Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Wesen und Struktur von Funktionsverbgefügen 4
3. Definitionen 5
3.1. Komplexe Prädikate 6
3.2. Funktionsverbgefüge 7
4. Analysekriterien 8
4.1. Kriterien zur Ausgrenzung von komplexen Prädikaten 8
4.2. Abgrenzung zu freien Verbindungen und idiomatischen Fügungen 9
5. Untersuchung eigener Beispiele 10
6. Zusammenfassung 17
7. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Funktionsverbgefüge sind Konstruktionen, die innerhalb der Grammatik „verschiedene linguistische Bereiche tangieren und damit aus unterschiedlicher Perspektive betrachtet werden“ (Heine, 2006, S. 17f) können, was die Untersuchung dieser Gefüge umso interessanter macht. Genau dieser Aspekt ist aber auch die Grundlage, um verstehen zu können, warum es eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen zu diesen Gefügen gibt und keine davon als falsch angesehen werden kann. Das wiederum ist der Grund dafür, dass genau ausgelotet werden muss, ob es sich nun um ein Funktionsverbgefüge handelt, welches zwischen Semantik und Syntax steht, oder ob es vom Wesen her nur einem der Bereiche zugeordnet werden kann. Wie kann die Funktion einer Konstruktion im Satz also genau bestimmt werden? Möglich ist dies offensichtlich nur durch eine genaue Betrachtung des Gefüges unter bestimmten Kriterien.
Diese Arbeit untersucht nun die Möglichkeit der Analyse von Funktionsverbgefügen als komplexe Prädikate und beschäftigt sich vor allem mit entsprechenden Analysekriterien und deren Anwendung auf konkrete Beispiele. Zuvor soll allerdings erst einmal der Aufbau von Funktionsverbgefügen beleuchtet werden, um im Anschluss eine klare Definition derer zu erhalten. Für die erwähnte Analyse ist es zudem unerlässlich, auf den Begriff der komplexen Prädikate kurz einzugehen. Die Diskussion über die Notwendigkeit von Funktionsverbgefügen für die deutsche Sprache soll hier jedoch nicht im Einzelnen erläutert werden. Nichtsdestotrotz wird ihre Funktion in der deutschen Sprache klargestellt werden.
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2. Wesen und Struktur von Funktionsverbgefügen
Funktionsverbgefüge sind laut Duden (2006) häufig im Nominalstil, d.h. in Gebrauchstexten oder der Verwaltungssprache zu finden. Dem Standpunkt Vieler, dass sie unnötige Streckformen seien, soll hier allerdings mit einer Reihe von Vorteilen der Funktionsverbgefüge aufgewartet werden. Zum Ersten stellen sie eine Bereicherung des Wortschatzes dar. Sind Funktionsverbgefüge und die entsprechende Vollverbvariante funktional und inhaltlich gleich, so offenbaren sich weitere Vorteile wie die klammerbildende Form, die das Prädikat durch seine Komplexität eingeht. Weiterhin bieten sie „andere Möglichkeiten der Nichtrealisierung bestimmter Aktanten“ (Fabricius-Hansen, 2006, S. 431f). Schließlich ist es möglich, eine Häufung infiniter Verbformen im Passiv zu vermeiden, da Funktionsverbgefüge die passivische Sehweise ausdrücken. Um mehr über das Wesen von Funktionsverbgefügen zu erfahren, soll im Folgenden auf ihre Struktur eingegangen werden.
Sowohl die Dudenredaktion, als auch Helbig und Buscha einigen sich darauf, dass sich Funktionsverbgefüge immer aus einem Funktionsverb und einem nominalen Bestandteil zusammensetzen. Im Duden werden zwei Gruppen unterschieden. Zum Einen die, in denen der nominale Teil des Gefüges ein Verbalsubstantiv im Akkusativ ist und zum Anderen jene, die eine Präposition und ein vom Verb abgeleitetes Substantiv enthalten. Auch Helbig und Buscha geben diese Unterscheidung nach der morphologischen Form des nominalen Gliedes als eine mögliche unter vielen in ihrer Grammatik aufgeführten an.
Welke dagegen gibt an, dass die Struktur der Konstruktionen wie folgt sei: Prädikat + Direktivum, Prädikat + Akkusativobjekt und Prädikat + statisches Lokal (Welke, 2007, S. 215). Das Verb des Satzes stellt also syntaktisch gesehen ein einfaches Prädikat dar und erst durch eine entsprechende Analyse wird klargestellt, ob der nominale Bestandteil semantisch zum Prädikat gehört und von einem Funktionsverbgefüge, d.h. einem komplexen Prädikat, gesprochen werden kann.
Trotzdessen kann man sagen, dass diese Sichtweise der des Dudens, die den verbalen Bestandteil des Gefüges als Funktionsverb bezeichnet, gleich kommt. In allen genannten Grammatiken geht man davon aus, dass das Verb
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Bedeutungsaspekte ausdrückt, also durchaus eine semantische Funktion hat, aber gleichzeitig seine ursprüngliche Vollverbbedeutung verloren hat und „eine abstrakte Hilfsverbbedeutung“ (ebd.) erhält.
Um die Struktur der Konstruktion zu verdeutlichen, folgen nun einige ausgewählte Beispiele für Funktionsverbgefüge aus den genannten Grammatiken.
(a) eine Anregung geben (Fabricius-Hansen, 2006, S. 424) (b) zum Abschluss bringen (ebd.)
Das erste Beispiel zeigt ein Funktionsverbgefüge bestehend aus einem deverbalen Substantiv im Akkusativ und einem Funktionsverb, wohingegen Beispiel (b) noch eine Präposition enthält. Zusammen bilden sie eine Einheit für einen potentiellen Satz. Das Funktionsverb, bzw. das einfache Prädikat (vgl. Welke), drückt verbale Bedeutungsaspekte aus und das von einem Verb abgeleitete Substantiv hat einen sachbeschreibenden, lexikalischen Kern. Das Verb von dem es sich ableitet, nennt man nach Duden Grundverb. An beiden oben genannten Beispielen wird deutlich, dass die Semantik des Funktionsverbs „mit Bezug auf das formgleiche Vollverb verändert, d.h. verschoben bzw. reduziert ist“ (Langer, 2009, S. 71). Zudem ist zu sagen, dass Funktionsverben sich innerhalb dieser Konstruktionen nicht durch bedeutungsähnliche Verben ersetzen lassen (vgl. Heine). Das Funktionsverbgefüge insgesamt gleicht dagegen semantisch sehr der Bedeutung des Grundverbs des nominalen Bestandteils, was eine Paraphrasierung der Wortgruppe durch dieses oft ermöglicht.
3. Definitionen
Sowohl Funktionsverbgefüge, als auch komplexe Prädikate sind von ihrer Definition her sehr umstrittene Begriffe in der Forschung, da ihnen je nach Sichtweise mehr oder weniger Bedeutung innerhalb der Grammatik zugewiesen werden kann. Trotzdessen soll nun im folgenden Abschnitt versucht werden, beide Fachtermini bestmöglich zu definieren, so dass mit der eigentlichen Analyse mit entsprechenden Kriterien begonnen werden kann.
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Arbeit zitieren:
Susann Dannhauer, 2009, Funktionsverbgefüge - Komplexe Prädikate, München, GRIN Verlag GmbH
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