UNIVERSITÄT KONSTANZ
Fakultät für Verwaltungswissenschaft
Kompaktseminar
"Kommunikation und Sozialmarketing"
Hausarbeit zum Thema:
eingereicht von:
Michael Sell
Gliederung
Elemente des Stadtmarketing:
Event -Marketing als Instrument
des Stadtmarketing
1. Einleitung
2. Definitorische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Verwaltungsmarketing
2.3 Tourismus-Marketing
2.4 Standortmarketing
2.5 City-Marketing
3. Institutionalisierung-Rechtsform
3.1 Stadtverwaltung
3.2 Verein
3.3 Arbeitskreis
3.4 GmbH
4. Stadtmarketingprozess
4.1 Situationsanalyse
4.2 Stärken-Schwächen-Analyse
4.3 Chancen-Risiken-Analyse
4.3.1. Zielplanung
4.3.2 Strategie-und Maßnahmenplanung
4.4 Umsetzung und Kontrolle
5. Event-Marketing als Instrument des
Stadtmarketing
5.1 Begriffsdefinition
5.2 Event-Marketing als strategisches Instrument
5.3 Planungsgrundlagen
5.3.1 Integrierte Kommunikation
5.3.2 Zielgruppen
5.4 Konzeptionsmerkmale
6. Fazit
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Stadtmarketing erscheint gegenwärtig als Modebegriff. Bereits Mitte der 80er Jahre begannen einzelne deutsche Städte, sich mit dem "Stadtmarketing" zu befassen, um den Bereichen Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Standortwerbung und Öffentlichkeitsarbeit neue Impulse zu geben. Einerseits hat sich in den vergangenen Jahren ein rasanter gesellschaftlicher Struktur - und Wertewandel vollzogen und anderseits führen neue Ansprüche der Bürger zu erhöhten Anforderungen an ihre Kommune vor allem in Richtung einer stärkeren Freizeit- und Erlebnisorientierung. Viele größere und auch mittlere Städte, müssen mit Abwanderungstendenzen von Teilen der Bevölkerung, vor allem jüngerer Bürger, in Ballungszentren rechnen. Die zunehmende Marketingorientierung von Städten ist somit auch eine Reaktion auf die veränderte Wettbewerbssituation der Städte. Immer mehr treten bei diesem Wettbewerb die sog. weichen Standortfaktoren in den Vordergrund. Den Städten stellt sich folglich die Aufgabe, neben der Wirtschaftskraft auch die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. Deshalb stellen sich die Fragen, was unter Stadtmarketing zu verstehen ist und mit welchen Instrument es im Wettbewerb der Städte erfolgreich bestehen kann, um sich bewußt von andern Städten abzuheben und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhöhen?
2. Definitorische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition
Im Gegensatz zum privatwirtschaftlichen Marketingbegriff, der auf den einfachen Austauschprozeß zwischen Unternehmen und Konsumenten aufbaut, ist Stadtmarketing wegen seiner unterschiedlichen Anspruchsgruppen wesentlich komplexer. Das Konzept des Stadtmarketing läßt sich zunächst als ein Managementinstrument für eine ganzheitliche Stadtentwicklung begreifen. Stadtmarketing Ansätze zielen auf die Verbesserung der Standortqualität für die Wirtschaft, auf die Erhöhung der Lebensqualität für die Bewohner und Besucher, die Attraktivitätssteigerung vor allem der Innenstadt als auch auf die Effektivierung von Verwaltung und Politik. In Form einer neuartigen Partnerschaft zwischen Kommune, Wirtschaft, Bürgern und anderen Interessengruppen einer Stadt sollen Reibungsverluste vermieden und Synergieeffekte erzielt werden. Dabei geht es um einen dauerhaften Kommunikationsprozeß. Stadtmarketing versteht sich vor allem als ein Instrument zur Kommunikation,
Kooperation und Koordination in der Stadt. Ziel des Stadtmarketings ist eine einzigartige und unverwechselbare Stadt zu schaffen, um im Wettbewerb der Städte bestehen zu können. Aus diesen Bedingungen ergibt sich folgende Definition: Als Stadtmarketing wird der geplante Prozeß und die Summe aller Aufgaben und Aktionen bezeichnet, mit dem erfolgreiches Interessenmanagement im Unternehmen Stadt geleistet wird. Stadtmarketing gibt die Möglichkeit, in einem geordneten, offenen Verfahren aus individuellen Wünschen, Zielen und Interessen durch offene Kommunikation die gemeinsamen Visionen und die Ziele für die Entwicklung des Unternehmens Stadt zu vereinbaren. Auf Basis dieser gemeinsamen Ziele ist für jeden einzelnen Entscheider individuelles, jetzt aber abgestimmtes Handeln möglich (Füßhöller, M. 1997, S.26).
Stadtmarketing ist der Oberbegriff aller Marketing Aktivitäten der Stadt. Darüber hinaus lassen sich folgende Teilbereiche aufzeigen:
2.2 Verwaltungsmarketing
Darunter ist die am Bürgernutzen orientierte und bürgerfreundliche Führung der Kommunalverwaltung zu verstehen. Es erfordert das Denken in aktivierbaren Marktpotentialen, d.h. Erkennen von Nachfrage nach kommunaler Leistung bei optimaler Konzentration der Ressourcen. Das Ziel ist eine optimale Auslastung der kommunalen Einrichtungen und ein Leistungsangebot der Kommune, das im Konkurrenzvergleich gut ist (Mensing,M./Rahn,T. 2000, S.27f).
2.3 Tourismus-Marketing
Tourismus - Marketing verfolgt das Ziel der Steigerung der Ankünfte und Übernachtungen auswärtiger Gäste. Wesentliche Zielgruppen sind private Urlaubsreisende und Geschäftsreisende, d.h. einschließlich Tagungen und Kongresse. Die wichtigsten Kooperationspartner bzw. Beteiligten im Tourismus - Marketing sind die Leistungsträger vor Ort, d.h. gastgewerbliche Betriebe, Veranstalter, Veranstaltungs-orte und Dienstleister, aber auch deren Zulieferer sowie die Verkehrsträger und Reise- und Kongressveranstalter in den In- und Auslandsmärkten (Mensing,M./Rahn,T. 2000, S.28).
2.4 Standortmarketing
Standortmarketing ist die Ausrichtung des Standtort-Anbieters an regionalen, nationalen und internationalen Standortmärkten mit dem Ziel der Beeinflussung von Standortentscheidungen, d.h. der Sicherung bestehender und der Gewinnung neuer Betriebsstätten. Insofern umfaßt Standortmarketing folgende Aufgaben:
- Flächenrecycling, Projektentwickling
- Funktion als Betreuer für Unternehmen, die Leistung der Kommunalverwaltung in Anspruch nehmen wollen bzw. müssen (Umweltschutz, Bauleitplanung usw.)
- Beeinflussung der Stadtentwicklung, so weit betriebliche Standortfaktoren betroffen sind (Infrastruktur, Verkehr und Umwelt) (Mensing,M./Rahn,T. 2000, S.28).
2.5 City-Marketing
City-Marketing konzentriert die Anwendung des Marketing auf einen bestimmten räumlichen Bereich (Stadtzentrum = City), der als funktionaler, ökonomischer, kultureller und geistiger Mittelpunkt und Identifikationsort der Gesamtstadt und der Region in seiner Entwicklung besonders gefördert werden muß. Die Anziehungskraft und die Bedeutung des Stadtzentrums als Ort des Einkaufens, der Arbeit, der Kultur, der Bildung, der Freizeit und des Wohnens soll gesteigert werden. Das erfordert das noch stärkere Abstellen der Angebots- und Leistungspalette der Innenstadt auf die Bedürfnisse und Anforderungen der aktuellen und potentiellen Nutzer sowie die Erhaltung der lebendigen Nutzungs- und Wirtschaftsvielfalt (Mensing,M./Rahn,T. 2000,S. 29).
3. Institutionalisierung-Rechtsform
Der Anschub eines Stadtmarketing erfolgt in aller Regel in enger Zusammenarbeit von Stadt, Gewerbe und häufig in Zusammenarbeit mit einem externen Berater. Ist der Anschub erfolgreich verlaufen, stellt sich die Frage der längerfristigen Sicherung des Projektes. Stadtmarketing hat in den meisten der untersuchten Fallbeispiele Projektcharakter. Entsprechend verändern sich während des Projektablaufs die Trägerschaft und die Organisationsform. Über die bestgeeignete Institutional-isierungsform kann immer nur im örtlichen Einzelfall entschieden werden, da die Einflüsse der jeweiligen lokalen Verhältnisse entscheidend sind. Nachfolgend sollen die unterschiedlichen Trägerschaften dargestellt werden.
Arbeit zitieren:
Michael Sell, 2001, Elemente des Stadtmarketings - Eventmarketing als Instrument des Stadtmarketing, München, GRIN Verlag GmbH
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