Inhalt
1 Einleitung, Fragestellung und Aufbau der Arbeit 3
2 Definitionen 4
2.1 Bildung 4
2.2 Sozialisation 4
3 Die PISA-Studie 6
3.1 Was ist PISA? 6
3.2 Ergebnisse der PISA-Studie 7
4 Der Zusammenhang von Sozialisationserfolg und Bildungserfolg 8
4.1 Die Relation von Familie und Bildungserfolg 8
4.2 Mögliche Erklärungsansätze 9
4.3 Die Ganztagsschule als Lösung? 11
5 Abschließende Bewertung 13
6 Quellenverzeichnis 14
2
1 Einleitung, Fragestellung und Aufbau der Arbeit
„Seit dem so genannten ,PISA-Schock´ gelten die Ganztagsschule oder verwandte Formen als probate Lösung für die aufgezeigten Defizite des deutschen Schulsystems“ (Otto/Coelen 2004: 7).
So fassen die beiden Erziehungswissenschaftler Hans-Uwe Otto und Thomaes Coelen die Diskussion zusammen, welche gegenwärtig die Bundesrepublik Deutschland erfasst hat. Seit der Veröffentlichung der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 wird nach Ansätzen gesucht, um das einstmals so hoch gelobte deutsche Bildungssystem wieder im internationalen Vergleich konkurrenzfähig zu machen und deutschen Schülerinnen bzw. Schülern den optimalen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Dabei sollen die Schulen heutzutage nicht nur reines Wissen zur Berufausbildung und -ausübung vermitteln, sondern zudem noch die Schülerpersönlichkeit ihrer Gänze stärken (Otto/Coelen 2004: 8). Als probates Mittel werden hierzu Ganztagsschulen angesehen. Hier lernen die Kinder länger und vor allem länger gemeinsam. In manchen europäischen Ländern wie z.B. Frankreich ist die Ganztagsschule schon Usus. Verwandt mit dem Begriff der Ganztagsschule, jedoch von ihm abzugrenzen, ist die so genannte Ganztagsbildung. Es geht bei ihr nicht nur rein um die zeitliche Verlängerung des Unterrichts, vielmehr verknüpfen sich hier formelle und informelle Bildung. Schule und Jugendhilfe kämen bei diesem Konzept zusammen (Otto/Coelen 2004: 8). Die Debatte über das Für und Wider der Ganztagsschulen darf dabei durchaus als lebhaft bezeichnet werden (Otto/Coelen 2004: 10).
Wieso könnte sich längeres, gemeinsames Lernen in einer Ganztagsschule erfolgreich auf den Schul- und Bildungserfolg auswirken? Eine Antwort auf diese Frage könnte sich in der Soziologie, genauer gesagt in der Sozialisationstheorie, finden lassen. Aus diesem Grund steht diese Hausarbeit unter der folgenden übergeordneten Fragestellung: In welchem Zusammenhang stehen Sozialisationserfolg und Bildungserfolg? Die Hausarbeit ist dabei in verschiedene Kapitel gegliedert. Nach der Einleitung, in welcher wir uns gerade befinden, werden im zweiten Teil die für diese Ausarbeitung maßgeblichen Begriffe Bildung sowie Sozialisation, speziell die hier maßgebliche primäre Sozialisation, definiert. Im dritten Kapitel wird die für diese Hausarbeit genutzte PISA-Studie des Jahres 2000 erläutert und ihre grundlegenden Ergebnisse vorgestellt. Den Hauptteil dieser Hausarbeit bildet das vierte Kapitel, in welchem der Zusammenhang von Sozialisation und Bildungserfolg untersucht werden wird. Im abschließenden fünften Kapitel zieht der Verfasser dieser Arbeit ein Fazit, lässt seine eigenen Studien noch einmal Revue passieren und beantwortet die eingangs gestellte Fragestellung.
3
2 Definitionen
Um die in dieser Hausarbeit aufgeworfene Fragestellung beantworten zu können, müssen zuerst die maßgeblichen Begriffe angemessen definiert werden. Daher werden in diesem zweiten Kapitel die Begriffe Bildung und Sozialisation erläutert. Bei letzterem wird zudem zum besseren Verständnis die primäre von der sekundären Sozialisation abgegrenzt werden. Für die Definitionen wird hauptsächlich das Werk Einführung in die Sozialisationstheorie von Klaus Hurrelmann zugrunde gelegt.
2.1 Bildung
Zu den Zentralbegriffen der Pädagogik gehört die Bildung. Dabei hat es im Laufe der Zeit verschiedene Bedeutungen dessen gegeben.
Ursprünglich wurde damit die Kultivierung des Menschen verstanden, wodurch er die Möglichkeit erhält, an der Gesellschaft teilhaben zu können (Hurrelmann 2002: 16). Heutige moderne Definitionen verstehen Bildung als einen Prozess, in welchem die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung des Menschen gefördert werden solle. Dies erlaubt am Ende eigenständiges Handeln und sichert Individualität (Hurrelmann 2002: 17). Höhere Bildungsabschlüsse ermöglichen heutzutage größere Berufsperspektiven. Zentrale Institutionen zur Vermittlung von Bildung sind einerseits das Elternhaus und andererseits die Schule. Beide Institutionen beeinflussen sich dabei gegenseitig und wirken sich auf den Bildungserfolg aus. In dieser Hausarbeit wird der Bildungserfolg der Jugendlichen an ihrem Schulerfolg bemessen werden.
2.2 Sozialisation
Der Begriff der Sozialisation entstammt den Sozialwissenschaften, der so genannten Soziologie. Dabei hat sich der Sozialisationsbegriff im Laufe der vergangenen hundert Jahre gewandelt.
Der Franzose Emile Durkheim, einer der Urväter der Soziologie, gilt laut dem Soziologien Klaus Hurrelmann als eigentlicher Begründer des Sozialisationskonzepts (Hurrelmann 2002: 11). Durkheim verstand Sozialisation als Verinnerlichung von Normen durch die Gesellschaftsmitglieder, gewissermaßen als eine „Vergesellschaftung der menschlichen Natur“ (Hurrelmann 2002: 12), sowie die „Vermittlung der Gesellschaftsstruktur in das Innere des Individuums“ (Hurrelmann 2002: 13). Durch diesen Prozess wird der Mensch schlussendlich gesellschaftsfähig. Diese Definition der Sozialisation hielt sich bis weit in die siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts (Hurrelmann 2002: 12). Inzwischen gilt Durkheims Definition als veraltet, da soziologisch stark verkürzt und zu starr. Kritisch wurde angemerkt, dass sich diese Sichtweise rein auf die Unterwerfung des
4
Individuums unter gesellschaftliche Anforderungen bezieht (Hurrelmann 2002: 12). Durkheims Sichtweise basierte auf der damaligen, starren Industriegesellschaft (Hurrelmann 2002: 13). Die heutigen Gesellschaften sind inzwischen jedoch durch große Vielfalt und selbstständige Persönlichkeiten geprägt, die nicht mehr einfach nur Regeln und Werte internalisieren, sondern sich aktiv mit ihnen auseinandersetzen und eigene Wertvorstellungen herausbilden (Hurrelmann 2002: 14). Aus diesem Grund wurde laut Hurrelmann eine Neudefinition der Sozialisation nötig. Er versteht Sozialisation nun „als den Prozess der Entstehung und Entwicklung in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt. Vorrangig thematisch ist dabei, wie sich der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt bildet“ (Hurrelmann 2002: 15). Wichtig ist dabei also die Betonung der aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt, die lebenslang geschieht und durch die man seine persönliche Identität herausbildet. Diese Definition setzte sich inzwischen in der Soziologie durch.
Zu klären ist noch die Frage, wer eigentlich sozialisiert und damit auf die Realitätsverarbeitung einwirkt. Sozialisation geschieht durch so genannte
Sozialisationsinstanzen. Zu unterscheiden sind dabei die bereits eingangs erwähnten primären und sekundären Sozialisationsinstanzen
Eine Schlüsselposition nimmt dabei die Familie als primäre Sozialisationsinstanz ein, da sie, insbesondere die Eltern, als Vermittler der Umwelt für den Nachwuchs fungieren. Zwar sind in unserer Gesellschaft inzwischen einige Erziehungsfunktionen aus der Familie in andere Bereiche wie z.B. Kindergarten oder Schule ausgelagert worden, dennoch nimmt die Familie auch weiterhin eine Zentrale Bedeutung im Sozialisationsprozess ein (Hurrelmann 2002: 30). Kurt Kreppner betont dabei, dass auch die Familie ein dynamisches, sich entwickelndes System ist, welches nicht als statische Struktur verstanden werden darf (Hurrelmann/Ulich 1991: 323). Ferner gehören auch die Verwandtschaft und der Freundeskreis zur primären Instanz Bei den sekundären Sozialisationsinstanzen handelt es sich um außerfamiliäre Umgebungen wie Schule, Ausbildungseinrichtungen und das jeweilige Berufsumfeld (Hurrelmann 2002: 31). Diese wurden gesellschaftlich etabliert und übernehmen im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben der Betreuung, Bildung und Erziehung (Hurrelmann 2002: 33). Aufgrund der stetig steigenden Schulzeit muss laut Hurrelmann die Schulzeit inzwischen als die zentrale Sozialisationsinstanz angesehen werden (Hurrelmann 2002: 31). Manchmal wird die primäre Sozialisation sogar durch die sekundäre überschrieben. Im Fokus dieser Hausarbeit wird die primäre Sozialisation stehen, insbesondere der Einfluss des Elternhauses bzw. der Familie im Allgemeinen auf den Bildungserfolg an der Schule.
5
Arbeit zitieren:
Master of Arts Nadir Attar, 2008, In welchem Zusammenhang stehen Sozialisationserfolg und Bildungserfolg?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik: In welchem Zusammenhang stehen Sozialisationserfolg und Bildungserfolg? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik: neuer Titel erschienen: In welchem Zusammenhang stehen Sozialisationserfolg und Bildungserfolg?
Nadir Attar hat einen neuen Text hochgeladen
Die systematische Zufälligkeit des Bildungserfolgs
Theoretische Erklärungen und e...
Winfried Kronig
Bildungserfolg, Migration und Zweisprachigkeit
Perspektiven für Forschung und...
Cristine Allemann-Ghionda, Saskia Pfeiffer
Zeitschrift für Pädagogik 55. Migration, Identität, Sprache und Bildun...
Cristina Allemann-Ghionda, Petra Stanat, Kerstin Göbel, Charlotte Röhner
0 Kommentare