Gliederung:
Seite
1. Hinführung zum Thema 3
2. Das Textbuch der Zauberflöte - zur Geschichte und Aufbau 3
3. Die dramatische Konzeption der Zauberflöte 7
4. Zusammenfassung 12
5. Quellen 13
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1. Hinführung zum Thema
Mozart erhielt 1791 von dem Textdichter und Theatermann Emanuel Schikaneder die Bitte ihm eine Zauberoper zu komponieren, den Text dazu schrieb Schikaneder selbst. Diese sollte „Zugstück“ sein, um sein Theater vor dem Zusammenbruch zu retten, denn Schikaneder war zu dieser Zeit Direktor des Freihaustheaters auf der Wieden; er wollte mit diesem neuen Singspiel seinen Konkurrenten Karl Marinelli, der ein volkstümliches Theater leitete, ausstechen. Mozart war von der Neuheit und Vielfalt der Märchenstimmung des Textes verzaubert und ließ sich nach anfänglicher Zurückhaltung völlig davon einspinnen und arbeitete auch mit Schikaneder eng zusammen.
Mozart war begeistert von dem Stoff, den Schikaneder ihm vorlegte. Dieser hatte für das Libretto auf einige Märchendichtungen, darunter Wielands „Lulu oder die Zauberflöte“, auf Praktiken der Zauber- und Maschinenkomödie sowie auf Figuren und Situationen der Altwiener Posse zurückgegriffen. In der Zusammenarbeit unterstützten und ergänzten sich Textdichter und Komponist in gegenseitigen Anregungen.
Das Ergebnis war Mozarts Meisterwerk „Die Zauberflöte“. Sie wurde am 30. September 1791 in Wien uraufgeführt, Emanuel Schikaneder selbst sang den Papageno, Mozarts Schwägerin Josefa Hofer spielte die Königin der Nacht. Der Erfolg war außerordentlich und füllte noch jahrelang Schikaneders Kassen. Mozart hingegen ging dabei leer aus, neun Wochen nach der Uraufführung starb er und wurde, da völlig mittellos, im Armengrab beigesetzt.
2. Das Textbuch der Zauberflöte - zur Geschichte und Aufbau
Schikaneder stützte sich in seinem Zaubermärchen auf die verschiedensten Vorlagen und konzentrierte sich mehr auf theatralische wirksame Effekte als auf psychologische Wahrheit der Handlungsführung. Das Textbuch zur Zauberflöte erschien zur Aufführung beim freimaurerischen Wiener Buchdrucker und Kupferstecher Ignaz Alberti. Der Titel dieses Drucks, der Theaterzettel und Mozarts Werkverzeichnis nennen Emanuel Schikaneder als Autor. Jedoch gab und gibt es immer wieder Anzweiflungen, ob auch Schikaneder wirklich der Autor ist. Dies hängt meist mit heimlicher Missgunst durch den großen Erfolg der Zauberflöte, aber auch mit Sensationslust zusammen. Meist wird auch behauptet, dass Mozart an der Entstehung des Textbuches beteiligt war, so schreibt Schikaneder zum Beispiel 1795 „die Zauberflöte ist eine Oper, die ich mit dem seligen
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Mozart fleißig durchdachte“ 1 , aber Wolf Rosenberg zweifelt dies an, denn diese These wurde nicht belegt, wobei er aber gleichzeitig auch sagt, dass für die Gegenthese ebenso wenig Beweismaterial vorhanden ist. 2 Auch ist W. Rosenberg der Meinung, kritisch mit der Zauberflöte und vor allem mit dem Text umzugehen, wenn dies auch nicht immer im Sinne der Mehrheit der meisten Leute war, die die Zauberflöte und auch den Text immer als das Werk eines Meisters bzw. eines Genies hielten, welches nicht angezweifelt werden durfte 3 . Rosenberg aber ist der Meinung, dass man kritisch mit ihm umgehen sollte, er begründet es damit, dass sich schon der große Dichterfürst Goethe kritisch mit dem Zauberflötentext auseinander setzte. Goethe war wohl nicht so vom „Wert“ des Textes überzeugt - das Libretto war für ihn „voller Unwahrscheinlichkeiten und Späße, die nicht jeder zurechtlegen und zu würdigen wisse“ - deshalb nahm er einige Änderungen am Text vor, als es im Januar 1794 in Weimar aufgeführt wurde. 4 Er ließ zum Beispiel am Anfang Tamino nicht gegen die Schlange, sondern gegen einen Drachen kämpfen, einfach weil der Drache eine stärkere Bühnenwirksamkeit hatte und es nach Goethe wahrscheinlicher war, dass Tamino beim Anblick eines Drachen statt der Schlange in Ohnmacht fiel. Dies soll nur ein kleines Beispiel dafür sein das deutlich macht, dass man trotzdem kritisch mit dem Text umgehen sollte, zum einen weil es schon einige wie Goethe getan haben, und zum anderen nicht immer auf das hören soll was andere schon herausgefunden haben.
In der Textfassung gibt es Unterschiede zwischen dem gedruckten Libretto und Mozarts Autograph, denn Mozarts Autograph weicht in etwa 50 Fällen vom Textbuch ab: seine Fassung enthält kleinere Zusätze bzw. Veränderungen, aber auch gravierende Striche, welche Texte betreffen, die zu banalem Moralisieren neigen. Auch schließt er Momente aus, die zu ungeeigneter Zeit die Handlung und die Dramatik hemmen - er vermeidet es, dass ein bereits gesteigertes Interesse am Handlungsablauf moralisierende Einschübe zu sehr in den Vordergrund und ins dramatische Zentrum rückt. Das Original-Libretto der Zauberflöte ist in bayerisch- österreichisch gefärbtem Deutsch verfasst, 1970 wurde es im Rahmen der Neuen Mozart Ausgabe neu editiert. Dabei mussten Kompromisse zwischen der Dialektnähe und einem modernen Ansprüchen gerecht werdenden Schriftbild eingegangen werden. Zum Beispiel wird das im Süddeutschen häufig abfallende „e“ durch Verwendung der Apostrophe kenntlich gemacht. Satzbau und Wortformen wurden streng von Mozart übernommen. Im Großen und Ganzen wurde versucht, Mozarts Sprache der heutigen so gut wie möglich
1 Schikaneder, a.a.O., S. 359.
2 .Siehe Rosenberg, Wolf: Mozarts Rache an Schikaneder, in: Musik-Konzepte, S.3.
3 Nach ebd.
4 Siehe ebd., S.4.
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Arbeit zitieren:
Toni Holzfuß, 2005, Die Zauberflöte, München, GRIN Verlag GmbH
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