„Die Reichswehr- ein Staat im Staate?“
Gliederung
1. Einleitung 3
2. Entstehung der Reichswehr und Ebert-Groener-Pakt 3
3. Der Kapp-Putsch 5
4. Entpolitisierung bis 1926 7
5. Weitere Entwicklung nach dem Sturz Seeckts 9
6. Schlussbetrachtung 11
7. Anhang 13
Literaturverzeichnis 13
Seite : 2
1. Einleitung
Von 1921 bis 1935 umfasste der Begriff Reichswehr das deutsche Militär. Die Reichswehr pflegte zur ersten deutschen Republik eine ambivalente Beziehung. Einerseits bewahrte sie die Weimarer Republik mehrmals vor dem Untergang, andererseits wird sie heute noch als "Staat im Staate" bezeichnet. Ob und wie stark die Reichswehr bis 1933 wirklich einen Staat im Staat bildete, soll in der folgenden Hausarbeit dargelegt werden.
Thesen
1. Die Reichswehr war ein Staat im Staate. 2. Die Reichswehr war bis zum Ende der Republik größtenteils republikfeindlich und antidemokratisch geprägt.
2. Entstehung der Reichswehr und Ebert-Groener-Pakt
Nach Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiegne am 11. November 1918 mussten die deutschen Truppen so schnell wie möglich in die Heimat zurückgeführt werden. Problematisch war dabei, dass die Armee immer noch mehrere Millionen Mann stark war und diese nacheinander demobilisiert werden mussten. Noch 1919 waren große Teile des Heeres nicht demobilisiert. Der Rat der Volksbeauftragten, nach der Abdankung des Kaisers Wilhelm II. das Gremium mit der höchsten Regierungsgewalt mit dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert als Vorsitzenden beschloss daher zusammen mit der Obersten Heeresleitung (OHL) die restlichen Truppenteile in ein sogenanntes Friedensheer zu überführen. Diese Überlegungen beendete jedoch die Weimarer Nationalversammlung, indem sie am 6. März 1919 "das Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr" erließ. Die Truppenstärke sollte 400.000 Mann betragen. Zum 1. Oktober 1919 fand dann eine weitere Umschichtung statt und die Streitkräfte wurden in das nur noch 200.000 Mann starke Übergangsheer umgewandelt. Gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages waren auch diese 200.000 Mann noch zu viel, sodass zum 1. Januar 1921 offiziell die Reichswehr gegründet wurde. Die Truppenstärke betrug höchstens 100.000 Mann, wie es
Seite: 3
das Wehrgesetz kurz darauf vorgab. 1 In diesem Gesetz wurde auch vorgeschrieben, dass die Reichswehr unpolitisch sein sollte. Die Soldaten (und Offiziere) durften nur einmal, zur Nationalversammlung 1919, wählen. Danach wurde ihnen das Wahlrecht aberkannt. Dass dies natürlich auch zu einer Abschottung von der Gesellschaft führen konnte, ist offensichtlich. Politische Ereignisse mussten die Soldaten nun nicht mehr unmittelbar interessieren. Dass die Reichswehrführung aber auch gar nicht vorhatte, sich in die Gesellschaft voll zu integrieren, bzw. sich ihr umfassend zur Verfügung zu stellen, zeigt der Ebert-Groener-Pakt.
Kurz vor dem Waffenstillstand von Compiegne (s.o.) telefonierte General Wilhelm Groener, ein enger Vertrauter der militärischen Führung, mit Friedrich Ebert. In diesem Gespräch wurde die Basis für das neue Verhältnis zwischen Militär und Staat gelegt. Die OHL erklärte sich bereit, auf jeden Versuch der Gegenrevolution zu verzichten, forderte dafür aber, dass die Regierung gegen die radikalen Kräfte der Revolutionsbewegung, speziell die Spartakisten, vorgeht. 2 Generalfeldmarschall von Hindenburg, Chef der OHL, betonte Ebert gegenüber mehrmals, dass er erwarte, dass das Militär eine gleichberechtigte Gewalt neben dem Rat der Volksbeauftragten darstelle. Hier ist das traditionelle Selbstverständnis der militärischen Elite ersichtlich. Die Reichswehr sollte nach ihrem Willen das eigentliche staatstragende Element sein, da sie die bewaffnete Macht darstellte. So war es auch im Kaiserreich gewesen, als das Militär eine zuverlässige Stütze der Monarchie war und eine Sonderstellung einnahm. Ebert willigte in den Pakt nur ein, weil er darauf hoffte, dass so ein ge-ordneter Übergang von der Monarchie zur Demokratie gewährleistet werden und ein Bürgerkrieg verhindert werden könnte. Die erzkonservative und monarchistische Heeresleitung war natürlich genauso wie Ebert daran interessiert, einen Sieg des Bolschewismus zu vereiteln. 3 So verhalf der Pakt der Weimarer Republik tatsächlich zur Stabilisierung in der Anfangszeit. Die Nachteile überwogen jedoch; denn eine Integration der Armee in die Republik wurde damit versäumt, Ebert hatte ja zugesichert, die innere Autonomie der Armee zu respektieren. 4 Die alten Eliten des Kaiserreiches im Bereich des Militärs konnten weiterhin ihre erklärte antidemokratische Gesinnung ausleben und verbreiten, und Posten wurden nicht mit demokratisch gesinn-
1 Wehrgesetzvom 23. März 1921, Paragrafen 1 und 2
2 Das Zeitalter der Weltkriege. In: Grundkurs deutsche Militärgeschichte, Bd.2, München 2009, S. 104 3 http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/revolution/ebertgroener/ (Stand vom 02.04.2011) 4 Jaenecke, Heinrich: Das Gesicht der Republik. In: Geo Epoche: Die Weimarer Republik, 2007, S. 33
Seite: 4
Arbeit zitieren:
Till Seidel, 2011, Die Reichswehr - ein Staat im Staate?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg: Die Reichswehr - ein Staat im Staate? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg: neuer Titel erschienen: Die Reichswehr - ein Staat im Staate?
Till Seidel hat einen neuen Text hochgeladen
Parlamentarische Kultur in der Weimarer Republik
Politische Kommunikation, symb...
Thomas Mergel
Kleine Geschichte der Weimarer Republik 1918-1933
Ein problemgeschichtlicher Übe...
Ludger Grevelhörster
Die Wunderheiler der Weimarer Republik (1918-1933)
Protagonisten, Heilmethoden un...
Daniel Körner
Der Berliner Kunsthandel in der Weimarer Republik und im NS-Staat
Zum Schicksal der Sammlung Gra...
Angelika Enderlein
0 Kommentare