1. Einleitung: Der Traum und die Zeit um 1900 4
2. Traum und Ästhetentum 4
3. Der Traum in „Der Tor und der Tod“ 5
4. Das Motiv des Traums in den Gedichten 6
5. Erlebnis (1892) 7
6. Weltgeheimnis (1894) 10
7. Das Verhältnis des Dichters zum Traum. 10
8. „Ein Traum von großer Magie“ (1895) 11
9. Resümee 14
10. Literaturverzeichnis 15
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Hinweis zum Quellennachweis im Text
Die Quellenangaben zu Zitaten von Hugo von Hofmannsthal gebe ich verkürzt wieder. Dabei verwende ich zwei verschiedene Ausgaben.
Ausgabe:
Hugo von Hofmannsthal. Gesammelte Werke in zehn Einzelbänden. Hrsg. von Bernd Schöller in Beratung mit Rudolf Hirsch. Frankfurt a. M.: Fischer, 1979. Abkürzungen: GDI: Gedichte, Dramen I (1891-1898) ERZ: Erzählungen / Erfundene Gespräche und Briefe, Reisen.
Ausgabe:
Hugo von Hofmannsthal. Gesammelte Werke in Einzelausgaben. Hg. Herbert Steiner. Frankfurt a. M.: 1950. Abkürzungen: PI: Prosa I PII: Prosa II
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1. Einleitung: Der Traum und die Zeit um 1900
Thema dieser Hausarbeit ist das Traummotiv im Frühwerk Hugo von Hofmannsthals. Das Traummotiv stellt eines seiner drei großen Themen dar: „Leben, Traum und Tod“, so nennt sie ein Gedichttitel aus dem Jahre 1893 (GDI, S. 149). Aufschlussreich wäre es, ein Bild dieser Zeit zu geben. Nach meiner Ansicht trägt sie viele Kennzeichen eines traumhaften Zustands. Aus Gründen des Umfangs dieses Referats führe ich hierzu nur einige Bemerkungen an. Wenn das Wort „Traum“ die Zeit des „Fin de Siecle“ charakterisieren soll, dann kann dies kein beglückender Traum sein. Im Gegenteil lastet dieser Traum schwer. Es ist wie im „dumpfen Traum“ („Der Tor und der Tod“. In: GDI, S. 285). Vergleichbar dem Gedicht „Weltgeheimnis“ (1884) (GDI, S. 20) ging das Wissen vom Wesen der Welt verloren. „Traum“, das ist überhaupt ein Schlagwort dieser Zeit. Sigmund Freud machte es in seinen Abhandlungen über den Traum (1900: „Traumdeutung“, 1901: „Über den Traum“) populär. Besondere Bedeutung für das Motiv des Traums hat die Philosophie Ernst Machs, die den so genannten „Wiener Kreis“ maßgeblich beeinflusst hat. In ihr konstituiert sich das „Ich“ nur aus flüchtigen Sinneneindrücken. Ferner zieht diese Philosophie keine Grenze zwischen Innen und Außen, Ich und Welt, Psychischem und Physischem. Hofmannsthal selbst zeichnet in seinen Essays über zeitgenössische Literatur und Malerei ein genaues Zeitbild in Hinsicht auf die kulturellen Strömungen. Ich führe hier nur eines der vielen auch für das Traummotiv relevanten Zitate an:
„Ja alle unsere Schönheits- und Glücksgedanken liefen fort von uns, fort aus dem Alltag, und halten Haus mit den schöneren Geschöpfen eines künstlichen Daseins [...]. Bei uns ist aber nichts zurückgeblieben als frierendes Leben, schale, öde Wirklichkeit, flügellahme Entsagung.“ (PI, S. 171)
2. Traum und Ästhetentum
Das Zitat deutet auf eine Verwandtschaft der Problematik des Traumes mit der des Ästhetentums hin. Ich möchte kurz darauf eingehen. Es ist nicht so, jedenfalls nicht in der Darstellung Hofmannsthals, dass der Ästhet immer nur ausschließlich Ästhet war. Sein Zugang zu den Dingen war nicht immer ein nur äußerlicher: „Berauschende und ängstigende Dinge / Ihr wart doch alle einmal gefühlt.“ („Der Tor und der Tod“. In: GDI, S. 284)
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Der Ästhet, wie ihn Hofmannsthal charakterisiert, ist allerdings einer Gefahr seiner Existenzweise unterlegen: der „Gefahr der Isoliertheit, des selbstischen Erstarrens, der Überhebung“ („Ad me ipsum“. In: Aufzeichnungen, S. 241). Auch der Ästhet befand sich einstmals in einem beglückenden, traumartigen Zustand der Allverbundenheit oder der „Praeexistenz“. So bezeichnet ihn Hofmannsthal in einer Selbstinterpretation seines Werks. Ich werde noch häufiger auf diesen Terminus zurückgreifen. Wie das Wort „Praeexistenz“ selbst schon sagt, charakterisiert es eine Daseinsweise, die vor der eigentlichen Existenz liegt. Das bedeutet bei Hofmannsthal: vor „einer Verknüpfung mit dem Leben“ (ebenda, S. 214). Im Verlauf dieser Ausführungen soll das, was dieser Begriff umfasst, noch deutlicher werden. Zunächst interessiert hieran nur die „Gefahr“, die mit diesem Zustand verbunden ist:
„Praeexistenz. Glorreicher, aber gefährlicher Zustand.“ (ebenda, S. 213) Der Ästhet ist dieser Gefahr erlegen. Er hat keinen Weg in die Existenz gefunden.
3. Der Traum in „Der Tor und der Tod“
Genau in diesem Vorzustand, dem sich die Existenz verschließt, befindet sich Claudio in „Der Tor und der Tod“ (1893), (GDI, S. 279-298). Der Traum der „Praeexistenz“ beglückte ihn zu Beginn:
„Ein Knabe stand ich so im Frühlingsglänzen / Und meinte aufzuschweben in das All.“ (ebenda, S. 287)
Doch dann wandelte sich dieses traumhafte Gefühl in eine Existenz des Scheins, des abstrakten, erstarrten Symbols:
„Und was mich quälte und was mich erfreute / Mir war, als ob es nicht sich selbst bedeute.“ (ebenda, S. 285)
In Untätigkeit wartet der Erlebende auf eine Befreiung aus dieser Existenz, deren Glanz verloren ging:
„In dumpfem Traum, es würde endlich tagen.“ (ebenda, S. 285). Der „Tod“, der personifiziert in das Leben des Subjekts tritt, befreit es aus seiner verloschenen Existenz: „Das Starre schmelzend“ (ebenda, S. 287)
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Arbeit zitieren:
Magister Artium Bernhard Paha, 1990, Das Traummotiv im Frühwerk Hugo von Hofmannsthals, München, GRIN Verlag GmbH
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