Gliederung
1.EINLEITUNG 4
2. GEWALT ALS BEGRIFF 5
2.1 Zur Definition von Gewalt 5
2.2 Aggression und Gewalt 6
2.3 Verschiedene Formen von Gewalt 7
3. THEORETISCHE ANSÄTZE ZUR ENTWICKLUNG VON AGGRESSION 11
3.1 Das Psychoanalytische Triebkonzept 11
3.2 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese 11
3.3 Die Lerntheorie 12
4. MEDIENWIRKUNG 13
4.1 Fernsehkonsum und Gewaltdisposition 15
4.2 Medienwirkung zweiter Ordnung 16
4.4 Exkurs: Fernsehgewalt und Angst 17
5. GEWALT UND GESCHLECHT IN DEN MEDIEN 19
5.1 Strukturen und Verhältnisse der beiden Geschlechter 20
5.2 Fernsehgewalt und Geschlecht 21
6. ZUSAMMENFASSUNG 26
7. LITERATURVERZEICHNIS 28
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1.Einleitung
Was genau bedeutet Gewalt? Worin unterscheidet sie sich von Aggression? Welche Arten von Gewalt gibt es? Woher kommt Gewalt? Wie wirkt mediale Gewalt auf den Zuschauer? Löst mediale Gewalt wiederum Gewalt aus? Oder sorgt sie für Angst? Welche Rolle spielen Frauen im Gewaltgenre? Wer guckt sich Gewalt überhaupt gerne an? Wie wirkt Gewalt in den Medien speziell auf Frauen? Mit diesen (und mehr) Fragen werde ich mich in meiner Arbeit hauptsächlich beschäftigen. Im folgenden Kapitel werde ich den Gewaltbegriff definieren, zwischen Aggression und Gewalt differenzieren sowie verschiedene Formen von Gewalt vorstellen. Im dritten Kapitel erläutere ich dann verschiedene Theorien zur Entstehung von Gewalt - angefangen bei Freud bis zum lerntheoretischen Standpunkt.
Mit dieser Grundlage gehe ich im vierten Kapitel auf die Medienwirkung von Gewalt ein, was die durch Horrorfilme ausgelösten Imitationseffekte, den Zusammenhang von Gewaltaffinität und Fernsehkonsum, aber auch die Wechselbeziehung zwischen Horrorfilmkonsum und Angst mit einbezieht. Danach werde ich im fünften Kapitel mediale, insbesondere Fernsehgewalt unter geschlechtsspezifischem Aspekt betrachten. Dazu ist es notwendig, zunächst Strukturen zu benennen, die zwischen beiden Geschlechtern bestehen; insbesondere solche, die auftreten, falls es zu zwischengeschlechtlicher Gewalt kommen sollte. Diese Strukturen werden später mit den
zwischengeschlechtlichen Konstruktionen von Gewaltsendungen im Fernsehen vergleichen - mit z.T. unerwarteten Ergebnissen.
Zum Schluss gehe ich auf das Fernsehen als Sozialisationsfaktor ein, wobei ich Gefahren anspreche, die durch medial transportierte Menschenbilder entstehen können. Andererseits werde ich mich auch kritisch mit der Haltung auseinandersetzen, Medien als hauptverantwortlich für Gewalttaten zu halten, die auf sehr viel mehr als auf bloße Medienrezeption zurückzuführen sind.
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2. Gewalt als Begriff
Um das Thema Gewalt in den Medien in den anschließenden Kapiteln ausreichend diskutieren zu können, werde ich zuerst den Gewaltbegriff erläutern, zwischen Aggression und Gewalt differenzieren sowie verschiedene Arten von Gewalt vorstellen.
2.1 Zur Definition von Gewalt
Gewalt gilt heutzutage als ein vielgebrauchter, aber auch vielstrapazierter Begriff. Allgemein wird unter Gewalt (lateinisch: violentia) die physische, aber auch psychische Schädigung von Menschen durch andere Menschen verstanden; ferner bedeutet Gewalt auch körperliche Beschädigung von Gegenständen. Außerdem wird durch den Begriff Gewalt auch Durchsetzungsvermögen in Macht-und Herrschaftsverhältnissen (lateinisch: potestas) beschrieben, sprich: Gewalt als Struktur um z.B. Zwang zu realisieren.
Gewalt bezeichnet also einerseits individuelle Gewalttätigkeit und andererseits Gewaltherrschaft, also staatliche Macht- und Amtsausübung. Im weiteren Sinne wird der Begriff Gewalt auch gleichbedeutend mit Kraft, wie z.B. von Naturgewalten, verwendet.
Nach Neidhardt hat Gewalt im Zivilisationsprozess erstens eine „zunehmend negative“ Bedeutung erhalten und ist zweitens als Gegenbegriff zur Freiheit positioniert worden. Drittens existiert laut Neidhardt bis heute kein allgemein gültiges Gewaltverständnis - weder im Alltag noch in der Wissenschaft. (Vergl. Neidhardt 1986, in: Merten 1999: 16/17)
Ein Grund dafür könnte sein, dass Gewalt nicht als unmittelbare Realität verstanden werden kann, sondern ein durch Zuschreibung bedingtes soziales Werturteil ist, welches soziokulturell beeinflusst wird. Empirische
sozialwissenschaftliche Studien haben ergeben, dass durch das schichtenbedingt unterschiedliche Aufkommen physischer Gewalt auch der Sprachgebrauch des Gewaltbegriffs bestimmt wird. Was als Gewalt bezeichnet wird ist demnach schichtenabhängig.
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Gewalt im Sinne von schädigendem Verhalten steht also in engem Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen, so dass nur sozial inakzeptable, bzw. verbotene Taten als Schädigung bewertet werden. Somit ist auch die Anerkennung einer Gewalttat als solche von der sozialen Evaluation durch bestimmte Personen oder öffentliche Institutionen abhängig. Hinterfragt werden diese Wertigkeiten so gut wie nie, da sie als kulturelle, gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten gelten.
2.2 Aggression und Gewalt
Im allgemeinen Sprachgebrauch - teilweise auch im wissenschaftlichen - gibt es in der Verwendung und besonders in der Unterscheidung der beiden Begriffe Aggression und Gewalt noch einige Ungenauigkeiten.
So werden Gewalt und Aggression häufig synonym verwendet, wie beispielsweise von Berkowitz der Aggression als ein Handeln interpretiert, das auf eine Schädigung oder Verletzung abzielt. (Vergl. Berkowitz 1971, in Merten 1999:20) Ähnlich wie Berkowitz Aggression beschreibt, bezeichnen Gelles/Straus „Gewalt als eine Handlung (...), die darauf zielt, eine andere Person körperlich zu verletzen“. (in Merten 1999: 20)
Ferner wird von Nolting zwischen Gewalt und Aggression soweit unterschieden, dass Gewalt als eine schwerere und körperliche Form von Aggression gilt. Gewalt wird hier also als eine Unterform von Aggression gedeutet. ( Vergl. Nolting 1993, in Merten 1999: 21)
Die Vertreter der psychiatrische Sichtweise differenzieren zwischen Aggression und Gewalt, indem sie Aggression als unvermeidlich deklarieren, Gewalt dagegen als vermeidbar beurteilen: „Die unvermeidliche (...) Aggression muss von vermeidbarer Gewalt unterschieden werden. Aggression kann zur Gewalt führen; aber Gewalt ist nicht notwendig auf Aggression (...) zurückzuführen.“ (Schwind 1990: 166)
Es ist offensichtlich unbedingt notwendig, eine begriffliche Unterscheidung zwischen Gewalt und Aggression zu treffen, auch wenn dies nicht in allen zitierten Theorien und Studien realisiert ist.
Im folgenden Text werde ich mich hauptsächlich auf den Begriff Gewalt konzentrieren, da „Gewalt in den Medien unter geschlechtsspezifischem Aspekt“
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der interessierende Gegenstand meiner Arbeit ist. Denn in Gewalt liegt der Kern der Machtunterschiede zwischen den Geschlechtern.
2.3 Verschiedene Formen von Gewalt
Da es keine einheitliche Definition von Gewalt gibt, erscheint es als sinnvoll, den Gewaltbegriff zu differenzieren, bzw., wie folgt, zu strukturieren, um eine einheitliche Ausgangsbasis zu erhalten. Es lassen sich sieben Begriffsdichotomien feststellen:
1) personale versus strukturelle Gewalt
2) physische versus psychische Gewalt 3) legitime versus illegitime Gewalt 4) individuelle versus kollektive Gewalt 5) expressive versus instrumentelle Gewalt 6) intentionale versus nicht-intentionale Gewalt 7) manifeste versus latente Gewalt
1) Personale versus strukturelle Gewalt
Personale versus der struktullen Gewalt gilt als das meist verwendete Begriffspaar. Es wird teilweise bedeutungsgleich mit dem Begriffspaar der direkten versus der indirekten Gewalt benutzt.
Personale Gewalt liegt vor, wenn von einer bestimmten Person gewalttätiges Handeln ausgeht, das physische oder psychische Verletzung zur Folge hat. Auf den Unterschied zwischen physischer und psychischer Gewalt werde ich später noch eingehen.
Auslöser oder Bedingung für personale Gewalt kann unter anderem strukturelle Gewalt sein.
Im Gegensatz zum Konzept der personalen Gewalt basiert die strukturelle Gewalt auf sozialer Ungleichheit. Nach Galtung liegt dann strukturelle Gewalt vor, wenn die aktuelle körperliche und geistige Verwirklichung eines Menschen aufgrund äußerer Einflüsse geringer ist als sein Potential an Verwirklichung. (Vergl. Galtung
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Arbeit zitieren:
Janine Thomas, 2003, Gewalt in den Medien unter geschlechtsspezifischem Aspekt, München, GRIN Verlag GmbH
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