Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Kommunikation im Internet 4
2.1 Grundsätzliches zur Kommunikation im Internet 4
2.2 Prototypische Kommunikationssituationen 5
2.2.1 Informationsmöglichkeit 5
2.2.2 Diskussionsmöglichkeit 6
2.2.3 Organisationsmöglichkeit 8
3. Das Portal Liberal im Wandel der Zeit 10
3.1 Möglichkeit zur Analyse von Homepages 10
3.2 Anfänge liberaler Internetaktivität im Jahr 1996 11
3.3 Online-Auftritt der Liberalen Ende 2011 14
4. Die Auswirkungen der Online-Präsenz der FDP. 19
4.1 Parteiperspektive 19
4.2 Wählerperspektive 20
5. Fazit 21
6. Literaturverzeichnis 22
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1. Einleitung
Im letzten Jahrzehnt hat sich das Internet in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) beziehungsweise im gesamten Gebiet der Europäischen Union (EU) als Massenmedium neben dem Rundfunk und Printmedien durchgesetzt. Im Jahr 2002 hatten 39% der Privathaushalte im EU-Raum einen Internet-Zugang. Bis 2011 ist dieser Anteil europaweit auf durchschnittlich 73% angestiegen (Vgl. Eurostat, 2011). In der BRD ist im gleichen Zeitraum ein ähnlich steiler Anstieg von 46% auf 83% zu verzeichnen (Ebd.). Offensichtlich sind die technischen Voraussetzungen zur Nutzung des World-Wide-Webs dementsprechend inzwischen weitverbreitet und nicht das bloße Privileg einer bestimmten Gesellschaftsgruppe.
Mit Beginn der kommerziellen Nutzung des Internets Mitte der 1990er Jahre, setzte die Auseinandersetzung der Politik und Wissenschaft mit dem damals neuen Medium ein (Vgl. Emmer, 2005, S. 11). In dem Zusammenhang war der Fokus der Analysen auf die potenziellen politischen Wirkungen des Internets gerichtet, die positiven und negativen Einfluss auf die Makro-, Meso- und Mikro-Ebene nehmen könnten (Vgl. Emmer, 2005, S. 13).
Parallel zur Erforschung der gesellschaftlichen und politischen Folgen des Internets setzte sich dessen dynamische Weiterentwicklung fort. In kurzer Zeit konnte sich das Internet dabei so stark etablieren, dass die Vision eines Alltags ohne Internet für viele Bürger nur noch schwer vorstellbar ist. Die Menschen in den modernen Industriestaaten können also teilweise nicht mehr ohne das multifunktionale virtuelle Netzwerk leben. Nach Angaben des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung in Hamburg sind die technischen Beschränkungen nur noch partiell wirksam und die Aktivität der Internetnutzer nimmt zu (Vgl. Deutsche Presse-Agentur, 2010). In der BRD waren im Jahr 2010 demnach 72% der Bürger im Internet aktiv - die Schulpflichtigen übertreffen diese Quote mit 98% (Ebd.). Das Maß der Internetaffinität der jüngeren Generationen zeigt welches Zukunftspotenzial weiterhin noch im Bereich des Internets steckt.
Das Internet bietet als jederzeit weltweit verfügbare und zumeist frei zugängliche Kommunikations-und Informationsplattform innovative
Nutzungsmöglichkeiten und Vorteile gegenüber den fast schon traditionellen Medien,
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die durch ein weitaus geringeres Maß an Interaktivität und langsamere Informationsverarbeitung sowie -verbreitung gekennzeichnet sind. Neben den Bürgern, Unternehmen, Medien, Nichtregierungsorganisationen und staatlichen Institutionen haben auch die politischen Parteien das Potenzial des Internets erkannt. Für die Parteien ist das Internet ein hilfreiches Instrument geworden, das viele Bereiche der Parteiarbeit unterstützen kann. In dem Zusammenhang wird das Internet insbesondere für möglichst öffentlichkeitswirksame Marketing- und Wahlkampfzwecke genutzt.
In den meisten Parteien haben sich zwischenzeitlich Intranets ausgeprägt, die Parteimitgliedern exklusiven Zugang zu speziellen Informationen bieten. Das Internet hat sich dadurch zum virtuellen Gegenspieler der realen Parteiversammlung entwickelt. Da der Themenkomplex des Internets zu global gefasst ist, wird in der vorliegenden Arbeit eine stark fokussierte Fragestellung verfolgt. Am Beispiel der Freien Demokratischen Partei (FDP) soll der Einfluss des Internets auf die Makro-Ebene betrachtet werden. Es stellt sich hierbei die Frage ob der Trend zur virtuellen Gesellschaft auch eine Internetisierung der Parteikommunikation zur Folge hat (Vgl. Kaletka, 2003, S. 23). In der Arbeit wird deshalb eine Analyse des Internetauftritts der Partei vollzogen.
Im ersten Schritt wird ein theoretischer kommunikationswissenschaftlicher Ansatz von Christoph Kaletka näher erläutert. Darauf folgt eine Beschreibung beziehungsweise ein Vergleich des Internetauftritts der FDP in den Jahren 1996 und 2011. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird im nächsten Abschnitt geprüft, inwieweit das Modell Kaletkas auf die Internet-Präsenz der FDP zutrifft und welchen Einfluss der Internetauftritt damit auf die Partei haben kann. Letztlich steht die Beantwortung der Fragestellung der Arbeit vor dem Hintergrund der entsprechend herausgefundenen Resultate im Mittelpunkt.
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2. Kommunikation im Internet
2.1 Grundsätzliches zur Kommunikation im Internet
Grundlegend gilt die Annahme, dass eine strikte Trennung von Massen- und Individualkommunikation im Internet nicht immer möglich ist (Vgl. Kaletka, 2003, S. 90). Die Sender- beziehungsweise Empfängerzuordnung ist bei der virtuellen Kommunikation demnach nicht immer eindeutig, da durch die mögliche Interaktivität des Internets ein schneller Wechsel von Sender und Empfänger erfolgen kann (Vgl. Emmer, 2005, S. 26).
Im Unterschied zu anderen Medien wird der Hybridcharakter des Internet-Mediums offensichtlich, das nicht nur zur Massen- oder Individualkommunikation genutzt werden kann (Vgl. Emmer, 2005, S. 27 f.). Vielmehr ist eine Kombination beider Kommunikationsformen möglich, die von den individuellen Kommunikationsbedürfnissen des Nutzers abhängig ist (Vgl. ebd.). Den Parteien würden sich daraus neue Möglichkeiten bei der Organisation und dem politischen Marketing ergeben. Kaletka verweist bezüglich der Kommunikationsarten auf den Massenkommunikationsbegriff von Gerhard Maletzke aus den 1960er Jahren. Maletzke definierte Massenkommunikation damals als „Kommunikation, bei der Aussagen öffentlich durch technische Verbreitungsmittel indirekt und einseitig an ein disperses Publikum […] vermittelt werden.“ (Kaletka, 2003, S. 93 f.). Für die Analyse von Webangeboten unterscheidet Christoph Kaletka im weiteren Verlauf drei prototypische Kommunikationssituationen, mit denen der Internetnutzer konfrontiert wird. Dabei werden die Folgen der jeweiligen Situation für den Produzenten und Rezipienten erläutert.
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2.2 Prototypische Kommunikationssituationen
2.2.1 Informationsmöglichkeit
Das World Wide Web ist eine riesige Bibliothek, die sich durch unendlich viele virtuelle Zugänge und ein beeindruckendes Informationsangebot auszeichnet (Vgl. Kaletka, 2003, S. 93). Auch wenn in der digitalen Welt das Informationsthema nicht im Fokus steht, so gibt es nach Helmut Scherer trotzdem ein Primat der Information, was auch für die politischen Webangebote gilt (Vgl. ebd.). Dies wird durch empirische Studien belegt, die das Internet als wichtige Informationsquelle ansehen (Vgl. Saleh, 2005, S. 40).
Kaletka passt den Massenkommunikationsbegriff in Anbetracht der speziellen Informationsübermittlung im Raum der Netzkommunikation an. Quantitativ betrachtet handelt es sich bei dem Internet durch die Vervielfachung der Informationsanbieter um ein massenkommunikatives Medium (Vgl. Kaletka, 2003, S. 94). Allerdings würde sich der Verbreitungskoeffizient, durch das ungünstige Anbieter - Nutzer - Verhältnis, im Internet „enorm verringern“ (Ebd.). Denn trotz der großen Anzahl an Homepages heißt dies nicht, dass diese Homepages auch intensiv besucht werden.
Die Dispersität des Publikums ist im Internet durch die erkennbare Fragmentierung der Nutzer entsprechend der individuellen Interessen ausgeprägt. Dies führt in der Folge auch zum Aufweichen der „Rollenkonstanz der Nutzer“ (Ebd.), da eine schnelle Veränderung des Rollenverständnisses bei der Nutzung unterschiedlicher Webangebote möglich ist.
Dies hängt von dem Ziel der Internetnutzer ab, die nach Esch/Langner/Jungen entweder zur Gruppe der Browser oder Searcher gehören (Vgl. Hartmann, 2007, S. 108). Beide Nutzungstypen unterscheiden sich durch die Zielsetzung. Beim Browser gibt es im Gegensatz zu dem Searcher kein genaues Suchziel, der Nutzer klickt sich teilweise quasi wahllos durch den Internetauftritt und legt neben dem Informationsgehalt auch Wert auf den Unterhaltungswert der Webseite (Vgl. ebd.). Weiterhin wird die Möglichkeit der Rückkopplung zwischen Anbieter und Nutzer nach der Informationsvermittlung im Internet deutlich ausgebaut, was bei klassischen Massenmedien nur eingeschränkt möglich war (Kaletka, 2003, S. 95). Da
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Arbeit zitieren:
Sebastian Liebram, 2011, Inwiefern trägt das Internet zur Modernisierung der Parteikommunikation bei?, München, GRIN Verlag GmbH
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