2.1. Chronologie der Wirtschaftskrise von 2007 bis 2009 2 2.2. Deutsche Konjunkturprogramme 6 2.2.1. Konjunkturpaket I 6 2.2.2. Konjunkturpaket II 7 3.1. Neuregelung der KFZ-Steuer 8 3.2. Förderung anwendungsorientierter Forschung im Bereich Mobilität 8 3.3. Stärkung der PKW-Nachfrage - die Umweltprämie 9 4.1. Auswirkungen auf die Automobilhersteller und -händler 11 4.1.1. Marktsituation vor und während der Krise 12 4.1.2. Auswertung von Geschäftsberichten und wirtschaftlichen Kennzahlen 17 4.1.3. Auswertungen von Verkaufs- und Zulassungszahlen 21 4.1.4. Auswirkungen auf Preispolitik und Wettbewerb 23 4.1.5. Aktuelle Marktsituation 25 4.2. Auswirkungen auf die Automobilzulieferer am Beispiel der Continental AG 26 4.2.1. Die Geschichte der Continental AG 26 4.2.2. Marktsituation vor und während der Wirtschaftskrise 27 4.2.3. Auswertung von Geschäftsberichten und wirtschaftlichen Kennzahlen 31 4.2.4. Aktuelle Marktsituation 32 4.3. Auswirkungen auf Auto-Werkstätten und Autoverwerter 32
1
Adam Smith, Philosoph des Wirtschaftsliberalismus aus dem 18. Jahrhundert, schilderte in seinem Buch „Der Wohlstand der Nationen“, dass man im eigenen Interesse sein Kapital lieber im eigenen Land investiert. Durch dieses eigennützige Streben eines jeden Menschen, seinen eigenen Bedarf bestmöglich zu decken, fördert er das Wohl der Nation unbewusst weit wirksamer. Dieses „System der natürlichen Freiheit“ reguliert selbstständig den Markt ohne Eingriffe des Staates, denn diese wären autoritär und gefährlich zugleich. 1 Dieser Kreislauf ist auch als „unsichtbare Hand“ bekannt und wird in der sozialen Marktwirtschaft als Gleichgewichtsgesetz betrachtet. Ein Scheitern dieses Perpetuum mobiles gilt in der Wirtschaftswissenschaft als Marktversagen. Kam es während der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 bis 2009 zu einem Marktversagen der Automobilindustrie? Der 15. September 2008, der sogenannte “Black Monday“, wird wohl als einer der schwärzesten Tage der Wirtschaftsgeschichte in Erinnerung bleiben, denn seit 1929 verzeichnete die Weltwirtschaft keinen so heftigen Einbruch der Märkte mehr. Der US-amerikanische Aktienleitindex Dow Jones stürzte in die Tiefe und ihm folgten weltweit alle Indizes, weil die größte US-Investmentbank, namens Lehmann Brothers, Verluste in Höhe von vier Mrd. US-Dollar, aufgrund einer US-Hypothekenkreditkrise auswies und an diesem Tag Insolvenz anmeldete. Die extreme Talfahrt der weltweiten Aktienindizes hatte massive Ausmaße und wirkte sich global auf alle wirtschaftlichen Branchen aus. Die weltweite Angst vor einer Rezession, führte zu einem eingeschränkten Konsumverhalten, wodurch die Wirtschaftskrise die Automobilindustrie mit stark rückläufigen Nachfragequoten besonders schwer traf. Der wichtigste Automarkt weltweit in den USA kam ins Straucheln und die US-Autokonzerne kämpften teils um das Überleben. Aufgrund der Bankenkrise kam es zu einer weltweiten Kreditklemme und die Automobilkonzerne hatten teils starke Liquiditätsproblem. Deswegen ersuchten sie die Regierungen um finanzielle Unterstützung. Die Regierungen weltweit reagierten schnell und verabschiedeten in kürzester Zeit Konjunkturbelebungsprogramme, um Investitionen und den Konsum wieder anzukurbeln. Die deutsche Regierung beschloss zwei Konjunkturprogramme, welche durch wirtschaftspolitische Instrumente den Automobilabsatz fördern und wieder stabilisieren sollten.
1 Vgl. Smith, A. (1776), Kapitel 3 & 6
2
Im Rahmen der vorliegenden Projekt-Abschlussarbeit wird die Weltwirtschaftskrise chronologisch dargestellt, die wirtschaftspolitischen Instrumente werden erläutert und es werden die Auswirkungen beider Faktoren auf die Automobilbranche in Deutschland und weltweit analysiert. Es wird kritisch eine Bilanz gezogen, wer überhaupt von den staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft wirklich profitieren konnte und ob es vielleicht auch Verlierer gab. Des weiteren gilt es zu erörtern, was für Folgen die Förderprogramme nach dem Auslaufen hatten, ob die Automobilwirtschaft heute noch Effekte spürt und welche wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen gezogen werden können. Gesondert werden die Automobilzulieferer am Beispiel der Continental AG betrachtet, da diese Branche immer mehr an Bedeutung gewinnt und der Markt auch dort einbrach und die Wirtschaftskrise Spuren hinterließ. Abschließend wird eine Prognose für die Zukunft der Automobilindustrie gegeben. Insgesamt soll eine Bilanz gezogen werden, in der bestehende Analysen, Statistiken und Publikationen ausgewertet und in eine thematische Beziehung gebracht werden.
Der Duden beschreibt das Wort Krise auch als Höhe- oder Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung. Das Wort Krise stammt von dem griechischen Wort krîsis ab, welches unter anderem „Entscheidung“ oder auch „entscheidende Wendung“ bedeutet. Seit dem frühen 19. Jahrhundert prägen Wirtschaftskrisen die Entwicklung von Märkten und treten bis heute regelmäßig auf. Seit dem späten 20. Jahr-hundert haben sie jedoch an Häufigkeit und Intensität zugenommen. 2 „Wirtschaftskrisen sind…ein zentrales Moment des ökonomischen Strukturwandels“ und sie sind ein „normaler Bestandteil des ökonomischen Geschehens“ 3 . Volkswirtschaftlich wird eine Wirtschaftskrise als gesamtwirtschaftliche Störung gesehen, welche eng mit den Zyklen Stagnation, Inflation, Rezession und Depression verbunden ist. 4
2 Vgl. König, J.-G. (2009), S. 7 & 17
3 Vgl. Plumpe, W. (2010), S. 8 & 116
4 Vgl. Plumpe, W. (2010), S. 9
3
Der Ursprung der letzten Weltwirtschaftskrise war die sogenannte „Subprime-Krise“ am US-amerikanischen Immobilienmarkt, welche Ende 2006 ihren Anfang nahm. Subprime-Kreditnehmer haben per Definition eine schlechte Bonität, aber sie erhielten dennoch großzügig Hypothekenkredite von den Banken, mit anfangs niedrigen und verlockenden Zinssätzen. US-Hypothekenbanken unterscheiden sich von Deutschen, denn sie sind nur Zwischenhändler und vermitteln die Kredite, welche von anderen Banken dann abgekauft werden. Als die Zinssätze in 2006 stiegen, wurden die Kredite immer risikoreicher und die Kunden konnten die steigenden Raten nicht mehr bezahlen. 5 Die zunehmenden Zahlungsausfälle führten zu vermehrten Zwangsverkäufen, einem verstärkten Preisdruck am Immobilienmarkt und zur Instabilität von Finanzinstituten, welche auf Immobilienkredite spezialisiert waren. Hinzu kam, dass durch geringe Eigenkapitalquoten der Finanzinstitute und Haftungsbeschränkungen im Immobilienmarkt, das Haftungsrisiko nicht mehr den Gewinnchancen entsprach. Im April 2007 meldete dann New Century Financial, einer der größten US-Hypothekenfinanzierer, Insolvenz an. Im Juli 2007 stuften Ratingagenturen viele Wertpapiere, die mit Forderungen aus Hypotheken besichert waren, herab und der Handel mit diesen Wertpapieren kam fast zum Erliegen. Zwei Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns; mit immobilienbesicherten Wertpapieren, brachen vollständig zusammen. Aufgrund der engen internationalen Verflechtung der Banken, gerieten kurz darauf auch die deutschen Finanzinstitute IKB, Sachsen LB, WestLB und die BayernLB aufgrund von Fehlspekulationen am US-Immobilienmarkt in Liquiditätsengpässe. Die zunehmenden Solvenzprobleme führten zu einer Vertrauenskrise auf dem globalen Interbankenmarkt, in welchem sich die Interbankenforderungen im Euroraum ständig auf ungefähr 6 Billionen Euro belaufen. Mitte August 2008 reagierte die Europäische Zentralbank und führte dem Geldmarkt zusätzliche Liquidität in Höhe von 95 Mrd. Euro zu, erhöhte auch nicht den Leitzins und die US-Notenbank senkte die Zinsen schrittweise von 5,25 Prozent gegen 0 Prozent. Ende 2007 bekam auch die britische Hypothekenbank Northern Rock erhebliche Liquiditätsprobleme und musste im Februar 2008 vom Staat übernommen werden. Der deutsche Aktienleitindex Dax brach im Januar 2008 stark ein und die WestLB wurde durch Finanzhilfen in Milliardenhöhe gerettet. Die US-Regierung beschloss kurzfristig im Februar 2008 ein Konjunkturprogramm in Höhe von 150 Mrd. Dollar und Bear Stearns wurde von dem US-Finanz- und
5 Vgl. http://dicf.de/fileadmin/user_upload/buecher/subprime_krise/leseprobe.pdf ,
(Abrufdatum 15.05.2011)
4
Investmentkonzern JP Morgan Chase übernommen, um die Geschäftsaufgabe abzuwenden. 6 Der September 2008 geht wohl in die Geschichtsbücher ein, als die „Vier Wochen, die die Welt erschüttern“ 7 . Am 15. September, dem sogenannten “Black Monday“, meldete die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Der US-Versicherungskonzern AIG, das weltweit größte Versicherungsunternehmen, meldete ebenso große Solvenzprobleme und die Investmentbank Merill Lynch musste wegen krisenbedingter bilanzieller Wertberichtigungen in Höhe von 23,2 Mrd. US-Dollar von der Bank of America übernommen werden. Daraufhin brachen an diesem Tag die Börsen weltweit dramatisch ein. Bereits drei Tage später verkündete die US-Regierung ein Bankenrettungspaket in Höhe von 700 Mrd. US-Dollar. An den nachfolgenden Tagen überschlugen sich weiterhin die Nachrichten: Die US-Notenbank AIG mit einem Kredit in Höhe von 85 Mrd. US-Dollar kurzfristig stützen, das Bankenrettungspaket scheiterte vorerst im Repräsentantenhaus, der Gewinn der US-Investmentbank Goldman Sachs brach um 70 Prozent ein, die Notenbanken pumpten Milliarden in die Märkte, die US-Regierung wollte keine Garantien für Lehman Brothers übernehmen, die größte US-Sparkasse Washington Mutual brach zusammen und musste ebenso von JP Morgan Chase aufgekauft werden. Die beiden verbliebenen großen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley wurden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken umfirmiert, damit Sie von der US-Notenbank kontrolliert werden konnten. 8 Der Internationale Währungsfonds schätzte im September 2008 die Gesamtverluste der US-Hypothekenkrise auf 1,3 Billionen US-Dollar. 9 Die Finanzkrise wirkte sich auch schnell auf Europa aus. In Deutschland musste Ende September der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate mit Bürgschaften vom Staat und Privatbanken in Höhe von vorerst 50 Mrd. Euro gerettet werden. Auch im Oktober hielt die Abwärtsfahrt der Börsenkurse an und die deutsche Bundesregierung beschloss am 17. Oktober 2008 einen Sonderfonds zur Finanzmarktstabilisierung (SoFFIN), welcher 400 Mrd. Euro zwecks Staatsbürgschaften zur Verfügung stellte. Bereits am 21. Oktober musste die BayernLB als erste den Sonderfonds in Anspruch nehmen und ihr folgten im November die Commerzbank, die HSH Nordbank und die WestLB. Die Landesbank Baden-Württemberg und die BayernLB benötigten ebenso Hilfe und erhielten Kapi-
6 Vgl.Institut für Wirtschaftsforschung (2009), Seite 5
7 Vgl. http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/tid-12125/finanzkrise-vier-wochen-die-die-welt-
erschuettern_aid_340551.html, (Abrufdatum 15.5.2011)
8 Vgl. http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/tid-12125/finanzkrise-vier-wochen-die-die-welt-
erschuettern_aid_340551.html , (Abrufdatum 15.5.2011)
9 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2009b), Seite 6
5
talspritzen in Milliardenhöhe von den Landesregierungen und den Sparkassen. Der IWF prognostizierte im November in seinem Weltwirtschaftsbericht für 2009 eine weltweite Rezession besonders für die Industrienationen und befürwortete zusätzliche makroökonomische Konjunkturprogramme. 10 Im Januar 2009 musste dann die Commerzbank teilverstaatlicht werden und die britische Regierung kaufte krisenbedingt 68 Prozent der Royal Bank of Scotland. Die deutsche Bundesregierung beschloss aufgrund der Notlage ein zweites Konjunkturpaket in Höhe von 50 Mrd. Euro. Das Konjunkturprogramm der US-Regierung „American Recovery and Reinvestment Act of 2009“ trat im Februar 2009 in Kraft und umfasste Finanzmittel in Höhe von 787 Mrd. US-Dollar. Die Royal Bank of Scotland erhielt nochmals 13 Mrd. britische Pfund, womit der Staat dann 84 Prozent besaß. Im März 2009 musste auch AIG wiederholt finanziell von der US-Regierung gestützt werden. 11 Der SoFFin Fond kaufte Anteile der Hypo Real Estate in Höhe von 60 Mio. Euro und stellte der HSH Nordbank Garantien in Höhe von 30 Mrd. Euro zur Verfügung. Nach einer Kapitalerhöhung im Juni 2009 hielt der SoFFin Fond rund 90 Prozent der Anteile der Hypo Real Estate und im Oktober folgte die vollständige Verstaatlichung. Laut Eurostat brach die gesamte Industrieproduktion im Zeitraum vom Frühjahr 2008 bis 2009 um 20 Prozent ein. Durch die diversen Konjunkturprogramme gab es Anfang 2009 auch erste Anzeichen der Entspannung: Risikoaufschläge an den Geldmärkten gingen zurück, der Finanzmarkt verzeichnete teilweise wieder positive Kennzahlen, US-Banken zahlten 66 Mrd. US-Dollar an Staatshilfen zurück und im September kündigte die Bank of America staatliche Garantien gegen Zahlung von 425 Mio. US-Dollar. 12 Weltweit wurden umfangreiche Konjunkturprogramme zwecks Stabilisierung des Finanzmarktes und der Industrie durchgeführt. Laut einer Studie von Deutsche Bank Research, betrug das gesamte weltweite Volumen der Konjunkturprogramme etwa zwei Billionen US-Dollar und die Minderung des weltweiten Bruttoinlandsprodukts vier Billionen US-Dollar. Ohne diese Konjunkturprogramme wäre der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts erheblich größer gewesen. 13 Deutschland hat sich seit der Krise schneller erholt als erwartet.
10 http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2008/update/03/index.htm , (Abrufdatum: 06.06.2011)
11 Vgl. Institut für Wirtschaftsforschung Halle (2009), Seite 6-7
12 Vgl. Deutsche Bundesbank (2009), Seite 110-111
13 Vgl. http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000241015.pdf ,
(Abrufdatum: 03.06.2011)
6
Laut IWF wuchs die deutsche Volkswirtschaft aufgrund der Exportstärke in 2010 und 2011 fast so stark wie die gesamte restliche Eurozone. 14
Die deutsche Bundesregierung hat Ende 2008 und anfangs 2009 mit zwei Konjunkturpaketen auf die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise reagiert, um die konjunkturelle Schwächephase abzufangen und sowohl die Angebots- als auch Nachfrageseite zu stabilisieren.
Das Maßnahmenpaket „Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung“, auch Konjunkturpaket I genannt, wurde am 5. Dezember 2008 vom Bundesrat verabschiedet und förderte in den Jahren 2009 bis 2010 mit rund 50 Mrd. Euro Investitionen von Unternehmen, privaten Haushalten und Kommunen im Inland. Das gesamte Paket stellte finanzielle Fördermittel zum Beispiel für Investitionen in energieeffiziente Gebäude bereit, die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld wurde von 12 auf 18 Monate verlängert und man setze unter anderem öffentliche Verkehrsinvestitionen schneller um. Eine Maßnahme des Pakets zielte dabei direkt auf die Stärkung der Automobilnachfrage ab. Die Bundesregierung führte eine einjährige Steuerbefreiung für alle Neuwagen ein. Für Neuwagen mit der Abgasnorm Euro 5 oder 6 verlängerte sich diese Befreiung auf zwei Jahre. Der Zeitraum der Steuerbefreiung endete aber spätestens am 31.Dezember 2010. 15 Diese Steuerbefreiung war jedoch umstritten und bot wenig Kaufanreize, denn die Ersparnis war in Relation zu den hohen Anschaffungskosten eines Neuwagens gering. Da sich die Krise immer mehr zuspitzte und man unter anderem auch die Automobilbranche während der Wirtschaftskrise mehr entlasten wollte, wurde ein zweites Maßnahmenpaket geschnürt.
14 Vgl. VDA (2011), Seite 14 ff
15 Vgl. http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=278022.html
(Abrufdatum: 09.05.2011)
7
Das zweite Maßnahmenpaket der „Pakt für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland zur Sicherung der Arbeitsplätze, Stärkung der Wachstumskräfte und Modernisierung des Landes“, auch Konjunkturpaket II genannt, wurde im Rahmen des deutschen Krisenmanagements vom Bundeskabinett am 14. Januar 2009 beschlossen. Dieses Paket, mit einem Gesamtumfang von weiteren 50 Mrd. Euro, sollte einen weiteren und stärkeren Wachstumsimpuls geben, um der Wirtschaftskrise und Rezession abzufangen. Zielvorgabe war es, die Arbeitsplätze zu sichern, das Wachstum und die Bürger zu stärken und den Zusammenhalt zu bewahren. Das Paket beinhaltete die folgenden Beschlüsse: 16
• Kommunales Investitionsprogramm (Investitionen der öffentlichen Hand)
• Kredit- und Bürgschaftsprogramm
(Förderung von Investitionen und Nachfrage in der Wirtschaft)
• Beschäftigungssicherung und Qualifizierungsoffensive (Förderung von Kurzarbeit und Weiterbildung)
• Stärkung der Bürger, Entlastung der Privathaushalte und des Mittelstandes (Senkung der Einkommensteuer und Krankenkassenbeiträge)
• Nachhaltige Finanzpolitik für künftige Generationen (konsequenter Schuldenabbau nach dem Abschwung)
Dies war laut dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos „ein ausgewogener Mix aus Steuer- und Abgabenentlastungen, zusätzlichen öffentlichen Investitionen in Infrastruktur und Bildung, Beschäftigungssicherung, gezielten Maßnahmen für die Autoindustrie und Instrumenten zur Sicherung der Kreditversorgung in der Wirtschaft,…“ 17 .
Da die Automobilbranche eine wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft spielt, und bedeutend für den Binnen- und Exportmarkt ist, wurden zwecks Dämpfung des
16 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2009b), S. 9-11
17 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2009b), S. 3 & 15f
8
Abschwungs und der Kaufzurückhaltung die folgenden drei Maßnahmen vorgesehen: 18
• Neuregelung KFZ-Steuer
• Förderung anwendungsorientierter Forschung im Bereich Mobilität
• Stärkung Pkw-Nachfrage
Diese drei wirtschaftspolitischen Instrumente sollten direkt auf die Automobilbranche wirken und werden nachfolgend im Detail erläutert. Die restlichen Beschlüsse des Konjunkturpakets hatten nur einen indirekten Nebeneffekt auf die Automobilwirtschaft.
Die bereits durch das Konjunkturpaket I eingeführte befristete Steuerbefreiung, sollte durch diese Neuregelung weiterführend verbessert und das alte Besteuerungssystem verändert werden. Das alte KFZ-Steuermodell basierte bis dahin auf der Größe des Hubraums und der Antriebsart. Mit dieser Reform wurde die Hauptbezugsgröße auf die CO²-Emision umgestellt und Hubraumgröße und die Antriebsart sind seitdem nur noch Nebengrößen. Diese emissionsbezogene Besteuerung, zielte hauptsächlich auf die Reduzierung es CO² Ausstoßes und somit dem Klimaschutz ab. Abbildung 1 zeigt die Details der neuen Besteuerung von Pkws. Elekt-romotoren waren dementsprechend 5 Jahre steuerbefreit und Verbrennungsmotoren wurden anhand der Abgasstufen mit Zuschlägen besteuert. Da Neuregelung auch auf der Steuerbefreiung des Konjunkturpakets I von 2008 aufbaute, hatten Neuwagenkonsumenten nach der Steuerbefreiung das Wahlrecht, welche Besteue-rungsform am günstigsten ist. Die Neuregelung trat zum 01. Juli 2009 in Kraft.
Im Rahmen des Konjunkturpakets II wurden von der Bundesregierung in den Jahren 2009 und 2010 zusätzlich 500 Millionen Euro über Förderprogramme oder KfW-Kredite, für anwendungsorientierte Forschungsprojekte im Bereich Mobilität
18 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2009b), S. 15f
Arbeit zitieren:
Caroline Pickert, 2011, Auswirkungen wirtschaftspolitischer Instrumente während der Wirtschaftskrise auf die Automobilindustrie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
BWL - Wirtschaftspolitik: Auswirkungen wirtschaftspolitischer Instrumente während der Wirtschaftskrise auf die Automobilindustrie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
BWL - Wirtschaftspolitik: neuer Titel erschienen: Auswirkungen wirtschaftspolitischer Instrumente während der Wirtschaftskrise auf die Automobilindustrie
Caroline Pickert hat einen neuen Text hochgeladen
The History of the Automobile and its Inventors
From the Beginning until 1900
Lymann Horace Weeks
Die exklusive Sammlung des Ral...
Beverly Rae Kimes, Winston S. Goodfellow, Michael Furman
Auswirkungen des Internet-Handels auf Shopping-Center
Eine empirische Analyse zu den...
Tobias Wengler
0 Kommentare