Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
II
1. Vorwort
S.1
2. BobDylansalsSymbolfigurindensechzigerJahren
S.2
2.1
Jugend
S.2
2.2
StudienjahreinMinneapolis
S.3
2.3
DieAnfängeinNewYork
S.4
2.4
TheFreewheelinBobDylan
S.6
2.5
TimesTheyAreAChangin
S.8
2.6
AnotherSideofBobDylan
S.10
2.7
BringingItAllBackHome
S.11
2.8 Highway61Revisited
S.15
2.9 BlondeonBlonde
S.17
2.10 JohnWesleyHarding
S.18
3. Fazit
S.19
AnhangI ,,Literaturverzeichnis"
III
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1. Vorwort
In der Musik wird jedes Jahrzehnt durch Bands, Musikstile und Trends geprägt. Es gelingt
nur wenigen darüber hinaus Bedeutung zu erreichen, besonders wenn es nicht nur um
Musik, sondern auch um gesellschaftliche Themen geht. Und einem ist dies mit Sicherheit
gelungen: Bob Dylan.
Bob Dylan gilt bis heute als einer der einflussreichsten Musiker des zwanzigsten
Jahrhunderts. Der amerikanische Folk- und Rockmusiker beeinflusste mit seinen
musikalischen Beiträgen nicht nur zahlreiche Zuhörer, sondern auch das kulturelle und
politische Bewusstsein verschiedener Generationen. Zudem kann man ihn unter anderem
als Pionier der musikalischen Entwicklung ab den sechziger Jahren verstehen, der durch
seine grenzüberschreitenden Ausflüge in verschiedene musikalische Genres immer wieder
in unbekannte musikalische Gebiete vordrang.
Meine Motivation über Bob Dylan zu schreiben rührt vor allem daher, dass seine Musik ab
dem zehnten Lebensjahr ein wichtiger Bestandteil meiner musikalischen Sozialisation war.
Um sein Lebenswerk und seine persönlichen Ambitionen grundlegend besser zu verstehen,
wollte ich symbolisch gesehen in Dylans Vergangenheit reisen und Zusammenhänge die
mir bis dato noch nicht bekannt waren, beleuchten. Während dem Prozess der Recherche
fiel mir bereits früh auf, dass die Durchdringung des Werdegangs eines solch komplexen
Musikers und Poeten nicht durch rein biografische Forschungen geschehen kann. Gerade
die zeitgeschichtlichen Ereignisse und Phänomene und die damit zusammenhängenden
Zeitgeister waren es die Dylan beeinflusst haben und ihn zu der Symbolfigur haben werden
lassen, die er heute noch ist.
Da Bob Dylan seit Mitte der fünfziger Jahre musikalisch tätig ist und sich bis heute einer
gewissen Popularität erfreut und zudem aktuell weiterhin komponiert, habe ich meinen
Fokus auf die Epoche gelegt, in der Dylans Bekanntheit, Kreativität und Arbeitsweise
ihren Ursprung hat.
Aus diesen verschiedenen Beweggründen lässt sich auch der Aufbau meiner Hausarbeit
ableiten. Im Gegensatz zu meinem vorherigen Vorschlag habe ich mich trotzdem dagegen
entschieden zum einen Biografie und Beschreibung der Umstände für Dylans getrennt
voneinander zu beschreiben. Eher versuche ich in Punkt 2 ,,Bob Dylan als Symbolfigur der
sechziger Jahre" beide Komponenten miteinander zu verstricken.
Außerdem gehe ich bei meiner endgültigen Fassung meiner Hausarbeit nicht mehr auf die
sechziger Jahre ein. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen wollte ich das Feld in dem
mein Thema stattfindet nicht unnötig auffächern und zum anderen versuchen auch diesen
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Punkt in einen biografisch-orientierten Text mit einfließen zu lassen, um einen direkten
Bezug zwischen den Geschehnissen der sechziger Jahre und Dylans Karriere zu schaffen.
2. Bob Dylan als Symbolfigur in den sechziger Jahren
2.1 Jugend
Robert Allen Zimmerman wurde am 24. Mai 1941 in Duluth, Minnesota geboren. Der
Junge, der sich später den Künstlernamen ,,Bob Dylan" geben sollte, verbrachte dort mit
seinem Vater Abraham und seiner Mutter Beatrice, die ersten 5 Jahre seines Lebens. Nach
der Geburt seines Bruders und der Erkrankung des Vaters an Kinderlähmung zog die
Familie zurück in die ursprüngliche Heimatstadt der Eltern Hibbing, nahe an der
kanadischen Grenze. Die Zimmermans waren nie besonders reich, zählten aber zu den
gutbürgerlichen jüdischen Familien in der Gegend. Zudem war die Familie im weiten
Umfeld bekannt aufgrund der Tätigkeit von Vater Abraham als Mitinhaber einer Elektro-
und Eisenwarenhandlung die vielen Bergleute ihre Ware auf Kredit verkaufte und lieferte.
Da diese oft ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten, schickte Vater Abraham meistens
sein Sohn los, um die Ware wieder zurück zu holen. Dylan hatte damals schon mit der
Situation zu kämpfen armen Menschen ihr Hab und Gut wegzunehmen, was ihn wiederum
bis in die sechziger Jahre und weiter hinaus hinsichtlich seiner Texte Denkweise
beeinflussen sollte (Vgl. Scaduto, A. (1979): Bob Dylan Eine indiskrete Biografie, 2.
Auflage, Obertshausen, S.10 ff.).
Die Stadt Hibbing wurde vor allem durch seine riesigen Erzvorkommen geprägt, welches
dort und im weiten Umfeld direkt unter der Erdoberfläche zu finden war und in Massen
abgebaut wurde. Die Menschen dort zeichneten sich durch ihre kleinbürgerliche
Weltansicht aus, die einen Freigeist wie Dylan nur zum Außenseiter werden lassen konnte.
Während ein Großteil der Jugendlichen in Hibbing der Erziehung und den Vorgaben ihrer
Eltern folgten, war Dylan bereits früh bemüht seine Gefühlswelt über andere Mittel
auszudrücken.
Nachdem er Hank Williams, ein Country Blues Sänger und Songschreiber, für sich
entdeckt und ihn als sein erstes großen Idol verstanden hatte, ging Dylan über zu Blues,
Rhytm-and-Blues und den Spirituals, die damals ausschließlich schwarze Landarbeiter und
Musiker prägten.
Mit dem Film ,,Saat der Gewalt" und dem dazugehörigen musikalischen Leitmotiv ,,Rock
Around the Clock" von Bill Haley wurde diese Musik, nun als Rock'n'Roll bekannt, für
viele Jugendliche und vor allem für Bob Dylan mehr oder weniger salonfähig gemacht und
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zunehmend interessanter. So wurde Hibbing, auch als ,,Iron Range" bezeichnet, Bob
Dylans erster Schauplatz für musikalische Erfahrung (Vgl. Scaduto, A., 1979, S. 12 f.).
Im Alter von 8 oder 9 Jahren brachte er sich selber Klavier spielen bei und versuchte sich
ab ca. 1955 in eigenen Rock'n'Roll-Bands mit denen er seinem zweiten großen Vorbild
,,Little Richard" nacheiferte. Mit z.B. ,,The Golden Chords", ,,The Shadow Blasters" oder
,,The Satin Tones" sammelte er bei Talentwettbewerben oder Schulfesten erste Live-
Erfahrungen und war oftmals selber erstaunt, dass er als Frontsänger die Möglichkeit hatte
seine Zuhörer in sowohl positiver als auch negativer Hinsicht zu beeinflussen und im
besten Fall mitzureißen (Vgl. Detering, H. (2009): Bob Dylan, 3. Auflage, Ditzingen, S. 26
f.)
Ab ca. 1957 begann Bob Dylan regelmäßig an den Wochenenden in das 200 Meilen
entfernte Minneapolis zu fahren, wo er den Kontakt zu anderen Musikern und Kreativen
suchte. Diese fand er in den zahlreichen Coffee Houses, wo sich junge Folk-Musiker
ausprobieren konnten, sowie in Jazz-Lokalen, die zunehmend Rock'n'Roll in ihr
Programm aufnahmen.
Bis zu seinem Abschluss 1959 trieb sich der junge Bob Dylan weiter in der Gegend von
Hibbing rum und entdeckte in dieser Zeit primär ,,Rhytm and Blues" für sich.
Als Dylan zunehmend versuchte sich in Popmusik auszudrücken, manifestierte sich auch
sein Traum ein großer Rock'n'Roll-Star zu werden immer deutlicher (Vgl. Scaduto, A.,
1979, S. 44 ff.).
Angetrieben durch die Ablehnung der in Hibbing herrschenden Konformität, wurde sein
Interesse an Musik und Literatur angetrieben. Dylan saugte von Rock'n'Roll Musik bis zu
literarischen Größen wie z.B. Steinbeck, alles in seiner Jugend auf um dies zu imitieren,
umzuarbeiten und mit seinem eigenen Stil zu prägen. Diese Arbeitsweise, in der er für sich
große Inspiration fand, begleitete ihn die weiteren Jahre und half ihm sich immer wieder
weiter zu entwickeln (Vgl. Scaduto, A., 1979, S. 18).
2.2 Studienjahre in Minneapolis
Im September 1959 begann Bob Dylan am Arts College der University of Minnesota in
Minneapolis zu studieren. Halbherzig besuchte er Vorlesungen und verbrachte lieber seine
Zeit in ,,Dinkytown", einem Viertel das sich durch seine Bewohner (Studenten,
Intellektuelle, etc.) zu einem Künstlerviertel entwickelt hatte. Dort hatte Dylan seine ersten
Auftritte als Folksänger, bei denen er schwarzen Folkblues und einen eher traditionellen
Folk-Stil präsentierte und über die er damals leicht Kontakt zur lokalen Folk-Szene
knüpfen konnte. Beeinflusst durch seine neue ,,Clique" fing er an sich mit den Folk-
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Größen der damaligen und vorherigen Zeit auseinander zu setzen (Vgl. Scaduto, A., 1979,
S. 67 f.).
1960 entdeckte Bob Dylan durch seinen Freund David Whitaker letztendlich Woody
Guthrie für sich, der bis heute als eine Legende der Folkmusik gilt. Angetrieben durch
seine Begeisterung für die Authentizität Guthries und dessen besungene Inhalte wie z.B.
private Schicksalsschläge, Protestlieder, etc. versuchte er diesen bis ins kleinste Detail zu
imitieren (Vgl. Scaduto, A., 1979, S. 70 f.).
Nachdem er weiterhin in der Folkszene in Minneapolis beständig versuchte seine
Fertigkeiten als Sänger und Gitarrist zu verbessern, beschloss er spontan im Dezember
1960 sein Vorbild, der an Chorea Huntington erkrankt war, in New York zu besuchen. Aus
Minneapolis nahm Dylan vor allem die Entschlossenheit mit sich als Musiker, Sänger und
Entertainer zu etablieren. Guthrie war sein Vorbild, welches in ihm diese Entschlossenheit
auslöste und zudem ein erreichbares Ziel vor Augen gab (Vgl. Scaduto, A., 1979, S. 79).
2.3 Die Anfänge in New York
Nach längeren Zwischenaufenthalten in Chigago und Madison kam Dylan am 24. Januar
1961 in der Metropole im Osten, New York City, an, hatte bereits am gleichen Abend
seinen ersten Auftritt im ,,Café Wha?" und suchte am darauf folgenden Tag ohne
Umschweife Woody Guthrie im Greystone-Hospital auf. In den Wochen nach seinem
Besuch konnte Dylan den Kontakt weiter über Freunde von Guthrie halten, die Gleasons,
die den Kranken jedes Wochenende aus dem Hospital abholten, um ihn bei sich zu Hause
im Kreis von Freunden zu unterhalten und ,,seelisch" zu pflegen.
Dabei entwickelte sich zwischen den beiden eine Bindung die Dylan ein gewisses Selbst-
vertrauen gab. Das Lob seines großen Vorbilds in Bezug auf seine Texte und seine Musik
unterstützte diesen Prozess immens. Guthrie verglich ihn mit den bereits bekannten und
von ihm beeinflussten Sängern Jack Elliot und Pete Seeger und bezeichnete diese beiden
als reine Folk-Interpreten, während Dylan die Möglichkeit dazu hätte ein echter Folk-
Sänger zu werden (Vgl. Scaduto, A., 1979, S. 94).
Neben Auftritten in den verschiedenen Clubs der Folk-Szene die ihn zu einer lokalen
Bekanntheit werden ließen, waren die ersten Monate für Dylan aus finanzieller Hinsicht
mehr als hart und die Situation nötigte ihn dazu verschiedene Nebenjobs anzunehmen um
über die Runden zu kommen. Wichtig war ihm jedoch nur z.B. bei den ,,Monday Night
Hoots" im ,,Gerde's Folk City" im Kreise anderer Folkmusiker sein Repertoire zu
präsentieren, mehr Routine zu entwickeln und Fans zu gewinnen. Dies brachte ihm in dem
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gerade genannten Veranstaltungsort im April 1961 auch sein erstes professionelles
Engagement ein.
Als Vorsänger für John Lee Hooker, konnte er sich weiter in der New Yorker Folk-Szene
einen Namen machen und hinterließ bei ihnen einen starken Eindruck (Vgl. Scaduto, A.,
1979, S. 120 ff.).
Dylans Anfangszeit in New York war allerdings nicht nur von der Präsentation seiner
eigenen Person geprägt, sondern zum größten Teil auch davon von anderen Folkmusikern
zu lernen und neue Fertigkeiten zu erlangen. Über Guthrie lernte er den Folk-Sänger Pete
Seeger und Jack Elliot kennen und über seine Auftritte zudem auch weiterer Musiker wie
z.B. den Bluesgitarristen Dave Van Ronk, die ihn unter seine Fittiche nahmen, ihr eigenes
Wissen an ihn weitergaben und ihn förderten (Vgl. Scaduto, A., 1979, S. 95 f.).
Dylan begann mehr eigene Lieder zu schreiben. Er versuchte von seinem erstaunlich
großen Repertoire an Folk-Songs und anderen Kompositionen der Vergangenheit Abstand
zu nehmen und etwas Eigenes zu schaffen. Beeinflusst durch den politisch orientierten
Kreis in dem Dylan sich bewegte, lernte er zunehmend die Schwachstellen der
Gesellschaft und aktuelle Ereignisse wahrzunehmen und diese kritisch in seinen Texten zu
hinterfragen.
Begegnungen mit dem Freundeskreis von Dave Van Ronk, der zum Großteil aus aktiven
Linken bestand, aber auch Pete Seeger mit seinen unterschwelligen Protestsongs und durch
sein Vorbild Woody Guthrie, der sein Leben lang die Ungerechtigkeiten auf der Welt
kritisiert hatte. Des Weiteren beeinflusste Richard M. Buckley, auch als Lord Buckley
bekannt, den jungen Dylan der sich von Buckleys Visionen und Allegorien, die dieser in
der Sprache der Straße aus Zeiten der Prohibition in Chigago ausdrückte, anstecken und
inspirieren ließ. Seine Fähigkeit, politische sowie künstlerische Einflüsse zu filtern und in
seinem eigenen primär poetischen Stil zu präsentieren, benötigte jedoch noch einige Zeit
zum Wachsen (Vgl. Scaduto, A., 1979, S. 130 ff.).
Im Sommer 1961 bekam Dylan zum ersten Mal die Möglichkeit für andere Musiker im
Tonstudio Mundharmonika zu deren Liedern zu spielen. Aufgrund der unterschiedlichen
Arbeitsweisen entschied er sich aus dem Projekt auszusteigen.
Anfang August 1961 lernte Bob Dylan Carolyn Hester, eine texanische Folksängerin die
gerade von John Hammond für Columbia Records unter Vertag genommen war, kennen
und freundete sich mit ihr und ihren Musikern an. Im September des gleichen Jahres folgte
eine gemeinsame Aufnahmesession um Hesters erstes Album bei Columbia Records
aufzunehmen, wodurch John Hammond, der ihn später dann auch unter Vertrag nehmen
sollte, zum ersten Mal auf Dylan aufmerksam wurde. Seine Bekanntheit als Folk-Musiker
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