Inhaltsverzeichnis 1
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 2
1 Problemstellung 3
2 Die Grundlagen von Flanders Interaktionsanalysesystem. 4
2.1 Allgemeines und Beschreibung der Kategorien 4
2.2 Vorgehensweise bei der Beobachtung 5
3 Auswertung und Interpretation der Interaktionsanalyse 6
3.1 Darstellung und Auswertung der Datenmatrix 6
3.2 Systematische Interpretation der Datenmatrix 7
4 Kritische Betrachtung der Interaktionsanalyse von Flanders 9
Literaturverzeichnis 11
Anhang 12
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Kategorien zur Interaktionsanalyse
Abbildung 2: Beispielmatrix mit Kennzahlen
Abbildung 3: Beispielmatrix mit Inhaltskreuz und Konstanzzellen
Problemstellung 3
1. Problemstellung
„Teaching behavior, by its very nature, exists in a context of social interaction“ (Flanders, 1970, S. 1). Von sozialer Interaktion wird gemäß Definition immer dann gesprochen, wenn zwei oder mehr Individuen zueinander in Beziehung treten und kommunikative Handlungen austauschen (Wragge-Lange, 1980, S. 7). Im Schulunterricht nimmt die Sprache einen großen Teil dieser kommunikativen Handlungen ein (Spanhel 2001, S. 931). Sowohl für Referendare 1 , die am Anfang ihrer Schullaufbahn stehen, als auch für ihre erfahrenen Kollegen, ist es wichtig, den Einfluss ihres sprachlichen Verhaltens auf die Schulklasse zu kennen, um die Interaktion und die Lernprozesse im Unterricht zu optimieren. Auf Basis der sprachlichen Äußerungen von Lehrern und Schülern hat Ned A. Flanders daher das System FIAC (Flanders' Interaction Analysis Categories) zur Interaktionsanalyse im Unterricht entwickelt (Merkens & Seiler 1978, S. 79ff.), das es ermöglicht, „Lehrertraining kontrollierbar und damit optimal zu machen“ (Wragge-Lange, 1980, S. 38). Das ist ein hoher Anspruch und es entsteht die Frage, ob das System diesem Anspruch gerecht wird. Ziel der folgenden Arbeit ist es demnach herauszuarbeiten, welche Chancen und Möglichkeiten das Beobachtungssystem von Flanders in der Praxis der Lehreraus- und Weiterbildung bietet und anhand einer kritischen Betrachtung festzustellen, wo die Grenzen des Systems liegen. Es wird jedoch nicht Thema dieser Arbeit sein Verbesserungsvorschläge an der Interaktionsanalyse zu formulieren, sondern lediglich die Kritikpunkte aufzuzeigen. In Kapitel 2.1 werden zunächst die zehn Kategorien von Flanders Unterrichtsbeobachtungssystem erläutert, da sie als Verständnisgrundlage für die weitere Arbeit mit dem System erforderlich sind. Im Kapitel 2.2 wird die Vorgehensweise bei der Unterrichtsbeobachtung erläutert, um dem Leser zu veranschaulichen, wie die Daten für die weitere Auswertung gewonnen werden. Anschließend wird im Kapitel 3.1 gezeigt, wie die ermittelten Daten in einer Matrix aufbereitet und danach ausgewertet werden, denn die Ergebnisse dieser Aufbereitung bilden die Basis für die in Kapitel 3.2 folgende Interpretation der Ergebnisse. Um die Vorgehensweise bei der Interpretation zu veranschaulichen, werden die Betrachtungen im Kapitel 3.2 anhand eines Beispiels gezeigt. Die umfassende Beschreibung des Unterrichtsbeobachtungssystems, von den Grundlagen bis zur Interpretation, dient einerseits dazu, die Möglichkeiten von Flanders’ Verfahren aufzuzeigen, andererseits ist sie erforderlich, um abschließend im 4. Kapitel eine kritische Betrachtung des Systems vorzunehmen.
1 Anmerkung: Alle personenbezogenen Bezeichnungen gelten auch für die jeweils weibliche Form
Die Grundlagen von Flanders Interaktionsanalysesystem 4
2 Die Grundlagen von Flanders’ Interaktiosanalysesystem
2.1 Allgemeines und Beschreibung der Kategorien
Viele Lehrer sind bestrebt ihren Unterricht immer weiter zu optimieren (Flanders, 1970, S. 10). Ausgangspunkt für eine solche Weiterentwicklung des eigenen Lehrverhaltens ist ein umfangreiches Wissen über die Interaktion zwischen Schulklasse und Lehrkraft. Das von Flanders entwickelte Kategoriensystem dient dabei als Hilfsmittel, um eine von subjektiven Einflüssen unabhängige Beobachtung dieser Interaktion zu ermöglichen (Hanke, Mandl & Prell, 1973, S. 24). Der Vorteil bei dem Unterrichtsbeobachtungssystem von Flanders ist, dass es sich zur Anwendung in jedem beliebigen Unterrichtsfach und bei jeder Gruppengröße eignet (Wragge-Lange, 1980, S. 38). Das besondere Kennzeichen des Verfahrens ist die alleinige Konzentration auf das verbale Verhalten. Ein Grund hierfür ist, dass sprachliche Äußerungen einen großen Teil der Interaktion zwischen Lehrer und Schülern im Unterricht einnehmen (Spanhel 2001, S. 931) und mit einer größeren Zuverlässigkeit beobachtet werden können, als nonverbales Verhalten (Hanke et al., 1973, S. 24). Außerdem vertritt Flanders die Annahme, „daß das verbale Verhalten [...] repräsentativ für das gesamte Verhalten ist“ (Wragge-Lange, 1980, S. 38).
Um das verbale Verhalten von Schülern und Lehrern im Unterricht zu beschreiben, hat Flanders ein System mit insgesamt zehn Beobachtungskategorien entwickelt. Er unterscheidet darin zwischen Lehreräußerungen, Schüleräußerungen sowie einer Restkategorie. Da sein Verfahren in erster Linie für das Training von Lehrkräften entwickelt wurde, fokussiert Flanders bei der Beobachtung die verbalen Lehreräußerungen. Dadurch erfahren Lehrer möglichst viel über ihr eigenes Verhalten im Unterricht und können sich auf dieser Basis weiterentwickeln (Wragge-Lange, 1980, S. 44). Lehreräußerungen können entweder als direktes oder als indirektes Verhalten klassifiziert werden. Zur Beschreibung des indirekten Lehrerverhaltens stehen vier Kategorien zur Verfügung. In diesen Kategorien 1-4 wird z.B. erfasst, wenn der Lehrer die Gefühle seiner Schüler akzeptiert, sie lobt, auf ihre Gedanken eingeht oder Fragen stellt (Hanke et al., 1973, S. 28). Dieses Verhalten gewährt Schülern einen relativ großen Aktionsspielraum und beeinflusst sie nur indirekt in ihrem Handeln. Die Kategorien 5-7 beschreiben das direkte Lehrerverhalten. Hier wird z. B. festgehalten, wenn die Lehrkraft Unterrichtsinhalte vorträgt, Anweisungen gibt oder kritisiert und so durch ihr Verhalten die Handlungsspielräume der Schüler einschränkt und sie direkt beeinflusst (Hanke et al.,
Arbeit zitieren:
2009, Beobachtungssystem von Flanders, München, GRIN Verlag GmbH
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