Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Kurzbiographie Elvis Presley 3
3 Elvis und Rasse 5
4 Musikindustrie in den 50er Jahren 7
5 Schlussbetrachtung 9
Quellen - und Literaturverzeichnis 11
Bibliographie 11
1
1 Einleitung
Eldridge Cleaver sagte in Soul on Ice: „Elvis gave their body back to the white people“. Noch viel deutlicher und persönlich angreifender formulierten Public Enemy in den 1980ern die Kritik an dem Weißen, der Mitte der 50er afroamerikanische Musik- und Tanzkultur für ein weißes Publikum adaptierte und damit rassenübergreifend großen kommerziellen Erfolg hatte: „Elvis was a hero to most / But he never meant a shit to me you see / Straight up racist / That sucker was / Simple and plain / Motherfuck him and John Wayne“. Die Seminararbeit wird anhand persönlicher Aussagen und biografischer Details Elvis Presleys sowie Sekundärliteratur versuchen, eine persönliche Sichtweise und ein Selbstbild des Künstlers bezüglich der Rassenproblematik zu zeichnen. Die vorangestellte Kurzbiographie legt einen Schwerpunkt auf die Kindheit und Jugend Presleys, da in diesem Alter die Grundlagen für eine Attitüde zur Rassenfrage gelegt werden. Die intensive Betrachtung dieser Phase seines Lebens soll es möglich machen, den Einfluss der Lebensumstände sowie der eigenen Erfahrung mit den benachbarten Schwarzen in Bezug auf seine Einstellung zur Rassenfrage greifbarer zu machen.
Desweiteren soll der Einfluss der Marktmaschinerie der Musikindustrie und deren Rolle bei der Verhandlung rassenübergreifender Kulturschaffung beleuchtet werden. Inwiefern kam es zu einem „White Rip Off“ der schwarzen Musik? Wie positionierte sich der als Redneck im Süden aufgewachsene Elvis Presley hinsichtlich der Bürgerrechtsbewegung und der Rassenfrage im Allgemeinen - gerade da er schwarze Musik und performative Bewegungsformen adaptierte? Und nicht zuletzt: Was an den überlieferten Aussagen ist Mythos, was Wahrheit?
2
2 Kurzbiographie
Elvis Aaron Presley wurde am 8. Januar 1935 inmitten der amerikanischen Great Depression in Tupelo, Mississippi geboren. Die Eltern Gladys und Vernon Presley waren einfache, ländliche WASPs, die sich in der Kleinstadt Tupelo mit jeweils mehreren Jobs über Wasser hielten. Man bewohnte ein einfaches Shotgun House in einer armen Nachbarschaft. Das von der Mutter wohlbehütete Einzelkind Elvis wuchs in einer streng segregierten Gemeinschaft des Südens auf und zeigte früh sein musikalisches Talent, u. a. als 10-jähriger bei einem örtlichen Wettbewerb 1 . Frühe musikalische Prägung erhielt er vor allem durch die Kirchengospel der Pentecostal Church, die Gospel der benachbarten schwarzen Kirche 2 sowie das musikalische Repertoire seiner Mutter - vorwiegend Hillbilly und Country-Musik. An seinem 12. Geburtstag bekam Elvis seine erste Gitarre - eher aus Geldmangel; er wünschte sich ein Fahrrad - geschenkt. Er erlernte das Instrument autodidaktisch. Ein fortwährender Einfluss auf seine spätere musikalische Ausrichtung war das Medium Radio. Hierüber nahm Presley im elterlichen Heim aktuelle populäre Musikströmungen der 40er und frühen 50er Jahre in sich auf - hauptsächlich Country & Western und Rhythm & Blues.
Nachdem der Vater mehrere Jahre zwischen Memphis und Tupelo pendeln musste, zog die Familie Presley 1948 schließlich gänzlich nach Memphis um. Die Armut der Familie zwang den Sohn schon in jungen Jahren zum gemeinsamen Haushalt hinzu zu verdienen. Bereits in der High School zeigte der sonst eher schüchterne und zuvorkommende Elvis seine Vorliebe für einen extravaganten Kleidungsstil. Von dem wenigen Ersparten, das ihm von seinen diversen Jobs blieb, besorgte er sich Outfits, die einer farbenfrohen Mischung aus Musiker, Cowboy und Trucker gleich kamen. Er ließ sich Koteletten stehen und färbte seine Haare tiefschwarz. An der Schule machte ihn das zu einem Außenseiter. Nach Abschluss der High School im Juni 1953 blieb ihm der Weg der höheren Bildung an einem College aufgrund mäßiger Abschlussnoten und mangelnder
1 Mississippi & Alabama Fair and Dairy Show
2 Er tat dies auch später in Memphis noch. Chadwick, Vernon. In Search of Elvis: Music, Race, Art, Religion. Boulder, CO: Westview, 1997, S.107.
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Finanzierungsmöglichkeiten verwehrt und er nahm sofort eine Stellung als Hilfsarbeiter an.
In seiner Freizeit begeisterte sich der jugendliche Elvis für die schwarze Musik in Memphis - 40 % der Bevölkerung Memphis´ waren schwarz und die Musikszene äußerst rege - und deren Zentrum an der Beale Street. Freunde rieten Elvis, sein Talent Sam Phillips von Sun Records vorzustellen - dem einzigen in Memphis ansässigen Plattenproduzenten für schwarze Musik (mit allerdings mäßigem kommerziellen Erfolg 3 ). Phillips erkannte Presleys Talent nicht sofort, lud ihn aber schließlich im Juli 1954 ins Studio ein, um Elvis´ erste Single aufzunehmen. Bis 1955 folgten weitere vier Single-Aufnahmen, welche den Grundstein seiner Karriere legten. Elvis gab immer mehr Konzerte vor immer größeren Zuschauermengen. Im Oktober 1956 bereits nannte ihn die Fachzeitschrift „Variety“ „The King of Rock´n´Roll“. In den Billboard Top20 Pop des Jahres bringt Elvis Presley es auf fünf Single-Platzierungen (darunter erster und zweiter Platz). Presley scheute sich nicht gemeinsam mit schwarzen Künstlern aufzutreten. 1956 trat er beim jährlichen fundraising des schwarzen Radiosenders WDIA für „needy Negro children“ in Memphis an der Seite von Ray Charles, B.B. King und Rufus Thomas auf.
Nach großen kommerziellen Erfolgen wurde Presley 1958 zur Armee gerufen und war bis 1960 in Deutschland stationiert. Sein Manager Colonel Parker (seit 1955) brachte Presley in Hollywood unter, wo er 31 Filme drehte. Sowohl die Filme als auch seine in den 60er Jahren erschienene Musik kamen einem kommerziellen Ausverkauf der Marke Presley gleich. Dies manifestierte sich letztlich auch in den sinkenden Verkaufszahlen. 1968 kehrte Presley mit einer Fernseh-Show in die erste Liga der Unterhaltungsindustrie zurück und hatte in den Folgejahren noch einige Hits. Fortan trat er vorwiegend in Las Vegas auf. Körperlich begann Presley immer mehr abzubauen. Er nahm deutlich an Gewicht zu und war abhängig von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Am 16. August 1977 starb Elvis Presley im Alter von 42 Jahren in seinem Haus in Memphis.
3 Posener, Alan / Posener, Maria. Elvis Presley - mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg: rowohlt, 1993, S.30.
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Arbeit zitieren:
Andreas Schwarz, 2006, Elvis Presley – Betrachtung der Einstellung und Wahrnehmung des Superstars zum Rassenkonflikt in den 1950ern in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
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