II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis V
1 Einleitung 1
1.1 Themenstellung. 1
1.2 Gang der Untersuchung 1
2 Allgemeine Nachrichtenrezeption 3
2.1 Nachrichten-theoretische Grundlagen 3
2.1.1 Agenda setting 4
2.1.2 Priming 4
2.1.3 Framing 5
2.2 Finanzmarktreaktionen auf Berichterstattung. 5
3 Themenschwerpunkte der Berichterstattung 8
3.1 Methode der Bewertung 8
3.2 Medienpräsenz Japans 9
3.3 Medienpräsenz japanischer Wirtschaftsthemen 11
4 Neutralität der Berichtweise 15
4.1 Methode der Bewertung 15
4.2 Vergleich ausgewählter Medien 16
5 Schlussbetrachtung 20
6 Literaturverzeichnis 22
7 Anhang 26
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Anzahl der Pressemeldungen zum Thema Japan; Gemessen als Anzahl der Suchtreffer für den Suchbegriff „Japan“ in den Datenbanken Factiva (Reuters) und LexisNexis (alle anderen)…..……...……....9
IV
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Veränderung der Medienpräsenz Japans in Folge der Naturkatastrophe, gemessen als Vielfaches der durchschnittlichen Anzahl an Pressemeldungen nach der Krise gegenüber der Vor-Krisenzeit…………...10
Tabelle 2: Vergleich der Medienpräsenz zentraler Wirtschaftsthemen in Presseberichten vor und nach Ausbruch der japanischen Krise……………………..12
Tabelle 3: Prozentuale Veränderungen der Medienpräsenz zentraler Wirtschaftsthemen in Folge der japanischen Krise…………………………………….13
Tabelle 4: General Inquirer-Scores der analysierten Presseberichte…………………..17
V
Abkürzungsverzeichnis
AAA - AmericanAccounting Association AFP - AgenceFrance Press AP - TheAssociated Press Bzw. - beziehungsweise c.a. - circa CIA - CentralIntelligence Agency DPA - DeutschePresse-Agentur Durchschn. - Durchschnitt FARS - FinancialAccounting and Reporting Section Feb - Februar GAU - Größteranzunehmender Unfall GI - GeneralInquierer Hrsg. - Herausgeber IJoC - InternationalJournal of Communication IMF - InternationalMonetary Fund JAE - Journalof Accounting and Economics Jan - Januar JoC - Journalof Communication JoF - Journalof Finance Jiji - JijiPress JIMF - Journalof International Money and Finance km - Kilometer Kyodo - KyodoNews Mar - März N - Anzahl Reuters - ThomsonReuters Corporation S. - Seite Times - TheLondon Times u.a. - unteranderem U.S. - UnitedStates USA - UnitedStates of America USGS - United States Geological Survey
VI
Vgl. - vergleiche Vol. - Volume WEO - WorldEconomic Outlook Xinhua - XinhuaNews Agency Yonhap - Yonhap News Agency
-1- 1Einleitung
Am Freitag, den 11.03.2011, ereignete sich gegen 14:46 Ortszeit ein Seebeben der Stärke 9,0 in einer Tiefe von 32 km vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honschu. 1 Laut Statistik der amerikanischen Geologiebehörde USGS war dies das weltweit viertstärkste Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen. 2 Der durch das Beben entstandene Tsunami verursachte nicht nur unmittelbar schwere Schäden im Küstengebiet, sondern ist durch die aufgetretenen Defekte am Atomkraftwerk Fukushima I weiterhin verantwortlich für die zur Zeit fortwährende Bedrohung eines möglichen atomaren GAUs.
1.1 Themenstellung
Die mediale Berichterstattung über aktuelle Ereignisse ist ein entscheidender Faktor für das Geschehen an den weltweiten Kapitalmärkten. Neue Informationen verändern die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich Risiken und möglichen Renditen und beeinflussen dadurch Marktpreise. 3 Damit spielen Medien durch ihre Berichterstattung eine zentrale Rolle im globalen Wirtschaftsgeschehen.
In dieser Arbeit soll die mediale Darstellung von Finanzmarkt-relevanten Informationen in Folge der japanischen Naturkatastrophe und der daraus resultierenden Krise untersucht werden. Der Fokus liegt dabei auf einer vergleichenden Darstellung der Berichterstattung von Medien aus verschiedenen Ländern und der Erarbeitung möglicher Unterschiede bezüglich Neutralität, Konsistenz und Schwerpunktsetzung.
1.2 Gang der Untersuchung
Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Im theoretischen Teil werde ich zunächst einen Überblick über relevante Konzepte aus der Nachrichtenforschung geben. Darauf basierend arbeite ich zwei Merkmale heraus, anhand derer die Finanznachrichten im Verlauf der Krise untersucht werden können. Zusätzlich gehe ich auf die Relevanz von medialer Berichterstattung für Kapitalmärkte ein. Im anschließenden, empirischen Teil, werde ich die Berichterstattung ausgewählter
1 Vgl. United States Geological Survey (2011).
2 Vgl. United States Geological Survey (2011).
3 Vgl. Berry/Howe (1994), S. 1331.
-2-Medien anhand dieser Merkmale analysieren, sowie Gemeinsamkeiten und Unter-schiede zwischen den einzelnen Medien herausarbeiten. Zum Schluss werde ich meine Beobachtungen zusammenfassen.
Bei der Auswahl der Medien beschränke ich mich auf Meldungen der jeweils größten Nachrichtenagenturen, bzw. soweit verfügbar derer auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierter Tochterunternehmen, Japans (Jiji), Chinas (Xinhua Economic), der USA (Associated Press Financial Wire), Großbritanniens (Reuters), Deutschlands (DPA Afx), Südkoreas (Yonhap) und Frankreichs (AFP). Dieser Fokus hat zum einen den Sinn einen Überblick über die mediale Darstellung verschiedener Kulturkreise zu ermöglichen um damit eventuelle kulturbedingte Muster zu erfassen. Zum anderen bieten sich Pressemitteilungen großer Nachrichtenagenturen an, weil diese auf Grund ihrer etablierten Reputation vielfach als Primärquelle für Fernseh- und Zeitungsberichte der meisten Medien verwendet werden. 4 Ferner deckt diese Auswahl Medien der wichtigsten Handelspartner Japans ab. 5
Da die Folgen der ursprünglichen Naturkatastrophe (u.a. technische Probleme im Atomkraftwerk Fukushima I) noch nicht beseitigt wurden ist eine gänzliche Erfassung der Krisenberichterstattung nicht möglich. Aus diesem Grund beschränke ich mich in dieser Arbeit auf eine Analyse der Nachrichten vom Erdbeben am 11. März 2011 über einen Zeitraum von einem Monat bis zum 11. April 2011.
4 Vgl. Boyd-Barret (2000), S. 300-310.
5 Vgl. CIA World Factbook (2011).
-3- 2Allgemeine Nachrichtenrezeption
Bevor die Berichterstattung im Verlauf der durch das Beben am 11. März 2011 ausgelösten Krise in Japan analysiert wird sollen zunächst relevante Konzepte der Nachrichtenforschung diskutiert werden. Anschließend soll es möglich sein Vergleichskriterien für eine systematische Analyse zu erarbeiten. Bei den theoretischen Grundlagen soll weiterhin unterschieden werden zwischen Konzepten der allgemeinen Nachrichtentheorie und speziell Erkenntnissen über den Einfluss von Finanzberichterstattung auf Kapitalmärkte.
2.1 Nachrichten-theoretische Grundlagen
Die Nachrichtenforschung unterscheidet reguläre Nachrichten von Medienereignissen, sog. media events. Dayan und Katz (1992) definieren media events über drei Kriterien: die Unterbrechung des regulären Sendeprogramms, die monopolistische Eigenschaft die Aufmerksamkeit aller Medien auf sich zu ziehen und typischerweise eine Live- Übertragungder Geschehnisse. 6 Alle drei Eigenschaften treffen auf die Berichterstattung unmittelbar nach der japanische Naturkatastrophe zu, womit diese als typisches Medienereignis kategorisiert werden könnte. Allerdings schließen Dayan und Katz in ihrer Definition unerwartete Ereignisse, also auch Naturkatastrophen, explizit aus. Alternativ kann die Berichterstattung durch die fesselnde Wirkung eines tragischen Ereignisses aber als disaster marathon 7 eingeordnet werden. Eine Konsequenz dieser Einordnung ist, dass eine große Menge an Berichten unmittelbar nach dem Ereignis zu erwarten ist. Zur Überprüfung dieser Vermutung soll im empirischen Teil der Arbeit auf den Umfang der Berichterstattung durch einzelnen Medien im Verlauf der japanischen Krise eingegangen werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt für die Betrachtung der Berichterstattung während der japanischen Krise ist der internationale Faktor. Einerseits reagieren Personen des selben Kulturkreises auf Nachrichten über ein Unglück mit unterschiedlich viel Empathie je nachdem wo das Unglück passiert ist und wie leicht sie sich dadurch mit den Opfern solidarisieren können 8 . Zum anderen interpretieren Personen aus unterschiedlichen
6 Vgl. Dayan/Katz (1992), S. 5-7.
7 Vgl. Liebes (2002), S. 72-73.
8 Vgl. Kyriakidou (2008), S. 286-287.
-4-Kulturkreisen die selbe Nachricht unterschiedlich, je nach Werten und Normen der jeweiligen Gesellschaft. 9
Nach dieser Einordnung soll nun die Wirkung von Nachrichten betrachtet werden. Die Nachrichtenforschung unterscheidet drei Effekte in der Kommunikation von Medien: agenda setting, framing und priming. 10
2.1.1 Agenda setting
In ihrer 1972 publizierten „Chappel Hill“-Studie untersuchten McCombs und Shaw den Zusammenhang zwischen den in den Massenmedien präsentierten und den von Wählern als wichtig wahrgenommen Themen im US-Präsidentschaftswahlkampf 1968. 11 Sie fanden heraus, dass zwischen dem Grad der Medienpräsenz und der wahrgenommenen Wichtigkeit der einzelnen Themen eine signifikante Korrelation bestand. 12 Diesen Zusammenhang zwischen Themenagenda der Medien und der empfundenen Bedeutung von Themen bezeichneten McCombs und Shaw als die agenda setting-Funktion der Nachrichten. Diese Funktion wird treffend durch ein Zitat von Bernard Cohen zum Thema Presse beschrieben: „It may not be successful much of the time in telling people what to think, but it is stunningly successful in telling its readers what to think about” 13
2.1.2 Priming
Unter dem Begriff des priming versteht man die mediengelenkte Veränderung von Kriterien zur politischen Bewertung. 14 Diesen Effekt erreichen die Medien durch Suggestion bestimmter Richtwerte zu ausgewählten Bewertungskategorien. 15 Damit beeinflussen Medien die Entscheidung eines Nachrichtenempfängers welche Kriterien und welche Richtwerte bei einer politischen Bewertung anzuwenden sind durch die Wahl der berichteten Themen und präsentierten Refferenzwerte. Die Entscheidungen des Individuums wie etwas zu bewerten ist werden also durch die Verfügbarkeit von
9 Vgl. Katz/Liebes (1990), S. 55-60.
10 Vgl. Scheufele/Tewksbury (2007), S. 10-11.
11 Vgl. McCombs/Shaw (1972), S. 177-178.
12 Vgl. McCombs/Shaw (1972), S. 182-184.
13 Cohen (1963), S. 13.
14 Vgl. Iyengar/Kinder, (1987), S. 63.
15 Vgl. Scheufele/Tewksbury (2007), S. 11.
Arbeit zitieren:
Maximilian Margolin, 2011, Finanznachrichtenerstattung in Krisenzeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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