A. Kurze geschichtliche Einführung zum Zweiten Vatikanischen Konzil 3
B. Ergebnisse und Folgen des Zweiten Vatikanischen Konzils 4
1. Die wichtigsten Anliegen 4
1.1 Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ 4
1.2 Dogmatische Konstitution „Lumen Gentium“ 4
1.3 Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ 5
1.4 Erklärung über die Religionsfreiheit „Dignitatis Humanae“ 5
2.1 Neue Sicht des Amtes und Einbindung der Laien 5
2.2 Gemeinschaft im Glauben zwischen den Kirchen 8
3.1 Ablehnung der Reform der Liturgie durch Traditionalisten 10
3.2 Kritik am Ökumenismus 11
C. Ekklesia semper reformanda 12
3
A. Kurze geschichtliche Einführung zum Zweiten Vatikanischen Konzil 1 Das Zweite Vatikanische Konzil, das auch als das 21. Ökumenische Konzil angesehen wird und sich später zum Symbol für die Erneuerung der katholischen Kirche entwickelte, wurde am 25. Januar 1959 von Papst Johannes XXIII. angekündigt und in 178 Treffen jeweils im Herbst zwischen dem 11. Oktober 1962 und dem 8. Dezember 1965 abgehalten. Unter dem Vorsitz von Papst Johannes XXIII., der 1958 im Alter von 77 Jahren zum Papst gewählt worden war, und später Papst Paul VI. nahmen mehr als 2.500 Konzilsväter an den Beratungen über die Religionsfreiheit, die Reform der Liturgie, die Ökumene sowie über Dienst und Leben der Priester teil. Eine herausragende Rolle bei den Beratungen des Konzils kam vor allem den asiatischen und afrikanischen Bischöfen zu, während kirchliche Vertreter aus kommunistischen Staaten, auf Druck der jeweiligen Regierungen, kaum vertreten waren. Als Ziel nannte Papst Johannes XII ein umfassendes „Aggiornamento”, die allgemeine Neubestimmung der Lehre und des Lebens der Kirche. Die Vorbereitungen für das Konzil begannen im Mai 1959 mit einer Anfrage an römischkatholische Bischöfe und an theologische Fakultäten und Universitäten in aller Welt, in der um Vorschläge zur Tagesordnung gebeten wurde. In 13 Vorbereitungsausschüssen mit über 1.000 Mitgliedern wurden Ideen zu einem weiten Themenfeld erarbeitet, wobei 67 Dokumente, so genannte Schemata, vorbereitet wurden, die man jedoch später auf 17 reduzierte. Stimmberechtigt waren Bischöfe und Ordensobere männlicher Orden. Im Unterschied zu früheren Konzilen waren auch Beobachter orthodoxer und protestantischer Kirchen eingeladen. Ab der Sitzungsperiode von 1963 wurden auch Laien zugelassen, von denen zwei auf dem Konzil sprachen; ab 1964 nahmen auch Frauen als Hörerinnen teil. Themen des Konzils waren u. a. die modernen Kommunikationsmittel, die Beziehungen zwischen Juden und Christen, die Religionsfreiheit, die Rolle der Laien in der Kirche, die Reform der Liturgie, die Beziehungen zu Nichtchristen, Dienst und Leben der Priester sowie die Ausbildung von Priestern und Bischöfen. Papst Johannes XXIII. nahm maßgeblichen Einfluss auf die Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils, mit denen eine Modernisierung der römisch-katholischen Kirche eingeleitet wurde. Ein besonderes Anliegen war es ihm, die Begegnung der getrennten christlichen Kirchen sowie den Dialog mit anderen Religionen zu fördern.
1 vgl. Rahner/Vorgrimler, Kleines Konzilskompendium. Freiburg, Herderbücherei, 1994, 17 ff.
4
B. Ergebnisse und Folgen des Zweiten Vatikanischen Konzils
1. Die wichtigsten Anliegen 1
Das Anliegen von Papst Johannes XXIII. (1881 - 1963) war im Jahr 1959, als er erstmals ein ökumenisches Konzil ankündigte, rein seelsorglicher Natur. Er wollte, dass das Engagement der Christen durch die Erkenntnis ihrer Würde gesteigert wird. Allerdings sollte das neue Konzil keine Fortsetzung des Ersten Vatikanischen Konzils werden, dass nie offiziell beendet wurde, sondern ein sich frei entwickelndes Zweites Vatikanisches Konzil mit eindeutig ökumenischer Ausrichtung. In der Enzyklika „Ad Petri Cathedram“ (1959) formulierte Papst Johannes XXIII. die Aufgaben des Konzils: Stärkung des Glaubens, echte Erneuerung der Sitten des christlichen Volkes sowie eine Anpassung der kirchlichen Disziplin an die Verhältnisse der Zeit („Aggiornamento“). Bei der Einberufung 1961 betonte er, die Kirche müsse für „die Lösung gegenwärtiger Probleme geeigneter“ gemacht werden.
Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ 2 1.1
Auf dem Konzil wurden 16 Texte verfasst, von denen vor allem vier Beschlüssen später eine besondere Bedeutung zukam. Zu ihnen zählt die Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ aus dem Jahr 1963. Sie setzt sich für eine aktivere Rolle der Gemeindemitglieder bei der Messe ein. Dies war ein erster Schritt hin zu den Veränderungen, die ab 1971 umgesetzt wurden: Latein, die alte Sprache des Gottesdienstes, wurde durch die jeweiligen Landessprachen ersetzt.
Dogmatische Konstitution „Lumen Gentium“ 3 1.2
Als weiteres Ergebnis einigte man sich auf die dogmatische Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ (1964). Diese reformierte die Organisationsform der Gemeinde, deren Struktur bis dahin an einem rein rechtlichen Modell orientiert war. Die Bezeichnung „Volk Gottes” für die Kirche hob die Rolle des Dienens im Priester- und Bischofsamt hervor, betonte die kollegiale oder gemeinsame Verantwortung aller Bischöfe für die gesamte Kirche und rief alle
1 vgl. AK LB 14 „Die Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert“. Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg, Auflage 2007, 50 ff.
2 vgl. AK LB 14 „Die Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert“. Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg, Auflage 2007, 54 f.
3 vgl. AK LB 14 „Die Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert“. Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg, Auflage 2007, 57 f.
Arbeit zitieren:
Christoph Rabl, 2007, Das II. Vatikanische Konzil (1962 - 1965): Ergebnisse und Auswirkungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: Das II. Vatikanische Konzil (1962 - 1965): Ergebnisse und Auswirkungen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: neuer Titel erschienen: Das II. Vatikanische Konzil (1962 - 1965): Ergebnisse und Auswirkungen
Die Geschichte des zweiten Vatikanischen Konzils ( 1959-1965 ) Band IV
Band IV. Die Kirche als Gemein...
Guiseppe Alberigo, Günther Wassilowsky
Die Wegbereiter der Judenerklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils
Johannes XXIII., Kardinal Bea ...
Dorothee Recker
Kleine Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils
Mit Zeittafel, kommentierter B...
Knut Wenzel
Das Bistum Essen und das Zweite Vatikanische Konzil
Eine Untersuchung zum Rezeptio...
Verena Schmidt
0 Kommentare