Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis IV
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit 1
2 Cash Recycling als neue Entwicklung 2
2.1 Zum Begriff des Cash Recycling. 2
2.2 Historische Entwicklung. 2
2.3 Rahmenvereinbarung für den Betrieb von kombinierten Ein- und
Auszahlungsautomaten (Cash-Recycling- Automaten) 4
2.4 Arten und Funktionsweise eines Cash-Recycling-Systems. 5
3 Auswirkungen auf die Kostenstruktur 7
3.1 Mehraufwendungen. 7
3.2 Kostensenkungspotenziale. 9
3.2.1 Personalkosten. 9
3.2.2 Automatenbefüllung/Automatenleerung 9
3.2.3 Werttransporte 10
3.2.4 Nachttresor. 11
3.2.5 Bargeldbestände. 11
3.2.6 Flächennutzung. 11
3.3 Einsatz von CRS unter Kosten-Nutzen-Aspekten. 12
4 Auswirkungen auf das Personal 12
4.1 Wegfall von Kassenarbeitsplätzen. 12
4.2 Schaffung von Beratungsfreiräumen. 14
4.3 Arbeitsgestaltung und Arbeitsmonotonie 14
5 Auswirkungen auf die Kunde -Bank -Beziehung 15
5.1 Kontakt von Kunde und Bank vor Einführung des CRS 15
5.2 Kontakt und Veränderungen nach Einführung des CRS 16
5.2.1 Selbstbedienung. 16
5.2.2 Filialgestaltung 17
5.2.3 Mehrwertdienste 18
5.2.4 Servicequalität 19
6 Fazit und Ausblick 20
Inhaltsverzeichnis III
Anhang 21
I. Abbildungsverzeichnis des Anhangs
II. Ergänzende Schaubilder
III. Produktgestaltung P roCash 3100 und Integration bei Kreditinstituten
IV. Beispielrechnungen zur Kostensenkung
V. Kurzprotokoll des Fachgesprächs
VI. Rahmenvereinbarung für den Betrieb von kombinierten Ein- und
Auszahlungsautomaten (Cash-Recycling-Automaten) durch Kreditinstitute
und andere Institute im Euro-Währungsgebiet, zu deren Aufgaben der
Umgang mit Banknoten und deren Ausgabe an die Bevölkerung gehören
VII. Voraussetzungen für den Betrieb von kombinierten Einzahlungs- und
Geldautomaten (KEGA) in Deutschland
VIII. Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 1338/2001 des Rates der Europäischen
Zentralbank
IX. Wincor Nixdorf Kundenbroschüre ProCash 3100: Die Lösung für alle
Bargeldtransaktionen im SB- Bereich hier nicht enthalten
X. Wincor Nixdorf Kundenbroschüre ProCash 6100: Automatischer
Kassentresor hier nicht enthalten
XI. Begriffserklärungen
Literaturverzeichnis
Ehrenw örtliche Erklärung
Abkürzungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis
AKT Automatischer Kassentresor BBA Bankbedienstetenbedienter Ausgabeautomat BBankG Gesetz über die Deutsche Bundesbank BSB Bediente Selbstbedienung CRS Cash-Recycling-System
DBB Deutsche Bundesbank DiBa Allgemeine Deutsche Direktbank AG EDV Elektronische Datenverarbeitung EG Europäische Gemeinschaft EZB Europäische Zentralbank
FN Fußnote GAA Geldausgabeautomat GWG Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz) HVB HypoVereinsbank
KAD Kontoauszugsdrucker KBA Kundenbedienter Ausgabeautomat KEGA Kombinierter Einzahlungs- und Geldautomat SB Selbstbedienung WN Wincor Nixdorf
ZKA Zentraler Kreditausschuss
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Viele Kreditinstitute, insbesondere die Großbanken aber auch zahlreiche kleinere und mittlere Institute, befinden sich in einer schwierigen Lage. Auf der einen Seite kämpfen die Banken mit steigenden Betriebs- und Personalkosten, auf der anderen Seite brechen
die Erträge auf G rund der sinkenden Zinsspanne und niedriger Provisionserlöse weg. 1 Die erhöhten Risiken im Kreditgeschäft lasten zusätzlich auf den Instituten. E s ist Aufgabe und Ziel der Kreditinstitute dieser Situation entgegenzuwirken. Die Erträge müssen mittelfristig wieder gesteigert werden. Die Kosten werden bereits seit einigen Jahren teilweise erfolgreich gesenkt. Mittelfristig soll die Eigenkapitalrendite wieder auf 15 Prozent steigen. Bei der Cost-Income-Ratio ist die Zielmarke auf 60 Prozent (heute durchschnittlich 75 Prozent) fixiert. 2 Im Bereich des Cash-Management (Optimierung des internen Geldkreislaufs) und der Bankorganisation sind schon viele Kostensenkungspotenziale ausgeschöpft worden. Neue Möglichkeiten der Kostenreduktion soll Cash Recycling liefern. Durch eine aktuelle Gesetzesänderung ist nun auch in Deutschland ein neues Zeitalter der automatisierten Bargeldbearbeitung angebrochen (siehe Abb. 10). 3 Doch Cash Recycling tangiert die Bank in zahlreichen Bereichen.
1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit
Die Arbeit zeigt die vielfältigen Auswirkungen des Einsatzes von Cash Recycling in Kreditinstituten. Kapitel 2 erläutert die Begrifflichkeit des Cash Recycling, die historische Entwicklung und gesetzliche Vorschriften. Ergänzend wird die Funktionalität eines Cash-Recycling-Automaten vorgestellt. Anschließend werden die Auswirkungen auf die Kostenstruktur eines Kreditinstitutes betrachtet. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Kostensenkungspotenziale, die Darstellung der Mehraufwendungen soll das Gesamtbild abrunden. Die Auswirkungen auf die Mitarbeiter werden im vierten Kapitel erklärt. Hier sollen aus dem Blickpunkt der Mitarbeiter die Folgen des Einsatzes von Cash Recycling auf Arbeitsprozesse und Arbeitsbedingungen verdeutlicht werden. Das Cash Recycling verändert aber auch die gesamte Kunde-Bank-Beziehung in
1 Vgl. Frick, U./ Seibert, M.: Form follows function, in: Bankpraxis + Geschäftspolitik, 2002, Heft 8, S. 30-33, hier S. 30.
2 Vgl. Martz, H.: Erfolgsfaktoren einer effizienten Multikanalstrategie, in: Wincor Nixdorf OnlineReport, 2003, Heft 1, http://www.wincor-nixdorf.com/static/onlinereport_de/ report01_03/banking.html, (10.09.2003).
3 Vgl. Anhang III, S. 25.
bedeutendem Maße. Diese Tatsache soll Kapitel 5 unter Betrachtung der gegenwärtigen Beziehung und möglicher Veränderungen durch Cash Recycling aufzeigen. Ein Fazit und einen Ausblick über die weitere Entwicklung vermittelt das letzte Kapitel. Am Rande wird außerdem Cash Recycling mit BBA erläutert u nd mögliche Auswirkungen auf die Kreditinstitute punktuell und verkürzt in den einzelnen Kapiteln betrachtet. 4
2 Cash Recycling als neue Entwicklung
2.1 Zum Begriff des Cash Recycling
Cash Recycling stellt die rechtliche und technische Möglichkeit dar, vom Kunden eingezahltes Geld, unter bestimmten Bedingungen und nach bestimmten Prüfungen, am gleichen SB-Automaten wieder an einen anderen Kunden auszubezahlen (siehe Abb.
13). 5 Cash Recycling im eigentlichen Sinne findet nur an kundenbedienten Automaten (KEGA/CRS) statt. Bei manuellen Bargeldtransaktionen an BBA wird nicht von Cash Recycling gesprochen, da hier stets ein Bankmitarbeiter dazwischen geschaltet ist. 6 Cash-Recycling-Systeme sind in zwei Varianten, nämlich der „Bedienten Selbstbedienung“ und der „SB-Server-Variante“ einsetzbar. Bei der BSB sind Ein- und Auszahlungen nur an eigene Kunden möglich. Die nötigen Buchungen finden in bestimmten Intervallen (z.B. halbstündlich) statt, eine Anbindung an den SB-Server der Bank besteht nicht. Die SB-Server-Variante ist durch sofortige Verbuchung gekennzeichnet. Auszahlungen sind sowohl an eigene Kunden als auch an Fremdkunden möglich. Allerdings haben noch nicht alle Rechenzentren den Betrieb von CRS frei
geschaltet. 7
2.2 Historische Entwicklung
Ein großer Kostenblock liegt im Betreiben eines ausgedehnten Filialnetzes. 8 Insbesondere das Bargeldmanagement schlägt mit hohen Personal- und Verwaltungskosten zu Buche. Aber ein ausgeprägtes Filialnetz bietet auch den besten Schlüssel zum Kun- 4 Vgl.Anhang XI, S. 52.
5 Vgl. Hamm, M.: Den Fitnesstest für Automaten bestanden, in: Bankmagazin, 2003, Heft 7, S. 40-41, hier S. 40 und Anhang III, S. 27.
6 Vgl. Fachgespräch mit Villhauer Jürgen, Wincor Nixdorf GmbH & Co. KG, Banking Division VC Genobanken Mitte, Fettweisstrasse 22, 76198 Karlsruhe, Leitender Vertriebsbeauftragter Senior, 17.09.2003 und Anhang V, S. 30 f.
7 Vgl. ebenda.
8 Vgl. Stockmann, C.: Elektronische Bankfilialen und virtuelle Banken: Das Privatkunden- geschäft der Universalbanken im elektronischen Markt, Regensburg, 1998, S. 118.
den. 9 Daher verlagerten schon vor einigen Jahren fast alle Kreditinstitute Routinetätigkeiten rund um den Bargeldverkehr in die Selbstbedienung. KBA, Münzgeräte, Nachttresor, Kontoservice-Terminals und teilweise auch Einzahlungsautomaten wurden
zumeist in Form eines Zwei-Zonen-Konzepts in den Filialen installiert. 10 Bereits seit 1998 sind Cash-Recycling-Automaten mit großem Erfolg in der Schweiz im Einsatz. 11 Auch in Norwegen ist Cash Recycling seit Jahren alltäglich. 12 Die Entwicklung in Japan zeigt ein ä hnliches Bild auf. Der Bestand an Cash-Recycling-Automaten ist auf 130.000 Recycling-Terminals angestiegen. Sukzessive werden SB-Geräte mit
getrennter Ein- und Auszahlung sowie KBA vermehrt von CRS abgelöst. 13 Die Zurückhaltung i nnerhalb des Eurosystems, insbesondere in Deutschland, war durch die Zunahme der Falschgeldkriminalität im Euro-Raum begründet. In Deutschland galt es die Anforderungen des Bundesbankgesetzes einzuhalten. Dieses Gesetz hält die Bundesbank, Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute an, gefälschte Banknoten aus
dem Verkehr zu ziehen. 14 Im Interesse der Falschgeldbekämpfung wurde daher zwischen der DBB, den Spitzenverbänden des deutschen Kreditgewerbes - als Vertreter der deutschen Kreditwirtschaft - und dem Bundeskriminalamt die Absprache getroffen, dass die Betreiber von KBA grundsätzlich nur von der Bundesbank geprüftes Geld über KBA auszahlen sollen. 15 Somit wurde sichergestellt, dass nur echtes Geld dem Geldkreislauf wieder zugeführt wurde. Gestattet war seit 1999 der Betrieb von Einzahlungsautomaten, auch kombiniert mit einer Auszahlungsfunktion. 16 Allerdings lag hier, wegen den genannten Bestimmungen, kein geschlossener Geldkreislauf vor. Monofunktionale Einzahlungsautomaten konnten sich allerdings wegen hoher Anschaffungskosten und manuellem Entleerungsaufwand nicht entscheidend im Markt durchsetzen. Die Erfolge in anderen Regionen machten aber deutlich, dass sich der Euro-Raum und damit auch Deutschland, nicht auf Dauer dem Potenzial des Geld-Recycling verschließen kann.
9 Vgl. Stockmann, C. (FN 8), S. 117.
10 Vgl. Nackmayr, J.: Einsparungen in Bargeldprozessen, in: Bankmagazin, 2002, Heft 11, S. 48-50, hier S. 48 und Anhang XI, S. 52.
11 Vgl. WN: Kostenkiller Cash Recycling, in: Wincor Nixdorf OnlineReport, 2002, Heft 7, http: //www.wincor-nixdorf.com/static/onlinereport_de/report02_07/banking.html, (10.09.2003).
12 Vgl. WN: Kundenbroschüre ProCash 3100: Die Lösung für alle Bargeldtransaktionen im SB-Bereich, Juni 2002, S. 1-4, hier S. 2.
13 Vgl. o.V.: Trends 2003: Cash-Recycling bei den Sparkassen, Dezember 2002, http://www.keba.com/unternem/presse/inhalt.htm, (10.09.2003).
14 Vgl. § 36 Abs. 1 Gesetz über die Deutsche Bundesbank (BBankG) vom 22.10.1992.
15 Vgl. Hamm, M. (FN 5), hier S. 40.
16 Vgl. WN: Wincor Nixdorf Presse, o.J., http://www.wincor-nixdorf.com/internet/at/press/, (30.09.2003).
2.3 Rahmenvereinbarung für den Betrieb von kombinierten Ein-und Auszahlungsautomaten (Cash-Recycling-Automaten)
Seit Juli 2002 bestehen auch in Deutschland die Rahmenbedingungen zum Betreiben von Cash-Recycling-Automaten. 17 Diese basieren auf der von der EZB getroffenen „Rahmenvereinbarung für den Betrieb von kombinierten Ein- und Auszahlungsautomaten (Cash-Recycling-Automaten) durch Kreditinstitute und andere Institute im Euro-Währungsgebiet, zu deren Aufgaben der Umgang mit Banknoten und deren Ausgabe an die Bevölkerung gehören“ vom 24. Mai 2003. Die DBB hat die Richtlinien unter Berücksichtigung nationaler Gegebenheiten in deutsches Recht umgesetzt. 18 Diese Vorgaben entsprachen im Wesentlichen den bereits 1999 vom ZKA mit der DBB
getroffenen Voraussetzungen zum Betrieb von Einzahlungsautomaten. 19 Die Sensoren der KEGA müssen Fälschungen erkennen und dürfen Fälschungen und fälschungsverdächtige Banknoten nicht mehr ausgeben. Die EZB und daraus abgeleitet die DBB haben zu diesem Zwecke eine Einteilung der Banknoten in vier Kategorien vorgenommen. Nur echte Banknoten dürfen dem Geldkreislauf wieder zugeführt
werden. 20
Um das Sicherheitsniveau zu erhöhen und die Rückverfolgbarkeit der Transaktionen sicherzustellen, müssen die Fälschungen und die fälschungsverdächtigen Noten, sowie der einzahlende Kontoinhaber, registriert und identifiziert werden. Die Daten sind mindestens vier Wochen zu speichern. Nicht umlauffähige Banknoten, also Noten, deren Qualität für die weitere Verwendung im Bargeldkreislauf als u nzureichend eingestuft wird, sind auszusortieren. 21
Diese Voraussetzungen gelten für kundenbediente Automaten zur Einzahlung von Banknoten, wenn vor der erneuten Ausgabe der Banknoten nicht eigens eine manuelle Echtheitsprüfung durch Kassenpersonal erfolgt. 22 Rechtsgrundlage in Deutschland ist
17 Vgl. Voraussetzungen für den Betrieb von kombinierten Einzahlungs- und Geldautomaten (KEGA) in Deutschland, Juli 2002, S. 1-9, hier S. 1 und Anhang VII, S. 38 ff.
18 Vgl. Rahmenvereinbarung für den Betrieb von kombinierten Ein- und Auszahlungsautomaten (Cash-Recycling-Automaten) durch Kreditinstitute und andere Institute im Euro-Währungsgebiet, zu deren Aufgaben der Umgang mit Banknoten und deren Ausgabe an die Bevölkerung gehören, Mai 2002, S. 1-6 und Anhang VI, S. 32 ff.
19 Vgl. WN, Wincor Nixdorf Presse (FN 16) und Anhang XI, S. 52.
20 Vgl. Rahmenvereinbarung für den Betrieb von kombinierten Ein- und Auszahlungsautomaten (FN 18), hier S. 3 und Anhang VI, S. 32 ff.
21 Vgl. ebenda, hier S. 3.
22 Vgl. ebenda, hier S. 5 f.
das BBankG, das der Ratsverordnung auf europäischer Ebene entspricht. 23 Deutsche Besonderheit bleibt im Interesse der Falschgeldbekämpfung, dass an KBA weiterhin nur von der DBB geprüftes Geld (oder Geld aus KEGA) ausbezahlt werden darf. 24
2.4 Arten und Funktionsweise eines Cash-Recycling-Systems
Die hohen Anforderungen an die Technik des Cash Recycling haben dazu geführt, dass bisher nur zwei Geräte im SB-Bereich von der DBB zugelassen wurden. Zum einen der Wincor Nixdorf ProCash 3100, zum anderen der KEBA Rondo 4 Cashcycle+. 25 Die Geräte basieren auf unterschiedlichen Recycling-Konzeptionen. Wincor Nixdorf verwendet Rollenspeicher (zusätzlich auch Kassetten) mit Kapazitäten bis 600 Noten je Rollenspeicher. Hitachi, der Kooperationspartner von KEBA, greift nur auf die
Recycling-Kassette mit bis zu 2500 Noten je Kassette zurück. 26 Vorteile der Recycling-Kassetten sind die höhere Notenkapazität, die einfache Geldentsorgung und ein besseres Verhindern von Verformungen der Banknoten. 27 Bis zu 8 Noten pro Sekunde können im Recycling-Modul bearbeitet werden. 28 Entscheidender Vorteil der Rollenspeicher in Kombination mit Ein- und Auszahlkassetten ist die größere Flexibilität, da in der Regel kein Ausgleich zwischen eingezahlter und ausgezahlter Geldmenge vorliegt. Außerdem gibt es bisher außerhalb von Japan nur wenig Erfahrung mit der Kassettentechnik. 29 Folgende Erläuterungen werden am Beispiel des ProCash 3100 als Variante CRS mit
geschlossenem Geldkreislauf von Wincor Nixdorf vorgenommen. 30 Wincor Nixdorf hat am 24. April 2003 als erster Hersteller die Freigabe für sein CRS ProCash 3100 von der DBB für den gesamten Euro-Raum erhalten. Der Automat wurde in der Zentrale der Dresdner Bank in Frankfurt vier Prüfungen unterzogen. Neben einem Positivtest, einem Falschgeldtest und der Prüfung der Notenrückverfolgung
23 Vgl. Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 1338/2001 des Rates der Europäischen Zentralbank, Dezember 2001, S. 1-3 und Anhang VIII, S. 47 ff.
24 Vgl. Voraussetzungen für den Betrieb von kombinierten Einzahlungs- und Geldautomaten (KEGA) in Deutschland (FN 17), hier S. 8.
25 Vgl. Fachgespräch mit Villhauer Jürgen (FN 6).
26 Vgl. Messelhäußer, K.: Cash Recycling - Ein Weg zur Kostensenkung?, in: WIK: Zeitschrift für die Sicherheit der Wirtschaft, 2003, Heft 3, S. 21-22, hier S. 21.
27 Vgl. o.V., Trends 2003: Cash-Recycling bei den Sparkassen (FN 13).
28 Vgl. Kanagawa, T./ Matsuura, K.: Hitachi’s Automated Teller Machine and Cash Recycling Module for the World Market, Mai 2001, http://www.hitachi.com/rev/2002revjun_s/pdf/ rs_101/pdf, (10.09.2003).
29 Vgl. WN: Im Vordergrund steht die Sicherheit, in: Wincor Nixdorf OnlineReport, 2002, Heft 11, http://www.wincor-nixdorf.com/static/onlinereport_de/report02_11/interviews.html, (10.09.2003).
30 Vgl. WN: Kundenbroschüre ProCash 3100 (FN 12), hier S. 1 und Anhang IX, S. 50.
musste der Automat eine Qualitätsprüfung durchführen. 31 Der Automat verfügt über ein Notenausgabefach und ein Fach zur Noteneinzahlung. Münzeinzahlungen und Münzauszahlungen erfolgen optional über einen Beisteller (siehe Abb. 12). 32 Bei Münzgeld findet kein Recycling statt. Der ProCash 3100 bietet ein großes Display, ein übersichtliches Bedienfeld, die Quittungsdruckausgabe und das Einschubfach für die Bankkarte (siehe Abb. 1). 33 Die Ausstattung des CRS lässt sich individuell zusammenstellen (siehe Abb. 11). 34
Neben den vier Rollenspeichern bietet der ProCash 3100 als CRS Speicherplatz für die getrennte Lagerung von Falschgeld. Eine Kassette mit bis zu 400 Noten für Retracts, falls der K unde sein Geld vergessen sollte, und für Fälschungen, sowie eine mit einer Kapazität von 700 Noten für Rejekts, bei Auszahlungsfehlern, verdächtigen Noten und
Nichtbestehen der Qualitätsprüfung. 35 Eingezahltes Geld wird bis zur Einzahlungsbestätigung durch den Kunden auf einem Zwischenspeicher ( „Escrow“) gespeichert. In Kürze, mit Freischaltung des Recycling durch die Rechenzentren, werden die Rollenspeicher mit einer Kapazität von zurzeit 400 Noten (bald 600 Noten) eingesetzt. Über Sie werden dann alle Ein- und Auszahlungen abgewickelt. Ist ihre Kapazität erschöpft (leer bzw. voll), werden bei einer Auszahlung die Noten von den Auszahlungskassetten (2700 Noten) entnommen. Sind die Rollenspeicher und danach die Einzahlkassetten gefüllt, wird der Automat keine weiteren Einzahlungen akzeptieren. Die Auszahlfunktion kann weiterhin genutzt werden. Die Auszahlkassetten können wie bei monofunktionalen KBA nur von Menschen bestückt werden. Die Notensorten der Auszahlkassetten, Einzahlkassetten und Rollenspeicher sind frei wählbar. 36 Das Notenerkennungsmodul verarbeitet die Banknoten quer, beidseitig, bündelweise, unsortiert und auf ihrer ganzen Fläche. Die verschiedenen maschinenlesbaren Erkennungs- und Sicherheitskriterien, die Notenstärke und Größe werden geprüft. Selbst eingefärbte Banknoten aus Überfällen sind identifizierbar. Auch gemischte Banknoten (Währung, Denominationen, Lage) werden fehlerfrei erkannt. 37 Von falschen und fälschungsverdächtigen Banknoten werden Signaturdaten erstellt, welche
31 Vgl. Hamm, M. (FN 5), hier S. 40 f.
32 Vgl. Anhang III, S. 26.
33 Vgl. WN: Kundenbroschüre ProCash 3100 (FN 12), hier S. 4 und Anhang II, S. 22.
34 Vgl. Anhang III, S. 26.
35 Vgl. WN, Im Vordergrund steht die Sicherheit (FN 29).
36 Vgl. Fachgespräch mit Villhauer Jürgen (FN 6).
37 Vgl. WN: Keine Kompromisse, in: Wincor Nixdorf OnlineReport, 2002, Heft 11, http:// www.wincor-nixdorf.com/static/onlinereport_de/report02_11/interviews4.html, (10.09.2003).
die Zuordnung zum Kontoinhaber sicherstellen. 38 Das BBankG kann somit von den Betreibern der CRS erfüllt werden. Dieses verpflichtet, wie bereits erwähnt, die Betreiber alle gefälschten oder fälschungsverdächtigen Banknoten, die s ie erhalten haben, aus dem Verkehr zu ziehen. Durch die gesonderte Ablage der gefälschten und verdächtigen Noten kann eine einfache Übermittlung an die DBB erfolgen. 39 Auf G rund des GWG sind standardmäßig nur Einzahlungen bis 15.000 € möglich. Limits können jedoch individuell für einzelne Kunden festgelegt und unter Einsatz spezieller Karten ausgenutzt werden. 40
Neben diesen kundenbedienten Automaten sind mitarbeiterbediente Cash-Recycling-Systeme als BBA im Einsatz (siehe Abb. 2). 41 Auch bei diesen Automaten liegt ein geschlossener Geldkreislauf vor. Die Besonderheit dieser BBA liegt in einer eingeschränkten Echtgelderkennung, die ähnlich wie bei kundenbedienten Geräten vollzogen wird. 42 Die Mitarbeiter b leiben aber verantwortlich, die geforderte Echtheitsprüfung nach dem BBankG durchzuführen. 43 Die BBA sind zumeist als Tresenmodelle konzipiert und sind von den zuständigen Mitarbeitern einfach zu bedienen. Eine Aufbewahrung der Bargeldbestände außerhalb der Schalterstunden ist m öglich. Die gezielte Auffüllung des BBA während der Öffnungszeiten ebenso. 44
3 Auswirkungen auf die Kostenstruktur
3.1 Mehraufwendungen
Die Implementierung von CRS in den Filialen ist nur unter hohem Kosten- und Zeit-aufwand zu bewerkstelligen. Eine breit angelegte Planungsphase muss der Investitionsentscheidung vorausgehen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Erfahrungswerte über CRS sind jedoch nicht auf die Schnelle zu beschaffen. Kreditinstitute benötigen verlässliche Partner, die z.B. durch Simulationstools in der Lage sind, alle Kostenfaktoren des Bargeldverkehrs je Filiale aufzuzeigen. 45 Die Banken benötigen außerdem Ausstattungsvorschläge, Variantenvergleiche und Wirtschaftlichkeitsbetrach-
38 Vgl.WN, Im Vordergrund steht die Sicherheit (FN 29).
39 Vgl. § 36 Abs. 3 Gesetz über die Deutsche Bundesbank vom 22.10.1992.
40 Vgl. Fachgespräch mit Villhauer Jürgen (FN 6).
41 Vgl. Anhang II, S. 22.
42 Vgl. WN: Kundenbroschüre ProCash 6100: Automatischer Kassentresor, Juli 2002, S. 1-2, hier S. 1 und Anhang X, S. 51.
43 Vgl. Fachgespräch mit Villhauer Jürgen (FN 6).
44 Vgl. WN, Kundenbroschüre ProCash 6100 (FN 42), hier S. 1.
45 Vgl. Rilinger, A.: Produktlandung bei der SB-Planung, in: Wincor Nixdorf International report spezial/filiale, 2003, Heft mai/juni, S. 8-9, hier S. 8 f.
tungen. 46 Zu beachten ist hier, dass ein CRS einen höheren Anschaffungspreis als ein monofunktionaler KBA aufweist. Je nach Ausstattungsvariante des CRS betragen die Investitionskosten das 2 -3fache eines vergleichbaren monofunktionalen KBA. In Ausnahmefällen sogar mehr als ein monofunktionaler KBA und ein monofunktionaler Einzahler zusammen. Bei einem notwendigen Ersatz eines KBA und eines Einzahlers ist im Normalfall allerdings mit geringeren Investitionskosten zu rechnen. 47 Die Wartungspauschalen sind aufgrund der fortgeschrittenen Technik höher als b ei anderen SB-Geräten. 48 Experten rechnen daher mit einem Amortisationszeitraum von etwa vier bis sechs Jahren. Unter Zeitdruck ist eine Reduktion auf ein bis zwei Jahre möglich. Ein Mittelwert liegt im Dreijahresbereich. 49 Obwohl die Sensoren der CRS Fremdkörper erkennen, kann es zu Redundanzkosten durch Verfügbarkeitsprobleme kommen. Eine Funktionsstörung des Einzahlungsmoduls kann zu einem Ausfall des Gesamtsystems führen. 50
Weiter ist zu konstatieren, dass durchschnittlich nur 2/3 der Einzahlungstransaktionen automatenfähig sind. 51 Bei den Auszahlungen sind ca. 1/3 der Transaktionen nicht automatenfähig. 52 In den nächsten Jahren ist folglich mit dem Aufrechterhalten einer Diskretkasse, die weitere Kosten verursacht, zu rechnen. Über s ie müssen vorerst Auszahlungen mit notwendiger Kontodisposition und Einzahlungen von Großbeträgen
sowie ungerader Beträge aus Kontokorrent- und Sparumsätzen abgewickelt werden. 53 Mehraufwand entsteht nicht zuletzt durch die Notwendigkeit den Kunden an die erweiterte Selbstbedienung heranzuführen. Auf G rund der Funktionsvielfältigkeit von CRS bedarf es einer Einweisung des Kunden durch einen Filialmitarbeiter (siehe Abb. 3). 54
46 Vgl. WN, Kostenkiller Cash Recycling (FN 11).
47 Vgl. Fachgespräch mit Villhauer Jürgen (FN 6).
48 Vgl. Messelhäußer, K., Cash Recycling (FN 26), hier S. 21.
49 Vgl. WN, Kostenkiller Cash Recycling (FN 11).
50 Vgl. Messelhäußer, K., Cash Recycling (FN 26), hier S. 21.
51 Vgl. Wöffen, P.: Auf Minute und Cent genau, in: Wincor Nixdorf International report spezial/filiale, 2003, Heft mai/juni, S. 20-21, hier S. 21.
52 Vgl. WN: Sparen wie noch nie, in: Wincor Nixdorf OnlineReport, 2002, Heft 11, http:// www.wincor-nixdorf.com/static/onlinereport_de/report02_11/reportagen14.html, (10.09.2003).
53 Vgl. Wöffen, P. (FN 51), hier S. 21 und WN, Sparen wie noch nie (FN 52).
54 Vgl. WN: Ziele erreicht, in: Wincor Nixdorf OnlineReport, 2002, Heft 11, http://www.wincor-nixdorf.com/static/onlinereport_de/report02_11/interviews10.html, (10.09.2003) und Anhang II, S. 22.
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Oliver Becker, 2003, Auswirkungen des Cash Recycling in Kreditinstituten, München, GRIN Verlag GmbH
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