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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. Seite 03
2. Gründe für positive und für negative Entwicklung durch Entwicklungshilfe. Seite 05
a. positive Entwicklungen. Seite 05
b. negative Entwicklungen. Seite 07
3. Fehler der Entwicklungshilfe und der Humanitären Hilfe und dadurch
entstandene Fehlentwicklungen. Seite 10
4. Fazit Seite 15
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1.Einleitung
Nicht erst mit der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika rückt der richtige Einsatz von Entwicklungshilfe in den Fokus der Öffentlichkeit. Entwicklungszusammenarbeit wird geleistet, um die ökonomischen Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern und den Industriestaaten abzubauen. Wie diese geleistet wird und wie genau das Geld schlussendlich verwendet wird ist immer wieder Anlass für Diskussionen. Allein im Jahr 2007 hat die internationale Staatengemeinschaft insgesamt 34,1 Mrd. Dollar, 2006 waren es sogar 40 Mrd. Dollar an Official Development Assistance an die Staaten der Subsahara Regionen gezahlt 1 . ODA wird definiert als Leistung, die von öffentlichen Stellen stammt und den ökonomisch sich entwickelnden Staaten entweder direkt oder über internationale Organisationen zur Verfügung gestellt wird. Was
die ODA allerdings nicht umfasst ist die direkte Hilfe durch Nichtregierungsorganisationen, diese meist Technische Entwicklungshilfe ist in der Statistik der ODA nicht enthalten. Trotz dieser beträchtlichen Summen schaffen es die meisten afrikanischen Staaten nicht ihr Armutsproblem effektiv zu bekämpfen. Nach dem Human Development Index der Vereinten Nationen befinden sich 40 der 50 ärmsten Staaten in Afrika 2 . Afrika ist der einzige Kontinent mit einer sinkenden Lebenserwartung und der Anteil Afrikas am Welthandel hat sich in den letzten 20 Jahren halbiert und das trotz anhaltender Entwicklungshilfe.
Im März 2010 veröffentlichten die Vereinten Nationen den „Report of the Monitoring Group on Somalia“ 3 , in dem festgestellt wurde, dass nahezu die Hälfte der gesamten Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms seinen eigentlichen Bestimmungsort nicht erreicht hat, sondern in die Hände von Warlords, deren Geschäftspartnern und lokalen Mitarbeitern gelangt ist. Gelangt die Hilfe nicht dort an, wofür sie bestimmt ist, ist die Entstehung von bestimmten Sekundäreffekten wahrscheinlich. Hieraus entstehen nun die Fragen, ob diese Gelder in der Folge ihrer Fehlleitung einen Schaden in Form von einer Intensivierung eines bestehenden Konfliktes bewirkt haben und ob dieser Vorgang unter Umständen hätte verhindert werden können und angenommen ja, mit welchen Mitteln bzw. ob Hilfe wirklich hilft. Ebenso wichtig ist die Frage nach den Gründen wieso
1 Bundeszentrale für Politische Bildung (2011)
2 Human Development Index (2011)
3 Monitoring Group on Somalia (2010)
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Entwicklungshilfe nicht das bewirkt bzw. bewirkt hat, was damit bezweckt werden sollte, eine nachhaltige Entwicklung und Förderung des betreffenden Landes.
So kam die Weltbank zu dem Schluss, dass Entwicklungsgelder dort positive Wachstumseffekte haben, wo Empfängerländer sich um geordnete Rechtsverhältnisse und um eine solide Finanz-und Handelspolitik bemühten. Aber auch dieses Ergebnis blieb nicht unumstritten, so stellte das Deutsches Institut für Entwicklungspolitik folgenden „paradoxen Effekt“ fest: „Nach wie vor liegen keine eindeutigen Befunde der makroquantitativen Aggregatdatenforschung zur Wirksamkeit der Entwicklungshilfe hinsichtlich der Steigerung des Wirtschaftswachstums vor.“ 4
Ziel diese Hausarbeit soll unter der Frage „ Wirkt Entwicklungshilfe wirklich oder kann Entwicklungspolitik für ein Land schädlich sein? “ die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe untersuchen und eine Antwort auf die Frage liefern ob Entwicklungshilfe auch schädlich sein kann. Dazu wird anfangs auf die möglichen Gründe für eine positive Entwicklung durch Entwicklungshilfe und auf mögliche Gründe für eine negative Entwicklung durch Entwicklungshilfe eingegangen. Danach werden die Fehler in der Entwicklungshilfe und der Humanitären Hilfe aufgezeigt um im Anschluss entstandene Fehlentwicklungen durch Entwicklungshilfe herauszuarbeiten. Ziel soll es sein zu beschreiben, ob Humanitäre Hilfe in falsche Kanäle gelangen kann, um darauf aufbauend die daraus resultierenden kritischen Sekundäreffekte darzulegen.
Im Fazit werden mögliche Konsequenzen für die zukünftige Entwicklungshilfe diskutiert und mittels der gewonnenen Erkenntnisse die Entwicklungshilfe kritisch betrachtet und die zugrunde liegende Forschungsfrage „ Wirkt Entwicklungshilfe wirklich oder kann Entwicklungspolitik für ein Land schädlich sein? beantwortet.
Faust/Leiderer (2006): Seite 34ff
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2. Gründe für positive und für negative Entwicklung durch Entwicklungshilfe
a. positive Entwicklung
Bevor auf die Gründe für eine positive bzw. negative Entwicklung eines Landes durch Entwicklungshilfe eingegangen wird, ist es wichtig zu klären wie genau Wirksamkeit gemessen wird und was genau das Ziel von Entwicklungshilfe sein soll.
Der Entwicklungshilfeausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sieht die „ökonomische Entwicklung und Wohlfahrt“ als Hauptaufgabe der Entwicklungshilfe. Wie umfassend dies dabei verstanden werden soll, darauf gab bereits Gunnar Mrydal 1974 eine Antwort bei seinem Versuch, den Begriff der Entwicklung handhabbar zu machen:
„By development I mean the movement upward of the entire social system […]. This social system encloses, besides the so-called economic factors, all noneconomic factors, including all sorts of consumption by various groups of people; consumption provided collectively; educational and health facilities and levels; the distribution of power in society; and more generally economic, social, and political stratification; […]” 5
Selbst wenn man nur die Millennium Goals als Zielfaktoren bestimmt, ergibt sich ein sehr heterogenes Bild von zu erreichenden Zielgrößen, nicht alle davon mit klar messbaren Indikatoren. Eine Analyse so vieler Zielfaktoren ist schwer machbar. Daher beschränkt man sich häufig auf das ökonomische Wachstum. Dieses ist zum einen Selbstziel, zum anderen aber auch notwendige Bedingung, um andere Entwicklungsziele zu erreichen.
Eine Wirksamkeitsbeurteilung setzt immer einen Abgleich von Soll- mit Ist-Zustand voraus. Dafür ist es zunächst notwendig, die Ziele und Motive für Entwicklungshilfe herauszuarbeiten. Schnell stellt man fest, das die politisch verkündeten Ziele so vielfältig sind, dass diese eine methodische Beurteilung schwierig machen. Daher wird in der wissenschaftlichen Literatur meist ein Schwerpunkt auf die Wachstumsförderung gelegt. Bisher war es schwierig einen eindeutigen Nutzen aus Entwicklungshilfe auf makroökonomischer Ebene zu beweisen. Eine vielfach herangezogene Erklärung dafür kam von Burnside und Dollar, die zeigten, dass die Wirksamkeit von der Politikqualität des Empfängerlandes abhängt. Ausgehend von diesem Ergebnis wurden von Collier und Dollar Politikimplikationen vorgestellt, um die Effektivität der Entwicklungshilfe zu steigern. Danach verlagerte sich der Fokus zunehmend auf die Frage nach den Bedingungen, unter denen Entwicklungshilfe wirksam werden würde. Im folgenden wird auf 3 Thesen genauer eingegangen.
5 Mrydal (1974): Seite 729
Arbeit zitieren:
Nicolas Hellmuth, 2011, Wirkt Entwicklungshilfe wirklich oder kann Entwicklungspolitik für ein Land schädlich sein?, München, GRIN Verlag GmbH
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