Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.2. Die Installation im Berkeley Art Museum 4
2. Geschichte des Museumwesens 5
3. Die neuen Museen 6
4. Der Besucher im Museum 7
4.1. Das Verhalten des Besuchers im Museum
5. Das Museum der Arbeit 9
6. Animatorische Arbeitsverfahren als Weg ins Gedächtnis 11
6.1. Vorteile des animatorischen Arbeitsverfahren (nach Heiderose Hildebrand) 13
7. Museum und Schule 14
8. „Die Sinalco-Epoche“ im Wien Museum 2005 15
9. Schlusswort 16
Bibliografie 18
Internetquellen: 18
Abbildungsverzeichnis 18
Zugunsten besserer Lesbarkeit wird in der nachfolgenden Arbeit auf die Verwendung
geschlechtsneutraler Schreibweise verzichtet.
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1. Einleitung
Museen, Denkmäler, Archive, so genannte authentische Orte und ähnliche Einrichtungen und Institutionen sind in der heutigen Zeit sehr wichtig geworden. Die Gesellschaft wird immer schnelllebiger und die Kultur steht in einem immerwährenden Wandel. Als Folge dessen wollen wir die Vergangenheit festhalten, sie in einen Raum versetzen um sie immer abrufen zu können. Solche Orte sind ein Teil des gesamten „Erinnerungsraumes“ einer Gesellschaft. In ihnen wird die Vergangenheit noch mal erfahrbar, die Gegenwart eingebettet und der Bogen zur Zukunft geschlagen. Die Inhalte müssen dazu für den Besucher in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden. 1
Die durch den Wandel resultierende Orientierungslosigkeit des Einzelnen, die expandierten Kommunikationsmöglichkeiten und die vielfältigen Speichermöglichkeiten durch die fortschreitende Computerisierung werfen allerdings die Frage auf, was denn überhaupt „gespeichert“ werden soll, wie das kollektive Gedächtnis, unsere Erinnerung und die damit verbundene Zukunft konstruiert werden soll. Was darf vergessen werden und was ist für unsere gemeinsame Erinnerung unersätzlich?
In den folgenden Kapiteln werde ich versuchen, eine These zu formulieren, ob und wenn ja, wie es ein Museum schafft, als funktionaler Ort zu dienen und somit in das soziale Gedächtnis einer Gesellschaft zu gelangen. Orientieren werde ich mich dabei an einer Installation namens “Now-Time Venezuela: Media Along the Path of the Bolivarian Process. Part 1: Worker-controlled Factories”, die 2006 im Berkeley Art Museum zu sehen war.
1 Vgl. Debbas, Susanne: Das Museum als Ort des kulturellen Gedächtnisses. München: Dipl-Arb., 2004.
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1.2. Die Installation im Berkeley Art Museum
Als Hugo Chávez 1999 zum Staatspräsidenten gewählt wurde, veränderte sich die gesamte Lage Venezuelas rapide. Der neue Präsident führte den sogenannten „Bolivarianischen Prozess“, benannt nach dem Freiheitskämpfer Simón Bolívar. Der Bolivarismus, wie er auch noch genannt wird, ist eine linksnationalistische Doktrin und orientiert sich hauptsächlich an Bolívar, aber auch an Salvador Allende, Ernesto Guevara, Frederico Brico Figueroa, Fidel Castro und seit Neuem auch an Leo Trotzki. Es gibt viele Kernpunkte in diesem Prozess, die wichtigsten sind jedoch die gestärkten Rechte für Frauen und Indigenas, die Verleihung der Staatsbürgerschaft an zahlreiche kolumbianische Bürgerkriegsflüchtlinge, Förderungsprogramme durch Kleinkredite sowie die vielen Gesundheits- und Bildungsprogramme.
Die Installation von Oliver Ressler und Dario Azzellini ist ein Film über den industriellen Sektor des Landes. Herausgebildet haben sich nämlich einige Betriebe, in welchen die Arbeiter sich selbst verwalten. Durch staatliche Kredite der Regierung konnten einige Fabriken wieder den Betrieb aufnehmen, mit der Veränderung, dass die gesamte Versammlung der Chef ist und es somit auch keine Hierarchie gibt. Zudem beteiligen sich die Fabriken an sozialen Projekten - die Papierfabrik z.B. verschenkt Hefte an Schüler.
Vorgestellt werden in diesem Film 5 Unternehmen: eine Aluminiumhütte, ein Textilunternehmen, eine Tomatenfabrik, eine Kakaofabrik und eine Papierfabrik. Die jeweiligen Arbeiter erzählen von der Vergangenheit und den Veränderungen, die sich durch Chávez ergeben haben. Sie geben Einblicke in die jeweilige gegenwärtige Situation, in alternative Organisationsweisen und Modelle von Arbeiterkontrolle. Auch die Schwierigkeiten solch einer Selbstverwaltung werden angesprochen. Obwohl die Situationen in den jeweiligen Fabriken unterschiedlich sind, haben sie doch alle die Suche nach besseren Produktions- und Lebensmodellen gemein. Am Schluss des Filmes sieht man eine Leitungssitzung von Alcasa, in der Diskussionen über die praktizierte Mitverwaltung und die angestrebten Veränderungen der Produktionsverhältnisse geführt werden.
Der Film „5 Factories- Worker Control in Venezuela“ eröffnete die Matrix-Reihe „Now-Time Venezuela: Media Along the Path of the Bolivarian Process“ des Berkeley Art
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Museums in Kalifornien. Vom 26.3.2006 bis zum 28.5.2006 konnte der Film in einer installativen Fassung, geteilt in 6 Videoprojektionen gesehen werden.
2. Geschichte des Museumwesens
Die Museen von damals, die „Kunst-, Wunder- und Naturalienkammern“ wurden im 16. Jahrhundert „Kuriositätenkabinette“ genannt. Sie waren Ausdruck von weltlicher, religiöser Macht und ebenso Zentren „der Aneignung und Besitznahme der Welt, Forschungsstätte, Archiv, Ort des Träumens, Ort der Verifikation, in denen Beutestücke als handfeste Beweise formaler Wirklichkeit gehortet wurden.“ 2 Ebenfalls waren sie Orte, in denen alles was der Mensch jemals erfahren und gelernt hatte, aufgehoben wurde. Das gesamte Spektrum menschlichen Schaffens sollte als materialisierte Vielfalt göttlichen Ursprungs gesehen werden.
2 Klein-Wisenberg, Lore: Zur Situation der Museumspädagogik in Österreich. In: Fliedl, Gottfried (Hg.): Museum als soziales Gedächtnis? Kritische Beiträge zu Museumswissenschaft und Museumspädagogik. Klagenfurt: Kärntner Druck- und Verlagsgesellschaft M.B.H. Klagenfurt, 1988. S. 149. Zitiert nach Goldmann, S.: Museum Wormianum. In: Mythen der Neuzeit. Berlin: 1982, S. 322.
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Arbeit zitieren:
Arabella Schoots, 2008, Das Museum als funktionaler Ort - ein Weg in das soziale Gedächtnis?, München, GRIN Verlag GmbH
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