Gliederung
1. Einleitung 2
2. Ursachen 3
3. Symptome und Verlauf 8
4. Folgen 11
5. Behandlung. 15
6. Prävention. 19
Anhang 26
Quellenverzeichnis 26
Anlage 1. 27
1. Einleitung
Das Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, das „Burnout- Syndroms“ daraufhin zu
untersuchen , ob gerade Lehrer dazu prädestiniert sind, an Burnout zu
erkranken , oder ob Burnout in anderen Berufsgruppen eventuell genau so
h äufig ist.
Dazu werde ich zuerst in den Abschnitten eins und zwei zuerst die Ursachen
und Symptome für eine Erkrankung aufzeigen und versuchen die Frage zu
kl ären, warum man überhaupt am Burnout-Syndrom erkranken kann. Im
Anschluss daran möchte ich dann die Folgen für die Betroffenen und deren
Umfeld aufzeigen. Als Beispiel dafür könnte exemplarisch die
Wechselbeziehungen zwischen Schülern und einen Lehrer mit Burnout genannt
werden.
Im letzen Teil der Hausarbeit komme ich dann darauf zu sprechen, welche
M öglichkeiten einer Behandlung es gibt und welche Methoden hilfreich sind,
damit sich Beispielsweise Lehrkräfte gegen eine mögliche Burnout-Erkrankung
sch ützen können.
2
2. Ursachen
Direkt zu Beginn meiner Recherche zum Thema Burnout, bin ich auf folgendes Problem gestoßen. Die Frage nach den Ursachen ist gar nicht so einfach zu beantworten, da es in der Forschung dazu sehr viele verschiedene Meinungen gibt. Anne-Rose Barth sieht die Problematik vor allem darin, dass je mehr Veröffentlichungen zum Thema Burnout erscheinen, der Begriff immer nichtssagender und ungreifbarer wird. Sie geht allerdings davon aus, dass es bei allen Ansichten einen gemeinsamen Kern geben muss, damit der gemeinsame Name „Burnout“ gerechtfertigt ist. Für A. Barth ist es aber trotz gleichem Namen das schwerwiegendste Hindernis, dass es keine handhabbare oder zweifelsfreie Definition gibt. 1 Fakt scheint allerdings zu sein, dass es jeden, aus jeder sozialen Schicht und aus allen Berufsfeldern treffen kann. Der Begriff Burnout wurde 1974 von dem deutschstämmigen Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger geprägt. Er bezeichnete damit den psychischen und physischen Abbau, der besonders Menschen in ehrenamtlichen und in „helfenden“ Sozialberufen zu treffen schien. Dabei spielte insbesondere das sogenannte „Helfersyndrom“ eine große Rolle. Gründe dafür, warum Menschen einen sogenannten Sozialberuf oder Helferberuf wählen sind in Umfragen ausführlich belegt worden. So hatten zum Beispiel angehende Erzieherinnen im Gegensatz zu einer Gruppe von Bürokaufleuten verstärkt den Wunsch Einfluss auf andere Menschen nehmen zu können. Sie wollten im Beruf Kontakte zu anderen Menschen knüpfen und sich selbst dabei verwirklichen. Die Gefährdung, der diese Erzieherinnen nun ausgesetzt waren, ist die, dass sie psychisch davon leben, dass sie bei anderen bestimmte Resonanzen hervorrufen. Als solche Resonanzen wären im wesentlichen Anerkennung und Zuneigung zu erwähnen. Wenn nun aber die Reaktionen der Klienten nicht dem entsprechen, was man sich für den Beruf erhofft hat, kann dies zu einer
1 Vgl. Anne-Rose, Barth: Burnout bei Lehrern, S. 20.
3
enormen Arbeitsbelastung werden. Und somit zu einem Auslöser für eine Burnout-Erkrankung.
Erst gegen 1976 wurde erkannt, dass auch andere Berufsgruppen betroffen sein können. So ist zum Beispiel bekannt, dass auch im sogenannten mittleren Führungskreis von Wirtschaftskonzernen Burnout kein so unbeschriebenes Blatt mehr ist. Als Auslöser dafür wird exemplarisch die folgende Situation beschrieben:
Ein Manager im mittleren Führungskreis, erkennt im Alter von vierzig bis fünfzig, dass sein Vormarsch in die höheren Managerkreise nicht mehr zu erwarten ist.
Mit der Erkenntnis vor Augen, bis zum Pensionsalter im Status quo zu verharren, stellen sich bei diesen Managern oft erschreckende Abbauerscheinungen ein.
Die Frage nach den Ursachen für eine Burnout-Erkrankung ist also nicht neu, aber immer noch sehr aktuell. Schon seit einigen Jahrzehnten beschäftigen sich Forscher und Psychologen mit der Frage nach den Gründen für Burnout. Matthias Burisch nennt in diesem Zusammenhang in seinem Werk „Das Burnout- Syndrom“ ein Zitat des amerikanischen Psychiaters R. J. Alexander, der sich schon 1980 ausführlich mit dem Burnout-Syndrom befasst hatte.
„Was ist das für ein Prozess, der hochintelligente Männer mit ursprünglich anscheinend guter Motivation und einer Menge Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten, Krisensituationen zu meistern, in eine Geistesverfassung derartiger emotionaler Auflösung und
Desillusionierung bringt?“ 2 .
M. Burisch beschreibt weiter, dass häufig Ziele, Wünsche und Bedürfnisse im Zentrum des Burnouts stehen, die entweder gar nicht mehr, oder nur noch durch Hintanstellung der meisten anderen Ziele erreicht werden können. Bei dem Versuch diese Ziele doch noch zu erreichen, werden die Anstrengungen immer verzweifelter, bis schließlich die Kraftreserven gegen null gehen. Die
2 Matthias, Burisch: Das Burnout-Syndrom S. 5.
4
Folge ist ein Teufelskreis, der einen extremen Erschöpfungszustand verursacht. Gefangen in diesem Teufelskreis werden die persönlichen Ziele aber keineswegs zurückgesteckt. 3
Ein weiterer häufiger Auslöser für Burnout kann es sein, wenn sich Personen ihrer momentanen Lebenssituation absolut ausgeliefert fühlen. Burisch: „Ich sehe Burnout in Gang gesetzt durch Autonomieeinbußen in gestörter Auseinandersetzung des Individuums mit seiner Umwelt“ 4 . Um diese Ansicht zu bekräftigen, wird er an dieser Stelle seines Buches eine in seinen Worten „relativ grobkörnige Handlungstheorie einführen“. Mit diesem Modell, vertritt der die Meinung, dass es nicht nur eine oder wenige spezifische Ursachen gibt. Sondern es beschreibt viel eher einen Weg oder Werdegang, der von einem Ist-Zustand zu einem in der Zukunft liegenden Ziel führt oder aber dieses Verfehlt. Auf diesem Weg verbergen sich unzählige potentielle Störfälle, die alle Einfluss auf denjenigen haben, der den Weg beschreitet. 5
Auf diesem Weg kann durch diese Störfälle ein Gefühl des Ausgeliefertseins entstehen, welches nach Burisch das absolute Gegenteil von Dominanz ist. Eine Situation, in der die Dominanz über das eigene Leben einem Gefühl des Ausgeliefert sein weicht, kann häufig ein erster Schritt in den eben beschrieben Teufelskreis sein.
Der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Dr. Rolf Merkle sieht in den Persönlichkeitsfaktoren die wichtigsten Ursachen für ein Ausbrennen verwurzelt. Zu diesen Persönlichkeitsfaktoren zählt er unter anderem den Perfektionismus. Menschen mit einem hohen Maß an Perfektionismus, setzen sich selbst sehr hohen Anforderungen und wollen alles perfekt machen. Häufig setzen sie sich auch übertrieben hohe Ziele in allen Bereichen des Lebens, wie Beruf, Hobby und Liebe. Fehler zu machen kommt für sie nicht in Frage, da sich an sich selbst und ihr Umfeld extrem hohe Erwartungen stellen. Wenn eine Person mit starkem Streben nach Perfektionismus erkennt, dass sie nicht
3 Vgl., Matthias, Burisch: Das Burnout-Syndrom S. 8.
4 Matthias, Burisch: Das Burnout-Syndrom S. 148.
5 Vgl., Matthias, Burisch: Das Burnout-Syndrom S. 149.
5
genug Anerkennung bekommt oder ihre Ziele im Moment nicht mehr erreichen kann, strengt sie sich vermehrt an. Dabei zehren sie ihre gesamten Kräfte auf und bemühen sich in der Folge noch mehr, um ihrem Erfolgsstreben gerecht zu werden. Sie geraten also in den Teufelskreis, den auch M. Burisch in seinem Buch beschrieben hat. Aber Dr. Rolf Merkle sieht auch im Ehrgeiz ein großes Potenzial, ein Burnout auszulösen. Denn für Menschen deren Motor für ihren Ehrgeiz die Anerkennung ist, ist es besonders wichtig, dass sich den anderen und sich selbst immer wieder aufs Neue beweisen, dass sie „Wer“ sind. Da aber ein Erfolg für ihr Selbstwertgefühl nie von langer Dauer ist, hetzten sie von Herausforderung zu Herausforderung und nehmen dabei auch keine Rücksicht auf ihren Körper. Sie fühlen sich ständig gehetzt und kommen nur selten zur Ruhe. 6
Da es Ziel der Hausarbeit ist, herauszufinden ob es sich beim Burnout um eine typische Lehrererkrankung handelt, möchte ich an diesem Punkt die Chance nutzen und Gründe nennen, warum Lehrer ausbrennen. Zunächst einmal stellt sich die Frage, was das Besondere am Lehrerberuf ist, dass gerade diese Berufsgruppe besonders betroffen zu sein scheint? Prinzipiell ist es so, dass Lehrer einen beträchtlichen Teil der Arbeitszeit in intensivem Kontakt mit anderen Menschen verbringen. Die sozialen Interaktionen sind häufig beladen mit Gefühlen von Ärger, Verlegenheit und Furcht. Da Lösungen für diese Situationen häufig nicht leicht zu finden sind, kann dieser dauerhafte emotionale Stress leicht so stark belasten, dass ein Burnout entstehen kann. 7 Doch diese permanente soziale Interaktion kann nicht alleine dazu beitragen, dass Lehrer in so hohem Maße betroffen sind. Denn auch in anderen Berufen gibt es schließlich rege soziale Interaktionen. Für Anne-Rose Barth liegt die Ursache dafür, dass es gerade Lehrer trifft, in der Unterscheidung des Lehrerberufs zu anderen sozialen Berufen. So schreibt sie, dass der wichtigste Punkt der ist, „dass in der Arbeit der Lehrer die Hoffnung und die Zukunft der ganzen
6 Vgl. http://www.palverlag.de/Burnout.html Zugriff um 14:25 am 5.07.2010.
7 Vgl. Anne-Rose: Barth: Burnout bei Lehrern, S. 88.
6
nachfolgenden Generation begründet liegt“. 8 Dazu kommt, dass auf dem Lehrerberuf ein starker, ständig wachsender Erwartungsdruck der Gesellschaft lastet. Während für andere Berufe nur bestimmt Schwerpunkte zu gelten scheinen, wird vom Lehrer eigentlich alles verlangt. Er soll Wissen vermitteln, individuell auf die Schüler eingehen und die Persönlichkeits- und moralische Entwicklung vorantreiben. 9 Zu den verschiedenen Erwartungen und an die Rollen der Lehrer habe ich an dieser Stelle eine Tabelle aus dem Werk von Anne-Rose Barth eingefügt.
Übersicht: Erwartungen
In der Abbildung ist zu erkennen, dass jede der dargestellten Erwartungsträger Freundschaft, Interesse und Solidarität von der Lehrkraft einfordert. Das Problem dabei ist, dass entgegengebrachte Solidarität für eine der Gruppen die Zusammenarbeit mit einer andern erheblich beeinträchtigen kann. Der Lehrer befindet sich also permanent in einem Konflikt mit seinen Rollen. Aber es
8 Anne-Rose, Barth: Burnout bei Lehrern, S. 89.
9 Vgl. Anne-Rose, Barth: Burnout bei Lehrern, S. 89.
7
Arbeit zitieren:
Simon Steuer, 2010, Das Burnout-Syndrom, München, GRIN Verlag GmbH
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