Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1 Abgrenzung und Zielsetzung der Arbeit 3
1.2 Vorgehensweise 4
2. Beweggründe für Medizintourismus nach Deutschland 5
2.1. Subjektive Aspekte 5
2.2 Objektive Faktoren für Medizintourismus 7
2.2.1 Anlässe 7
2.2.2 Nachfrage als Funktion von Qualität und Preis 9
2.2.3 Finanzierungsfragen 11
3. Patiententourismus als Chance für deutsche Krankenhäuser 13
3.1 Wirtschaftliche Ziele von Krankenhäusern 13
3.2 Allgemeine Anforderungen an das Leistungsangebot 14
3.3 Spezielle Anforderungen an das Leistungsangebot 15
4. Risiken für Krankenhäuser aus dem Medizintourismus 18
4.1 Risiken aus der Nachfrage 18
4.2 Risiken aus dem Angebot 19
5. Schlussbemerkungen 20
Literaturverzeichnis 22
1. Einleitung
1.1 Abgrenzung und Zielsetzung der Arbeit
Von den vielen Facetten, die das Thema Gesundheitswesen hat, geriet die ökonomische in dem Augenblick stärker ins Visier von Politik und Wissenschaft in Deutschland als die Gesundheitsausgaben absolut und relativ, am Bruttoinlandsprodukt gemessen, einen erheblichen Umfang angenommen hatten und die sozialen Sicherungssysteme, die mit abhängiger Beschäftigung eng verknüpft sind, mit zunehmendem beschäftigungsunabhängigem Wachstum in Mittelknappheit gerieten 1 .
Wissenschaftliche Arbeiten zur Verbesserung von Effektivität und Effizienz, insbesondere im Krankenhaus, entstanden 2 , Qualitätsmanagement wurde gesetzlich verordnet 3 und an wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten und Fachbereichen entstanden Studiengänge wie Medizinmanagement. Vorschläge für ein Krankenhaus bzw. eine Klinik der Zukunft wurden entwickelt 4 .
Krankenhäuser gerieten, wie andere Wirtschaftsbetriebe längst, in die Notwendigkeit miteinander zu konkurrieren, was zu einer Auslese und zu einem Konzentrationsprozess führte 5 . Um hier bestehen zu können, waren und sind eine Reihe von Anpassungen nötig, etwa der Einsatz neuer Technologien, die Flexibilität der Mitarbeiter und die Einstellung auf die Änderung der Patientenstruktur 6 ; und in diesem Zusammenhang gilt sicher auch Medizintourismus, auf den sich die Krankenhäuser einstellen können, als eine Chance für eine gute Auslastung, für
1 Kerres, Martin , Lohmann, Heinz: Der Gesundheitssektor: Chance zur Erneuerung, Vom regulierten Krankenhaus
zum wettbewerbsfähigen Gesundheitszentrum, Wien: Ueberreuter, 2000, S. 17
2 Vgl. Gorschlüter, Petra: Das Krankenhaus der Zukunft, Integriertes Qualitätsmanagement zur Verbesserung von
Effektivität und Effizienz, 2.Auflage, Stuttgart: W. Kohlhammer, 2001
3 Vgl. Gorschlüter, Petra, a.a.O., S. 10
4 Vgl. Gorschlüter, Petra, a.a.O.
5 „Es gibt Spekulationen beim Klinikabbau zwischen 15 und 40% (Arthur Anderson-Studie) und 70%“ Nach Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft „steht zu befürchten, dass in den nächsten 10 Jahren von den
2240 Krankenhäusern in Deutschland mehr als 330 Kliniken schließen müssen. MediXtra, Gesundheitsreform 2004 Deutschland - Patient Krankenhaus in Lebensgefahr [online], 08.04.2004
6 Vgl. Kerres, Martin , Lohmann, Heinz, a.a.O., S. 21 ff.
kostengünstiges Wirtschaften und Gewinnerzielung 7 . Damit ist das Thema erreicht, mit dem sich diese Arbeit beschäftigen wird: „Medizintourismus“.
Medizintourismus aber ist ein weites Feld. Dazu gehört sicher auch, dass sich Deutsche im Ausland behandeln lassen; oder wie es in der englischsprachigen Literatur verstanden wird, dass Ärzte ins Ausland gehen, um Patienten zu behandeln. Beides wird bereits in der Themenstellung ausgeschlossen. Ebenfalls ausgeschlossen wird Gesundheits- bzw. Medizintourismus, der aus dem Motiv einer eher freizeitorientierten Gesundheitsvorsorge in einer Wellnesseinrichtung entsteht.
Diese einführenden Worte sollen klären, dass es hier auch nicht vorwiegend um Patienten geht, die sich gelegentlich ihres touristischen Aufenthalts in Deutschland nebenbei medizinisch versorgen lassen In dieser Arbeit soll vor allem untersucht werden, welche Chancen ein Import von Patienten , die (in erster Linie) aus Gründen medizinischer Diagnose und Therapie einreisen, für deutsche Krankenhäuser böte, um ihre ökonomische Lage zu verbessern und was die Krankenhäuser zu beachten hätten, um die Risiken eines Misserfolges gering zu halten.
1.2 Vorgehensweise
Nach der Hinführung zum Thema soll dann zunächst untersucht werden, welche Faktoren die Nachfrage nach medizinischen Leistungen in Deutschland bestimmen. Die Analyse wird in subjektive und objektive Aspekte der Beweggründe für eine Behandlung im Ausland gegliedert; sie wird etwas ausführlicher ausfallen; denn sie bietet viele Hinweise auf die Erfolgsfaktoren bzw. Anforderungen an das Leistungsangebot von Krankenhäusern, die Patienten aus dem Ausland akquirieren möchten.
Der zweite Hauptteil befasst sich speziell mit der Frage, inwieweit Patiententourismus Chancen für deutsche Krankenhäuser bieten könnte und welchen Anforderungen diese genügen sollten, um sich bietende Chancen wahrzunehmen ihre ökonomische Situation zu verbessern.
7 Vgl. Gesundheitswirtschaft.Info , „Deutsche Kliniken entdecken Patienten aus dem Ausland“ [online], 28.10.2004
Anschließend werden wesentlich kürzer die Risiken behandelt, die sich aus dem Patientenimport für deutsche Krankenhäuser ergeben könnten.
Eine Schlussbetrachtung fasst dann noch wesentliche Argumente der Arbeit zusammen.
2. Beweggründe für Medizintourismus nach Deutschland
2.1. Subjektive Aspekte
Soll das Werben um ausländische Patienten Erfolg haben, müssen nicht nur die objektiven Bedingungen stimmen, wie z.B. das speziell zugeschnittene medizinische Leistungsangebot; auch den subjektiven Faktoren ist Rechnung zu tragen. Krankenhäuser müssen sich dessen bewusst sein und es in ihrem Angebotspaket berücksichtigen. Schon für Inländer gilt: „Die Ansprüche der Patienten erstrecken aber längst nicht mehr nur auf medizinische Leistungen. Zusätzlich wird ein adäquater persönlicher Umgang und ein dem Lebensstandard angemessenes Umfeld (z.B. Einzelzimmer, Fernsehen, Telefon etc.) im Krankenhaus erwartet. Patienten entwickeln sich somit zu Kunden des Krankenhauses, die mit ihren individuellen Bedürfnissen und Erwartungen ernst genommen werden wollen“ 8 . Dies gilt umso mehr für ausländische Patienten 9 . Eine Behandlung im Ausland kommt für viele wohl schon deshalb nicht in Frage, weil sie der fremden Sprache nicht mächtig sind und befürchten, dass sie sich nicht verständlich machen können, schon gar nicht in medizinischer Terminologie 10 . Ein Anbieter von Gesundheitsleistungen für Ausländer muss das berücksichtigen, wenn er erfolgreich sein will, indem er für sprachkundiges Ärzte- und Pflegepersonal Sorge trägt oder wenigstens für Verständigungsmöglichkeiten durch Dolmetscher sorgt 11 . Illing widmet diesem Problem einen
8 Gorschlüter, Petra, a.a.O., S. 9
9 Ein Beispiel wird in Spiegel-Online zitiert. Vgl. Salzer, Juliane, Neue Niere made in Germany [online], 20. April 2005
10 Vgl. Otto, Jeannette, Mamma mia… Das mamma-mia-Syndrom, Medizindolmetscher erklären Ärzten, was ausländische Patienten auf dem Herzen haben [online], 2002
11 Vgl. Schneider, Richard, „Höchstens ein Prozent lobt auch mal unsere Arbeit“ - die Krankenhausdolmetscher von
eigenen Abschnitt „Interkulturelle Kommunikation“ und kennzeichnet das Problem zunächst allgemein: „Die Sprach - und Verständnislosigkeit in einem fremden Land ist wohl als eine der größten psychologischen Hürden zu bezeichnen, deretwegen eine Reise gerade im gesundheitstouristischen Bereich nicht wahrgenommen wird“, um dann durchaus genauer zu werden „Der gängige Fall ist, dass ausländische Gastpatienten z.B. bei der Anamnese nicht verstanden werden“ 12 . Ein Gefühl der Fremdheit, oder Befürchtung von Rassismus sowie Angst vor Einsamkeit können weitere subjektive Faktoren dafür sein, dass eine Behandlung im Ausland erst gar nicht in Erwägung gezogen wird. Es gibt sicherlich Unterschiede in der Risikobereitschaft gegenüber Fremdem und die Bereitschaft zur Mobilität hängt auch von der individuellen Einstellung gegenüber dem Ausland ab. Doch muss der einzelne Anbieter das zu berücksichtigen versuchen, obschon er die allgemeinen Vorbehalte nicht allein abzubauen vermag.
Es kann davon ausgegangen werden, dass Informationen über Möglichkeiten medizinischer Versorgung im Ausland und die Inanspruchnahme von Mittlern zum Erlangen von entsprechenden Informationen wie Ärzte oder das Internet, um so eher wahrgenommen werden je höher der Ausbildungsstand und das Einkommen der potentiellen Nachfrager sind. Anbieter von medizinischen Leistungen sollten überlegen, ob und wie sie dies bei ihren Angeboten berücksichtigen wollen. Illing merkt dazu an: „Ärzte werden immer wieder als einer der ganz wichtigen Faktoren identifiziert, der Einfluss auf die Destinationsentscheidung des Patienten ausübt. Die Ärzte ihrerseits werden von Kollegen oder von Institutionen informiert. Das Marketing des Anbieters hat sich somit insbesondere an die Ärzte im Quellland zu richten.“ 13 Dass der individuelle Anbieter nicht alle Voraussetzungen für die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen durch Ausländer kontrolliert - und schon gar nicht die subjektiven - ist klar; denn es gibt eben auch politische und gesellschaftliche Faktoren, die von großem Einfluss auf die Wahl des Destinationslandes sind. So wählen seit dem Anschlag vom 11. September , der
Hamburg-Eppendorf [online], 12.03.2002
12 Vgl. Illing, Kai, Patientenimport und Gesundheitstourismus - Internationales Marketing für Kliniken, Kurorte und
Gesundheitsregionen, Berlin: TDC, November 2000, S. 34
13 Illing, Kai, a.a.O.,2000, S. 87
Arbeit zitieren:
Lars Oelschläger, 2005, Medizintourismus nach Deutschland , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Gesundheitswissenschaften: Medizintourismus nach Deutschland ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Gesundheitswissenschaften: neuer Titel erschienen: Medizintourismus nach Deutschland
Lars Oelschläger hat einen neuen Text hochgeladen
Klinische Ethikkomitees Chancen, Risiken und Nebenwirkungen
Andreas Frewer, Uwe Fahr, Wolfgang Rascher
Deutsche Unternehmen in China: Chancen und Risiken
Unter Berücksichtigung der Pro...
Nicole Ruppel
Chancen und Risiken der Produktion von Biodiesel aus der Sicht eines m...
Christian Harms-Ensink
Chancen und Risiken der eingetragenen Lebenspartnerschaft
Rechtliche Auswirkungen und Ge...
Stefan Kornmacher
Später Kinderwunsch. Chancen und Risiken
Vorsorge bei Schwangerschaft, ...
Petra Ritzinger, E. R. Weissenbacher
0 Kommentare