Gliederung
1. Unterrichtsentwurf 1 3
1.1 Zur Situation der Klasse 3
1.2 Sachanalyse 4
1.3 Didaktisch methodische Analyse 5
1.3.1 Bezug zum Lehrplan 5
1.3.2 Lernziele der Unterrichtsstunde 5
1.3.3 Didaktische Überlegungen 6
1.3.4 Methodische Überlegungen 6
1.4 Unterrichtsskizze 7
1.5 Reflexion 9
1.6 Ausblick 10
2. Unterrichtsentwurf 2 10
3. Theoretische Abhandlung: Motivation 11
3.1 Intrinsische und extrinsische Motivation 11
3.2 Leistungsmotivation 12
4. Fallbeispiele 14
4.1 Zur intrinsischen und extrinsischen Motivation 14
4.2 Zum Risikowahlmodell nach Atkinson 14
5. Anhang 16
5.1 Anhang 1 16
5.2 Anhang 2 17
5.3 Anhang 3 19
6. Literaturverzeichnis 20
2
1. Unterrichtsentwurf
Schule: Grundschule G.
Klassenlehrerin: x Klasse: 1a Fach: Deutsch Thema: Das Wiesenelfchen Datum: 02.07.2003
1.1 Zur Situation der Klasse
Mit zwei anderen Praktikantinnen a bsolviere ich jeden Mittwoch des Sommersemesters 2003 das studienbegleitende fachdidaktische Praktikum in der Klasse 1a der Grundschule G.. Das Thema des gesamten Praktikums lautet „Die Wiese“.
Die Klasse 1a setzt sich aus 23 Kindern – 15 Mädchen und 8 Jungen – zusammen. Der Altersunterschied beträgt zwischen den Schülern ein Jahr. T. ist der einzige Schüler, der diese Klasse noch einmal wiederholt.
Es besteht eine Klassengemeinschaft, die sowohl um ein gutes Klassen- als auch Arbeitsklima bemüht ist. Es herrscht weiterhin eine angenehme Lernatmosphäre, die ab und zu von P. durch seine Zwischenrufe oder Kommentare gestört wird. P. – ein Adoptivkind - ist ein sehr intelligentes Kind, das jedoch sehr temperamentvoll ist und Schwierigkeiten hat, sich diszipl iniert und ruhig während des Unterrichts zu verhalten. Ich habe das Gefühl, er möchte durch sein Verhalten als „Klassenclown“ die Aufmerksamkeit der Klasse auf sich lenken.
Im Allgemeinen arbeiten alle Kinder motiviert und konzentriert mit. Aus den Erzählungen der Klassenlehrerin können wir Praktikantinnen entnehmen, dass die Kinder sich immer sehr auf den Mittwoch freuen. Frau x arbeitet mit verschiedenen Sozialformen (Stuhlkreis, Partnerarbeit, Gruppenarbeit), an welche sich die Schüler sehr gut gewöhnt haben.
3
Die Schüler sitzen an den äußeren Tischen in U-Form und innen frontal zur Tafel. Diese Sitzordnung ermöglicht eine angenehme Atmosphäre. Es gibt den Kindern das Gefühl, dass sie gemeinsam im Unterricht lernen – voneinander und miteinander.
Insgesamt zeigt die Klasse einen guten Leistungsstand auf. Die Leistungen im Lesen sind jedoch sehr unterschiedlich. M. – eine sehr fleißige Schülerin – liest sehr fließend und selbständig. R. dagegen hat sehr große Schwierigkeiten, die Buchstaben zu synthetisieren. Sie liest sehr stockend und spricht auch sehr undeutlich. Auch T., der diese Klasse wiederholt, hat sehr hohe Schwierigkeiten bei der Lesesynthese. Er sollte eigentlich in eine Sprachheilschule. Die Eltern waren jedoch dagegen.
Auch das Arbeitstempo ist unterschiedlich. Sehr zügig arbeitende Kinder benötigen oft nur einen Bruchteil der Zeit, die die langsameren Kinder zur Bewältigung der Aufgaben brauchen. Die schnelleren Kinder bekommen zur Überbrückung kleine Zusatzaufgaben in Form eines Arbeitsblattes. Besonders wichtig ist dies für die Stationenarbeit, die wir jeden Mittwoch durchführen. Damit keine Gruppe warten muss, gibt es eine Zusatzstation bzw. Zusatzaufgaben.
1.2 Sachanalyse
Im Mittelpunkt der heutigen Unterrichtsstunde steht das Kennen lernen eines kreativproduktiven Verfahren des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts
- das Elfchen. Das eigenständige Verfassen von Gedichten ist ein individuell handelnder Umgang mit Texten. In der heutigen Stunde liegt die Konzentration auf die Struktur und Form eines Elfchens. Der handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht ist sprachdidaktisch dem kreativen Schreiben zuzuordnen. Das Elfchen ist Kurzgedicht, das aus elf Wörtern besteht. Die Anordnung der Wörter auf fünf Zeilen erfolgt nach einem Bauplan:
1. Zeile: ein Wort è ein Wort/ ein Thema, über das man schreiben will
2. Zeile: zwei Wörter è zwei Wörter, die zu dem ersten Wort passen
3. Zeile: drei Wörter è Wo ist es? Was ist da genau? Was macht es?
4. Zeile: vier Wörter è was man darüber denkt; was hat man damit zu tun;
die Zeile fängt mit ich oder wir an
5. Zeile: ein Wort è ein zusammenfassendes Wort.
4
Das Elfchen weist eine strenge Struktur mit engen formalen Vorgaben auf. Es kann vielfältige Inhalte haben und diese in verdichteter Form darstellen. 1 Elfchen können zu bestimmten Themen geschrieben werden. In der heutigen Stunde lautet das Thema „Die Wiese“. Aus diesem Grund wird es als „Wiesenelfchen“ bezeichnet.
1.3 Didaktisch – methodische Analyse
1.3.1 Bezug zum Lehrplan
Das Thema der Stunde „Das Wiesenelfchen“ ist im Lehrplan für die Grundschulen in Bayern der Klasse 1 im Bereich 1/2.5.4 Unterschiedliche Textsorten kennen lernen und mit ihnen umgehen des Deutschunterrichts anzutreffen. Unter anderem sollen die allgemeinen Zielsetzungen produktionsorientierten Umgang mit den Inhalten einen persönlichen Zugang zu den unterschiedlichen Textarten erleben und zu eigenen und gemeinsamen Gestaltungsversuchen angeregt werden. Sie erhalten dabei einen ersten Einblick in die Verschiedenartigkeit von Texten und lernen zunehmend, diese je nach Lesebedürfnis zu nutzen.“ 2 angestrebt werden. Genauer sollen die Schüler in der Schreibwerkstatt ein Gedicht nachahmen.
1.3.2 Lernziele der Unterrichtsstunde
Die Schüler sollen...
- ...angeregt durch die Phantasiereise persönliche Erlebnisse und Assoziationen aufgreifen und in Erinnerung rufen.
- ...ihre Gedanken und Ideen zum Thema Wiese ordnen und verbalisieren.
- ...das Elfchen kennen lernen.
- ...die Struktur des Elfchens verstehen.
- ...Texte (hier den Aufbau) untersuchen, indem sie ein Elfchen spielerisch darstellen.
1 Waldmann, Günter: Produktiver Umgang mit Lyrik. Eine systematische Einführung in die Lyrik, ihre
8
produktive Erfahrung und ihr Schreiben. Baltmannsweiler
5
1.3.3 Didaktische Überlegungen
Die Unterrichtsstunde ist eingebettet in eine fächerübergreifende Behandlung des Themas Wiese. Auf der Wiese gibt es vieles zu beobachten: die Käfer krabbeln auf den Blättern, die Bienen summen, die Blumen duften und blühen, die Kinder toben und spielen auf der Wiese und Eltern machen mit ihren Kindern auf der Wiese ein Picknick. Das Rahmenthema Die Wiese bezieht demnach auf besondere Weise die Lebenswirklichkeit der Kinder in das Schulleben mit ein.
1.3.4 Methodische Überlegungen
Zur Einstimmung in unser übergeordnetes Thema „Die Wiese“ nehme ich Bezug auf unseren Besuch auf der F.-Wiese, der eine Woche zuvor stattfand. Durch das Unterrichtsgespräch können die Kinder u.a. durch Ideen der Mitschüler angeregt werden, sich Gedanken zu machen und sich noch einmal in die damalige Situation zu versetzen.
Die anschließende Meditation auf einem „Wiesenteppich“ habe ich ausgewählt, damit die Schüler während der Musik Assoziationen zum Thema Frühling, Wiese, Natur knüpfen können. Außerdem hatten sie die Wahl, die Augen zu schließen oder sich das Wiesenplakat, welches wir in den vorherigen Wochen zusammen gemalt haben, anzuschauen. Dieses Plakat befestigte ich an die Wand kurz über dem Fußboden, so dass die Schüler das Gefühl haben, sie liegen in einer Wiese. Diese besondere Atmosphäre ermöglicht es, dass die Schüler sich konzentrieren, sich auf den Frühling und das Unterrichtsgeschehen einstellen und ihre Ideen gedanklich sammeln.
Der Grashalm, der bei der Wortsammlung von den Kindern eingesetzt wird, und die Musik bei der Meditation ermöglichen das Lernen mit allen Sinnen. Sie können den Grashalm spüren, riechen und fühlen, und durch die Musik können sie die Natur hören. Das Unterrichtsgespräch bei der Sprachmaterialsammlung dient der gemeinsamen Zusammenstellung einer Art Clusters, um die Ideen der einzelnen Schüler zu verknüpfen. Mein bereits gesammeltes Material dient lediglich als Angebot, welches ich später an die Tafel hefte. Um die Form bzw. den Aufbau eines Elfchens bei den Kindern zu festigen, stellen wir das Elfchen spielerisch dar, so dass die
2 Amtsblatt der Bayerischen Staatsministerien für Unterricht und Kultus und Wissenschaft, Forschung
6
Arbeit zitieren:
Franziska Reichel, 2003, Motivation, Klassenführung, Unterrichtserfolg - Praktikumsbericht über das studienbegleitende fachdidaktische Praktikum, München, GRIN Verlag GmbH
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