Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Physisch - geographische Genese der Hohen Tatra 4
2.1 Geographische Einordnung des Tatra Gebietes 5
2.2 Klimatische Gegebenheiten der Hohen Tatra 5
2.3 Die Entstehungsgeschichte und der geologisch-tektonische Bau der
Hohen Tatra 8
3 Touristische Potenziale der Hohen Tatra 11
3.1 Die Unterschiedlichen Schwerpunkte des Tourismus 12
3.1.1 Gesundheitstourismus im slowakischen Hochland 13
3.1.2 Der städtisch-kulturelle Tourismus in der Tatra-Region 15
3.1.3 Naturfremdenverkehr und Skitourismus 15
3.2 Zakopane - Das touristische Zentrum der polnischen Tatra
im Vergleich zum Wintersportgebiet St. Anton am Arlberg in
Österreich 17
4 Fazit 19
Literaturverzeichnis
Anhang
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1 Einleitung
Zerklüftete Felsen, weitläufige Landschaften, tiefe Canyons, präparierte Skipisten und heiße Thermalquellen. All diese Elemente findet man im flächenmäßig kleinsten Hochgebirge der Welt, der Hohen Tatra, einem Teilgebirge der Karpaten. Die Entstehungsgeschichte dieses Höhenzuges ist ebenso faszinierend wie seine Bedeutung in heutiger Zeit. Ein fast vergessenes Fleckchen Erde in der Grenzregion zwischen Polen und der Slowakei, das zwar einige wenige begeisterte Sympathisant vorzuweisen hat, aber dennoch als weitestgehend unbekannt gilt. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Entstehung der Hohen Tatra geben. Es stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen dem Karpatengebirge und den Ostalpen besteht.
Des Weiteren wird die Entwicklung des touristischen Potenzials dieser Region näher erläutert. Es wird der Frage nachgegangen, in wie weit sich das Gebiet um die Hohe Tatra während der letzten Jahrhunderte entwickelt hat und vor allem, wie das Reservoir an touristischen Kapazitäten ausgebaut wurde. Die Arbeit soll die Region um die Hohe Tatra näher erläutern, den geologisch-tektonischen Werdegang des Gebirges beschreiben und die fremdenverkehrliche Nutzung der Slowakei und Polens im Bereich der Hohen Tatra darlegen.
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2 Physisch-geographische Genese der Hohen Tatra
Die Karpaten sind sowohl aus geologischer als auch aus morphologischer Sicht der östliche Fortlauf der Alpen. Das Gebirge gliedert sich in insgesamt drei Teile, die Westkarpaten im Grenzgebiet zwischen Polen und der Slowakei, die Waldkarpaten, die sich vom Ostrand der Westkarpaten in süd-östlicher Richtung bis hin zu den Ostkarpaten in der Ukraine erstrecken, sowie die Südkarpaten, die wiederum im Zentrum von Rumänien in West-Ost-Richtung verlaufen (SUCCOW 1990:159). Die folgende physische Karte zeigt den gesamten Verlauf der Karpaten durch alle vier Nationen.
Die Hohe Tatra in den Westkarpaten zählt zu den kleinsten Hochgebirgen der Welt. Als Hochgebirge wird im Allgemeinen eine größere Vollform bezeichnet, „die sich bedeutend über den Meeresspiegel erhebt und über spezielle ökologische Merkmale verfügt“ (LESER 2005:351). Der höchste Berg der Slowakei, der Gerlachovský mit einer Höhe von 2655 m befindet sich im Zentrum der Hohen Tatra und ist gleichzeitig auch der höchste Berg der Karpaten. Der höchste Berg auf polnischer Seite ist der Rysy, zu Deutsch -Meeraugspitze-, mit einer Höhe von 2503 m. Es wird vermutet, dass die Hohe Tatra während des Paläozoikums entstanden ist, aber sich erst vor etwa 1 Million Jahre als kontinentales Hochgebirge stabilisierte. Das heutige Erscheinungsbild ist auf die Aufeinanderfolge von Eiszeiten, Vergletscherungen und Eisschmelzen
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zurückzuführen. Ihren typisch alpinen Charakter erhielt das Gebiet nach der letzten Eiszeit, der Weichsel-/Würmeiszeit vor rund 9000 Jahren. Das Gebiet um die Hohe Tatra ist geprägt von glazialen Formen, so sind beispielsweise Trogtäler, zerklüftete Grade, Kare, Moränenwelle und Gletscherseen in weiten Teilen der Region zu finden. Diese alpinen Grundelemente weisen darauf hin, dass die Karpaten und die Ostalpen in engem tektonischem Zusammenhang stehen. „Die Westkarpaten stellen zweifelsfrei die Fortsetzung der nördlichen Falten- und Deckenzüge der Ostalpen dar“ (BARSCH/KRÜGER 1989:234).
2.1 Geographische Einordnung des Tatra Gebirges
Die Hohe Tatra bildet den nördlichsten Teil des 1200 km langen Karpatenbogens und zählt zu den Westkarpaten. Das Hochgebirge erstreckt sich auf einer Länge von rund 51 km zwischen den Gebirgspässen Hucianska und Zdziarska zu beiden Seiten der polnisch-slowakischen Grenze (GAWIN/SCHULZE 2006:10). Die Einordnung im Gradnetz der Erde zeigt, dass sich das Gebiet um die Hohe Tatra auf einer geographischen Breite von etwa 49° und einer geographischen Länge von 19°50’ befindet. Die Hohe Tatra gehört zu einem Fünftel zu Polen und zu vier Fünfteln zur Slowakei. Das gesamte Areal ist als Nationalpark deklariert und steht unter besonderem Schutz der UNESCO. Die aus touristischer Sicht wichtigste Stadt in diesem Gebiet ist Zakopane im Norden, auf polnischem Territorium.
2.2 Klimatische Gegebenheiten der Hohen Tatra
Die klimatischen Bedingungen in einem der kleinsten Hochgebirge der Welt sind zweifelsohne sehr außergewöhnliche. An 120 Tagen im Jahr liegen die Durchschnittstemperaturen in der Hohen Tatra unter dem Gefrierpunkt und etwa 25 % aller Niederschläge fallen als Schnee (GAWIN/SCHULZE 2006:13). Das Klima ist zum einen geprägt durch die östliche Lage des Gebirges, zum andern durch die vertikale Gliederung des Gebirgslaufs, sowie durch eine erhebliche Nord-Süd-Differenzierung vor allem im Hinblick auf die Niederschlagssummen. Das folgende Diagramm zeigt die
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klimatischen Gegebenheiten der Hohen Tatra in nordwest-südöstlichem Verlauf von Zakopane im Norden bis Poprad im Süden des Gebirges.
Deutlich wird vor allem die Differenzierung der Niederschlagswerte. Beträgt die Jahresniederschlagsmenge in Zakopane 1107 mm, so liegt sie im südlich gelegenen Poprad bei lediglich 579 mm. Auch die Vegetationsperiode bei einer Mitteltemperatur von etwa 5°C ist in Poprad mit 190 Tagen höher als in Zakopane. „Die innere klimatische Differenzierung des Gebirgskomplexes ergibt sich primär aus den Höhenlagen und der Exposition einzelner Räume“ (BARSCH/KRÜGER 1989:239). Zurückzuführen ist diese Unterteilung auf die unterschiedliche Sonneneinstrahlung, die Temperaturgegensätze und die Niederschlagsverteilung. Außerdem bildet der Gebirgskomplex eine natürliche Barriere für den, aus Süd-Westen kommenden Westwind. So entsteht der so genannte -Halny-, ein Föhnwind, von dem vor allem die Stadt Zakopane betroffen ist. Hauptsächlich in den Sommermonaten kommt es zu intensiven vertikalen Luftmassenaustauschprozessen, die häufig zu Gewittern führen. Die folgenden beiden Klimadiagramme verdeutlichen die klimatischen Unterschiede zwischen den beiden Städten Zakopane im Norden und Poprad im Süden der Hohen Tatra zusätzlich.
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Arbeit zitieren:
Julia Braun, 2010, Physisch-geographische Genese und touristische Potenziale der Hohen Tatra , München, GRIN Verlag GmbH
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