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Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 2
2 Aktualität des Wertethemas 3
3 Der Glaube der Christen 4
3.1 Die christlich geprägte Überzeugung von der Heiligkeit des Lebens 6
3.2 Gebote und Werte im Evangelium 7
3.3 Christliche Grundwerte 7
4 Wertehierarchie oder Werterelativismus 8
5 Peter Singers Auffassung von Ethik 10
5.1 Der utilitaristische und der deontologische Ansatz 10
5.2 Wert des Mensch seins 11
6 Zusammenfassung 16
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1 Einleitung
Das Prinzip der Heiligkeit des Lebens besagt, dass alles menschliche Leben wertvoller ist als alles nicht- menschliche Leben und dass es kein menschliches Leben von unterschiedlichem Wert gibt 1 . Singer hat den Wert des Lebens einer Person in seinem Buch „Praktische Ethik“ aufgespalten in 1. das Leben eines Mitgliedes unserer Spezies und 2. in das Leben einer Person, er ist der Meinung das 1 sowie 2 jeweils einen besonderen Wert darstellt 2 . Er argumentiert: Ein selbstbewußtes Wesen ist sich seiner selbst als einer distinktiven Enität 3 bewußt, mit einer Vergangenheit und Zukunft, es kann seine Wünsche hinsichtlich seiner Zukunft formulieren.
Der australische Ethiker Peter Singer fordert, („… sich nicht länger von religiösen Autoritäten den Alltag und das Denken vorschreiben zu lassen, sondern aufgrund rationaler Überlegungen Entscheidungen zu treffen 4 “. Peter Singer und Helga Kuhse vertreten die Meinung, dass sich diese Position der „Heiligkeit des (menschlichen) Lebens rational nicht verteidigen lässt. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so sähen sie es als Argument gegen Euthanasie, wenn vernunftbegabte Menschen, unabhängig von religiösen Einstellungen, überzeugt werden können 5 . Das Spannungsverhältnis von Glaube und Vernunft ist eines der großen Themen der Theologie und Religionsphilosophie.
Ich werde in dieser Hausarbeit versuchen zu zeigen , dass das Verhältnis von Glaube, Vernunft und Wert einer Person aus der Perspektive von Peter Singer nur schwer verstehbar ist.
2 Aktualität des Wertethemas
1 Kuhse, H. u. Singer, P.: In; Muß dieses Kind am Leben bleiben? Das Problem schwerstgeschädigter Neugeborener. Erlangen, Fischerverlag, 1993:16
2 Singer, P.: In, Praktische Ethik, 2.,rev. Auflg. 1994:123, 1984,1994 Philipp Reclam jun. GmbH &Co., Stuttgart
3 Entität: (neulat.: entitas, zu: lat.: ens = „seiend“, „Ding“) ist in der Philosophie ein ontologischer Sammelbegriff für alles Existierende
4 Ahmann,M.: In, Was bleibt vom menschlichen Leben unantastbar? Kritische Analyse des praktischen.ethischen Entwurfs von Peter Singer aus praktisch-theologischer Perspektive. LIT Verlag, Münster/Hamburg/London 2001:1
5 Singer, P. , Kuhse, H.: vgl.1993:160;
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Als der Wertbegriff der Neuzeit in die Philosophie eingeführt wurdeinsbesondere durch Nietzsche waren schon viele Denker damit beschäftigt, wie Thomas von Aquin 6 (und die Scholastiker), die sich um einen Ausgleich zwischen dem Glauben und der Vernunft bemüht hatten; Martin Luther (und die Reformatoren), die dem Glauben den Primaten zugewiesen hatten, und schließlich David Hume (und die Aufklärer), die die Vernunft gegen den Glauben ins Treffen geführt hatten. Eine grundlegende Unterscheidung wurde schon von Aristoteles gemacht, er stellte die Frage, ob alle Werte gleichwertig sind, oder eine Hierarchie der Werte besteht.
Erst seit dem 19. Jahrhundert sind Werte zu einem Grundbegriff der Ethik geworden. Der Wertebegriff ist in sich zwiespältig, je nachdem, ob Werte auf Satzungen beruhen oder auf Einsicht. „Die Einführung des Wertebegriffs in die „Philosophie“ war von Anfang an mit Zwiespältigkeit behaftet. Es gibt daher zwei Arten des Wertedenkens.
1. Werte beruhen auf gemeinsame Überzeugungen. Allerdings ist ihre objektive Geltung nur relativ, bezogen auf die jeweilige geschichtliche Ausprägung einer Kultur. Nietzsche weist darauf hin, dass sie nur solange, gelten, wie sie von Menschen einer Kultur anerkannt sind. Mit dem Verlust der subjektiven Werteethik kommt es zum Wertewandel. 2. Dem gegenüber steht der objektive Wertewandel. Werte sind Enitäten eigener Art, deren Geltung unabhängig vom Sein der Dinge wie vom Willen des Menschen ist, die nach einer angemessenen Verwirklichung und der sittlichen Handlungsweise verlangen. Im Lexikon der Ethik 7 wersteht man unter Werten: Die bewussten oder unbewussten Orientierungsstandards und Leitvorstellungen, von denen sich Individuen und Gruppen bei ihrer Handlungswahl leiten lassen. „Ein Wert ist ein lohnender oder wünschenswerter Maßstab oder eine Qualität“.
6 Thomas von Aquin: In; http://www.ubs.sbg.ac.at/people/Philo5.pdf
7 Höffe, Otfried (Hrsg.): Lexikon der Ethik, München (6) 2002, Artikel „Wert“, S.290.
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Das Wertethema steht heute in der Öffentlichkeit, in Politik und in den Massenmedien ganz oben an. Dies ist ein Zeichen für eine gesellschaftliche Orientierungskrise.
3 Der Glaube der Christen
Zunächst zu den Gründen, weshalb moderne Menschen sich so nachhaltig auf den Glauben berufen. Zwei Punkte dürften hier ausschlaggebend sein: Alle Versuche, der christlichen Botschaft eine Vernunftsbasis zu geben, sind wohl endgültig misslungen. Dies zeigt sowohl das Scheitern der traditionellen Gottesbeweise als auch die Unlösbarkeit des Theodizee 8 Problems: Weder der ontologische noch der kosmologische noch der physio- theologische Gottesbeweis haben sich als haltbar erwiesen; und die Übel der Welt lassen sich mit der Existenz eines allmächtigen und allgültigen Gottes nicht in Einklang bringen. Die alten, wahrscheinlich bereits von Epikur geäußerten aporetischen 9 Fragen harren immer noch der Antwort: „Ist Gott willens, aber nicht fähig, übel zu verhindern? Dann ist er ohnmächtig. Ist er fähig, aber nicht willens? Dann ist er boshaft. Ist er sowohl fähig als auch willens? Woher kommt dann das Übel?"
Die Existenz eines göttlichen Wesens, begabt mit Verstand und Wille, das die Menschen liebt und mit ihnen fühlt, das mit Güte und Weisheit die Welt nach Zwecken lenkt, kurzum: das zentrale Dogma der christlichen Botschaft, kann rational offenbar nicht begründet werden. Aber, so heißt es heutzutage, die christliche Heilsbotschaft sei ohne dies keine Vernunftwahrheit, sondern eine Sache des Glaubens: "Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer
8 Theodizee: In; Die Philosophie der Weltgeschichte, als die wichtigste Theodizee ist also zu gleich die Probe von der Wahrheit des Systems der Philosophie- eine probe, die dieses durch sich selbst führt.
http://books.google.de/books?id=1PAGAAAAcAAJ&pg=PA791&lpg=PA791&dq=Theoditee&so urce=bl&ots=JtN6kEGvDS&sig=qjMKpD-uC1Gfi121FU2PZG77X98&hl=de&ei=-KJ3TKj3ItqVOKOpseUG&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CBsQ6AEwAQ# v=onepage&q=Theoditee&f=false
9 Die Aporetik (griechisch: aporrtikk, „zum Zweifeln geneigt“) bezeichnet die Auseinandersetzung mit schwierigen oder unlösbaren philosophischen Fragen und Problemstellungen. Im Besonderen ist Aporetik die Kunst, Probleme als solche ohne Rücksicht auf ihre mögliche Lösbarkeit oder Unlösbarkeit zu untersuchen und zu durchdenken. Ein Aporetiker ist ein Philosoph, der die Kunst der Aporetik ausübt.
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Himmels und der Erde..." beginnt schließlich auch das zentrale Gebet, das Glaubensbekenntnis der Christen.
Die Berufung auf den religiösen Glauben hat im Christentum eine lange Tradition. So wird an entscheidenden Stellen im NT ganz ausdrücklich an den Glauben appelliert, und werden die Armen im Geiste, die nicht sehen und doch glauben, sogar selig gesprochen. Der Glaube, und zwar derjenige an Jesus von Nazareth als den verheißenden Messias und Erlöser der Welt, war eben derjenige, wodurch Juden-Christen sich von den übrigen Juden unterschieden und worin sie gegenüber den Alten zu triumphieren meinten.
Die frühen Christen fanden ihre Identität in diesem Glaubensakt. Im Gegensatz zu den traditionellen Juden hielten sie es für wahr, dass Christus am dritten Tag von den Toten auferstanden und in den Himmel gefahren ist, so dass „wer an ihn glaubt, das ewige Leben haben wird und nicht verloren ist", hingegen „wer nicht an ihn glaubt, verdammt sein wird, weil er nicht an den eingeborenen Sohn ... glaubt". Diese berühmte Verheißung bzw. Verdammung stammt aus dem Evangelium des Johannes, dem angeblichen Lieblingsjünger Jesu. Christ wurde man also kraft eines bestimmten Glaubens, zu dem man sich öffentlich bekannte. Doch setzte im Lauf der Zeit insofern ein gewisser Wandel ein.
Im Rahmen der Religionsphänomenologie beschäftigt sich Max Scheler (1874-1928) mit dem Phänomen des Heiligen, die Sonderstellung des Menschen zu bestimmen. Wissenssoziologie und Anthropolgie werden zum Fundament für eine Metaphysik (Metaanthropologie), die dem Menschen die Rolle eines „Mitwirkers Gottes“ zuweist als „der erst mit dem Weltprozeß sich verwirklichenden „Deitas“ 10 .
3.1 Die christlich geprägte Überzeugung von der Heiligkeit menschlichen Lebens
Die christlich geprägte Überzeugung von der Heiligkeit menschlichen Lebens kann vor Singers, P. positivistischen Blick nicht bestehen: Urteile über den Wert
10 Deitas: In; Philosophische Weltanschauung, IX:84
Arbeit zitieren:
Dipl.Pflegewirtin Jenny Enssle, 2011, Universeller Standpunkt der Heiligkeit des Lebens und des Wertes einer Person bei Peter Singer, München, GRIN Verlag GmbH
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