Inhaltsübersicht
LITERATURVERZEICHNIS III
A. EINLEITUNG ZUM THEMA 1
I. BEDEUTUNG 1
II. RECHTLICHE EINORDNUNG 2
III. ZIELSETZUNG UND VORGEHEN 3
B. TERMINOLOGIE 6
I. ABGRENZUNG WETTBEWERBSRECHT UND MARKENRECHT 6
1. Das Wettbewerbsrecht im engeren Sinn 6
2. Das Marken- bzw. Kennzeichenrecht 8
II. GEOGRAPHISCHE HERKUNFTSANGABEN 9
1. Einfache Herkunftsangaben 10
2. Ursprungsbezeichnungen und qualifizierte Herkunftsangaben. 10
3. Mittelbare und unmittelbare Herkunftsangaben 11
4. Gattungsbezeichnungen 11
5. Sonstige Bezeichnungen 11
6. Betriebliche Herkunftsangaben 12
C. MULTILATERALE EBENE 13
I. ENTSTEHUNGSGESCHICHTE 13
II. SCHUTZRICHTUNG UND -UMFANG MULTILATERALER VERTRÄGE 14
1. Pariser Verbandsübereinkunft 14
2. Madrider Herkunftsabkommen 17
3. Lissaboner Ursprungsabkommen 18
4. TRIPS-Abkommen 20
III. VERGLEICH UND BEWERTUNG 23
D. GEOGRAPHISCHE HERKUNFTSANGABEN IM
EUROPARECHT 25
I. ÜBERSICHT 25
II. VO (EG) NR. 510/2006. 26
I
III. BESTIMMUNGEN NEBEN DER VO (EG) NR. 510/2006 28
1. MRRL und GMV 29
2. Sonstige 30
IV. KOLLISION UND KOHÄSION - RECHTSPRECHUNG DES EUGH 31
V. ZUSAMMENFASSUNG 34
E. UWG UND MARKENG 36
I. ENTWICKLUNG ZUM MARKENG 36
II. STATUS GEOGRAPHISCHER HERKUNFTSANGABEN NACH DEM
MARKENG 36
IV. UWG IM VERHÄLTNIS ZUM MARKENRECHT 37
1. Ausgangssituation 37
2. Vorrangthese - Spezialität 37
3. Normenkonkurrenz - Subsidiarität 38
4. Bewertung - Stellungnahme 39
V. VERKEHRSAUFFASSUNG UND IRREFÜHRUNGSQUOTE 40
VI. ANWENDUNGSBEREICHE DES § 5 I 2 NR. 1 UWG 41
1. Nicht mehr existierende Ortsangaben 42
2. Scheingeographische Ortsangaben 42
3. Noch nicht in Benutzung genommene Ortsangabe 43
4. Teil einer Unternehmenskennzeichnung 43
F. PERSPEKTIVEN 44
I. INTERNATIONAL 44
1. TRIPS-Abkommen 44
2. PVÜ, MHA und LUA 45
II. SUPRANATIONAL 46
III. NATIONAL 48
G. ZUSAMMENFASSUNG 49
I. THESEN 49
II. SCHLUSSFOLGERUNG 51
II
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IX
A. Einleitung zum Thema
I. Bedeutung
Champagner, Gorgonzola, Kölnisch Wasser und die Havanna Zigarre haben eines gemeinsam. Bei diesen Produkten erweckt bereits der Name eine gewisse Erwartungshaltung bei dem potentiellen Erwerberkreis und wirtschaftliche Begehrlichkeiten bei den Mitbewerbern. 1 Aufgrund der, mit der zunehmenden Digitalsierung und Vernetzung einhergehenden steigenden Transparenz von Wettbewerbsinformationen 2 und der, ebenfalls dadurch verstärkten, Nivellierung kultureller und regionaler Differenzen 3 , können Unterscheidbarkeit und regionale Identität die entscheidenden Wettbewerbsvorteile für Unternehmen und ihre Leistungen sein. 4
Diesen Vorteil können sich Unternehmen mit den, eng mit Marken- und Firmennamen bzw. betrieblichen Herkunftsangaben verwobenen 5 , geographischen Herkunftsangaben dauerhaft sichern. Der Schutz solcher Angaben ist in Anbetracht der, durch die Globalisierung hervorgerufene, Qualitätsunsicherheit des Verbrauchers von zunehmender wirtschaftlicher 6 , politischer und juristischer Bedeutung 7 . Für Unternehmen besteht daher ein grundlegendes Bedürfnis im Wettbewerb mit derartigen Merkmalen zu werben und sich die Nutzung gegenüber den Mitbewerbern schützen zu lassen. So gibt es auf gemeinschaftsrechtlicher Ebene aktuell über 1.000 registrierte Ursprungsbezeichnungen und geographische Angaben für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel. 8
Auf der anderen Seite wiederum ist es auch notwendig, den Verbraucher davor zu schützen, dass Unternehmen im Wettbewerb durch Werbung
1 Beier, GRUR Int 1969, 69.
2 BT-Drucks. 14/9200, S. 462.
3 Zoll, Stabile Gemeinschaften, S. 56 ff.
4 Bickmann, Chance: Identität, S. 126 f.
5 Burmann/Blinda, in: Göttgens/Wirtz, Integriertes Marken- und Kundenwertmanagement, S. 217.
6 Büscher, GRUR Int 2008, 977 (979).
7 Herrmann/Marauhn/Teuber, GJAE 7/2008, 321.
8 Europäische Kommission, http://ec.europa.eu/agriculture/quality/door/list.html -13.12.2011.
1
mit Herkunftsangaben ihre jeweilige Leistung mit unwahren Qualitäts- und Herkunftsattributen versehen, und darüber den Kunden in die Irre führen. Die Bedeutung und Komplexität des Themenfeldes erschließt sich auch bei einer juristischen Betrachtungsweise anhand der umfangreichen Jurisdiktion des EuGH, der in der Vergangenheit sehr häufig die Aufgabe hatte im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbs- und Markenrecht Recht zu sprechen. Exemplarisch seien hier die Urteile „Chiemsee“ 9 , „Bayerisches Bier“ 10 oder „Budweiser“ 11 erwähnt.
Wenngleich in Literatur und Rechtsprechung auf nationaler und internationaler Ebene bereits ein beachtlicher Bestand an Befassungen mit dem Thema festzustellen ist, so ist auch ersichtlich, dass das Spannungsfeld zwischen Marken- und Wettbewerbsrecht nicht abschließend aufgelöst werden kann.
II. Rechtliche Einordnung
So wichtig geographische Herkunftsangaben im wirtschaftlichen Verkehr sind, so umstritten ist auch deren rechtsdogmatische Verortung als entweder kennzeichenrechtlich oder eben lauterkeitsrechtlich zu schützendes Kennzeichen. 12
Der kennzeichenrechtliche Schutz der in § 126 I MarkenG legaldefinierten geographische Herkunftsangaben wird national durch § 1 Nr. 3 MarkenG bestimmt.
Einer zusätzlichen Anwendung des allgemeineren lauterkeitsrechtlichen Schutzes nach dem UWG ist wegen der Vorrangtheorie des BGH 13 und der zum Teil heftigen Kritik der Literatur 14 hoch umstritten. 15 Von herausragender Bedeutung auch für die nationale Rechtsanwendung und -auslegung, sind die gemeinschaftsrechtlichen Normen, hierbei insbesondere die EG-Verordnung Nr. 510/2006 16 aber auch die Richtlinie RL
9 EuGH, GRUR 1999, 723, 728 - Chiemsee.
10 EuGH, GRUR 2009, 961, 969 - Bayerisches Bier.
11 EuGH, GRUR Int 2004, 131, 138 - American Bud; EuGH, GRUR 2010, 143, 151-American Bud II.
12 Holzer, MarkenR 2008, 53.
13 Rohnke/Thiering, GRUR 2011, 8 (9).
14 Bornkamm, GRUR 2011, 1 (8); Fezer, Markenrecht, § 2 MarkenG, Rn. 16, 46 ff.,56 ff.
15 Siehe Gliederungspunkt D für eine ausführliche Darstellung des Meinungsstreits.
16 Verordnung (EG) Nr. 510/2006 des Rates vom 20. März 2006 zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel -ABl. 2006 Nr. L 93, S. 12 ff.
2
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Pierre Lukas, 2011, Herkunftsangaben im Spannungsfeld von Wettbewerbs- und Markenrecht, München, GRIN Verlag GmbH
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