untersucht.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden im Folgenden zunächst die ihr zu Grunde liegenden theoretischen Annahmen näher erläutert. Hierzu wird auf die sozialpsychologische Forschung Bezug genommen, bevor herausgestellt wird, wie deren Annahmen in Soziologie und Ungleichheitsforschung übertragen werden können. Ausgehend hiervon wird die Hypothese, welche in der folgenden empirischen Analyse überprüft werden, entwickelt und detailliert beschrieben. Diese wird daraufhin durch entsprechende empirische Referenzen legitimiert.
Anschließend an den theoretischen Teil wird zunächst die Methodik der empirischen Analyse erläutert. Neben der Konzeptionalisierung und Operationalisierung der Variablen werden hier auch die Datengrundlage und die untersuchte Stichprobe beschrieben.
1
Daraufhin wir die Analysestrategie thematisiert. Neben dem verwendeten Schätzverfahren und dem Modellaufbau werden hier auch Alternativerklärungen und deren Integration in das Analysemodell über Kontrollvariablen beschrieben und begründet. Es folgt die Beschreibung sowohl der deskriptiven Ergebnisse als auch der Ergebnisse der Regressionsanalyse. Auf der Grundlage dieser Daten wird abschließend die Hypothese überprüft und das Ergebnis diskutiert.
2. Theoretische Vorüberlegung
Die beschriebene Fragestellung wäre seitens der sozialwissenschaftlichen Forschung wohl noch vor relativ kurzer Zeit mit Unverständnis bedacht worden. Erst seit einigen Jahren werden schon länger vorliegende Arbeiten aus der sozialpsychologischen Forschung über die soziale Wirkung der physischen Attraktivität auch seitens der Ökonomie, Politikwissenschaft und Soziologie aufgegriffen (Rosar/Klein 2010: 4; Hakim 2010: 1-2).
Im Folgenden sollen zunächst die sozialpsychologischen Grundlagen erläutert werden. In einem zweiten Schritt werden diese anhand des Konzepts des erotischen Kapitals von Catherine Hakim (Hakim 2010) in einen soziologischen Kontext gestellt, bevor dessen Bedeutung für den Erfolg am Arbeitsmarkt erläutert wird.
Um den Einfluss physischer Attraktivität auf soziale Handlungen zu erklären, wird zumeist auf die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie bzw. Evolutionspsychologie Bezug genommen. Diesen Wissenschaften zu Folge gründen Kriterien der Attraktivitätsbewertung in der evolutionären Vergangenheit des Menschen (Klein/Rosar 2005: 266; Grammer et al. 2003). Im Zuge dieser wurden die Körpermerkmale eines Menschen als attraktiv empfunden, „welche im Sinne der natürlichen Selektion eine gute Fitness und im Sinne der sexuellen Selektion einen hohen reproduktiven Wert verspre- chen.“(Rosar/Klein 2010:9)
Als attraktiv gelten demnach die Körpermerkmale, welche sich in der Entwicklung des Menschen als valider Prädiktor für die Zeugungsfähigkeit herausgestellt haben (Grammer et al. 2003: 386-388). Solche Körpermerkmale fungieren als „Information Shortcut“(Rosar/Klein 2010: 10) zu der „vermuteten Effektivität eines Menschen bei der Zeugung und Aufzucht von Nachwuchs im Rahmen einer gemischtgeschlechtlichen Partnerschaft.“(Klein/Rosar 2005: 266).
2
Aus diesen Erkenntnissen leitet sich eine zentrale Voraussetzung für die Untersuchung des Einflusses der physischen Attraktivität auf soziale Kontexte ab: So sind Schönheitsideale als allgemeingültig anzusehen. Physische Attraktivität ist demnach ein objektives Merkmal des als attraktiv empfundenen Individuums und nicht ein subjektives Merkmal des Individuums, welches dieses als attraktiv empfindet (Grammer et al. 2003: 388; Klein/Rosar 2005: 266).
Die Allgemeingültigkeit von Schönheitsidealen wird jedoch in zwei Punkten eingeschränkt: Zum einen gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede, welche auf den unterschiedlichen Präferenzen und Auswahlkriterien der Geschlechter in der evolutionären Vergangenheit gründen. So empfinden Männer Jugendlichkeit, Fruchtbarkeit und Ge-sundheit, Frauen hingegen Reife, Dominanz und Status-Merkmale als attraktiv (Grammer et al. 2003: 387-388; Klein/Rosar 2005: 266; Rosar/Klein 2010: 9). Des Weiteren gibt es kulturspezifische Unterschiede hinsichtlich von Attraktivitätsstandards: Innerhalb einer Kultur können allgemein anerkannte Attraktivitätsstandards herausgestellt werden. Diese können sich jedoch zwischen verschiedenen Kulturen unterscheiden (Grammer et al. 2003: 388).
Da die Zeugungsfähigkeit bei der Partnerwahl des evolutionären Menschen das zentrale Entscheidungskriterium darstellt, wird die physische Attraktivität eines Menschen im urzeitlichen Kontext auch als „Partnermarktwert“ bezeichnet. (Rosar/Klein 2010: 10) Sehr attraktive Menschen hatten demnach einen hohen Partnermarktwert und wurden von potentiellen Partnern stärker umworben als weniger attraktive Konkurrenten. Dass die physische Attraktivität auf dem Partner- und Heiratsmarkt auch heute noch einen entscheidenden Einfluss hat, erscheint nachvollziehbar (Rosar/Klein 2010: 5), weiterer Erklärungen bedarf jedoch die Annahme, dass physische Attraktivität auch in weiteren sozialen Kontexten, wie dem Arbeitsmarkt, von Bedeutung ist.
Catherine Hakim stellt die physische Attraktivität in dem von ihr definierten Begriff des „erotischen Kapitals“ in einen soziologischen Kontext. Das erotische Kapital steht bei ihr gleichberechtigt mit den drei etablierten Formen, dem ökonomischen, kulturellen und sozialen Kapital (Bourdieu 2005), auf einer Stufe (Hakim 2010). Das erotische Kapital selbst besteht aus sechs Elementen. Das erste wird von Hakim als Schönheit („beauty“) bezeichnet. Dieses Element bezieht sich vor allem auf das Gesicht eines Individuums. Hakim stellt heraus, dass die Kriterien für Schönheit von Zeitalter und Kultur abhängig sind. Das zweite Element ist die sexuelle Attraktivität („sexual attractiveness“). Diese bezieht sich im Gegensatz zur Schönheit auf den gesamten Kör-
3
per und beinhaltet neben dem Aussehen auch Persönlichkeit, Stil, Femininität bzw. Maskulinität und die Art sozial zu interagieren. Hakim bezeichnet dieses Element auch als ‚Sex-Appeal‘. Das dritte Element des erotischen Kapitals ist sozial definiert und beinhaltet Eigenschaften wie Anmut, Charme und soziale Kompetenz. Als viertes Ele- mentnennt Hakim Lebhaftigkeit („liveliness“), und meint hier eine Mischung aus Ge- sundheit,sozialer Energie und Humor. Das fünfte Element des erotischen Kapitals ist die soziale Inszenierung („social presentation“). Hier ist vor allem der Stil eines Menschen, ausgedrückt durch Kleidung, Schmuck, Parfüm und weiteren Accessoires, welche den Status eines Menschen zum Ausdruck bringen, gemeint. Das sechste Element ist schließlich die Sexualität eines Individuums, welche sich auf dessen sexuelle Kompetenz, Leidenschaftlichkeit, Energie etc. bezieht. Dieser Faktor wird normalerweise nur im Privatleben eines Individuums sichtbar und hat daher die geringste Bedeutung innerhalb des erotischen Kapitals (Hakim 2010: 2-3).
Diese sechs Elemente ergeben zusammen das erotische Kapital eines Individuums, wobei deren Gewichtung je nach Geschlecht, Kultur und Zeitalter variiert. Die physische Attraktivität lässt sich vor allem in den ersten beiden Elementen des Kapitals, der Schönheit und der sexuellen Attraktivität verorten.
Ein besonders attraktives Individuum besitzt nach Hakim also ein größeres erotisches Kapital, als ein weniger attraktives. Betrachtet man das erotische Kapital im Kontext der etablierten Kapitalformen wird ersichtlich, warum dieses Kapital auch in anderen sozialen Kontexten, wie dem Arbeitsmarkt, von Bedeutung ist: Bourdieu zu Folge, lassen sich alle Kapitalarten unter bestimmten Voraussetzungen in jeweils andere Arten trans-formieren (Bourdieu 2005: 52). Nach diesem Modell ist es bspw. möglich, erotisches Kapital auf dem Arbeitsmarkt in ökonomisches Kapital zu konvertieren. Die physische Attraktivität würde in diesem Fall dazu führen, dass das Individuum ein höheres Einkommen bekommt, als ein weniger attraktives Individuum mit ansonsten identischen Eigenschaften.
Der Einfluss des erotischen Kapitals ist stark vom Handlungskontext abhängig, in welchem sich ein Individuum befindet. Hakim zu Folge hat das erotische Kapital am Arbeitsmarkt den größten Nutzen für Individuen, in deren Beruf das Privatleben eine Art „public Performance“ ist, die Zurschaustellung des Privatlebens also Teil der Beschäfti- gungist, oder der Beruf viele soziale Interaktionen beinhaltet (Hakim 2010: 5,11).
4
Arbeit zitieren:
Joscha Dick, 2011, Der Einfluss physischer Attraktivität auf den Erfolg am Arbeitsmarkt , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Soziologie - Wirtschaft und Industrie: Der Einfluss physischer Attraktivität auf den Erfolg am Arbeitsmarkt ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Soziologie - Wirtschaft und Industrie: neuer Titel erschienen: Der Einfluss physischer Attraktivität auf den Erfolg am Arbeitsmarkt
Joscha Dick hat einen neuen Text hochgeladen
Arbeitsmarktflexibilisierung und Soziale Ungleichheit
Sozio-ökonomische Konsequenzen...
Johannes Giesecke
Soziale Ungleichheit und Pflege
Beiträge sozialwissenschaftlic...
Ullrich Bauer, Andreas Büscher
Soziale Ungleichheiten und kulturelle Unterschiede in Lebenslauf und A...
Fakten, Prognosen und Visionen
Harald Künemund, Klaus R. Schroeter
Soziale Ungleichheit und Gesundheitsrisiken älterer Menschen
Eine empirische Längsschnittan...
Lars Borchert, Wolfgang Voges, Ilona Ostner
Soziale Ungleichheit und Gesundheit
Gesundheitliche Versorgung und...
Sarah Sebinger, Andrea Wesenauer
0 Kommentare