Neutestamentliche Wurzeln des
Dreifaltigkeitsglaubens und Impulse des biblischen
Zeugnisses für die heutige Verkündigung
Hausarbeit
Christoph Rabl, 2007
G
L
I
E
D
E
R
U
N
G
A
Bekenntnis
zum
Dreieinigen
Gott
-
Fundament
des
christlichen
Gottesglaubens
B
Neutestamentliche
Wurzeln
des
Dreifaltigkeitsglaubens
und
Impulse
des
biblischen
Zeugnisses
für
die
heutige
Verkündigung
I.
Neutestamentliche
Wurzeln
des
Dreifaltigkeitsglaubens
1.
Selbstoffenbarung
Jahwes
im
Leben
und
Wirken
Jesu
Christi
1.1
Jesus
-
"Jahwe
ist
Rettung,
Heil"
1.2
Jesus
-
Gesandter
Jahwes
1.3
Jesus
-
mehr
als
alle
anderen
und
alles
andere
1.4
Jesus
-
Vergegenwärtigung
Jahwes
2.
Die
Vollendung
der
trinitarischen
Selbstoffenbarung
Jahwes
in
Jesu
Kreuz
und
Auferstehung
2.1
Kreuz
und
Auferstehung
-
Schlüssel
zur
vollen
Trinitätsoffenbarung
2.2
Kreuz
und
Auferstehung
-
Offenbarungsantwort
des
Dreifaltigen
Gottes
3.
Neutestamentliche
Aussagen,
Gott-
Vater
und
Gott-
Sohn
betreffend
3.1
Sein
des
Sohnes
vom
Vater
her
und
auf
den
Vater
hin
3.2
Eigenheiten
von
Vater
und
Sohn
4.
Neutestamentliche
Aussagen,
das
Bekenntnis
zum
Heiligen
Geist
betreffend
4.1
Geisterfahrungen
im
Anfang
der
Kirche
4.2
Theologische
Auslegung
II.
Impulse
des
biblischen
Zeugnisses
für
die
heutige
Verkündigung
des
Glaubens
an
den
Dreifaltigen
Gott
1.
Zugangsschwierigkeiten
zum
Gottesglauben-
Der
unerfahrbare,
der
drohende,
der
egoistische,
der
ideologische,
der
mitleidslose
Gott
2.
Der
Glaube
an
Gottes
Dreifaltigkeit
als
Antwort
auf
heutiges
Fragen
nach
Gott
2.1
Spannung
zwischen
Person
und
Gemeinschaft
als
Hinweis
auf
den
Dreifaltigen
Gott
2.2
Der
Dreifaltige
Gott
-
Heil
der
Menschen
C
Erleichterung
des
Bekenntnisses
zum
Dreieinigen
Gott
durch
ein
neues
Fragen
nach
Gott
- 3 -
A
Bekenntnis
zum
Dreieinigen
Gott
-
Fundament
des
christlichen
Gottesglaubens
"Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes." - Mit diesen
Worten beginnen wir Christen unsere Gebete. Auf den Namen des
Dreieinigen Gottes werden wir getauft, in diesem Namen spendet die Kirche
ihre Sakramente. Im Glaubensbekenntnis und in jedem Kreuzzeichen
bekennen wir Christen den Glauben an den Dreifaltigen Gott. "Das Bekenntnis
zum dreieinigen Gott gehört zu den Fundamenten des christlichen
Gottesglaubens. Es findet seinen Ausdruck im Lobpreis des Vaters, des
Sohnes und des Heiligen Geistes"
(HR 19, zitiert nach: Dr. H.-J. Jaschke, Auf dem Weg
zum Heiligen Jahr 2000 - Gottes Geist in der Welt, S.160)
.
B
Neutestamentliche
Wurzeln
des
Dreifaltigkeitsglaubens
und
Impulse
des
biblischen
Zeugnisses
für
die
heutige
Verkündigung
Über das Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit lässt sich aber nur sprechen,
wenn man das neutestamentliche Zeugnis von Jesus Christus zur Sprache
bringt.
I
Neutestamentliche
Wurzeln
des
Dreifaltigkeitsglaubens
1.
Selbstoffenbarung
Jahwes
im
Leben
und
Wirken
Jesu
Christi
1.1
Jesus
-
"Jahwe
ist
Rettung,
Heil"
Bereits der Name "Jesus", der "Jahwe rettet, er ist Rettung, Heil" bedeutet,
macht deutlich, dass sich im Neuen Testament keineswegs ein anderer Gott
erweist als in der alttestamentlichen Jahwe-Offenbarung, sondern dass Jahwe
selbst sich auf eine völlig neue Weise zeigt. In der Person Jesu wird Jahwe
selbst zur Rettung und zum Heil. Aber "Jesus verweist nicht nur auf
kommendes Heil, sondern bringt 'Heil von Gott her' hier und heute"
(GK, LB 8, S.
49
):
"Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, dann ist
das Reich Gottes schon zu euch gekommen"
(Mt 12,28)
. Gott selbst ist also in
Jesus zu den Menschen gekommen
(vgl. AK, LB 6, S. 12)
.
- 4 -
1.2
Jesus
-
Gesandter
Jahwes
Sich selbst bezeichnet Jesus als den, der gesandt ist. Er erkennt Jahwe als
seinen Gott an und zollt ihm, dem absoluten, heiligen "Herr[n] des Himmels
und der Erde"
(Mt 11,25)
vollkommenen Gehorsam. Er selbst bekräftigt, dass
Gott der einzige Herr ist und dass man ihn mit ganzem Herzen und ganzer
Seele, mit allen Gedanken und aller Kraft lieben soll
(vgl. Mk 12, 29 - 30; vgl. KKK
202)
. Dennoch beansprucht er auch für sich eine jahwe-gleiche Würde, er gibt
gleichzeitig zu erkennen, dass er selbst der Herr ist
(vgl. Mk 12, 35 - 37)
. Wenn
sich die Menschen von Jahwe das Heil schenken lassen wollen, sind sie somit
an Jesus verwiesen, an dem sich das Heil der Menschen entscheidet: "Wer
sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor
meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen
verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen"
(Mt
10, 32 - 33)
. Diese Beziehung zwischen Jahwe als "Herr des Himmels und der
Erde" und Jesus als "Jahwe ist Heil" in Person besagt also Wichtiges über
Gottes Wirklichkeit selbst
(vgl. AK, LB 6, S. 12/13)
.
1.3
Jesus
-
mehr
als
alle
anderen
und
alles
andere
Jesus selbst definiert sich selbst auch als einen, der mehr, der größer ist als
alle anderen und alles andere. Er bringt sich den Jüngern als einer zum
Ausdruck, der mehr ist als ein Prophet
(vgl. Mt 11,9)
, der größer ist als Johannes
der Täufer, wobei doch "der Kleinste im Himmelreich [...] größer [ist] als er"
(Mt
11,11
), der "größer ist als der Tempel"
(Mt 12,6)
, ja der sogar "Herr über den
Sabbat"
(Mt 12,5)
ist. Somit zeigt sich Jesus als Gesandter Gottes schließlich
auch als der, in dem Jahwe auf völlig einzigartige Weise für die Menschen da
ist, in dem sich eine alles andere übersteigende Jahwe-Präsenz erweist
(vgl.
AK, LB 6, S. 13)
.
1.4
Jesus
-
Vergegenwärtigung
Jahwes
Auch in der vollmächtigen Lehre Jesu zeigt sich, dass sich in ihm Gott selber
offenbart. Er spricht wie einer, dem Macht und Anspruch Gottes selber
zukommen, "wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat"
(Mt 7,29)
.
Darüber hinaus vergibt Jesus aus eigener Machtvollkommenheit heraus
Sünden. So sagt er zu dem Gelähmten: "Mein Sohn, deine Sünden sind dir
vergeben"
(Mk 2,5)
. Als er erkennt, dass die Schriftgelehrten darin eine
Gotteslästerung sehen, sagt er zu ihnen: "Ihr sollt aber erkennen, dass der
Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben"
(Mk
- 5 -
2,10)
. Sünden vergeben, das kann somit nur der, in dem Jahwe selber wirksam
ist.
Gerade auch in seinem stellvertretenden Dasein für alle offenbart sich Gott. In
der Person Jesu kommen Gott und Mensch wieder zusammen, weil er als das
Erbarmen Gottes auf den Menschen zukommt. Er ist die Versöhnung, die von
Gott kommt
(vgl. 2 Kor 5,18)
. Wenn ein Sünder sich Jesus selbst zugesprochen
sieht, ist ihm Vergebung gewährt: "Dein Glaube hat dir geholfen"
(Mk 5,34)
.
Auch in seinem Beten sowie in der Weise, wie er daran Anteil gibt, offenbart
sich Gott. In seiner Gottesanrede "Abba" offenbart sich ein einzigartiges
Vertrautsein mit dem himmlischen Vater. Aufgrund dieses besonderen
Gottesverhältnisses kommt es Jesus demnach zu, im "Vater unser" seine
Jünger in eine besondere Beziehung zu Gott zu bringen. Somit bleibt Jesus
"gerade im Beten gleichsam 'zwischen' Gott und den Jüngern, bezeichnend
'eigenständig', 'auf seiten' Jahwes"
(AK, LB 6, S. 16)
.
Des Weiteren offenbart sich Jahwe in seiner Geisterfülltheit. Das Wirken des
Geistes Gottes in Jesu Wirken anzuerkennen bedeutet zugleich auch das
Bekenntnis, dass in Jesu Gesandtsein Jahwe selber und seine Heilszeit
ankommt
(vgl. AK, LB 6, S. 13 - 17)
.
2.
Die
Vollendung
der
trinitarischen
Selbstoffenbarung
Jahwes
in
Jesu
Kreuz
und
Auferstehung
2.1
Kreuz
und
Auferstehung
-
Schlüssel
zur
vollen
Trinitätsoffenbarung
Im irdischen Leben Jesu wurde erfahren, dass Gott selbst am Werk war. Der
Tod Jesu würde nun bedeuten, dass Jahwe selbst gescheitert und damit in
Frage gestellt ist, dass er ein Lügner und im Entscheidenden machtlos ist.
Daraus folgt, dass Jahwe einerseits die Macht, andererseits aber auch den
Willen hat, Jesus sterben und tot sein zu lassen.
Doch gerade das Kreuz ist eine Möglichkeit der Selbstoffenbarung Jahwes. In
Jesu Tod erweist sich Jahwe selbst neu, als einer, der als Urheber des
Lebens sogar das eigene Leben in den Tod dahinzugeben vermag. Ohne
seinem
Jahwe-Sein
zu
widersprechen,
vermag
er
in
seinem
menschgewordenen Sohn zu sterben. Er hätte jetzt nämlich nicht nur sein
Jahwe-Sein in einer unahnbaren Weise bestätigt und gerechtfertigt, so wie es
zum Beispiel im zweiten Korintherbrief heißt: "Denn Gottes Sohn Jesus
Christus, der euch durch uns verkündigt wurde [...], ist nicht als Ja und Nein
zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht. Er ist das Ja zu allem, was
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