Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2.1 Das Verhältnis von Mann und Frau 3
2.2 Die Juden in der Romantik und die Entwicklung der ersten Salons. 6
3. Rahel Varnhagen: Leben und Entwicklung. 9
4. Schluss 18
1. Einleitung
Die Zeit der Aufklärung, anzusiedeln von Mitte bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts hat den Weg der Frauen in eine aktive Kulturszene schon weit geebnet, sogar anerkannte Schriftstellerinnen wie Luise Adelgunde Kulmus oder Anna Louisa Karsch vorgebracht. Doch der Durchbruch für eine weibliche Literatur kam erst mit der Romantik. Man muss allerdings sagen, dass der Weg der Frau aus ihrer „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ , mehr noch ihrer eigentlich nicht selbstverschuldeten, sondern eher gesellschaftlich verschuldeten Unmündigkeit heraus,ein nicht einfacher Weg war. Doch dazu später.
Die Romantik stellt sich ein Laie doch genauso vor, wie sie wirklich wargeprägt von Gefühlen und Sinnen. Gerade deswegen scheint die Romantik die richtige Zeit gewesen zu sein, um sich als Frau literarisch zu emanzipieren. Die Einfühlungskraft der Frau konnte sich hier besonders gut entfalten. Darum kam es in der Romantik zum ersten Mal dazu, dass die Frau eine mehr oder weniger aktive Rolle im literarischen Leben spielen konnte. Auch im nicht literarischen Leben konnten die Frauen der Romantik ihren Gefühlen zum ersten Mal freien Lauf lassen, indem sie sich ihren Ehemann selbst aussuchen durften und nicht mehr vom Vater zwangsverheiratet wurden.
„Die Frauen lebten lange ohne zu schreiben, dann schrieben sie […] mit ihrem Leben um ihr Leben“, so beschreibt es Christa Wolf. Was bedeutet nun „sie schrieben mit ihrem Leben“? Allgemein kann man sagen, dass die Frauen sich von ihrem einstiegen Leben wegschrieben, hin zu einem eigenen Frauenleben und weg von der männlichen Korrektheit und Sachlichkeit. Typisch für die Zeit der Romantik ist auch die Veränderung der Frauenrolle. Bis dato umgab die Frau nur ein Objekt-Status. Sie „entwickelte“ sich von nur „schön anzusehen“ zu einer eigenen aktiven Persönlichkeit und zu einer Bereicherung des geistig-literarischen-geselligen Lebens. Man kann behaupten, dass Frauen in keiner Epoche so viel Einfluss auslebten, wie in
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der Romantik. Auch wenn ihnen der Weg an die Universität unzugänglich blieb, nutzten sie ihr Talent. Durch die neueröffneten Leihbibliotheken, die auch Frauen zugänglich wurden, blieben die Bücher nicht mehr vor den Frauen verschlossen. Der Zugang zur Bildung war also geschaffen. Das aktive Beteiligen am literarischen Geschehen stellte kein Problem mehr für die Frau dar. Die Epoche der Romantik würdigte so zum ersten Mal die weibliche Kreativität.
Doch es war natürlich nicht so einfach, wie man nun im Hinblick auf diese Zeilen denken könnte. Clemens Brentano sagte einmal „Es ist für ein Weib sehr gefährlich zu dichten...“ Dieses Zitat macht wohl sehr gut deutlich, mit welchen Schwierigkeiten die Frauen damals zu kämpfen hatten, die nicht als Frau, Schwester, … VON an die Öffentlichkeit gingen, sondern mit ihrem eigenen Namen. Daher kam es auch, dass viele der schreibenden Frauen der Romantik sich oft nur in Briefen ausdrückten. In diese Briefen bauten sie dann wahrscheinlich auch Gedichte mit ein. Einige drückten ihr Talent auch in Zeitschriften oder literarischen
Zirkeln aus. Die fortgeschrittene Denkweise damaliger Zeit ermöglichte es, und das ist deutlich hervorzuheben, nur den Frauen der oberen Schicht, einigermaßen gleichberechtigt neben dem bisher dominierenden Mann am kulturellen Leben teilzuhaben. Sie wurden nicht mehr als die kompletten Exoten gesehen, sondern wurden in ihrer eigenen Szene zum Mittelpunkt. Wie genau sie das erreichten, wird später am Beispiel des Salons und Rahel Varnhagen genauer erläutert.
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2.1 Das Verhältnis von Mann und Frau
Das Verhältnis von Mann und Frau stellte sich aber, wie man jetzt vielleicht denken könnte, nicht sofort gleich. Das Frauenbild sprach den Frauen die Fähigkeit zum selbstständigen Denken ganz ab, teilweise wurde ihnen sogar der eigene Verstand aberkannt ( Meyer 1997). Das vorherrschende Wesen der Frau war das von Natur aus schwächere Geschlecht. Man schloss von der physischen Überlegenheit des Mannes gleichsam auf eine psychische Unterlegenheit der Frau (Meyer 1997). „So wurde es für die wohlhabenden Männer... zum Statussymbol, dass ihre Frauen nicht erwerbstätig sein mussten“ (Meyer 1997). Das neue Frauenbild, was vor allem von Friedrich Schlegel repräsentiert wurde, sah eine Frau als Individuum. So schön das auch klingt, gibt es doch einen Haken daran. Man kann die Rolle der Frau aus Sicht Friedrich Schlegels sehr gut als „Priesterin und Lichtbringerin“ beschreiben. Dieses Bild verlangt Unmenschliches. In die Rolle der Frau wurde ein sehr überhöhtes Wunschbild gepackt, der die männliche Erfahrung zugrunde lag. Jene Eigenschaften, die nicht in das Bild passten, wurden als Mystik angesehen. Die Vorbilder dieses Frauenbildes war unter anderem die „Antigone“. Sie hatte eine göttergleiche Heldin sein müssen, idealerweise Kunst und Menschlichkeit miteinander verbindend. Die Aufwertung der Frau bedeutete nicht, dass sie viel mehr Rechte hatte, sondern eher, dass sie mehr Pflichten bekam. Sie wurde stärker in die Familie eingefügt und auch an diese gebunden. Die Frau soll die Muse des Mannes sein. Als Göttin und Priesterin soll die Frau das Leben des Mannes versüßen, ihn huldigen und ihn bei der Identitätsfindung seiner selbst unterstützen. Die Theorie der gleichberechtigten besseren Hälfte, auf die sich auch Christa Wolf in „Kein.Ort.Nirgends.“ bezieht, war demnach wirklich nur eine Theorie,die dazu diente die Männliche Entwicklung in den Vordergrund zu rücken. Alles was die Frau tun sollte, war, auf andere eine persönliche Aura auszuströmen.Der Mann erwartete von der Frau eine Fürsorge und Sensibilität, quasi als Ausgleich zu seiner außerhäuslichen Arbeit (Meyer 1997).Friedrich Schlegel
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und Jean Paul beschrieben einmal die Fähigkeiten der Frau: „Auch der systematische Verstand fehle der Frau, jedoch nicht aller philosophischer Verstand (…).Nach bekannten Grundsätzen ist die männliche Natur mehr episch und Reflexion, die weibliche mehr lyrisch und Empfindung“, „Die Frauen lesen sich am Ende eine schöne Prose in die Feder und machen nichts daraus als höchstens Briefe, aber die Jünglinge sich eine schöne Poesie und machen eben Bücher daraus“ (Becker-Cantarino 2000). Es stellt sich dann die berechtigte Frage ob diese Diskussion, die regelrecht nur von Männern entfacht wurde, eigentlich eine Emanzipation der Frau zum Ziel hatte oder nicht. Wie sich bei den Frauen allerdings zeigt, wollten auch Diese nicht viel mehr sein, als nur die Musen des Mannes. Sie kannten es schließlich nicht anders und es war für sie das einzige Ziel und Religion, den Mann zu lieben und ihn anzubeten. Sie wollten in der Liebe das Paradies wiederfinden, was sie durch ihre Unselbstständigkeit verloren hatten, besser gesagt, nie kennengelernt hatten. Die Liebe zwischen Mann und Frau war das Höchste, was ein Mensch erreichen konnte. Doch auch am Beispiel der nicht verheirateten Frauen oder der Verwitweten lässt sich festmachen, wie sehr sich die Frauen auf das Bild der Ehe und der Liebe definierten. Denn diese Frauen nannten sich nur „noch nicht verheiratet“ oder „nicht mehr verheiratet“. Auf den Gedanken, wie es heute üblich ist, sich als alleinstehend zu bezeichnen ist damals kaum Eine gekommen. Die Selbstdefinition der Frau fiel komplett aus. Erst durch die Ehe wurde die Frau der Romantik zu wahrgenommenen Personen der Gesellschaft und eventuell auch anerkannt. Auch wenn für die Frauen der Zwang der Heirat des Mannes, den der Vater aussuchte, in der Epoche der Romantiker langsam wegfiel, so erlosch er doch nicht sofort. Wie sehr die Frau ein „Spielzeug“ der Männer ist, zeigt der Übergang ins Erwachsenenalter einer Frau. Die Vormundschaft über das Mädchen hatte zuerst natürlich der Vater. Dieser suchte dann den Ehepartner aus. Meist geschah das nicht aus Sympathiegründen, sondern eher aus für die Familie guten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen. Nach der Heirat übernahm dann der Ehemann die Position des Vaters und wurde ihr Vormund.
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Arbeit zitieren:
Linda Dittrich, 2012, Rahel Varnhagen von Ense – eine jüdische Frau in der Romantik, München, GRIN Verlag GmbH
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