InhaltsverzeIchnIs
Vorwort 3
Image- und Charakterbegriff bei Richard Dyer 3
Chaplins Tramp 5
Vorstellung zweier Chaplinfilme 6
The Tramp und dessen Charakterzeichnung 6
Der Tramp in „Moderne(n) Zeiten“ 9
Wandel des Image und Nachwort 10
Quellen 13
2
Denkt man an die Stummfilmzeit, als alles noch Schwarzweiß war und niemand nur ein Wort gespro- chenhatte, denkt man auch an einen der größten Slapstick-Schauspieler dieser Zeit. Charlie Chaplin (*16.04.1889 in London, †25.12.1977 in Vevey) ist, neben Buster Keaton, Stan Laurel und Oliver Hardy, wohl der größte Vertreter des frühen Films. Filme wie The Vagabond, The Kid, Modern Times und The Great Dictator 1 machten ihn zu dem größten Star anfangs des 20. Jahrhunderts. Der in England geborene Charles Spencer Chaplin startete seine Karriere als Filmschauspieler bei der Keystone Film Company in den USA und wie viele seiner Schauspielkollegen war er bei einer Firma angestellt und litt unter deren Verträge, sodass er 1919 zusammen mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks und D. W. Griffith die unabhängige Produktionsfirma United Artists gründete 2 .
Grund für diesen Erfolg war sein Image des Tramps, den er in fast jedem seiner Filme verkörperte und dessen Spezifik im Rahmen dieser Hausarbeit näher untersucht wird. Dabei soll vor allem geklärt werden, wie sich das Image des Tramps im Laufe der Zeit und mit dem Wechsel zu unterschiedlichen Filmfirmen veränderte.
Dafür möchte ich zunächst den Begriff des „star as image“ und des „star as character“ nach Ri- chardDyer definieren und kurz eine Charakterisierung des Trampimage Chaplins skizzieren. An- handzweier Filme, die zeitlich weit auseinander liegen, soll das Bild des Landstreichers dann nochmal verdeutlicht und die Unterschiede der Figur herausgestellt werden.
Image- und charakterbegrIff beI rIchard dyer
Nach Richard Dyer sind Stars Images, das bedeutet sie sind nur Zeichenkonstrukte, die nicht mit den realen Personen übereinstimmen. Sie sind immer komplex, multimedial und intertextuell. Dazu gehören nicht nur die Filme, sondern auch die Vermarktung der Person und des Films selbst, aber auch alles, was zu dem jeweiligen Star berichtet wird. 3
Eine Grundlage zur Klärung des Begriffs Image ist die Art und Weise, wie ein Starimage hergestellt wird. Stars werden vor allem von den Medienfabriken hergestellt, diese, wie auch Hollywood, haben nicht nur Einfluss auf die Produktion von Filmen, sondern auch auf alle dabei entstehenden Nebenprodukten wie
1 vgl. http://www.imdb.com/name/nm0000122/ [23. Aug. 2011; 12:30 Uhr]
2 vgl. Bernhard Matt. München 1993. S.28
Glamourfotografien, Fanclubs und Pressemitteilungen 4 .
Zur Imagebildung gehört auch das Publikum. Dieses kann zwar keine Images herstellen, jedoch kann es aus der Vielfalt der gebotenen Zeichenkonstrukte dasjenige auswählen, das am besten zu ihrer Vorstellung passt. 5 Was rückwirkend die Produzenten anspricht. Schließlich sind Stars dazu gemacht Profit aus dem, was sie produzieren zu schlagen. Sie sind sozusagen Werbung für ihren Film. Ihre Präsenz in Filmen verspricht dem Rezipienten eine gewisse Erwartung an den Film, sie sind dem Publikum bereits bekannt und spiegeln somit eine Vertrautheit vor. 6 Das Starimage besteht aus dem Konstrukt, was wir uns, aus dem was die Filmrolle und das öffentliche Auftreten uns anbieten, vorstellen und aus dem Bild, das die „Imagefabriken“ uns vom jeweiligen Star vormachen. Jedes dieser Konstrukte ist in sich komplex und widersprüchlich. 7 Sie sind also mehrdeutig und ermöglichen den Rezipienten sich selektiv und aktiv damit auseinanderzusetzen. Jedoch sind Images nicht unstrukturiert, sie werden in Gegensätzlichkeiten wie privat/ öffentlich, individuell/sozial und authentisch/konstruiert ausgedrückt 8 . Da ich in meiner Hausarbeit auf das intertextuelle Image eingehen möchte ist es also nötig den Charakterbegriff Dyers zu definieren.
„ In films, stars play characters, that is, constructed represenattions of person. (…) characters are not real people, that they are an effect of the text constructions, critics and theorists have not proceeded to an examination of how this effect, so widely known and understood, is achieved, and just what the rules of construction are” 9
Richard Dyer geht davon aus, dass alle fiktionalen Charaktere, sei es im Film oder in der Literatur, die Geschichte vorantreiben.
Dem literarischen Charakter schreibt er folgende Züge zu: Besonderheit, Teilnahme, Autonomie, Rundheit, Entwicklung, geistiges Innenleben, Motivation, eigenständige Persönlichkeit und Beschaffenheit 10 .
Da Starimages in einem gewissen Kontext von den Medienpersönlichkeiten entwickelt werden, können ihnen ebenfalls die Charakterzüge einer literarischen Figur zugeschrieben werden. Diese
4 vgl. Ebd. S. 4
5 vgl. Richard Dyer. London 1986.. S. 4 6 vgl. Ebd. S. 5 7 vgl. Ebd. S. 7 8 vgl. Ebd. S. 13 9 Richard Dyer. London 1987. S. 89
Arbeit zitieren:
Phuong Anh Phi, 2011, The Tramp - Imagewandel bei Charlie Chaplin, München, GRIN Verlag GmbH
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