Einführende Worte zum Thema „Kommunikation“
1 vgl. http://www.sign-jugendredaktion.de/download/KOMMUNIKATION_Gedichte_09.pdf
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Der Begriff „Kommunikation“ 2
2.1Das Sender-Empfänger-Modell 4
2.2 Verbale Kommunikation 6
2.3 Nonverbale Kommunikation 8
2.4 Paraverbale Kommunikation 11
3. Kommunikative Basiskompetenzen 12
3.1 Kommunikationsregeln nach Watzlawick 13
3.2 Das „Aktive Zuhören“ 16
4. Wahrnehmung kommunikativer Inhalte 20
4.1 Was ist NLP / VAKOG 21
4.2 Das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun 23
5. Fragen in der Sozialen Arbeit 26
5.1 Frageformen 27
5.2 Fragearten 29
6. Die Bedeutung von Fragen in der Sozialen Arbeit 30
6.1 Der „Fragetrichter“ 30
6.2 Problemrahmen versus Zielrahmen 32
7. Schlussbemerkung 33
8. Literaturverzeichnis 35
1. Einleitung
„Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.“ 2 Kommunikation ist ein wichtiger und alltäglicher Bestandteil unseres Lebens. Die Gesellschaft des ausgehenden 20. und 21. Jahrhunderts definiert sich nicht nur als modern, sondern bezeichnet sich sogar als Informations-und
Kommunikationsgesellschaft. Die Möglichkeiten der Kommunikation und der Informationsgewinnung erscheinen nahezu unbegrenzt.
Somit ist die Kommunikation aus der menschlichen Gemeinschaft kaum noch weg zu denken. Individuen sind ein Bestimmungsmerkmal von Gesellschaften da sie es doch sind, die durch ein Netzwerk sozialer Beziehungen miteinander in Kontakt und Interaktion treten und somit immer in unterschiedlichen Kommunikationsprozessen miteinander stehen. Wo Menschen miteinander in Kontakt stehen, bietet die Sprache allerdings auch immer einen Nährboden auf dem Konflikte und Missverständnisse entstehen und wachsen können. Ursache dafür ist oftmals, dass die Sprache des anderen nicht richtig verstanden oder die eigene Sprache nicht richtig verwendet wird.
Welche Bedeutung Kommunikation gerade im Bereich der Sozialen Arbeit hat, wird deutlich wenn man die möglichen Folgen missglückter Kommunikation betrachtet. Diese reichen von Verwirrung, weil ein Klient etwas missversteht, über emotionale Kränkung, weil ein Klient sich beleidigt fühlt, bis hin zu schweren Konflikten zwischen Klient und Sozialarbeiter/in, welche eine Zusammenarbeit beider unmöglich machen. So sagte auch schon der amerikanische Philosoph William James: „Aus vielen Worten entspringt auch immer die Gelegenheit zum Missverständnis.“ 3
Die Wichtigkeit der Kommunikation in der Sozialen Arbeit wird auch verdeutlicht, wenn man einen Blick darauf wirft, welche positiven Folgen geglückte Kommunikation hingegen haben kann. Diese können reichen von einem zufriedenen
2 Karl Jaspers (1883-1969), dt. Philosoph
3 William James (1842-1910), amerik. Philosoph
1
Klienten, der sich akzeptiert und verstanden fühlt, bis hin zur Lösung scheinbar unlösbarer zwischenmenschlicher Konflikte.
Da Kommunikation also nicht nur ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens ist, sondern auch eine elementare Bedeutung in der Sozialen Arbeit hat, wird sich diese Arbeit damit beschäftigen, wie eine gelungene Kommunikation zwischen Menschen entstehen kann.
Um dies zu erreichen, wird zunächst einmal geklärt, was mit dem Begriff „Kommunikation“ eigentlich gemeint ist und welche Bedeutung verbale, nonverbale und paraverbale Kommunikation haben. Anschließend werden kommunikative Basiskompetenzen, wie die Kommunikationsregeln von Paul Watzlawick und das „aktiven Zuhören“, näher erläutert. Danach geht die Arbeit darauf ein, welche Rolle die Wahrnehmung bei Kommunikationsprozessen einnimmt. Dies wird an dem „Vier-Ohren-Modell“ von Schulz von Thun sowie dem „VAKOG-Modell“ dargestellt. Abschließend wird verdeutlicht wie durch gezielt eingesetzte Fragetechniken die Kommunikation zwischen zwei Personen verbessert und erleichtert werden kann und welche Rolle Fragen in der Sozialen Arbeit, speziell in Beratungssituationen, einnehmen.
2. Der Begriff „Kommunikation“
Auch wenn uns der Begriff „Kommunikation“ heute gängig und recht alltäglich vorkommt, hat er sich noch gar nicht allzu lange in unserem Sprachgebrauch etabliert. In den 1940er Jahren wurde mit der Erfindung des Computers die Information als messbare, mathematische und physikalische Größe entdeckt und erlangte seitdem einen enorm hohen Stellenwert in der wissenschaftlichen Diskussion. Zur Erklärung wurden zahlreiche Kommunikationsmodelle definiert und innerhalb der Soziologie entwickelte sich eine eigene Wissenschaftsdisziplin - die Kommunikationswissenschaft.
In den 1960er Jahren entstand aufbauend auf die Erkenntnisse der vergangenen Jahre ein Kommunikationsmodell, um Störungen der Kommunikation zwischen Menschen analysieren zu können. Dieses Modell - die Transaktionsanalyse - sollte
2
ursprünglich als Therapieverfahren innerhalb der Psychoanalyse genutzt werden, diente aber auch als Ansatzpunkt zur Wiederherstellung und Neuaufnahme gestörter Kommunikationsprozesse. Erst später in den 1970er-Jahren zog das Wort „Kommunikation“ in den deutschen Sprachgebrauch ein. Eine wichtige Voraussetzung dafür war die Veröffentlichung des Buches „Menschliche Kommunikation“ von Paul Watzlawick, Jackson und Beavin.
Sucht man nach einer Definition des Begriffs „Kommunikation“ wird man feststellen, dass keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs existiert. Dies ist erstaunlich, ist der Begriff doch längst ein fester Bestandteil unserer Alltagssprache geworden. 4
Das Wort „Kommunikation“ steht für „Verbindung“, „Austausch“ und „Verständigung“ zwischen Menschen und geht auf die lateinischen Begriffe communicatio und communicare zurück, die so viel wie „Mitteilung“ oder „teilhaben“ bedeuten. In diesen zwei Begriffen steckt auch das Wort „communis“, welches „gemeinsam“ bedeutet. 5 Somit ist Kommunikation also eine Form des gemeinsamen Handelns und bezeichnet den Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen. Die Mitteilungen zwischen den Personen können sowohl sprachlich (verbal) als auch nichtsprachlich (nonverbal) erfolgen. 6
In der Soziologie, Sozialpsychologie, Psychologie und Informationstheorie wird der Begriff vielfältig genutzt und als Fähigkeit des Individuums, seine Gefühle und Ideen anderen mitzuteilen, sowie die Fähigkeit von Gruppen enge und vertrauliche Verbindungen miteinander einzugehen, verstanden. 7
In den Sozialwissenschaften und in der Psychologie ist Kommunikation weiterhin die Bezeichnung für den Informationsaustausch als grundlegende Notwendigkeit menschlichen Lebens und wird in drei Hauptformen eingeteilt:
1. Intrapersonale Kommunikation als der Austausch der innerhalb eines Individuums, z.B. bei der Aufnahme von Umweltdaten abläuft
4 vgl. Ternes 2008, S. 21
5 vgl. http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/suche/wbger/index.html?
gerqry=Kommunikation&Start=%A0%A0Suchen%A0%A0
6 vgl. Köck & Ott 1994, S. 213
7 vgl. Kron 1993, S. 171
3
2. interpersonale Kommunikation als Austausch zwischen mindestens zwei Individuen (Gesprächspartnern)
3. Mediengebundene Kommunikation als Austausch zwischen der (kleinen) Gruppe von Kommunikatoren (z.B. Journalisten) und der Gruppe von Rezipienten (z.B. Leser einer Tageszeitung) 8
Der Begriff wird auch in der Philosophie verwendet und ist dort die Bezeichnung für die wesenhafte zwischenmenschliche Begegnung. Dieser Begriff wurde dort vor allem von Karl Jaspers (1883-1969) geprägt.
2.1 Das Sender-Empfänger-Modell
In der Geisteswissenschaft gibt es viele Modelle zur Darstellung des Kommunikationsbegriffes. Das wohl bekannteste und gängigste Modell ist das Sender-Empfänger-Modell, welches von Stuart Hall entwickelt wurde und in den Geisteswissenschaften als gängige Beschreibung der Kommunikation verwendet wird. 9
Das Sender-Empfänger-Modell hilft den Grundvorgang zwischenmenschlicher Kommunikation zu verstehen. Es definiert Kommunikation als Übertragung einer Nachricht von einem Sender zu einem Empfänger. Das bedeutet, ein „Sender“ (oder Kommunikator) teilt dem „Empfänger“ (oder Rezipienten) etwas mit. Der
„Empfänger“ wiederum nimmt diese Nachricht wahr und interpretiert sie. Um dies zu erreichen wird die Nachricht kodiert und als Signal durch einen Übertragungskanal übermittelt. Dabei kann die Nachricht unter Umständen auch durch Störungen verfälscht werden. Das Modell besagt auch, dass Kommunikation nur stattfinden kann, wenn mindestens zwei Kommunizierende beteiligt sind. Dabei sind die Personen wechselseitig als Sender und Empfänger tätig. Entscheidend dabei ist, dass beide über die gleiche bzw. über eine ähnliche Codierung der zu übertragenden
8 vgl. o.A. 1975, S. 91
9 vgl. Ternes 2008, S. 31
4
Nachricht verfügen. Dies ist notwendig um die empfangenen Signale in eine verwertbare Information umwandeln zu können. 10
Kommunikation läuft also nach diesem Modell wie folgt ab: Der Kommunikator möchte beim Rezipienten eine Reaktion erzeugen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss der Sender eine Botschaft (Information) an den Empfänger senden. Da der Empfänger wohl kaum die Gedanken des Senders lesen kann, muss der Kommunikator diese Botschaft codieren. Dies kann sowohl verbal als auch nonverbal erfolgen. Ob durch die Information bzw. Botschaft beim Rezipienten die gewünschte Reaktion hervorgerufen wird, hängt zunächst davon ab, ob dieser die Nachricht decodieren kann. Jede Reaktion stellt gleichzeitig eine Form von Kommunikation dar. Auch das Ausbleiben einer Reaktion ist letztlich eine Reaktion, denn sie ruft beim Kommunikator wiederum eine neue Reaktion hervor. So wird der Empfänger zum Sender und der Sender zum Empfänger. 11 „Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sagt daher auch folgerichtig: »Man kann nicht nicht kommunizieren.«“ 12
Damit eine Botschaft schließlich transportiert werden kann, benötigt der Sender ein oder mehrere Kommunikationsmittel. Ein solches kann beispielsweise die eigene Stimme sein, die Hände, die Augen oder ein Telefon. Ein solches Kommunikationsmittel wird gemeinhin als Medium bezeichnet. 13
Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass zur Kommunikation immer folgendes benötigt wird:
- Ein Sender der etwas mitteilen möchte
- Ein Empfänger der eine Botschaft erhalten soll und die Codes des Senders entschlüsseln soll
- Eine Nachricht in Form von verschlüsselten Zeichen (Codes)
- Ein Medium zur Übertragung der Information
- Ein Rückkopplungsprozess (Feedback) welcher als Reaktion auf die angekommene Nachricht fungiert
10 vgl. Ternes 2008, S. 31
11 vgl. Jens-Peter Wilke 2008, S.17
12 Jens-Peter Wilke 2008, S.17
13 vgl Jens-Peter Wilke 2008, S.17
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Arbeit zitieren:
Rebecca Kahl, 2012, Kommunikation und Fragetechnik, München, GRIN Verlag GmbH
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