Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die okzitanische Sprache 4
2.1. Allgemeines 4
2.2. Name der Sprache 5
3. Interne vs. externe Sprachgeschichte 6
4. Die externe Sprachgeschichte des Okzitanischen 7
4.1. Vorgeschichte 7
4.2. Die altokzitanische Blütezeit 8
4.3. Die Albigenserkreuzzüge 1209 - 1229 8
4.4. Der Triumph des Französischen 9
4.4.1. Eindringen in den schriftlichen Bereich 9
4.4.2. Das Edikt von Villers-Cotterets 1539. 10
4.4.3. Verdrängung des Okzitanischen im mündlichen Gebrauch durch das
Franz ösische. 11
4.4.3.1. die Französische Revolution 1789 11
4.4.3.2. Außersprachliche Faktoren 13
4.4.3.3. Literarische Bewegungen 14
4.4.4. allgemeine Schulpflicht 1881 bis heute. 14
5. Schluss. 16
6. Literaturverzeichnis. 17
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1. Einleitung
Im Zuge des Proseminars II für Sprachgeschichte an der Wiener Romanistik wurden die französischen Regionalsprachen heute allgemein und im Speziellen mit der okzitanischen Sprache behandelt.
Diese Arbeit wird einen allgemeinen Überblick über das Okzitanische, dessen Sprecher sowie das okzitanische Sprachgebiet geben. Weiters wird der Namen der Sprache diskutiert, denn dieser ist in einigen Kreisen bis heute umstritten. Nach einer allgemeinen Erläuterung wird die externe Sprachgeschichte dieser durch viele politische Entscheidungen zugunsten des Französischen ins Vergessen geratene Sprache behandelt. Dabei streifen wir durch die Jahrhunderte - angefangen von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1102, über wichtige sprachgeschichtliche Meilensteine wie das Edikt von Villers-Cotterets 1539, die Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1881 bis hin zur aktuellen Situation in Frankreich. Durch diese Arbeit soll ein kleiner Beitrag dazu geleistet werden, dass das beinahe ausgestorbene Okzitanische als vollwertige Sprache wertgeschätzt und ins Bewusstsein zurück geholt wird, damit das Wiederbeleben nicht nur in Frankreich, sondern auch außerhalb der Grenzen des Hexagons seinen Lauf nehmen kann.
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2. Die okzitanische Sprache
Okzitansich
romanische Volksprache, in der eine Grammatik geschrieben wurde. Diese wurde von Raimon Vidal des Besalu verfasst. Das Okzitanische, auch genannt langue d´oc, ist genauso wie auch das Rätoromanische, Italoromanische, Sardische und
Balkanromansiche eine galloromanische Sprache. Dies ist eine rein geographische Klassifikation worunter man jene Sprachen versteht, die im damaligen Gallien und heutigen Frankreich gesprochen wurden. Die Bezeichnung deutet auf keine spezifischen sprachlichen Charakteristika hin. 1
Okzitanisch wird von der Loire abwärts, also im südlichen Drittel Frankreichs, dem sogenannten Midi, sowie in Randgebieten Italiens, nämlich in den piemontesischen Alpen und in Randgebieten Spaniens, im Val d´Aran in Katalonien, gesprochen. Nur hier wird das Okzitanische in ihrer lokalen Form, dem Aranesischen, als Amtssprache geführt.
« On sait que le Val d´Aran, […], constitue une enclave occitane (gascone) en territoire politiquement espagnol. Les Aranais sont parfois quadrilingues : gascon, catalan, espagnol et français. » 2
In ganz Frankreich ist das Okzitanische als offizielle Sprache nicht anerkannt und wird als Dialekt oder patois abgetan, wobei das französische Wort patois nicht wie im Deutschen wertfrei ist, sondern eine eher pejorative Konnotation in sich trägt, 3 obwohl es heute ein Sprachgebiet von ungefähr 200.000 km 2 aufweist und somit
1 vgl. Schlieben-Lange, Brigitte: Okzitanisch und Katalanisch. Ein Beitrag zur Soziolinguistik zweier romanischer Sprachen. 2. verbesserte und erweiterte Auflage. Tübingen: 1973. S 8 f
2 Bec, Pierre: Okzitanisch: Sprachnormierung und Standardsprache. In: : Lexikon der Romanistischen Linguistik. Band 2. Hg: Günter Holtus. Michael Metzeltin. Christian Schmitt. Tübingen. 1991. S 56
3 vgl. Kremnitz, Georg: Okzitanisch: Soziolinguistik. In: Lexikon der Romanistischen Linguistik. Band
2. Hg: Günter Holtus. Michael Metzeltin. Christian Schmitt. Tübingen. 1991. S 34
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eines der größten Sprachgebiete Europas wäre, wenn nicht überall auch Französisch gesprochen würde. 4
Wie man auf der Abbildung erkennen kann, ist die Langue d´Oïl im Norden Frankreichs das Gegenstück zur Langue d´Oc, also dem Okzitanischen, im Süden. Im Grenzgebiet zwischen Langue d´Oc und Langue d´Oïl findet man zahlreiche Übergangsmundarten, die man nicht eindeutig einer der beiden Sprachgruppen zuordnen kann, dieses Gebiet nennt sich croissant. 5
Die okzitanische Sprache gliedert sich in Nordokzitanisch, Südokzitanisch und das Gaskonische.
Das Nordokzitanische unterteilt sich wiederum in das Limousische, Auvergnatische und in alpine Varietäten. Auch das Südokzitanische teilt sich in das Languedokisch, Provenzalisch und Nissart, das Gaskonische ist nicht weiter geterteilt. Jedoch muss erwähnt werden, dass das Gaskonische sich sowohl vom Nord- als auch von Südokzitanischen in grundlegenden Punkten unterscheidet und bereits im Mittelalter als fremdartige Sprache, lengatge estranh, angesehen wurde. 6 Aus diesem Grunde, also wegen seiner sprachlichen Differenzierung zum Okzitanischen sowie eines ausgeprägten Selbstbewusstseins wurde das Gaskonische in diversen Fachkreisen zu einer eigenständigen Sprache tituliert wird, allerdings ist dies nicht allgemein anerkannt. 7
2.2. Name der Sprache
Der Name Okzitanisch bzw. Langue d´Oc ist abgeleitet von òc, dem okzitanischen Wort für ja. Unter den galloromanischen Sprachen werden die Varietäten des Okzitanischen als Langue d´Oc bezeichnet und von den langues d´Oïl in Nordfrankreich abgegrenzt. Oïl ist altfranzösisch für ja, das sich im Mittel- und Neufranzösischen zum heute gebrauchten oui entwickelt hat. 8 In einigen Kreisen ist der der Name „Okzitanisch“ bis heute umstritten: bis vor 50 Jahren war der Begriff „Okzitanisch“ so gut wie gar nicht verbreitet und die Sprache wurde als Provenzalisch bezeichnet, da sich die deutsche Romanistik vor allem mit mittelalterlicher Sprache und Literatur und die literarische Renaissance des 19.
4 vgl. Kremnitz, Georg: Das Okzitanische. Sprachgeschichte und Soziologie. Tübingen. 1981. S 15 f.
5 ebd. S 10
6 vgl. Cichon, Peter: Einführung in die okzitanische Sprache. Bonn. 1999. S 17
7 vgl. Schlieben-Lange, Brigitte: Okzitanisch und Katalanisch. Ein Beitrag zur Soziolinguistik zweier romanischer Sprachen. 2. verbesserte und erweiterte Auflage. Tübingen: 1973. S 8 f
8 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Okzitanische_Sprache (12. September 2008)
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Arbeit zitieren:
Antje Schrammel, 2009, Externe Sprachgeschichte des Okzitanischen, München, GRIN Verlag GmbH
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