1 Einleitung. 1 3
2 Was sind Stereotype ? 2 3
2.1 Wie funktionieren Stereotype ? 2 5
2.1.1 Stereotypaktivierung 2 5
2.1.1.1 Automatische Prozesse 2 5
2.1.1.2 Kontrollierte Prozesse. 2 6
2.1.2 Modelle der Eindrucksbildung 2 6
2.1.2.1 Das Kontinuum Modell von Fiske Neuenberg 2 6
2.1.2.2 Das Zwei-Faktoren-Modell nach Brewer. 2 7
2.1.3 Illusorische Korrelation 2 8
2.1.4 Vorurteile - Abgrenzung zum Stereotyp 2 8
3 Stereotypen im Sport 3 9
4 Abbau von Stereotypen 4 11
5 Zusammenfassung Stereotypen. 5 12
Literaturverzeichnis 5 13
Abbildungsverzeichnis 5 14
1 2
1 Einleitung
Unterwegs auf der Autobahn, der Fahrer im vorher fahrenden Auto zieht einen Wohnwagen und hat ein gelbes Nummernschild. Dies kann nur ein Holländer sein. Hier wird nicht bedacht, dass Briten und Franzosen ebenfalls gelbe Nummerschilder haben und Wohnwagenbesitzer sein könnten. Deutsche bzw. Bayern 1 werden oft mit Lederhosen und Gamsbart in Verbindung gebracht. Briten sind grundlegend krebsrot und Schweizer sind langsam. Dies sind alles Stereotypen die Nationalitäten betreffen. Aber nicht nur Nationalitäten rufen Stereotype hervor, auch Berufe. Hochschulprofessoren gelten als verwirrt, Beamte als faul und bei Bademeistern tauchen entweder dickbäuchige Spiegelsonnenbrillen tragende Typen oder durchtrainierte „Baywatcher“ auf.
An diesen Beispielen ist bereits zu sehen, dass Begrifflichkeiten Bilder hervorrufen und dass diese Bilder mit Einstellungen, Erwartungen und Meinungen einhergehen. Der Stereotypenbegriff findet sich nahe am Begriff des Vorurteils. Hier sei hervorgehoben, dass es sich bei dem Stereotypenbegriff um „emotionslose
Gedanken“ (Försterer S. 24, 2008) handelt und sich so vom Begriff des Vorurteils abgrenzen lässt. Des Weiteren sei an dieser Stelle angemerkt, dass Stereotype weder positiv noch negativ konnotiert 2 sind (Eckes, S. 148, 1997; Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.10, 1994).
2 Was sind Stereotype ?
Der Begriff des Stereotyps wurde 1922 von Walter Lippmann eingeführt (Petersen & Six, S. 21, 2008; Eckes, S. 148, 1991; Ganter, S. 2, 1997) und beschreibt einen Vorgang aus der Drucktechnik (Petersen & Six S. 21, 2008). Dieser Vorgang wird definiert als „a plate cast from a mould of a surface of type“ (Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.9, 1994). Lippmann verwendet seinen Begriff in ähnlicher Weise indem er sagt, dass Personen häufig als Teil einer Gruppe angesehen werden und „entsprechend der vor gefassten Meinung über diese Gruppe“ (Petersen & Six, S. 21, 2008) wird ein Urteil über die der Gruppe angehörenden Personen gefällt und ihnen ein „Stempel aufgedrückt“ (Petersen & Six, S. 21, 2008). Lippmann, so Leyens u.a., hat den Stereotypenbegriff nie präzise definiert (Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.10, 1994) und als „pictures in our heads“ (Lippmann in Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.10,
1 Hängt von der Nationalität des Betrachters ab
2 Hilton und v. Hippel sehen dies anders. Nach diesen Autoren ist der Stereotypenbegriff eher negativ konnotiert (Hilton & v.Hippel S. 240, 1996; vgl. auch Eckes S. 148, 1991). 2—3
1994) bezeichnet. Diese Bilder sind im Übrigen stark kulturabhängig (Lippmann, S. 81, 1922; Försterer, S. 25, 2008). Försterer führt dazu das Beispiel des Altseins an. In westlichen Kulturbereichen steht Alter oft für vergesslich, langsam oder geizig. Im Gegensatz dazu wird Altsein in östlichen Kulturbereichen (vor allem im asiatischen Raum) mit Weisheit und Durchblick in Verbindung gebracht (Försterer, S. 25, 2008). Des Weiteren beinhaltet der Stereotypenbegriff „beliefs about characteristics, attributes and behaviours of members of a certain group“ (Hilton / v.Hippel S. 240, 1996; Försterer, S. 22, 2008; Petersen & Six, S. 21, 2008; Leyens, Yzerbyt, Schadron, S.11, 1994).
Stereotype sind somit „verallgemeinerte Annahmen über eine Gruppe von Menschen […], denen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden“ (Aronson, Wilson & Akert S. 425, 2008). Aronson und Kollegen weisen daraufhin, dass die Stereotypenbildung ein kognitiver Prozess ist (Aronson, Wilson & Akert S. 425, 2008) und dass dieser Prozess die Aufgabe hat unsere Lebenswelt zu vereinfachen. In dieser Form können Stereotype behilflich sein mit „komplexen Ereignissen besser umzugehen“ (Aronson, Wilson & Akert S. 425, 2008). Problematisch werden Stereotype dann, wenn sie „gegenüber individuellen Unterschieden einer Gruppe von Menschen blind macht“ (Aronson, Wilson & Akert S. 425, 2008). Dies verweist auf zwei Entstehungsformen von Stereotypen. Hilton und v. Hippel unterscheiden diese zwei Formen wie folgt:
Im ersten Fall werden Stereotype als eine Art Objektschablone benutzt und erlaubt dem Wahrnehmer einen effizienten Informationsprozess über andere (Hilton / v.Hippel S. 241, 1996). Hierbei handelt es sich um selektive Stereotypen, die sich an sehr ausgeprägten Merkmalen orientieren und somit ein hohes Fehlerpotential aufweisen (Hilton / v.Hippel S. 241, 1996).
Beim zweiten Fall spielen psychologische Mechanismen bei der Bildung von Stereotypen eine große Rolle (Hilton / v.Hippel S. 241, 1996; vgl. Kapitel 2) und es herrscht eine eher oberflächliche Betrachtungsweise vor, die die Individualität eines Gruppenmitgliedes in Frage stellt. Anzumerken sei hier, dass Stereotype ein „social heritage of a society“ (Devine in Journal of Personality and Social Psychology,
2—4
Volume 56 Nr.1, S. 5, 1989) darstellen und man ihnen somit nicht entkommen kann (eben da).
2.1 Wie funktionieren Stereotype ?
Hier stellt sich die Frage, wie Stereotypen aktiviert werden. Diese Frage soll im folgenden Kapitel beantwortet werden.
2.1.1 Stereotypaktivierung
Laut Aronson und Kollegen lassen sich Stereotype relativ schnell aktivieren. Häufig reicht eine Bemerkung aus um sie abzurufen. Was einen verheerenden Einfluss auf unser Handeln und dem Umgang mit Fremdgruppenmitgliedern haben kann (vgl. Aronson, Wilson & Akert S. 436, 2008). Dies legt nahe, dass die Stereotypenaktivierung ein nicht zu kontrollierender Prozess sein könnte, also automatisch bei einem Stimulus auftritt. Tatsächlich lässt sich das in der Literatur wieder finden. Devine unterscheidet zwei Prozesse der Stereotypenaktivierung:
• Einen automatischen Prozess und
• Einen kontrollierten Prozess.
2.1.1.1 Automatische Prozesse
Automatische Prozesse werden als Prozesse definiert, die „ohne Absicht, Anstrengung oder Bewusstheit auftreten und andere, gleichzeitig ablaufende kognitive Prozesse nicht stören“ (Jonas, Stroebe & Hewstone S. 115, 2007; Schmid Mast & Krings in Petersen & Six S. 33, 2008). Dies drückt aus, dass Stereotype von selbst aktiviert werden und dass sich diese Aktivierung einer bewussten Kontrolle entzieht. Grundlage für die so unbewusst angesteuerten Stereotype sei „ein allen gemeinsames Archiv von Stereotypen“ (Aronson, Wilson & Akert S. 436, 2008; Schmid Mast & Krings in Petersen & Six S. 33, 2008), welche bei einem auftretenden Stimulus aufgerufen werden. Eine Informationsüberbelastung wird vermieden indem soziale Kategorien 3 gebildet werden. Solche Kategorien vereinfachen die Lebenswelt und helfen dem Menschen sich in seiner Umwelt zu Recht zu finden (Jonas, Stoewe & Hewstone S. 116, 2007 / Aronson, Wilson & Akert S. 430, 2008). Die Sinnhaftigkeit einer solchen Einteilung ist deutlich. Jedoch birgt sie die Gefahr, dass das aktivierte Stereotyp unreflektiertes negatives Handeln zur Folge hat (Schmid Mast & Krings in Petersen & Six S. 36, 2008).
3 Bei der sozialen Kategorisierung werden Objekte, dazu zählen auch Menschen, in Gruppen eingeteilt, die gemeinsame Merkmale aufweisen (Jonas, Stroebe & Hewstone S. 116, 2007). 2—5
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Alfred Zaal, 2010, Was sind Stereotype?, München, GRIN Verlag GmbH
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