Gedichtinterpretation
Die
Luft
riecht
schon
nach
Schnee
Der
Winter
ist
eine
Jahreszeit,
über
die
sich
die
Geister
nicht
weiter
scheiden
könnten.
Die
einen
empfinden
sie
als
trostlose,
nasskalte
Jahreszeit
und
sehnen
so
schnell
wie
möglich
den
nächsten
Frühling
und
die
Wärme
herbei,
andere
wiederum
wertschätzen
den
Winter
als
eine
Zeit
der
Zweisamkeit
und
Nähe,
wie
beispielsweise
auch
das
lyrische
Ich
aus
dem
Gedicht
"Die
Luft
riecht
schon
nach
Schnee",
welches
1976
von
Sarah
Kirsch
verfasst
wurde.
Das
Gedicht
beschäftigt
sich
mit
der
Liebe
eines
lyrischen
Ichs
zu
einer
anderen
Person,
die
sich
scheinbar
jeden
Winter
neu
findet
und
auch
nur
einen
Winter
überdauert.
Mit
dem
ersten
Vers
wird
der
Leser
in
die
Zeit
des
Gedichtes
hineingeführt
und
gleichsam
auf
die
Perspektive
des
lyrischen
Ichs
festgesetzt.
So
riecht
die
Luft
schon
nach
Schnee,
folglich
muss
das
Geschehen
unmittelbar
vor
dem
Einbruch
des
Winters,
sprich
dem
ersten
Schneefall
stattfinden.
Alleine
für
sich
betrachtet
entsteht
bei
der
Begutachtung
des
ersten
Verses
die
Vermutung
einer
direkten
Rede
des
lyrischen
Ichs
an
das
Gegenüber
"Die
Luft
riecht
schon
nach
Schnee,
mein
Geliebter".
Einzig
das
Komma
passt
in
diese
erste
Vermutung
nicht
hinein.
In
Relation
zu
dem
nächsten
Vers
wird
dann
deutlich,
dass
sich
das
"mein
Geliebter"
auf
den
zweiten
Vers
ebenfalls
bezieht,
denn
der
Geliebte
trägt
langes
Haar.
Durch
ein
Enjambement
beziehen
sich
zwei
Teilsätze
auf
das
"mein
Geliebter",
was
diesem
Begriff
schon
zu
Anfang
eine
Wichtigkeit
zukommen
lässt
und
gleichfalls
intensiviert.
Obwohl
bis
zu
diesem
Zeitpunkt
noch
nicht
das
zentrale
Thema
des
Gedichtes
bekannt
ist,
die
Liebe
könnte
auch
nebensächlicher
Natur
sein,
erahnt
der
Leser
/
oder
geht
fast
sicher
davon
aus,
dass
die
Liebe
doch
das
zentrale
Thema
des
Gedichtes
darstellt.
Somit
bedarf
es
nicht
zwingend
der
konkreten
Nennung
des
Themas,
vielmehr
kann
ein
geschickter
Aufbau
mehr
aussagen,
als
das,
was
sichtbar
zu
Papier
gebracht
wurde.
Es
kann
also
durchaus
ratsam
sein
ein
Augenmerk
auf
die
Dinge
zu
legen,
die
nicht
explizit
im
Gedicht
erwähnt
werden.
Interessant
ist
bei
der
Betrachtung
des
zweiten
Verses
auch,
dass
der
Leser
über
das
Gegenüber
fast
nichts
erfährt,
außer,
dass
dieses
lange
Haare
habe.
Eine
durchaus
unübliche
Charakterisierung
stellt
dies
allemal
dar.
Es
wäre
zu
erwarten
gewesen,
dass
man
beispielsweise
etwas
über
die
Statur,
den
Charakter
erfährt,
aber
lange
Haare?
Das
Gedicht
fährt
durch
ein,
mit
einem
Komma
abgetrennten
"ach"
fort
und
erzeugt
sofort
eine
gewisse
Unruhe.
Das
positive
Gefühl,
das
bis
dato
aufgebaut
wird
erfährt
durch
das
"Ach"
eine
Entkräftung.
Zumal
eine
Widerholung
von
"der
Winter"
folgt.
Das
lyrische
Ich
scheint
also
vielmehr
unter
dem
Winter
zu
leiden,
als
sich
auf
diesen
zu
freuen.
Auch
bleibt
der
gleiche
negative
Unterton
bestehen,
"der
Winter
der
uns
eng
zusammenwirft".
Sie
werden
also
nicht
zusammengeführt,
sondern
zusammengeworfen.
In
einer
Art
passiert
dies
also
vielmehr
ungewollt
als
gewollt,
da
sie
nicht
selbst
zueinander
finden,
sondern
von
einer
,,Macht"
in
einer
Weise
möglicherweise
auch
mit
Gewalt
zusammengebracht
werden.
Man
könnte
auch
anmerken,
dass
hierbei
auch
der
Zufall
eine
Rolle
spielt.
Sie
werden
zufällig,
ohne
großen
gefallen
und
daher
vielmehr
gezwungenermaßen
zusammengeführt.
Dabei
können
sie
sich
nicht
mehr
trennen,
da
der
Winter
vor
der
Tür
steht,
jegliche
Fluchtmöglichkeit
verriegelt.
Zusätzlich
kommt
der
Winter
mit
einem
Windhundgespann.
Dieser
könnte
durchaus
für
die
Schnelligkeit
des
Eintreffens
stehen,
schließlich
sind
Windhunde
sehr
schnell
zum
anderen
findet
sich
mit
"Wind-
Hund"
durch
den
Wind
eine
direkte
Verknüpfung
zu
dem
Wettergeschehen
als
solches.
Könnte
es
nun
aber
auch
sein,
dass
das
Windhundgespann
ebenfalls
negativ
behaftet
ist?
Schließlich
wird
im
Vorverlauf
deutlich,
dass
das
lyrische
Ich
nicht
so
ganz
zufrieden
mit
dem
Winter
zu
sein
scheint.
Hunde
übernehmen
vielerlei
Aufgaben,
sie
Bewachen,
Hüten
und
können
auf
einer
Hetzjagd
beispielsweise
treiben.
Möglicherweise
empfindet
das
lyrische
Ich
den
Winter
ebenfalls
als
eine
Art
Hetzjagd,
der
man
so
leicht
nicht
entkommen
kann?
Es
ist
nämlich
nicht
zu
verkennen,
das
der
Winter
personifiziert
wird
und
für
das
lyrische
Ich
von
irgendeiner
Bedeutung
zu
sein
scheint,
denn
eins
kann
definitiv
festgehalten
werden.
Das
lyrische
Ich
nimmt
den
Winter
mit
vielen
Sinnen
war
und
richtet
einen
Großteil
seiner
Aufmerksamkeit
auf
diesen.
Im
weiteren
Verlauf
streut
der
Winter
nun
Eisblumen
an
das
Fenster.
Schwer
zu
deuten
ist
hierbei,
ob
dies
das
lyrische
Ich
verzückt,
oder
vielmehr
noch
"missmutiger"
stimmt.
Zum
einen
kann
man
Eisblumen
durchaus
positiv
deuten.
Es
sind
nun
einmal
die
Blumen
des
Winters.
In
der
Jahreszeit,
in
der
nichts
gedeihen
kann
finden
sich
häufig
Eisblumen
an
den
Fenstern
wieder,
die
durch
ihre
Filigranität
beeindrucken.
Auf
der
andern
Seite
findet
sich
in
Eisblumen
der
Aspekt
des
gefrorenen,
also
etwas
erstarrtem,
kaltem
und
natürlich
totem.
So
wunderschön
sie
sind,
sind
sie
doch
nicht
lebendig.
Der
Kälte
der
Eisblumen
wird
das
Glühen
von
Kohlen
",
die
Kohlen
glühen
im
Herd"
entgegengesetzt.
Zum
ersten
Mal
seit
dem
zweiten
Vers
wird
nun
ein
Kontrast
geschaffen,
der
die
Stimmung
wieder
ein
wenig
anhebt.
Jedoch
kann
man
diese
positive
Stimmung
sofort
wieder
zunichte
machen,
indem
man
anmerkt,
dass
lediglich
Kohlen
vorhanden
sind,
die
Glühen
und
kein
Holz,
das
brennt.
Ist
hiermit
möglicherweise
angedeutet,
dass
die
Liebe
schon
wieder
erlischt,
schließlich
findet
sich
vor
dem
Erlischen
eines
Feuers
erst
das
Stadium
des
Glühens
vor.
Spielen
die
vorigen
Verse
mit
der
Kälte
möglicherweise
genau
darauf
an?
Andererseits
muss
Glühen
nicht
zwangsläufig
negativ
behaftet
sein.
Zwar
ist
ein
Feuer
durchaus
gemütlich,
aber
durch
die
tanzenden
Flammen
entsteht
auch
eine
gewisse
Unruhe.
Ein
Glühen
hingegen
ist
bedeutend
ruhiger
und
schafft
eine
friedvollere
Umgebung.
So
muss
an
der
Bedeutung
des
Glühens
festgemacht
werden,
ob
es
sich
hierbei
wieder
um
eine
Steigerung
im
positiven
handelt,
oder
nicht.
Es
scheint
sich
wohl
doch
um
letzteres
zu
handeln,
da
durch
den
nächsten
Vers
mit
"Du
Schönster
Schneeweißer
legst
mir
deinen
Kopf
in
den
Schoß"
nicht
so
recht
ein
negatives
Gefühl
aufzukommen
vermag.
Sehr
interessant
ist
hierbei
auch
die
Länge
des
Verses,
welche
alle
andern
übertrifft.
Folglich
muss
diesem
eine
entsprechend
wichtige
Bedeutung
zukommen
und
vor
allem
auch
dem
Gegenüber,
welches
am
Versanfang
steht.
Dem
Versmass
kann
jedoch
noch
eine
andere
These
aufgezwängt
werden.
Durch
die
eine
Strophe,
mit
ihren
unterschiedlich
langen
Versen
wirkt
die
gesamte
Form
des
Gedichtes
wie
verschieden
Lange
Eiszapfen.
Somit
fließt
der
Aspekt
des
Winters
auch
in
den
Aufbau
hinein.
Dem
Gegenüber
kommt
also
eine
Bedeutende
Stellung
zu,
das
lyrische
ich
stellt
sich
eher
zurück.
Der
nächste
Vers
nämlich
wird
mit
einem
"Ich"
eingeleitet
und
bildet
mit
Abstand
den
kürzesten
des
gesamten
Gedichtes.
Das
lyrische
Ich
konzentriert
sich
folglich
ganz
auf
das
Gegenüber
und
in
dem
Moment
nicht
auf
sich.
Eine
interessante
Vermutung
kann
auch
über
den
"schönsten
Schneeweiß(en)"
angestellt
werden.
Zum
einen
intensiviert
die
Alliteration
den
"Schneeweiß(en)"
zum
anderen
wird
der
Geliebte
in
den
direkten
Zusammenhang
mit
dem
Winter
gesetzt.
Bleibt
der
Geliebte
also
nur
bis
zum
Ende
des
Winters,
genau
wie
Schnee
und
geht
dann?
Den
Eisblumen
würde
dann
so
eine
neue
Bedeutung
zukommen.
Sie
sind
wunderschön,
aber
erinnern
mit
ihrer
Kälte
auch
an
einen
negativen
Aspekt,
der
da
wäre,
die
Vergänglichkeit
der
Liebe
bis
zum
Ende
des
Winters.
Seufzt
das
lyrische
Ich
deshalb,
da
es
weiß,
dass
nach
dem
Winter
wieder
die
Zeit
des
Alleinseins
kommt?
Dies
wäre
durchaus
denkbar.
Jedoch
scheinen
im
Verlauf
des
Gedichtes
die
negativen
Gedanken
den
positiven
Platz
zu
machen,
so
werden
die
"negativen"
Verse
immer
kürzer
und
die
positiven
darauffolgenden
weisen
eine
starke
Verslängen
Zunahme
auf,
wobei
der
durchaus
positiv
behaftete
sechste
Vers
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