Inhaltsverzeichnis
1 Die Anfänge der Notation 3
2 Die Herkunft der Neumen 4
3 Verwendete Grundzeichen. 6
4 Neumen in Europa. 8
4.1 St. Galler Neumen. 9
4.2 Die Paläofränkischen Neumen. 11
4.3 Beneventanische Neumen. 13
5 Schluss. 15
6 Literaturverzeichnis. 16
2
Die Grundlage unserer heutigen Musik liegt weit zurück, jedoch sind die Anfänge der Musik nicht genau datierbar. Die frühesten Zeugnisse sind Entdeckungen von Instrumenten, die der Altsteinzeit entstammen; und obwohl es schon seit der Antike Schriften über Musik in Form von Dichtungen und musiktheoretischen Schriften gab, ist die Notation im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden. Die Möglichkeit Melodien aufzuschreiben und über längere Zeit aufzubewahren, um sie schließlich interpretieren zu lassen ist allein dem Notensystem zu verdanken. Die Grundlage zur Weiterentwicklung der Aufzeichnung von Musik bildete Papst Gregor I. (590 - 604). Dieser reformierte den liturgischen Gesang der katholischen Kirche. Seit dem 4. Jahrhundert verbreiteten sich die Christen überall in Europa und dadurch entstanden immer wieder unterschiedliche Liturgien. Eine einheitliche Sammlung und Ordnung jener römischen kirchlichen Gesänge war von Nöten. Diese Ansammlung wurde nach seinem Urheber als „gregorianischer
3
Choral“ bezeichnet. Dieser Choral wird in Neumen geschrieben, die jedoch zu der Zeit nicht neu waren. Die ersten Neumenhandschriften stammen aus dem achten und neunten Jahrhundert nach Christus, die letzten aus dem 14. Jahrhundert aus St. Gallen 1 .
In dieser Arbeit möchte ich eine der ersten Noten, die Neumen, in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen. Dabei ist es mir wichtig, die Anfänge, das heißt vor allem die ersten niedergeschriebenen Neumen vorzustellen.
2 Die Herkunft der Neumen
Als Neumen werden die Notenzeichen des 9. - 13. Jahrhunderts bezeichnet, die für die Aufzeichnung von Musik wichtig geworden sind. Das Wort „Neume“ entstammt dem griechischem Wort „neuma“ (υεύµα: Wink), jedoch könnte es auch vom mittellateinischem Worte pneuma (πυεµα: Geist, Hauch) abstammen. Doch nicht nur die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig, sondern auch die Herkunft der Aufzeichnung. Zum einen wäre es möglich, dass sich die Neumen an der Handbewegung des Dirigenten ableiten lassen. Das heißt, sie stellen die eingefrorenen Stellungen der Hand dar. Diese These ist heutzutage nicht mehr nicht mehr stark vertreten, da sie sich nicht genau nachweisen lässt. 2 Eine andere Theorie, die Akzenttheorie, wird von Macquereau (1889), Corbin (1977) und Jammers (1963) vertreten und besagt, dass sich die Neumen durch die prosodischen 3 Zeichen alexandrinischer Grammatiker (Akutus, Gravis und
1 vgl. Michels, Ulrich. München 2005. S. 187
2 vgl. Joachim Diehr. Berlin 2004. S.58
3 Eigenschaft von Merkmalen, die bei einer sprachlichen Äußerung Dauer (Quantität), Tonhöhe
4
Zirkumflex) ableiten lassen. Wobei der Akutus einen höheren und der Gravis einen tieferen Ton anzeigt. Dies führt jedoch zu einem Problem, sie lässt sich auf die Neumen, die nach Akzenten zusammengesetzt sind übertragen, nicht jedoch auf Punktnotationen.
Die Interpunktionshypothese, die durch Thibaut (1907) vertreten wird, verwendet die Neumen wie Interpunktionen. Es geht dabei eher um die Aufführungsidee des Stückes als um die Genauigkeit der Töne.
Die Kombination von Akzent-, Interpunktions- und Cheironomiehypothesen werden auch häufig von Wissenschaftlern, wie zum Beispiel Eugène Cardine, verwendet. 4
„Auch Godehard Joppich setzt [...] die dirigentische Geste als Bedingung der Notenschrift
voraus, sieht aber gleichzeitig die Aufgabe der Neumen nicht in der Darstellung exakter
Tonhöhen, sondern in der rhetorisch - prosodischen Veranschaulichung. Die Neumen
seien Symbole für das Auf und Ab des Sprachbogens und damit für Spannung und
Entspannung für die vortragende Stimme.“ 5
Im Großen und Ganzen sind Neumen Mittel der Abbildung von Musik. Sie bilden insofern ab, indem sie die einzelnen Tonhöhen eines Tonsystems in eine Ordnung von hoch und tief bringen. Nach Aristoteles übertragen sie ein Feld von Sinneswahrnehmungen in ein anderes. Das was das Ohr hört wird in einem geordnetem System auf einen Beschreibstoff festgehalten und für das Auge sichtbar gemacht 6 .
und -stärke (Qualität) bestimmen, u. a. Akzent
4 vgl. Joachim Diehr. Berlin 2004. S.59 f.
5 Joachim Diehr. Berlin 2004 S. 60
6 Vgl. Max Haas. Bern 2005. S.384 f..
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Phuong Anh Phi, 2011, Musikhandschriften im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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