Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.2. Fragestellung und Arbeitsmethode. 1
2. Hauptteil
Leben und Werk
2.1. Kurzbiographie und historischer Kontext. 1
2.2. Entstehungskontext „Über die Brücke“ 3
2.3. Inhaltsangabe. 4
3. Interpretation
3.1. Formale Gliederung. 5
3.2. Interpretation der einzelnen Abschnitte 1-4. 6
3.2.1. Erster Abschnitt. 6
3.2.2. Zweiter Abschnitt. 7
3.2.3. Dritter Abschnitt. 9
3.2.4. Vierter Abschnitt. 10
4. Schlussteil
4.1. Fazit. 12
5. Quellen- und Literaturverzeichnis 13
Universität Potsdam
Fachbereich Germanistik - Philosophische Fakultät
1. Einleitung 1.2. Fragestellung und Arbeitsmethode
In meiner Seminararbeit möchte ich, an Hand der Kurzprosa „Über die Brücke“ (1950) von Heinrich Böll, seine kritischen Ansichten in Bezug auf die Gesellschaft der Nachkriegszeit, speziell ab 1949, darlegen. Die Basis soll ein historisch-autobiographischer Kontext sein, da dies grundlegend für das Verständnis der Kurzprosa ist. Hierzu werde ich eine Kurzbiographie, die in einen historischen Kontext eingefasst werden soll, verfassen. Diese soll ausschnittsweise sein Leben von 1917-1952 darlegen, da dies die prägendsten Jahre für seine schriftstellerische Karriere waren. An Hand dessen soll dann die Interpretation der Kurzprosa erfolgen, wobei vor allem die kritische Auseinandersetzung mit Nachkriegsgesellschaft im Mittelpunkt stehen soll. Den Schluss wird ein Fazit bilden.
2. Leben und Werk 2.1. Kurzbiographie und historischer Konxtext
Böll wurde am 21.12.1917 in Köln, in mitten des 1. Weltkrieges, geboren. Sein Vater war zu dieser Zeit Landsturmmann und absolvierte Brückenwache 1 . Sein Vater Viktor Böll hatte als Schreiner und Bildschnitzer einen eigenen kleinen Betrieb aufgebaut, von dem die Familie, auch nach dem Krieg, recht gut leben konnte.
1 Vgl. Bernsmeier, Helmut (1997): Heinrich Böll. Stuttgart, S. 12.
In der Familie fand er Halt und Geborgenheit und auch das katholische Milieu, in dem er aufgewachsen ist, prägten seine Wertvorstellungen und die Vorstellungen von Familie, die für ihn eine signifikante Rolle in seinen späteren Leben spielen sollten. Dies lässt sich in seinen Texten, vor allem in der Rolle der Frau 2 , gut nachvollziehen.
In seiner Jugend hat er viel Kontakt zu Gleichaltrigen und Kindern aus allen Gesellschaftsschichten, vor allem auch zu den so genannten „roten“ Kindern, über die er selbst später sagen wird:
„[...] von den
In den Jahren von 1924-1928 geht er auf die katholische Volksschule in Köln, bevor er ab 1928 dann das staatlich humanistische Kaiser -Wilhelm - Gymnasium besucht. In den Jahren bis 1936 muss die Familie erhebliche Umbrüche durchmachen: Die Weltwirtschaftskrise, aus der eine hohe Zahl Arbeitsloser und eine Zeit des Hungers resultierte. Vor allem aber auch der Verlust ihres Hauses und die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler. In der Familie wurde über diese Themen offen diskutiert und es fanden sogar illegale Treffen von katholischen Jugendverbänden statt 4 .
1937 absolvierte er dann sein Abitur und begann eine Lehre zum Buchhändler in Bonn, die er aber nach noch nicht mal einem Jahr abbricht. 1939 immatrikuliert er
sich an der Universität Köln aber nur kurze Zeit später, wurde er zur deutschen Wehrmacht einberufen. Er nimmt von 1939-1945 aktiv am Krieg teil, auch wenn er von Beginn an versucht, dem Dienst zu entkommen. Er ist während des Krieges in Frankreich, Rumänien, Ungarn, Polen, der Sowjetunion und Deutschland stationiert. In seinen Werken werden dies zum Teil die Handlungsorte seiner Geschichten, in denen auch immer etwas von ihm selbst steckt. Er wird viermal verwundet und versucht alles, um aus dem Dienst entlassen zu werden. In dieser Zeit schreibt er auch immer wieder Briefe an die Familie, die später zu seinem Nachlass gehören sollten. 1942 heiratet er seine Freundin Annemarie Cech und 1944 stirbt dann seine Mutter. Erst ein Jahr später wird Böll aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen. Nach dem er 1936 mit dem Schreiben begonnen hatte, verfasst er ab 1946 nun Romane und zahlreiche Kurzgeschichten.
2 Zur „Rolle der Frau“: siehe Hyesook Seo geb. Hyoun (2007): Weibliche Figuren und ihre Rollen in ausgewählten Werken Heinrich Bölls. Paderborn.
3 Bernsmeier 1997, S. 13.
4 Vgl. Bernsmeier 1997, S. 14.
Zu dieser Zeit hatte er sich wieder an der Universität Köln eingeschrieben, jedoch studierte er gerade mal ein gutes Jahr, bevor er sich 1947 beurlauben ließ und er auch nie mehr an die Uni zurückkehren sollte. In dieser Zeit haben sämtliche seiner Arbeiten (aber auch darüber hinaus) thematisch mit der Zeit des Nationalsozialismus, des Krieges oder der Gegenwart zu tun. Ich bin hierbei der Auffassung, dass er damit nicht nur die ungeschönte Realität wiedergeben wollte, sondern dass es auch eine Form der Bewältigung des Erlebten war. Es war das Sprachrohr dieser Zeit.
Zu dieser Zeit verschickt er seine Kurzgeschichten an diverse Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, bevor er 1952 einen Vertrag mit dem Verlag Kiepenheuer & Witsch 5 in seiner Heimatstadt Köln abschließt. Ein Jahr zuvor erhielt er eine Einladung zu einer Tagung der Gruppe 47, wo er für seine Erzählung „Die schwarzen Schafe“ ausgezeichnet wird. In den Jahren von 1947-1950 werden seine drei Söhne geboren und er veröffentlicht 1950 einen Band mit Kurzgeschichten: „Wanderer, kommst du nach Spa“, woraus auch meine Kurzprosa „Über die Brücke“ 6 entstammt, die ich nun im Folgenden erörtern möchte.
2.2. Entstehungskontext „Über die Brücke“
1947 hat Heinrich Böll diese Kurzprosa erstmals verfasst, jedoch gelang es ihm nicht, sie zu publizieren, da viele Verlage ihm eine Ablehnung aussprachen. Der Grund sei „weniger die literarische Qualität“ 7 gewesen, sondern eher die Thematik, mit ihrer melancholischen Basis und „dieser surreal anmutenden Geschichte“ 8 . Die Verlage erhofften sich einen größeren Leserkreis mit positiven Geschichten zu gewinnen, gerade in den ersten Kriegsjahren, wo die schmerzhaften Erlebnisse noch frisch waren. Und Bölls Werk verhielt sich dato „eher quer zu den stilistischen Kargheitsanforderungen der Jungen Generation“ 9 . Doch 1950 war es dann soweit, die Erstveröffentlichung erfolgte durch eine
5 Der Verlag publiziert heute noch die Werke von Heinrich Böll. Im Jahr 2010 sind die letzten Bände, der insgesamt 27 Bände umfassenden Werksausgabe Heinrich Böll's („Kölner Ausgabe“), erschienen.
6 Böll, Heinrich (2001): Über die Brücke, in: Böll, Heinrich, Wanderer, kommst du nach Spa..., 39. Auflage. München, S. 7-13.
7 Hermanns, Silke (2000): Über die Brücke, in: Bellmann, Werner (Hrsg.): Heinrich Böll. Romane und Erzählungen. Stuttgart, S. 24.
8 Ebd., S. 24.
9 Wehdeking, Volker/Blamberger, Günter (1990): Erzählliteratur in der Nachkriegszeit (1945- 1952). München, S. 108.
Arbeit zitieren:
Jeanette Michalak, 2011, Heinrich Böll's kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft der Nachkriegszeit anhand seiner Kurzprosa „Über die Brücke“ (1950), München, GRIN Verlag GmbH
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